prof. jens wittfoht
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Neubau Parkhaus Bildungscampus, Heilbronn
Im Zuge der Errichtung des „Bildungscampus Heilbronn" entstand das Gebäude als öffentliches Parkhaus, mit besonderer Widmung für die Nutzung der universitären Einrichtungen. Es soll in besonderem Masse dazu beitragen, den Parkplatzsuchverkehr der Nutzer und Besucher der Universitätseinrichtungen zu kanalisieren und einzuschränken. Das Parkhaus wurde parallel zu dem von Süd-Westen nach Nord-Osten verlaufenden Gleiskörper der Bahnlinie entwickelt. Der Baukörper legt sich zwischen das vorhandene Bahngleis und die süd-östliche angrenzende Wohnbebauung und hat abschirmende Funktion gegenüber den Schallemissionen des Bahnverkehrs.
Die sanfte Abschrägung des Geländes im Bereich des Kopfbaues, entlang der Dammstrasse und der Sichererstrasse, gewährleistet natürliche Belichtung und Belüftung für die Parkgeschosse der unteren Ebenen.
Die Zu- und Ausfahrtssituation des Parkhauses ist im Bereich der Ecke Damm–/ Sichererstrasse angeordnet. Der Hauptzugang für Fußgänger erfolgt über einen Steg, der den Kopfbau, mit zentralem Treppenhaus und Aufzugsanlage, mit der Sichererstrasse verbindet.
Entwurf
Das Gebäude ist als offenes Parkhaus konzipiert. Die innere Organisation des Parkens erfolgt im d`Humy System. Die Verbindung der halbgeschossig versetzten Parkebenen erfolgt über gegensinnig befahrene Rampen. Im Uhrzeigersinn können sämtliche Ebenen erschlossen werden. Verlassen wird das Gebäude im gegenläufigen Sinn.
Der Baukörper ist in zwei Bereiche gegliedert. Der Kopfbau im Südwesten im Bereich der Damm-/ Sichererstrasse, ist als höheres, kubisches Element mit 6 Parkebenen herausgearbeitet.
Fünf Parkebenen sind nach oben, eine weitere Parkebene ist nach unten angeordnet. Der flachere Gebäudeteil ist im Gegenüber der nachbarschaftlichen Wohnbebauung konzipiert, mit drei oberirdischen und einem Gartengeschoss. Der Kopfbau ist die wahrnehmbare Adresse des Parkhauses. Der flachere, nord-östliche Teil des Baukörpers ist als einhüftiger, langgestreckter Flachbau entwickelt.
Der Kopfbau ist mit einer Metallfassade allseitig umschlossen. Seine Kubatur wird durch den Einsatz von Metallverkleidungen unterschiedlicher Helligkeit, Transparenz und Struktur aufgelockert. Die Verkleidung aus gelochten Blechen und metallischen Seilnetzen ist in Form zweier versetzter Ebenen angeordnet und schafft so räumliche Tiefe. Im Bereich der Sichererstrasse sind die Öffnungs- und Lochanteile in enger Abstimmung mit den zulässigen Emissionswerten (Licht – Schall) ausgeführt. Die Fassade des Flachbaues ist als schräg gestellte Holzlamellenstruktur ausgeführt, die als Rankgerüst dient.
Das im Grundriss rechteckige Parkhaus erstreckt sich entlang des Bahndammes auf 84.00m.
Die Planung weist insgesamt 328 Stellplätze auf, die auf beiden Seiten der Fahrgassen im Winkel von 90° angeordnet sind. Die Stellplätze sind 5,00m lang und 2,50m breit, die Fahrgasse hat eine Breite von 6,00m. Die Parkgassen sind frei überspannt, so dass Rangieren und Gehen zwischen den Fahrzeugen nicht durch Stützen gestört wird. Die Geschosshöhe beträgt 2,75m.
