riemannArchitekten
Maximilianstrasse 2a
D-82319 Starnberg
T 08151 - 44 62 140
F 08151 - 44 62 139
info@riemann-architekten.de
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Künstleratelier Pirincci, Bonn - SüdstadtStädtebau/Kontext
Bonns größtes geschlossenes Gründerzeitquartier ist gut bestückt mit allen notwendigen Einrichtungen für urbane Lebewesen: Schulen, Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken, Galerien, Kneipen, Restaurants, Delikatessenläden, Schuhmacher, Schlüsseldienste, Haushaltswarengeschäfte, Supermärkte und Antiquitätengeschäfte sowie die Büros der Verbände und Freiberufler machen ein KFZ unnötig, obwohl die Autobahnauffahrt einige Blocks weiter dazu einlädt, sich sofort den neusten MINI Cooper zu holen.
Der Bus hält vor dem blauen Jugendstilhaus (Bild 2), einem der größten denkmalgeschützten Bauten der Bonner Südstadt mit einem opulenten Treppenhaus, das von oben belichtet wird (Bild 3). Die Straßenbahnhaltestelle ist in vier, der Botanische Garten in zehn Minuten fußläufig zu erreichen und zum Hauptbahnhof ist es nur eine Viertelstunde.
Was es nicht gibt, sind Neubaugrundstücke, denn spätestens in den sechziger und siebziger Jahren wurden die Parzellen bis zum Extrem ausgenutzt. Das Atelier und Loft, das an der Stelle eines abgerissenen Hinterhofgebäudes (Bild 5) errichtet wurde, dürfte es planungsrechtlich so eigentlich nicht geben und in der Tat, ist es formal kein Neubau sondern der "Umbau und die Erweiterung einer bestehenden Lagerhalle".
Die Genehmigung zur fast vollständigen Überbauung der Grundstücksfläche war nur möglich durch die Zustimmung der Eigentümer der drei angrenzenden Nachbargrundstücke und die Auflage des Bauordnungsamtes Hof und Dach extensiv zu begrünen. Die Realisierung wiederum war nur möglich durch die Risikobereitschaft der Auftraggeber und das kooperative Verhalten der Bonner Baukontrolleure, die auch mal "Fünfe gerade sein ließen".
Der Bus hält vor dem blauen Jugendstilhaus (Bild 2), einem der größten denkmalgeschützten Bauten der Bonner Südstadt mit einem opulenten Treppenhaus, das von oben belichtet wird (Bild 3). Die Straßenbahnhaltestelle ist in vier, der Botanische Garten in zehn Minuten fußläufig zu erreichen und zum Hauptbahnhof ist es nur eine Viertelstunde.
Was es nicht gibt, sind Neubaugrundstücke, denn spätestens in den sechziger und siebziger Jahren wurden die Parzellen bis zum Extrem ausgenutzt. Das Atelier und Loft, das an der Stelle eines abgerissenen Hinterhofgebäudes (Bild 5) errichtet wurde, dürfte es planungsrechtlich so eigentlich nicht geben und in der Tat, ist es formal kein Neubau sondern der "Umbau und die Erweiterung einer bestehenden Lagerhalle".
Die Genehmigung zur fast vollständigen Überbauung der Grundstücksfläche war nur möglich durch die Zustimmung der Eigentümer der drei angrenzenden Nachbargrundstücke und die Auflage des Bauordnungsamtes Hof und Dach extensiv zu begrünen. Die Realisierung wiederum war nur möglich durch die Risikobereitschaft der Auftraggeber und das kooperative Verhalten der Bonner Baukontrolleure, die auch mal "Fünfe gerade sein ließen".
Architektur
Der Zugang zum Gebäude erfolgt durch die alte Toreinfahrt in der Argelander Strasse, die gleichzeitig als Stellplatz dient. Am schmucklosen Erweiterungsbau von 1962 vorbei, gelangt man durch einen kleinen, begrünten Innenhof zum Neubau, dessen einzige Fassade sich perspektivisch in Etappen erschließt.
Analog zu den frühen Bauten Le Corbusiers (z.B. Maison Cook, Bild 3) wird mit Schichtung und Tiefenstaffelung gearbeitet: 3 cm vor dem Mauerwerksbau wurde eine reliefartige Sichtbetonwand errichtet, hinter der sich in einem Abstand von 20 cm die Glashaut über zwei Geschosse spannt. Wand und Öffnungen der Hoffassade thematisieren das Dahinter aus offenen und geschützten Räumen.
Analog zu den frühen Bauten Le Corbusiers (z.B. Maison Cook, Bild 3) wird mit Schichtung und Tiefenstaffelung gearbeitet: 3 cm vor dem Mauerwerksbau wurde eine reliefartige Sichtbetonwand errichtet, hinter der sich in einem Abstand von 20 cm die Glashaut über zwei Geschosse spannt. Wand und Öffnungen der Hoffassade thematisieren das Dahinter aus offenen und geschützten Räumen.
Funktion
Das Problem eines auf drei Seiten eingebauten, nur von vorne belichteten ca. 110 qm großen Erdgeschosses wurde durch begehbare Panzerglasplatten gelöst, welche innen und außen die rechteckigen Aussparungen in der Betondecke überbrücken.
Während die als "Enfilade" konzipierte intime Zone mit Küche und Sanitärräumen ihr Licht über die Terrasse erhält, wird der vordere, halböffentliche Bereich des Wohnens über die Oberlichter im Fußboden des Staffelgeschosses erhellt. Mit dem "Schaufenster" zum Hof und den drei kreisrunden Lichtkuppeln für den hinteren Schlafbereich erfährt das laderaumähnliche Erdgeschoß mit seinen fließenden Räumen eine beleuchtungstypologische Dreiteilung und Identität.
