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Tschechische Republik

Die 1993 entstandene Tschechische Republik übernahm das Botschaftsgebäude der Tschechoslowakei in der Wilhelmstraße. Neben der bulgarischen Botschaft an der Mauerstraße zählt es zu den wenigen Botschaftsneubauten der DDR-Zeit in Berlin-Mitte. Die Architekten Vera Machonina, Vladimir Machonin und Klaus Pätzmann errichteten den plastischen Bau in den Jahren 1974-78 in deutlicher Anlehnung an den Brutalismus.
Zur Zeit der Planung lag das Grundstück an einer unbebauten Stadtbrache in der Nähe des Mauerstreifens. In nördlicher und südlicher Richtung gab es keine Nachbargebäude.

Die Botschaft wurde als dominanter Solitär mit enormen Ausmaßen entworfen. Auf einer 48 x 48 m großen Grundfläche scheint das aufgeständerte Gebäude gleichsam über der diagonal durch das Haus verlaufenden Vorfahrt im Erdgeschoss zu schweben.
Dem Luftgeschoss auf Straßenniveau folgt ein leicht aus der Kubatur hervortretendes 1. Obergeschoss in doppelter Höhe mit dunkler Vollverglasung. Die darüber liegenden Büroräume sind in drei gleich große, liegende Volumen aufgeteilt und tragen zur starken horizontalen Gliederung der Fassade bei.
Dieser Aufteilung entsprechend verlaufen die charakteristischen Materialbänder aus kleinen Natursteinplatten bzw. dunkel getöntem Glas. Das konstruktive System beruht auf einer Stahlbeton-Rahmenkonstruktion mit vorgehängten Fassadenelementen.
Die wichtigsten Materialien des Gebäudes sind Stahl, Granit und Glas, sie werden im Inneren des Hauses durch eine intensive Farbgestaltung ergänzt.
Das noch heute zum Großteil im Original vorhandene Design der siebziger Jahre wurde eigens von den Architekten für die Botschaft entworfen. Es bezieht sich nicht nur auf orangefarbene Decken oder Empfangsräume in Grün, Rot und Gelb, sondern auch auf das Lichtkonzept des Konferenzraumes oder die Sitzmöbel aus geschwungenem Holz mit der dazu passenden beigefarbenen Lederpolsterung.


Die Botschaft besitzt ein phänomenales Design. Als Club wäre sie die erste Adresse Berlins.

Grundstück

Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin

Architekten

V. Machoninova, V. Machonin, K. Pätzmann

Links

Website der Botschaft