Bauherr Kaufland Dienstleistung GmbH & Co.KG
Architekt Petry + Wittfoht Freie Architekten BDA
Projektleitung Anne Voll
BGF 10.357 m2
BRI 23.901 m3
Planung Januar-Mai 2011
Ausführung Mai-November 2011
Holzhausenschule, Frankfurt am Main
Offener Wettbewerb
Erweiterung und Sanierung der Holzhausenschule
Frankfurt am Main
AIT Award 2012 / City Parkhaus experimenta, Heilbronn
AIT Award 2012
City Parkhaus experimenta
Heilbronn
Petry + Wittfoht Freie Architekten BDA
Verwaltungs- und Sozialgebäude, Besigheim
Mehrfachbeauftragung
Verwaltungs- und Sozialgebäude
Karl Köhler GmbH
Besigheim
1. Preis
Wettbewerb Parkhaus Coulinstrasse, Wiesbaden
Optimale Funktion heißt Klarheit und Übersichtlichkeit der Wegführung, Freundlichkeit und Offenheit des Baukörpers, Farbgebung und Lichtführung in den Ebenen. Mit anderen Worten geht es um eine positive räumliche Gesamtatmosphäre.
Die außergewöhnliche Lage des Wettbewerbsgebietes im Spannungsfeld zwischen der Fußgängerzone der Altstadt Wiesbadens und dem topografisch exponierten Schulberg bilden die städtebaulichen Rahmenbedingungen.
Die vorhandenen Straßen und Wege werden aufgenommen und gestärkt. Die Umgestaltung des stadträumlichen Umfeldes trägt wesentlich zur Akzeptanz des neuen Parkhauses bei.
Die Erschließung des Parkhauses erfolgt von der Coulinstrasse, auf der der Innenstadt abgewandten Seite. Da man auf „halber Höhe“ ein- bzw. ausfährt, werden die oberen Ebenen gegen und die unteren Ebenen im Uhrzeigersinn erschlossen. Verlassen wird das Gebäude in gegenläufiger Richtung. Fahr- und Fußgängerverkehr werden weitestgehend voneinander getrennt.
Architektonisches Ziel ist die Entwicklung eines originären Typus, der der speziellen Aufgabe entspricht und sie nicht verschleiert. Die Baumasse wird in zwei Gebäudeteile gegliedert: der untere Teil, der sich in Höhe, Farbgebung und Proportion mit der umgebenden Bebauung auseinandersetzt und ein oberer Teil, der sich vom Sockel löst und als „fünfte Ansicht“ fungiert. Das Parken erfolgt im Split-Level-System. Es werden horizontale und vertikale Elemente eingefügt und mit den Gebäudeteilen verwoben. Der offene Lichthof schiebt sich als dreidimensional erlebbarer Raum zwischen die Fassade an der Schützenhofstraße und die Parkebenen. Zwei zentral gelegene Treppenhäuser mit jeweils einem Aufzug, erschließen den Neubau. Sie dienen auch als Fluchttreppenhäuser.
Gleich einer Karosserie legt sich die Fassade um die nach Außen gewandten Seiten des unteren Baukörpers. Sie akzentuiert und vermittelt gleichermaßen und nimmt damit die unterschiedlichen Bedingungen am Ort auf. Durch ihre offene, geometrische Struktur, entstehen Schichtungen in die Tiefe. Wechselnde Lichtverhältnisse lassen immer neue Eindrücke und Bilder entstehen. Bei Nacht gleicht das beleuchtete Parkhaus einem leuchtenden „Stadtlampion“.
Im oberen Gebäudeteil unterscheidet sich die Fassadengestaltung. Sie ist offen gehalten, mit einem Rankgerüst aus Spannseilen und teilweise vorgeblendeten Holzlamellen. Diese dienen als Unterbau für die „Hängenden Gärten“.
Eine leichte Dachkonstruktion auf dem südlichen Gebäudeflügel bildet den oberen, baukörperlichen Abschluss. Hier kann eine Photovoltaikanlage zur Energiegewinnung installiert werden.