Der planungsrechtliche Zwang den Arbeitsbereich im Obergeschoss als "Nicht - Vollgeschoss" auszuführen, ergab eine großzügigen Terrassenlösung. Holzbeplankung, Reling, Fluchtwegeleitern, Lichtkuppeln und die zurückspringende "Kommandobrücke" des Staffelgeschosses vermitteln das Gefühl auf dem Oberdeck eines "Südstadtdampfers" zu stehen, der an der erhöhten Außenterrasse des Erdgeschosses angelegt hat.
Während die als "Enfilade" konzipierte intime Zone mit Küche und Sanitärräumen ihr Licht über die Terrasse erhält, wird der vordere, halböffentliche Bereich des Wohnens über die Oberlichter im Fußboden des Staffelgeschosses erhellt. Mit dem "Schaufenster" zum Hof und den drei kreisrunden Lichtkuppeln für den hinteren Schlafbereich erfährt das laderaumähnliche Erdgeschoß mit seinen fließenden Räumen eine beleuchtungstypologische Dreiteilung und Identität.
Der planungsrechtliche Zwang den Arbeitsbereich im Obergeschoss als "Nicht - Vollgeschoss" auszuführen, ergab eine großzügigen Terrassenlösung. Holzbeplankung, Reling, Fluchtwegeleitern, Lichtkuppeln und die zurückspringende "Kommandobrücke" des Staffelgeschosses vermitteln das Gefühl auf dem Oberdeck eines "Südstadtdampfers" zu stehen, der an der erhöhten Außenterrasse des Erdgeschosses angelegt hat.
Bau- und Gebäudedaten
Planung und Realisierung Herbst 1999 bis Herbst 2001
FBG = ca. 250m², BRI = 465m³, BGF = 220m², Wfl. = 162,00m²
Gesamtkosten = 560.000,00. DM (Bauwerk = 500.000,00 DM, Techn. Anlagen = 55.500 DM, Außenanlagen = 4.500 DM)
Entwurf, Baueingabe-, Werkplanung und Bauleitung:
Peter Riemann mit Konrad Wörner
Tragwerksplanung: Büro Dipl. Ing. Hans Ertl, Bonn
FBG = ca. 250m², BRI = 465m³, BGF = 220m², Wfl. = 162,00m²
Gesamtkosten = 560.000,00. DM (Bauwerk = 500.000,00 DM, Techn. Anlagen = 55.500 DM, Außenanlagen = 4.500 DM)
Entwurf, Baueingabe-, Werkplanung und Bauleitung:
Peter Riemann mit Konrad Wörner
Tragwerksplanung: Büro Dipl. Ing. Hans Ertl, Bonn
Veröffentlichungen
"Offener Dialog mit Architekt und Bauherr", Bonner Rundschau vom 1. Juli 2002
"Viel Licht im Hinterhofatelier", Bonner Generalanzeiger vom 1. Juli 2002
"Viel Licht im Hinterhofatelier", Bonner Generalanzeiger vom 1. Juli 2002
Heinrich Hertz - Berufskolleg, Bonn - AuerbergStädtebau/Kontext
Begibt man sich auf den weiträumigen Campus des Heinrich - Hertz Berufskollegs im "zerstückten" Bonner Norden ist man beeindruckt über die vorbildliche Vernetzung von Gebäuden und Außenräumen und dem Umgang mit der Topographie: Bauen an der Abbruchkante zur Flussaue. Diese beeindruckende Komposition aus den späten 50 er Jahren, dessen Entwurfsverfasser noch gefunden werden muss, erinnert an das ursprüngliche Konzept von Mies van der Rohe für den IIT Campus in Chicago, ist aber in seiner räumlichen Differenziertheit noch viel komplexer.
Immerhin berücksichtigt Mies van der Rohes zentral ausgerichteter Entwurf von 1939 noch den Zwischenraum (void), während die ab 1948 realisierten containerartiger Skelettbauten (solids), mit schwarzen Stützen und Bindern, als Inkunabeln der Moderne, leider keinen Raum mehr aufspannen, sondern nur noch zufällige Rest- Außenräume erzeugen.
Immerhin berücksichtigt Mies van der Rohes zentral ausgerichteter Entwurf von 1939 noch den Zwischenraum (void), während die ab 1948 realisierten containerartiger Skelettbauten (solids), mit schwarzen Stützen und Bindern, als Inkunabeln der Moderne, leider keinen Raum mehr aufspannen, sondern nur noch zufällige Rest- Außenräume erzeugen.
Architektur
Das Gebäude H, das von einer Grundschule zum Fachzentrum für Informatik umgerüstet wurde, verlangte mit seiner zentralen Position auf dem Campus und der neu erlangten berufspolitischen Bedeutung nach "Rückbau" in den originären Zustand als Baustein der Gesamtanlage. Eine denkmalpflegerische Konservierung lag jedoch weder im Interesse des Bauherren noch des Nutzers und war aus funktionalen Gründen einer inneren Nutzflächenerweiterung auch nicht möglich (Umbau für Behinderte, Serverräume und geändertes Fluchtwegekonzept). Unter Kosten- und Termindruck, der auf allen kommunalen Baumanagementorganisationen lastet, galt es bei dem nicht unter Denkmalschutz stehenden split - level Typus, städtebaulich und architektonisch zu retten, was zu retten war.
