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Königreich Spanien
Ähnlich wie Japan und Italien stand auch Spanien vor der Wahl, seinen Amtssitz neu zu bauen oder an den historischen Standort zurückzukehren. Nicht ohne Zögern entschied sich die spanische Regierung für den Ausbau des alten Botschaftsgebäudes am Rande des Tiergartens an der spitzwinkligen Ecke zwischen Thomas-Dehler-Straße und Lichtensteinallee.
Der Altbau wurde 1938-43 von Walter und Johannes Krüger mit Unterstützung des spanischen Architekten Pedro Muguruza Otano errichtet.
Die Gebäudekubatur entsprach schon zu seiner Entstehungszeit den trapezförmigen Grundstücksgrenzen. Entlang der beiden Straßen wurde es als gespreizter Zweiflügelbau ausgebildet, ein Flügel diente der Verwaltung, der andere enthielt die Residenz und den Botschafterstab.
Wenige Monate nach der Eröffnung schon schwer kriegsbeschädigt, diente das 1961 teilweise wiederaufgebaute Haus bis 1998 als Sitz des spanischen Generalkonsulates.
Im Laufe der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sind zwischen 1999 und 2002 nach einem Entwurf von Jesús Velasco Ruiz und José Luis Iñiguez de Onzoño (Büro TYPSA) erhebliche Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz vorgenommen worden.
An dem östlichen Gebäudeflügel blieb, einer Kulisse ähnlich, nur die historische Fassade erhalten, der Westflügel an der Lichtensteinallee dagegen ist komplett abgetragen worden.
Der Portikus mit dem Haupteingang erfuhr eine vollständige Restaurierung, lediglich die faschistischen Reliefs sind durch quadratische Natursteinplatten mit dem spanischen Staatswappen ersetzt worden. Um dennoch eine klare architektonische Trennung zwischen der erhaltenen Fassade und dem neuen Flügel zu schaffen, kam ein anderer Steinschnitt zur Ausführung.
Mit dem Ausbau des Dachs und einer zweigeschossigen Unterkellerung entstand genug Platz, um alle Abteilungen der Botschaft mit einem Mitarbeiterstab von etwa 100 Personen unter einem Dach zu versammeln.
Die spanische Botschaft wurde schon oft fotografiert. Die von uns gewünschten Fotografien der repräsentativen Bereiche sind alle schon mehrfach veröffentlicht worden und können kaum noch sicherheitstechnische Belange betreffen. Eine fotografische Gegenüberstellung von drei grundverschiedenen architektonischer Entwurfskonzepten (Japan, Italien und eben Spanien), die sich mit den Relikten der nationalsozialistischen Architektur in Berlin beschäftigt haben, wurde damit leider unmöglich gemacht.
Grundstück
Lichtensteinallee 1, 10787 Berlin
Architekten
Jesûs Velasco Ruiz und José Luis Iñiguez de Onzoño (Büro TYPSA), Madrid Generalplanung und Bauleitung: TYPSA; Projektberater und Entwurfsverfasser: Jürgen Westerdorff, Lahmeyer International, BerlinVerfahren
DirektauftragBaubeginn
1998Fertigstellung
Dezember 2002Links