In den Haupteingangsbereichen im Erdgeschoß befinden sich die Kassenautomaten. Wandscheiben und Blickbezüge verzahnen diese Bereiche mit dem Stadtraum. Die Nähe der Laden- und Gastronomieflächen unterstützt diesen öffentlichen Charakter.
Die Parkhausaufsicht liegt organisatorisch optimal zwischen Ein- und Ausfahrtszone.
Das im Grundriss rechteckige Parkhaus besteht aus zwei Parkgassen, die direkt aneinander grenzen. Die Parkgassen sind durch Umfahrtsrampen miteinander verbunden.
Die Planung weist ca. 420 Stellplätze, ca. 22 Motorradstellplätze und eine Fahrradverleihstation aus. Die Stellplätze sind rechtwinklig auf beiden Seiten der Fahrwege angeordnet. Sie sind 5,00m lang und 2,50m breit. Die Fahrgasse hat eine Breite von 6,00m. Die Parkgassen sind frei überspannt, so dass das Rangieren und Gehen zwischen den Fahrzeugen nicht durch Stützen gestört wird. Gleichzeitig gewinnt die Garage hierdurch erheblich an Übersichtlichkeit, was zum Sicherheitsgefühl und zur Akzeptanz durch die Nutzer beiträgt.
In der Nähe der mit einem Aufzug bestückten Haupttreppenhäuser werden Plätze für Behinderte ausgewiesen. Auf die Ausweisung von Frauenparkplätzen kann verzichtet werden, da alle Plätze den besonderen Ansprüchen von Frauenparkplätzen genügen.
Auf den Parkstraßen wird der Fußgänger durch spezielle Bodenmarkierungen, Beschilderungen und besondere Ausleuchtung zu den Treppenhäusern geführt.
Die Ausgänge sind so angeordnet, dass die nach GarVO für offene Parkhäuser maximal erlaubte Fluchtwegentfernung von 50m eingehalten wird.
Sämtliche tragende Bauteile der Rahmenkonstruktion sind feuerbeständig. Die Basis des Bausystems besteht aus 16,00m breiten Parkelementen. Das Maß ergibt sich aus der Addition der Fahrbahnbreite plus zweier Stellplatztiefen. Ein 16,00m-Element ist 2,50m breit und entspricht damit den Maßen eines Stellplatzes. Die Elemente werden zu Parkebenen aneinandergereiht. An den vier Eckpunkten eines jeden Elementes befinden sich außen angeordnete Stützen. Durch diese Konstruktion ergibt sich eine völlig stützenfreie und somit benutzerfreundliche Parkebene. Die Geschosshöhe beträgt 2,70m. Die schlanken Stahlstützen werden durch horizontale Stahlträger ergänzt. Sie dienen als Grundkonstruktion für die gefaltete Lochblechfassade. Die Faltung der Bleche und der hohe Lochanteil sichern ein hohes Maß an Transparenz und Durchlässigkeit. Hülle und Unterkonstruktion werden in hellen, freundlichen Farben lackiert.
Fazit:
Unser Entwurf drückt in seiner Anlage – vom Grundriss bis in die einzelnen Gegenstände hinein – eine formale Einfachheit in Raumgestaltung und Material aus. Das Gebäude nimmt sich zurück, schafft dabei neue räumliche Zusammenhänge und stärkt hierdurch die Bedeutung des Ortes.
Wettbewerb Kinder- und Jugendhaus, Stuttgart-Giebel
Die vorhandenen städtebaulichen und architektonischen Aspekte werden aufgegriffen und dienen als Grundlage für ein homogenes räumliches Ensemble. Die Oberflächen und Texturen sind Ausdruck von Rücksichtnahme und Verantwortung im Umgang mit der Natur. Die Gebäudetypologie dient als Grundlage für die „andere Art“ des Zusammenlebens und als Basis für soziale, gemeinschaftliche Lernkonzepte.