Das seit den 70 er Jahren farblich deformierte Gebäude, mit erbsgrünen Brüstungen (Bild 2) und blauen Stützen mit einer Plaza im Süden und einem Gärtchen im Norden musste entfärbt und an den Ursprungszustand angenähert werden. Leitidee war, den Eindruck weiterer solitärer Fremdkörper zu vermeiden, wie der später errichtete farblich missratene Betonklotz (Bild 5) und eine noch später errichtete "Blechkiste" für die KFZ - Lehrwerkstatt. Das Gebäude H sollte "zurück in die Familie", in den Kontext raumschaffender Originalbauten, die mangels einer gestalterischen Gesamtkonzeption, "auf die Schnelle" farblich unterschiedlich instand gesetzt wurden (Bild 3 und 4). Gebäudetypische Elemente, wie die komplexe Struktur der Fassade, die Schieferwand der überdachten Pausenvorzone und das alte Treppenhaus mit seinen filigranen Fenstern waren deshalb zu betonen, bzw. zu erhalten und neu zu interpretieren.
Mit minimalinvasiven Eingriffen ("less is more") wurde das Gebäude und seine Fassade farblich umstrukturiert. Während das Innere in direkter Abstimmung mit der Schulleitung farbenfroher gestaltet wurde als die alte Grundschule, wurde das Äußere minimalistisch "entfärbt". Das materialgelb der Ziegel und die grau - weiß gestrichen Konstruktionsglieder betonen den Rhythmus des Fassadenaufbaus und unterstützen einen mehrdeutigen Sehvorgang : bei jedem Hinsehen erschließen sich neue Zuordnungsmöglichkeiten.
Das seit den 70 er Jahren farblich deformierte Gebäude, mit erbsgrünen Brüstungen (Bild 2) und blauen Stützen mit einer Plaza im Süden und einem Gärtchen im Norden musste entfärbt und an den Ursprungszustand angenähert werden. Leitidee war, den Eindruck weiterer solitärer Fremdkörper zu vermeiden, wie der später errichtete farblich missratene Betonklotz (Bild 5) und eine noch später errichtete "Blechkiste" für die KFZ - Lehrwerkstatt. Das Gebäude H sollte "zurück in die Familie", in den Kontext raumschaffender Originalbauten, die mangels einer gestalterischen Gesamtkonzeption, "auf die Schnelle" farblich unterschiedlich instand gesetzt wurden (Bild 3 und 4). Gebäudetypische Elemente, wie die komplexe Struktur der Fassade, die Schieferwand der überdachten Pausenvorzone und das alte Treppenhaus mit seinen filigranen Fenstern waren deshalb zu betonen, bzw. zu erhalten und neu zu interpretieren.
Mit minimalinvasiven Eingriffen ("less is more") wurde das Gebäude und seine Fassade farblich umstrukturiert. Während das Innere in direkter Abstimmung mit der Schulleitung farbenfroher gestaltet wurde als die alte Grundschule, wurde das Äußere minimalistisch "entfärbt". Das materialgelb der Ziegel und die grau - weiß gestrichen Konstruktionsglieder betonen den Rhythmus des Fassadenaufbaus und unterstützen einen mehrdeutigen Sehvorgang : bei jedem Hinsehen erschließen sich neue Zuordnungsmöglichkeiten.
Funktion
Im Inneren musste wegen der räumlichen Enge, der Verbindungsflur zwischen den beiden Treppenhäusern leider zurückgebaut und den vergrößerten Klassen zugeschlagen werden. Zusätzlich entstand ein behindertengerechter Eingang und ein Behinderten - WC.
Erneuert und farblich verändert wurden alle Wände, Decken, Böden, Türen Zargen, Fenster, und Sanitärobjekte. Die alten, Lehrräume mit ihrer puritanischen Tristesse (blaugrau, weiß, grün) wurden zu dezent farbenfrohen Lernräume (rot, weiß, beige) umgewandelt.
Mit dem Rückbau der Oberlichtdecke und einer funktionsgerechten Technikschürze vor der Bühnenrampe wurde aus der alten Aula ein moderner Mehrzwecksaal. Das Abflexen der hässlichen und bauordnungsrechtlich unnötigen Handlaufverlängerung am Treppenhausgeländer verstärkt die Einheit von Raum, Konstruktion, Farbe und Funktion.
Durch eine Vielzahl von kostengünstigen Einzelmaßnahmen wurde so die nicht sichtbare Hauptinvestition der umfangreichen Verkabelung und Medientechnologie nach innen und außen für eine neue Nutzung sichtbar abgebildet.
Erneuert und farblich verändert wurden alle Wände, Decken, Böden, Türen Zargen, Fenster, und Sanitärobjekte. Die alten, Lehrräume mit ihrer puritanischen Tristesse (blaugrau, weiß, grün) wurden zu dezent farbenfrohen Lernräume (rot, weiß, beige) umgewandelt.
Mit dem Rückbau der Oberlichtdecke und einer funktionsgerechten Technikschürze vor der Bühnenrampe wurde aus der alten Aula ein moderner Mehrzwecksaal. Das Abflexen der hässlichen und bauordnungsrechtlich unnötigen Handlaufverlängerung am Treppenhausgeländer verstärkt die Einheit von Raum, Konstruktion, Farbe und Funktion.
Durch eine Vielzahl von kostengünstigen Einzelmaßnahmen wurde so die nicht sichtbare Hauptinvestition der umfangreichen Verkabelung und Medientechnologie nach innen und außen für eine neue Nutzung sichtbar abgebildet.