Zur optimalen Ausnutzung des Grundstücks wird der Neubau im Norden parallel zur Grundstücksgrenze ausgerichtet. So bleibt im Süden ein Großteil des Gartens frei, der zum Spielen und Toben genutzt werden kann. Die Gruppenräume orientieren sich zu diesem Grünbereich. Das Grundstück fällt von Süden nach Norden um ca. 2,5 m ab. Dieser Versatz ermöglicht die Nutzung von unterschiedlichen Gebäudehöhen als gestalterisches Element.
Der Neubau ist als kompaktes, einfach und klar gegliedertes Haus konzipiert. Der langgestreckte Korpus erinnert an die Urform der Scheune. Er ist in drei Bereiche aufgeteilt: das Jugendhaus im Westen, die Kindertagesstätte im Osten und den Mehrzwecksaal, als verbindendes Element, in der Mitte. Der Hauptzugang erfolgt im Süden von der Mittenfeldstrasse aus. Über einen kleinen Weg gelangt man ins Zentrum der Anlage. Das dort vorgesehene Cafe unterstreicht den Marktplatzgedanken. Der Gebäudeentwurf lebt von der Idee der formalen Einfachheit in Raum und Material. Unser Bestreben ist, die besondere Bedeutung des Lichts als raumgestaltende Kraft herauszuarbeiten. Jeder Ort im Haus hat seine spezielle Lichtsituation.
Kinder- und Jugendhaus sind auf 2 1/2 Ebenen organisiert und jeweils über einen eigenen Zugang und Treppenraum erschlossen. Ein gemeinsamer Aufzug garantiert die behindertengerechte Erschließung aller Etagen. Bei der Kindertagesstätte befinden sich im Erdgeschoss nebeneinander die Gemeinschafts- und Gruppenräume. Diese haben direkten Zugang zum Außenspielbereich. Die für Kleinkinder vorgesehen Räume mit Außenterrasse, sind im Obergeschoss platziert. Beim Jugendhaus sind im Erdgeschoss das Cafe und die Gruppenräume mit direktem Bezug zur Terrasse und den Sitzstufen am Kleinspielfeld geplant. Seminar- und PC-Räume befinden sich im Obergeschoss. Dort sind Jugendhaus und Kinderhaus über einen Steg verbunden. Die nach Norden orientierten Werkstätten, Probe- und Nebenräume liegen im Staffelgeschoss. Im vorgelagerten Außenhof gibt es Platz zum Werken im Freien.
Bauherr: Amt für Stadtplanung & Stadterneuerung, Stuttgart
BGF: 1.645m²
BRI: 5.702m³
Wettbewerb: 1. Preis, 12/10
Leistungsphasen: 1 - 3
Projektleiter: Prof. Jens Wittfoht BDA / BDIA / SIA
Betreutes Wohnen im Alter, Amberg
der alten Gebäude aufzunehmen und weiterzuführen. Dementsprechend wird das geforderte Bauvolumen auf zwei Gebäude aufgeteilt. Dadurch erreichen wir eine angemessene bauliche Körnung und eine engere Verzahnung mit dem historischen Stadtgefüge. Neue Wege und Plätze entstehen, die das Stadtbild rücksichtsvoll ergänzen.
Zum anderen besteht die Aufgabe in der Entwicklung einer Gebäudetypologie, die geeignet ist, das soziale Lebenskonzept vom Zusammenleben im fortgeschrittenen Lebensalter zu unterstützen.
Hierbei ist es uns wichtig die persönlichen Bedürfnisse und die Eigenständigkeit des einzelnen zu berücksichtigen. Die neuen Gebäude sollen Raum für individuelle Entfaltung und zugleich Ort der Gemeinschaft und Geborgenheit sein. Offene Lufträume im zentralen Innenhof stärken die räumlichen Bezüge und sorgen im Herz der Anlage für Orientierung, Transparenz und eine heitere Atomsphäre. Die Neubauten versuchen durch klassische Motive aus der Amberger Altstadt, wie zum
Beispiel geneigte Dächer oder Putzfassaden mit weiß umrahmten Fensterflächen, die Akzeptanz bei Bürgern und Bewohnern zu erhöhen.