Bau- und Gebäudedaten
Planung und Realisierung 1. und 2. BA 2005/2006, 3. BA 2007 für SGB Bonn,
FBG = ca.1.800 qm, BRI = 6.270 cbm, BGF = 1.960 qm,
Gesamtkosten = 1.320.000,- € (Bauwerk = 1.050.210 €, Techn. Anlagen = 243.390 €, Außenanlagen = 26.400 €)
Entwurf, Baueingabe-, Werkplanung, Ausschreibung und Bauleitung: riemannArchitekten, Bonn, Peter Riemann mit Dirk Dix, Miriam Hoffmann, Konrad Wörner und Markus Scherer
Tragwerksplanung: Büro Dipl. Ing. Hans Ertl, Bonn;
Koordination SGB: Axel Herwig und Thomas Ramm
FBG = ca.1.800 qm, BRI = 6.270 cbm, BGF = 1.960 qm,
Gesamtkosten = 1.320.000,- € (Bauwerk = 1.050.210 €, Techn. Anlagen = 243.390 €, Außenanlagen = 26.400 €)
Entwurf, Baueingabe-, Werkplanung, Ausschreibung und Bauleitung: riemannArchitekten, Bonn, Peter Riemann mit Dirk Dix, Miriam Hoffmann, Konrad Wörner und Markus Scherer
Tragwerksplanung: Büro Dipl. Ing. Hans Ertl, Bonn;
Koordination SGB: Axel Herwig und Thomas Ramm
Veröffentlichungen
"Keine leichte, aber eine zukunftsweisende Investition", Bonner Generalanzeiger vom 27.01.2006
Wohnanlage "Am Zinnbruch", Bonn - DottendorfStädtebau/Kontext
Im Sinne einer städtebaulichen Nachverdichtung wurde im Bereich einer Kaltluftschneise im Jahre 1996 ein Bebauungsplan aufgestellt, dessen gesamten Geltungsbereich das spätere Projekt "Am Zinnbruch" ausfüllt.
Das Grundstück liegt in fußläufiger Entfernung zum Unterzentrum Dottendorf in Höhe des Autobahnzubringers Bonn - Süd und ist direkt an den ÖPNV angebunden.
Nach Süden ausgerichtet, mit Blick auf den Venusberg und den Drachenfels, am Rande eines Landschaftsschutzgebietes, wurde im Rahmen der Projektentwicklung eine zweieinhalbgeschossige Wohnanlage mit Tiefgarage konzipiert. Nach Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit der Bundesstadt Bonn, der umfassende ökologische Maßnahmen beinhaltete, konnte das Projekt einem Investor übergeben und realisiert werden.
Das Grundstück liegt in fußläufiger Entfernung zum Unterzentrum Dottendorf in Höhe des Autobahnzubringers Bonn - Süd und ist direkt an den ÖPNV angebunden.
Nach Süden ausgerichtet, mit Blick auf den Venusberg und den Drachenfels, am Rande eines Landschaftsschutzgebietes, wurde im Rahmen der Projektentwicklung eine zweieinhalbgeschossige Wohnanlage mit Tiefgarage konzipiert. Nach Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit der Bundesstadt Bonn, der umfassende ökologische Maßnahmen beinhaltete, konnte das Projekt einem Investor übergeben und realisiert werden.
Architektur
Die 32 Wohneinheiten in zwei Gebäuden, wurden als Dreispänner so angeordnet, dass sich an der Wohnstrasse eine glatte Fassade ergibt, während die Gartenseite mit rhythmischen Vor- und Rücksprüngen des Baukörpers und durch auskragende Balkonkonstruktionen über einem "Arkadengang" plastisch gegliedert ist. Dies soll für den Aufenthalt im Freien ein Höchstmass an Schall- und Sichtschutz gewährleisten und gleichzeitig den Eindruck eines individuellen Wohnens verstärken.
Abgeleitet wurde diese Rhythmisierung aus der Kunsttheorie: eine unsymmetrische und nicht gleichmäßige unterteilte Fassade mit Gelenkelementen wie beim Ca d`oro in Venedig (Bild 2) erzeugen ein Vexierbild in der Art des synthetischen Kubismus. Ein Bild von Leger erzeugt vielfache Sichtweisen (Bild 3) die sich durch die Nichteindeutigkeit von vorne und hinten und durch das Verschmelzen der Objekte ergibt (Bild 4 und 5).
Das "Wohnen an der Sonne" wurde durch einen "Mützenschirm" aus geätztem Glas thematisiert, die für die privilegierten Terrassenwohnungen im Staffelgeschoss partielle Verschattung und Regenschutz zugleich ist.
Auf der Straßenseite wurden die Wohnanlage zur Orientierung und Individualisierung durch fassadenhohe Glastreppenhäuser mit jeweils unterschiedlich farbigen Hauseingangstüren in vier Einheiten unterteilt.
Abgeleitet wurde diese Rhythmisierung aus der Kunsttheorie: eine unsymmetrische und nicht gleichmäßige unterteilte Fassade mit Gelenkelementen wie beim Ca d`oro in Venedig (Bild 2) erzeugen ein Vexierbild in der Art des synthetischen Kubismus. Ein Bild von Leger erzeugt vielfache Sichtweisen (Bild 3) die sich durch die Nichteindeutigkeit von vorne und hinten und durch das Verschmelzen der Objekte ergibt (Bild 4 und 5).
Das "Wohnen an der Sonne" wurde durch einen "Mützenschirm" aus geätztem Glas thematisiert, die für die privilegierten Terrassenwohnungen im Staffelgeschoss partielle Verschattung und Regenschutz zugleich ist.