Auslober / Bauherr: Stadt Amberg
BGF: 6.291 m²
BRI: 20.448m³
Wettbewerb: 1. Preis
Planung: 03/2010
Ausführung / Fertigstellung: in Verhandlung
Leistungsphasen: bisher 1 - 4
Projektleiter: Prof. Jens Wittfoht BDA / BDIA / SIA
Einkaufszentrum an der Hangkante, Weil am Rhein
Die dreigeschossige Baumasse wird aufgebrochen und in zwei Gebäudeflügel, die über eine Brücke im Obergeschoss und eine Verbindung auf der unteren Einkaufsebene verknüpft sind, organisiert. Im Erdgeschoß wird die Mülheimer Straße zurückgebaut. Sie führt auf den teilweise überdachten Platz, der die beiden Bereiche der Mall räumlich verbindet. Als zentrales bauliches Element befindet sich dort das denkmalgeschützte
Alte Zollamt (Rebhuus). Um ein gut proportioniertes Gesamtbild und ausgewogenes Zusammenspiel von Alt und Neu zu erreichen, bleibt dieses freigestellt.
Der Neubau reagiert auf die städtebaulichen Rahmenbedingungen und ergänzt das Quartier, ohne es abzuschließen.
Auf dem östlichen Grundstücksteil wird die Baumasse kleinteilig strukturiert und in ihren Höhen differenziert. Im westlichen Bereich des Grundstücks reagiert der Neubau großmaßstäblich auf Hangkante, Gleiskörper und überregionale Straßenbauwerke. Die weitläufige Terrasse auf den Grünflächen des Daches dient als Ort für Regeneration und Austausch.
Die Ladenzonen mit raumhohen Verglasungen sind sachlich funktional konzipiert. Mit ihren klaren Formen entsprechen sie dem hohen Anspruch an räumliche Flexibilität und Nutzungsvielfalt. Offene Lufträume, Freie Sitzflächen und „Grüne Inseln“ schaffen ein besonderes Raumgefühl und sorgen mit ihrer hohen Aufenthaltsqualität für entspanntes Einkaufen. Das Rebhuus als Identifikationselement kann hierbei immer wieder aus den verschiedensten Perspektiven wahrgenommen werden.
Auslober / Bauherr: Stadt Weil am Rhein
BGF: ca. 55.000 m² (ohne TG)
BRI: ca. 300.000 m³
Wettbewerb: europaweit offener Investorenwettbewerb 1. Preis (mit mab Development, den Haag)
Planung: 2010-2011
Leistungsphasen: 1 - 4
Gesamtkosten: ca. € 150 Mio.
Projektleiter: Prof. Jens wittfoht BDA / BDIA / SIA
BW Bank
Wer vom Haupteingang in den zentralen Bereich des Betriebsrestaurants kommt, hat das Gefühl, einen hellen, offenen Marktplatz zu betreten. Dabei ist der Raum nach 3 Seiten geschlossen und besitzt nur in Richtung Calwer Straße eine durchsichtige Außenfassade. Diese Atmosphäre wird durch eine großflächige Lichtdecke erzeugt, welche durch eine dynamische Farbsteuerung einen natürlichen Himmel nachahmt. Außerdem sind die Innenwände aus Glas und ebenfalls mit Lichteffekt hinterlegt. Den in Brauntönen gehaltenen Marktplatz beherrscht ein Podest mit 76 erhöhten Sitzplätzen; weitere 92 Mitarbeiter finden an langen Schleiflacktischen an der Fensterfront Platz. Gegenüber der Essensausgabe an der Nordwestseite hebt sich das chambre separée - so hießen früher in Restaurants die Nebenräume für private Anlässe - stilistisch deutlich vom Marktplatz ab. Mit freundlichen Farben, Teppichen an Boden und Wänden sowie Mobiliar in eleganten, weichen Formen, macht dieser gemütliche Randbereich seinem Namen alle Ehre. An der gegenüberliegenden Seite führt ein Durchgang in den jardin d´hiver. Wie es sich für einen Wintergarten gehört, gewährt eine verglaste Fassade nach zwei Seiten Aussicht ins Freie.
Cafeteria Kronprinzbau, Stuttgart
Die Cafeteria am Kronprinzbau entstand parallel zum Restaurant am Kleinen Schlossplatz. Sie ergänzt das Angebot und versorgt die Mitarbeiter mit heißen und kalten Getränken sowie kleinen Speisen. Die Cafeteria dient den Angestellten als Ort der Kommunikation und Kontemplation. Zitate aus Gastronomie und Esskultur auf den Wänden, verweisen auf die Cafeteria im Haus. Der Mitarbeiter betritt die Cafeteria über eine große Glastür, welche an ein Schaufenster erinnert. Der Gastraum gliedert sich in zwei Bereiche: Gegenüber der Ausgabelinie lädt eine lange Sitzbank zum Verweilen ein. Der Blick schweift über die hinterleuchtete, mit Kirschblüten bedruckte Glaswand. Spiegelflächen vergrößern den Raumeindruck, Stehleuchten schaffen über Lichtakzente eine angenehme Atmosphäre.
Über zwei Stufen erreicht man den zweiten Bereich, der durch zwei gegenüberliegende Nischen geprägt wird. Dort kann man sich in ruhigem Umfeld unterhalten. Zwei Materialien bestimmen den Charakter dieses Bereichs. Der pinkfarbene Kautschukboden im Kontrast zur grünen Sitzbank, welche, über die Rückenlehne hinweg, in eine Wand- und Deckenverkleidung übergeht. Vom Podest aus gelangt man in den neu gestalteten Innenhof mit weiteren Sitzmöglichkeiten.
Bauherr: BW Immobilien GmbH, Stuttgart
BGF: 1010 m²
BRI: 3.210 m³
Fertigstellung: 03/08
Leistungsphasen: 1 - 8
Baukosten DIN 276 (300 und 400): ca. € 4.1 Mio. Netto
Projektleiter: Prof. Jens Wittfoht BDA / BDIA / SIA
BHF Bank Frankfurt
Die außergewöhnliche Aufgabe und die besondere Lage der BHF-Bank im Zentrum Frankfurts in direkter Nähe zur alten Oper sind die bestimmenden Momente für unseren Entwurf des neuen „private banking“ Bereiches. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble der Bank wurde in den sechziger Jahren von Sep Ruf, einem der bedeutendsten Nachkriegsarchitekten Deutschlands, entworfen und realisiert. Der Gebäudekomplex besteht aus drei Gebäudeteilen, dem flachen Atriumbau, dem verbindenden Mittelbau und dem 23 geschossigen Hochhaus. Vom Haupteingang aus gelangt man in das Atrium oder über eine Aufzuganlage in die einzelnen Etagen des Mittelbaus. Die Empfangssituation wurde im Zusammenhang mit dem neu geschaffenem Kunden- und Konferenzbereich (Erdgeschoss und 1.Obergeschoss des Mittelbaus) neu organisiert und gestaltet.
Skylounge eines Bürogebäudes im Denkmalschutz
Die Skylounge im 21. Obergeschoss ist ein außergewöhnlicher Ort mit außergewöhnlichen räumlichen Qualitäten. Sie schafft Geborgenheit zum einen und Offenheit zum anderen. So entsteht eine einzigartige Aufenthaltsqualität, die den besonderen Aufgaben und Funktionen des neuen Bereiches entgegenzukommen. Die Glasfassade wurde an drei Seiten bis auf Bodenniveau hinuntergeführt, um die Aussichtssituation optimal zu nutzen. Gliederung und Struktur der Fassade wurden erhalten. Über integrierte Sonnenschutzlamellen wird der Tageslichteinfall bewusst kontrolliert und gelenkt. Vier große, runde LED - Lichtfelder sorgen für eine stimmungsvolle und ausgewogene Beleuchtungssituation. Neben der besonderen Bedeutung des Ortes, ist es die Interaktion von Mensch, Licht, Raum und Materie, die die Wirkung der Skylounge bestimmt. Der Entwurf drückt in seiner Anlage eine formale Einfachheit in Raumgestaltung und Material aus. Die Skylounge nimmt sich zurück und schafft dabei neue räumliche Zusammenhänge zwischen Innen und Außen.
Bauherr: BHF Bank, Frankfurt am Main
BGF: 2.434 m²
BRI: 10.980 m³
Fertigstellung: 08/09
Leistungsphasen: 1 - 8
Baukosten DIN 276 (300 und 400): ca. € 12.8 Mio.
Projektleiter: Prof. Jens Wittfoht BDA / BDIA / SIA
Auszeichnung: Silent Gliss Design Award 2009
City Parkhaus experimenta, Heilbronn
Zum einen ging es darum den optimale Ablauf des Parkvorganges und eine hohe Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten.
Klarheit und Übersichtlichkeit der Wegeführungen, Freundlichkeit und Offenheit des Baukörpers, Farbgebung und Lichtführung in den Ebenen wurden dabei zu den zentralen Themen der architektonischen Bearbeitung. Es entstand eine räumliche Atmosphäre nach innen und nach außen, welche die Gesamtwirkung des Gebäudes über die reine Erfüllung einer Funktion hinaus hebt.
Zum anderen stand die Einfügung des Funktionsgebäudes in die besondere stadträumliche Situation im Mittelpunkt des Gestaltungsprozesses.
Diese außergewöhnlichen Randbedingungen des Baugrundstückes am Wilhelmskanal, im Spannungsfeld zwischen der Heilbronner Innenstadt und der neu entstehenden Parkanlage für die „Bundesgartenschau Heilbronn 2019“, schufen besondere städtebauliche Ansatzpunkte.
Das Parkhausgebäude wurde durch die Aufnahme von Blickbeziehungen und Wegeführungen in ein übergeordnetes urbanes System eingewoben.
Seine Lage am nördlichen Stadteingang Heilbronns und die Fernwirkung in Richtung der Innenstadt führten zu einer Betonung der Haupteingangssituation am Wilhelmskanal.
Über eine Fußgängerbrücke ist der Hauptzugang des Parkhauses direkt mit dem Science Center experimenta verbunden.
Das Parkhaus wird damit zum integrativen Teil einer gesamtheitlich gedachten Stadtentwicklung Heilbronns.
Die gelungene städtebauliche Konzeption der Gebäudeanlage, die räumliche Interpretation eines Parkhausgebäudes, die rücksichtsvolle Einbettung in den Stadt- und Landschaftsraum und die überzeugende, objekthafte Wirkung des Gebäudes zum Stadtraum hin, führten zu einer allgemeinen Anerkennung des fertiggestellten und genutzten Gebäudes.
Das Parkhausgebäude wurde in diesem Zusammenhang im Rahmen der Auszeichnungsverfahren „Beispielhafte Bauen 2004-2010“ der Architektenkammer BW und der „Hugo Häring – Auszeichnung 2011 des BDA BW mit einem Preis bedacht.
Als besonderes Kompliment verstehen die Planer, dass im Rahmen der Hugo Häring – Auszeichnung BDA BW auch der Publikumspreis der heilbronner Bürger an das Parkhausgebäude verliehen wurde.