Auf der Straßenseite wurden die Wohnanlage zur Orientierung und Individualisierung durch fassadenhohe Glastreppenhäuser mit jeweils unterschiedlich farbigen Hauseingangstüren in vier Einheiten unterteilt.
Funktion
Die 32 ETW, mit der größten Bonner Solaranlage auf einem Wohngebäude, setzen sich zusammen aus 20 Drei- und 12 Zweizimmerwohnungen, mit Wohnungsgrößen von 60 bis 95m².
Der für den freifinanzierten Wohnungsbau ungewöhnliche hohe ökologische Standard, wurde mit Hilfe folgender Maßnahmen umgesetzt:
Der für den freifinanzierten Wohnungsbau ungewöhnliche hohe ökologische Standard, wurde mit Hilfe folgender Maßnahmen umgesetzt:
- Solaranlage aus 45 Einzelkollektoren mit zentraler Brennwertkesselanlage im Gebäude West,
- erhöhte Wärmedämmung,
- passive Solarnutzung durch Nord/Süd - Ausrichtung mit entsprechender Fassadengestaltung,
- halbversetzte, natürlich belüftete Tiefgarage mit versickerungsfähigem Belag,
- Regenwasserversickerung
Bau- und Gebäudedaten
Planung und Realisierung 1997 - 98 für BIG/Renum, Bonn, Ausführung 1998 - 99
FBG = 3.180m², BRI = 12.831m³, BGF = 2.822m², Wfl. = 2.427m²
Gesamtkosten = 7, 98 Mio. DM (Bauwerk = 4,38 Mio. DM, Techn. Anlagen = 1,23 Mio. DM, Außenanlagen = 45.000 DM)
Gesamtkosten qm/Wfl. = 3.290 DM , Gesamtkosten cbm/BRI = 622 DM
Projektentwicklung:
Peter Steinborn, Peter Riemann
Entwurf, Baueingabe- und Werkplanung:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn, Dipl. Ing. Peter Riemann mit Johannes Gehlen, Thomas Kessler, Konrad Wörner und Carmen Tempel
GU Ausschreibung:
Fa. Klein, Niederkassel - Rheidt
Kontrolle der techn. Ausführung und künstl. Oberleitung:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn;
Tragwerksplanung:
Consulting Team Mitte
Baugrund, Tiefbau und Erschließungsplanung:
Ing. Büro Fülling und Kühn, Wuppertal
HLS: K + S Planungsgesellschaft mbH, Meckenheim - Merl;
Planung Solaranlage:
Rheinbraun Haustechnik, Bonn
Außenanlagen:
Dipl.Ing. Franz Messinger, Bonn
FBG = 3.180m², BRI = 12.831m³, BGF = 2.822m², Wfl. = 2.427m²
Gesamtkosten = 7, 98 Mio. DM (Bauwerk = 4,38 Mio. DM, Techn. Anlagen = 1,23 Mio. DM, Außenanlagen = 45.000 DM)
Gesamtkosten qm/Wfl. = 3.290 DM , Gesamtkosten cbm/BRI = 622 DM
Projektentwicklung:
Peter Steinborn, Peter Riemann
Entwurf, Baueingabe- und Werkplanung:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn, Dipl. Ing. Peter Riemann mit Johannes Gehlen, Thomas Kessler, Konrad Wörner und Carmen Tempel
GU Ausschreibung:
Fa. Klein, Niederkassel - Rheidt
Kontrolle der techn. Ausführung und künstl. Oberleitung:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn;
Tragwerksplanung:
Consulting Team Mitte
Baugrund, Tiefbau und Erschließungsplanung:
Ing. Büro Fülling und Kühn, Wuppertal
HLS: K + S Planungsgesellschaft mbH, Meckenheim - Merl;
Planung Solaranlage:
Rheinbraun Haustechnik, Bonn
Außenanlagen:
Dipl.Ing. Franz Messinger, Bonn
Veröffentlichungen:
"Standort Wohnen, Region Bonn - Rhein Sieg/Ahrweiler", Projekte der Impulsauszeichnung, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung NRW, SS 36 und 37
"Größte Solaranlage auf einem Wohnhaus", Bonner Generalanzeiger vom 14.August.1999
"Ökologische Eckwerte der Stadt umgesetzt", Rhein - Sieg Zeitung vom 14./15.August 1999
"Heiße Dusche gibt´s auch ohne Sonnenschein, Kölner Stadtanzeiger vom 14./15. August 1999
"Warmwasser von der Sonne", Bonner Rundschau vom 18. August 1999
BKI Baukostendatenbank 2000, Stuttgart, Projekt "6100 - 371 Mehrfamilienhäuser (32 WE)"
"Architekten präsentieren ihr Werk", Bonner Rundschau vom 27. Juni 2003
"Größte Solaranlage auf einem Wohnhaus", Bonner Generalanzeiger vom 14.August.1999
"Ökologische Eckwerte der Stadt umgesetzt", Rhein - Sieg Zeitung vom 14./15.August 1999
"Heiße Dusche gibt´s auch ohne Sonnenschein, Kölner Stadtanzeiger vom 14./15. August 1999
"Warmwasser von der Sonne", Bonner Rundschau vom 18. August 1999
BKI Baukostendatenbank 2000, Stuttgart, Projekt "6100 - 371 Mehrfamilienhäuser (32 WE)"
"Architekten präsentieren ihr Werk", Bonner Rundschau vom 27. Juni 2003
Wohn- und Geschäftshäuser "Storchenpark", SpeyerStädtebau/Kontext
Von drei Investoren beauftragt entwickelte das Büro für Architektur und Städtebau im Jahre 1993 für das aufgelassene, etwa zwei Hektar große Areal der ehemaligen Schwarz- Storchenbrauerei und Sektkellerei (Bild 3 und 4) einen Bebauungsplanentwurf, mit Wohn-, Büro- und Geschäftshäusern am Rande der Altstadt.
Von dem alten Brauereikomplex blieben lediglich das denkmalgeschützte Ensemble aus Direktorenvilla (Bild 2) und "Pocket - Park" (Bild 5) übrig. Geplant war, diese beiden Elemente in den dritten Bauabschnitt zu integrieren. Durch Verkauf an einen Privatmann, wurde jedoch die Umsetzung verhindert.
In fußläufiger Verbindung zum Bahnhof, entstand so, auf erhöhtem Terrain ein typologisch durchmischtes Wohnen mit Blick über die historische Kaiserstadt Speyer.
Von dem alten Brauereikomplex blieben lediglich das denkmalgeschützte Ensemble aus Direktorenvilla (Bild 2) und "Pocket - Park" (Bild 5) übrig. Geplant war, diese beiden Elemente in den dritten Bauabschnitt zu integrieren. Durch Verkauf an einen Privatmann, wurde jedoch die Umsetzung verhindert.
In fußläufiger Verbindung zum Bahnhof, entstand so, auf erhöhtem Terrain ein typologisch durchmischtes Wohnen mit Blick über die historische Kaiserstadt Speyer.
Architektur und Funktion
Für den B - Plan Entwurf wurden folgende Gebäudestrukturen entwickelt:
Nach erfolgter Teilbaugenehmigung mussten 1994 die gewaltigen Tonnengewölbe der alten Kühlkeller der zweigeschossigen Tiefgarage weichen. Die alten Industriegebäude wurden vor Ort geschreddert und zur Verfüllung und Baugrundverbesserung vor Ort verwendet.
Im Zuge der Vermarktung wurde mit den Investoren und dem Architekten eine flexible open - end Strategie verfolgt. Lediglich die konstruktiven Grundrissrohlinge modellhaften Nutzungsvarianten wurden angeboten. Alle Kopplungsmöglichkeiten von großen und kleinen Nutzungseinheiten, sowie individuelle Grundrisslösungen wurden dann zwischen Architekt und Käufer abgestimmt und realisiert.
Durch den typologischen Mix aus Strassenrandbebauung, Hoftypen und Punkthäusern entstand in leichter Hanglage über der Kaiserstadt Speyer ein verdichtetes Wohnquartier mit diversen Infrastruktureinrichtungen.
Der letzte Bauabschnitt auf dem Gelände der alten Sektkellerei wurde von einem vierten Investor mit low - cost Haltung und einem anderen Architekten umgesetzt.
- 5 zweieinhalbgeschossige Doppelhausvarianten mit passiver Solarnutzung, die jedoch wegen der Nähe zu einer wenig befahrenen Regionalbahnstrecke nicht realisiert wurden,
- 5 fünfgeschossige Stadtvillen mit variablen Grundrissen und Maisonettewohnungen im Dachgeschoss,
- 2 U - förmige fünfgeschossige Wohnbauten und
- 2 winkelförmige, mit Läden ausgestattete, vier bis fünfgeschossige Straßenrandbauten, von denen der östliche durch einen gebogenen Zwischenbauteil in den
- siebengeschossigen, zylindrischen Turmbau übergeht, der im Erdgeschoß Läden, Restaurants, in den beiden ersten Obergeschossen flexible Büroräume und darüber variable Wohnungen beherbergt. Eine sechste
- modifizierte Stadtvilla mit Annex leitet vom Turm über in den Rhythmus der Stadtvillen.
- Eine zweigeschossige Tiefgarage mit offenen Treppenhäusern und Lichtschächten, macht ein direktes Anfahren und Beliefern der Wohn- und Geschäftsgebäude möglich.
Nach erfolgter Teilbaugenehmigung mussten 1994 die gewaltigen Tonnengewölbe der alten Kühlkeller der zweigeschossigen Tiefgarage weichen. Die alten Industriegebäude wurden vor Ort geschreddert und zur Verfüllung und Baugrundverbesserung vor Ort verwendet.
Im Zuge der Vermarktung wurde mit den Investoren und dem Architekten eine flexible open - end Strategie verfolgt. Lediglich die konstruktiven Grundrissrohlinge modellhaften Nutzungsvarianten wurden angeboten. Alle Kopplungsmöglichkeiten von großen und kleinen Nutzungseinheiten, sowie individuelle Grundrisslösungen wurden dann zwischen Architekt und Käufer abgestimmt und realisiert.
Durch den typologischen Mix aus Strassenrandbebauung, Hoftypen und Punkthäusern entstand in leichter Hanglage über der Kaiserstadt Speyer ein verdichtetes Wohnquartier mit diversen Infrastruktureinrichtungen.
Der letzte Bauabschnitt auf dem Gelände der alten Sektkellerei wurde von einem vierten Investor mit low - cost Haltung und einem anderen Architekten umgesetzt.
Bau- und Gebäudedaten:
Planung 1993 - 94 für Heberger Bau, Ausführung 1995 - 1996 und 1998 - 1999
1. BA: FBG = 20.000m², BRI = 54.000m³, BGF = 15.500m²
Gesamtkosten = 45 Mio. DM
2. BA: FBG = 12.500m², BRI = 45.700m³, BGF = 11.230m²
Gesamtkosten = 28 Mio. DM
Städtebauliche Gesamtplanung und Generalplanung Bau:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn, Dipl. Ing. Peter Riemann mit Thomas Kessler, Konrad Wörner, Ute Blaser und Sabine Müller
Werkplanung Turm und Stadtvillen:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn;
Straßenrandbebauung:
Ing. Büro Hery - Schmidt, Deidesheim; U - förmige Wohnbauten: Hesch, Erolzheim
Tragwerksplanung:
Dr. Ketterer, Speyer und Ing. Büro Hery - Schmidt, Deidesheim
HLS:
Ing. GmbH Fusenig, Frankenthal; Verkehrsplanung: Pappon und Riedl, Neustadt; Landschaftsgestaltung: S. Olschewski, Ludwigshafen
Ausschreibung und Bauleitung:
Heberger Bau, Speyer
1. BA: FBG = 20.000m², BRI = 54.000m³, BGF = 15.500m²
Gesamtkosten = 45 Mio. DM
2. BA: FBG = 12.500m², BRI = 45.700m³, BGF = 11.230m²
Gesamtkosten = 28 Mio. DM
Städtebauliche Gesamtplanung und Generalplanung Bau:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn, Dipl. Ing. Peter Riemann mit Thomas Kessler, Konrad Wörner, Ute Blaser und Sabine Müller
Werkplanung Turm und Stadtvillen:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn;
Straßenrandbebauung:
Ing. Büro Hery - Schmidt, Deidesheim; U - förmige Wohnbauten: Hesch, Erolzheim
Tragwerksplanung:
Dr. Ketterer, Speyer und Ing. Büro Hery - Schmidt, Deidesheim
HLS:
Ing. GmbH Fusenig, Frankenthal; Verkehrsplanung: Pappon und Riedl, Neustadt; Landschaftsgestaltung: S. Olschewski, Ludwigshafen
Ausschreibung und Bauleitung:
Heberger Bau, Speyer
Adelheidisschule, Bonn - VilichStädtebau/Kontext
Der Erweiterungsbau der Grundschule bildet den städtebaulichen Schlussstein eines Schulkomplexes, der sich aus mehreren Gebäuden unterschiedlichen Alters additiv entwickelt hat.
Die Schulgebäude liegen neben dem Friedhof auf einer hochwasserfreien Terrasse über der Siegaue innerhalb der alten Immunität des über 1000 Jahre alten Stifts Vilich, unweit der Kirche Sankt Peter.
Ziemlich genau an der Stelle des Neubaus befand sich eine Kirche aus frühkarolingischer Zeit, die im 13. Jahrhundert durch eine Pfarrkirche für den Hl. Paulus überbaut wurde.
Im Jahre 1765 wurden die Fundamente dieser Kirche unterspült, die daraufhin einstürzte. Der Turm wurde 1812 auf Abbruch verkauft, die Ziegel des Kirchenbaus für den Bau des ersten Volksschulneubaus verwandt (Bild 3).
Um 1900 wurde die Volksschule durch einen verputzten Solitärbaukörper vergrößert (Bild 2), dem in den 60er Jahren ein gemauerter Flachbau mit großen Glasfenstern als Verbindungstrakt beider Gebäude folgte.
Östlich dieser zufälligen Gebäudeagglomeration entstand Ende 80er Jahren ein eingeschossiges Klassenprovisorium, welches dem Neubau weichen musste.
Die Schulgebäude liegen neben dem Friedhof auf einer hochwasserfreien Terrasse über der Siegaue innerhalb der alten Immunität des über 1000 Jahre alten Stifts Vilich, unweit der Kirche Sankt Peter.
Ziemlich genau an der Stelle des Neubaus befand sich eine Kirche aus frühkarolingischer Zeit, die im 13. Jahrhundert durch eine Pfarrkirche für den Hl. Paulus überbaut wurde.
Im Jahre 1765 wurden die Fundamente dieser Kirche unterspült, die daraufhin einstürzte. Der Turm wurde 1812 auf Abbruch verkauft, die Ziegel des Kirchenbaus für den Bau des ersten Volksschulneubaus verwandt (Bild 3).
Um 1900 wurde die Volksschule durch einen verputzten Solitärbaukörper vergrößert (Bild 2), dem in den 60er Jahren ein gemauerter Flachbau mit großen Glasfenstern als Verbindungstrakt beider Gebäude folgte.
Östlich dieser zufälligen Gebäudeagglomeration entstand Ende 80er Jahren ein eingeschossiges Klassenprovisorium, welches dem Neubau weichen musste.
Architektur
Das nicht unterkellerte Gebäude ist als einfacher Zweckbau mit Ziegellochfassade konzipiert, dessen Form sich in großen Teilen aus den Zwängen des engen Baugrundstücks ergab.
Durch die grundstücksbedingte Anordnung der Klassentrakte mit jeweils drei Räumen in beiden Geschossen, entsteht ein Winkel, in den das verglaste Treppenhaus eingefügt wurde.
Das Nebeneinander von "Tongefäss" (Ziegelbaukörper) und "Glasvase" (Stahl - Glaskonstruktion) soll die Verbindung von handwerklicher Tradition mit neuzeitlichem Bauen thematisieren.
Die Ziegelverblendung des Neubaus nimmt mit seinem Kreuzverband Bezug auf das erste Schulgebäude und die Friedhofsmauer.
Die zurückspringende Ostfassade im Bereich der WC´s und der Flurzone ist verputzt, um die Längsseite des Gebäudes optisch in zwei Teile zu untergliedern. Mit Hilfe dieses Rücksprungs wird das Schmalseitenprivileg der Landesbauordnung NRW aktiviert und die Bebauung in diesem Umfang erst möglich gemacht.
Während der südliche Baukörper ein Satteldach erhielt, wurde der westliche mit einem Walmdach versehen, um den Klassen in dem Gründerzeitbau mit 5 m Brandschutz - Mindestabstand so wenig Tageslicht wie möglich zu nehmen.
Die Form und die Fassaden des Gebäudes entspringen also nicht einem stilistischen Entwurfskanon und zeigen auch keine architektonische "Handschrift", sondern folgen den Bedingungen des Ortes.
Auch eine programmatische Kontraposition zum bestehenden Kontext - Neu gegen Alt -, so wie das Giuseppe Terragni mit der Casa del Fascio gegenüber dem Dom in Como vorexerziert hat (Bild 4), wurde für das eher dörfliche Ambiente als nicht angemessen empfunden.
Durch die grundstücksbedingte Anordnung der Klassentrakte mit jeweils drei Räumen in beiden Geschossen, entsteht ein Winkel, in den das verglaste Treppenhaus eingefügt wurde.
Das Nebeneinander von "Tongefäss" (Ziegelbaukörper) und "Glasvase" (Stahl - Glaskonstruktion) soll die Verbindung von handwerklicher Tradition mit neuzeitlichem Bauen thematisieren.
Die Ziegelverblendung des Neubaus nimmt mit seinem Kreuzverband Bezug auf das erste Schulgebäude und die Friedhofsmauer.
Die zurückspringende Ostfassade im Bereich der WC´s und der Flurzone ist verputzt, um die Längsseite des Gebäudes optisch in zwei Teile zu untergliedern. Mit Hilfe dieses Rücksprungs wird das Schmalseitenprivileg der Landesbauordnung NRW aktiviert und die Bebauung in diesem Umfang erst möglich gemacht.
Während der südliche Baukörper ein Satteldach erhielt, wurde der westliche mit einem Walmdach versehen, um den Klassen in dem Gründerzeitbau mit 5 m Brandschutz - Mindestabstand so wenig Tageslicht wie möglich zu nehmen.
Die Form und die Fassaden des Gebäudes entspringen also nicht einem stilistischen Entwurfskanon und zeigen auch keine architektonische "Handschrift", sondern folgen den Bedingungen des Ortes.
Auch eine programmatische Kontraposition zum bestehenden Kontext - Neu gegen Alt -, so wie das Giuseppe Terragni mit der Casa del Fascio gegenüber dem Dom in Como vorexerziert hat (Bild 4), wurde für das eher dörfliche Ambiente als nicht angemessen empfunden.
Funktion
Obwohl nur zwei ähnliche Nutzungen (Klassen- und Mehrzweckräume) unterzubringen waren, ergeben sich wegen der beiden Dachformen und der Winkelstellung des Baukörpers in Grund- und Aufriss in beiden Geschossen unterschiedliche Innenräume, die den Schülern eine Identifikation mit "ihrer" Klasse erleichtern.
Innerhalb des völlig verglasten Treppenhauses werden die Orientierung und das Bewusstsein sich innerhalb einer geschichtsträchtigen Anlage zu befinden durch den Ausblick auf Kirche und Friedhof unterstützt (Bild 5).
Innerhalb des völlig verglasten Treppenhauses werden die Orientierung und das Bewusstsein sich innerhalb einer geschichtsträchtigen Anlage zu befinden durch den Ausblick auf Kirche und Friedhof unterstützt (Bild 5).
Bau- und Gebäudedaten
Planung und Realisierung 1993 - 94 für Stadt Bonn
FBG = 500m², BRI = 2.165m³, BGF = 512m², HNF = 444m²
Gesamtkosten = 1,22 Mio. DM (Bauwerk = 1,08 Mio. DM, Techn. Anlagen = 144.500 DM, Außenanlagen = 8.000 DM)
Planung:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn, Dipl. Ing. Peter Riemann mit Thomas Kessler
Ausschreibung und Bauleitung:
B. Fassbender, Bonn; Tragwerksplanung: V. Warnat, Bonn
Koordination mit Schulamt:
Sabine Ludolph, Hochbauamt der Stadt Bonn
FBG = 500m², BRI = 2.165m³, BGF = 512m², HNF = 444m²
Gesamtkosten = 1,22 Mio. DM (Bauwerk = 1,08 Mio. DM, Techn. Anlagen = 144.500 DM, Außenanlagen = 8.000 DM)
Planung:
Büro für Architektur und Städtebau, Bonn, Dipl. Ing. Peter Riemann mit Thomas Kessler
Ausschreibung und Bauleitung:
B. Fassbender, Bonn; Tragwerksplanung: V. Warnat, Bonn
Koordination mit Schulamt:
Sabine Ludolph, Hochbauamt der Stadt Bonn
Veröffentlichungen
"Mit Blick für das kindliche Maß - Neues Bauen in Bonn: Peter Riemanns Erweiterung der Adelheidisschule in Vilich", Bonner Generalanzeiger, 29.August 1993, Feuilleton, Seit 13
"Bonner Häuser vom Feinsten", Bonner Rundschau, 28.Juni 1996
Adelheidisschule Vilich, db Regional, Köln, 4/1996, SS 8 und 9
"Bonner Häuser vom Feinsten", Bonner Rundschau, 28.Juni 1996
Adelheidisschule Vilich, db Regional, Köln, 4/1996, SS 8 und 9