Bauherr: Stadtwerke Heilbronn GmbH, vertreten durch das Hochbauamt Heilbronn
BGF: 14.350 m²
BRI: 42.200 m³
Wettbewerb: 1. Preis, 11/07
Planung: bis 08/09
Ausführung: bis 09/09
Leistungsphasen: 1 - 9
Baukosten DIN 276: ca. € 4.5 Mio (KG 300/400)
Architekten: Petry + Wittfoht Freie Architekten BDA
Dipl.-Ing. Falk Petry BDA / DWB
Prof. Jens Wittfoht BDA / BDIA / SIA
Projektleitung: Dipl. Ing. Anne Voll
Fotograph: zooey braun FOTOGRAFIE
Auszeichnungen: Beispielhaftes Bauen 2004-2010, Architektenkammer BW, Hugo Häring- Auszeichnung 2011 BDA
Energetische Sanierung Wohn- und Bürogebäude H 58 in Stuttgart
Die Architekten nutzten auf geschickte Weise die für Stuttgart so typische topografische Situation und schoben den Baukörper mit seiner Längsachse in den Hang. Das eigentlich dreigeschossige Gebäude erscheint hierdurch nur zweigeschossig. Blickt man von der Stadt aus, wird die Baumasse als gering und angemessen empfunden. Die zurückhaltende Gebäudesilhouette wurde durch eine dezente braungraue Farbgebung der Fassaden unterstrichen. Der Baukörper verschmolz mit dem ihn umgebenden Grün der nahegelegenen Uhlandshöhe und wurde so Teil der „Stadtlandschaft“.
Um die Qualitäten des Ortes erhalten zu können, haben wir von einem kompletten Abbruch, so wie er geplant war, Abstand genommen. Wir möchten den klaren Charakter des Gebäudes bewahren und nutzen, um architektonische Elemente und Prinzipien aufzunehmen, zu interpretieren und sie in einen neuen, zeitgemäßen architektonischen Kontext setzen zu können.
Die klassische Zweiteilung des Baukörpers in Gebäuderiegel plus Sockel wird beibehalten. Auch die Material- und Farbwahl wird übernommen. Der Sockel behält seine mit Muschelkalk verkleidete Fassade. Sie wird durch neue zum Teil geschoßhohe Fenster und eine konsequente Innendämmung aufgewertet. Die zwei Obergeschosse erhalten eine energetisch, hochwertige Metall- Glasfassade. Fensterprofile und Öffnungsflügel sind dunkel eloxiert, um optischer Teil des Glasbandes zu werden. Die eloxierten Metallbrüstungsbänder hingegen sind heller, bräunlich changierend gehalten. Sie unterstreichen ebenfalls den horizontal, liegenden Charakter der beiden Obergeschosse.
Die räumlich-funktionale Aufteilung im Inneren sieht den Wohnbereich im 2. Obergeschoß und die Büroetagen darunter vor.
Nebenbereiche und Parkplätze sind in den Hang integriert, um so Teil der Grünanlagen zu werden.
Die Dachfläche wird extensiv begrünt und ist in Teilen als Terrasse nutzbar. Zusätzliche Solarkollektoren auf dem Dach unterstützen die Warmwasseraufbereitung. Es ist eine Kombination aus regenerativen und fossilen Energieträgern geplant.
Eine Regenwasserzisterne unterstützt die Gartenbewässerung im Sommer.
Aufgestellt: wittfoht architekten - Stuttgart, den 01.11.2011 /jw
WTO Genf
Auslober / Bauherr: World Trade Organization (WTO), Genf (CH)
BGF: 18.000 m²
BRI: 68.800 m³
Wettbewerb: 1. Preis
Planung: bis Mitte 2011
Ausführung: bis Ende 2012
Leistungsphasen: 1 - 8
Baukosten DIN 276 (300 und 400): ca. € 30 Mio.
Projektleiter: Prof. Jens Wittfoht BDA / BDIA / SIA






