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14.11.2010 Köln stellt sich aus
Der Kölner Stadtanzeiger berichtet in der Ausgabe vom 13./14.11.2010 über Herrn Kisters Idee, die Umsetzung des vorliegenden Masterplans für die Stadt Köln im Rahmen einer Bauaustellung zu beschleunigen.
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Robotik und Mechatronik
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V (DLR) benötigt am Standort Oberpfaffenhofen einen Institutsneubau für die Abteilung „Robotik und Mechatronk“. Der prominent besetzte Realisierungswettbewerb wurde am 5. November entschieden. Die Jury unter Vorsitz von Hannelore Deubzer entschied sich für diese Preisträger:
1. Preis: Birk und Heilmeyer, Stuttgart
2. Preis: MGF Architekten GmbH, Stuttgart
3. Preis: Auer+Weber+Assoziierte GmbH, München
4. Preis: Kister Scheithauer Gross, Köln
Anerkennung: hammeskrause Architekten, Stuttgart
Anerkennung: Baumschlager Eberle ZT GmbH, Lochau
Anerkennung: Simon Freie Architekten, Stuttgart
Anerkennung: Katharina Bizer, Stuttgart
Die Jury urteilte über den ersten Preisträger: „Das neue Gebäude für das Zentrum für Robotik und Mechatronik schließt die Südwest-Gebäudeachse selbstverständlich und mit einer ruhigen Architektursprache ab. Obwohl das neue Volumen sehr nahe an das Vorstandgebäude heranrückt, entsteht aufgrund der maßvollen Gebäudehöhenentwicklung eine noch vertretbare Außenraumsituation.
Die Gebäudeeingangssituation reagiert überzeugend auf das Vorstandsgebäude und stellt eine logische Beziehung zum Tech-Lab her. Obwohl keine bauliche Verbindung besteht, ist eine sehr kommunikative, räumliche Beziehung aufgebaut worden. Die sehr attraktive Eingangssituation hat eine unmittelbare Beziehung zum Hauptlabor und erschließt eine sehr funktionale und räumlich schlüssig durchformulierte Laborlandschaft. Obwohl die Verkehrsflächen stark optimiert sind, entsteht über Einblicke in Innenhöfe und eine offene Erschließungstreppe in die Obergeschosse keine räumliche Enge. In zwei übereinander liegenden Büroebenen entstehen vielfältige Punkte der Begegnung, des Gedankenaustausches, des Ausblickes und der Orientierung.
Die Verfasser schlagen eine konsequente und systematische Glasfassade mit Öffnungsflügeln für die Obergeschosse vor.
Insgesamt ein sehr schlüssiges Entwurfskonzept, das auch im wirtschaftlichen Bereich liegt.“
07.12.10 - ksg gewinnt gutachterliches Verfahren "St. Franziskus-Hospital"
"Das Neue erwächst aus dem Alten" - kister scheithauer gross beweisen in ihrem Beitrag zum gutachterlichen Verfahren für den Umbau des St. Franziskus-Hospitals in Köln-Ehrenfeld, dass dieser Leitspruch nicht immer rein additiv zu verstehen ist und verfolgen in ihrem Masterplan eine Strategie der Umkehr. ksg überzeugten die Jury und gewinnen den 1. Preis mit Ihrem Entwurf, der es schafft aus der bestehenden Kapelle und dem Neubau des Facharztzentrums eine neue Adresse für das Hospital zu entwickeln.
Entgegen der Erwartungen, integriert ksg den Neubau des Facharzt- und Dialysezentrums auf dem Kerngelände des Hospitals und schafft so eine nachhaltige und aus betrieblichen Erwägungen auch wirtschaftliche Lösung. Prof. Johannes Kister erläutert: "Aus architektonischer und städtebaulicher Sicht bringt unsere Lösung ein Maß an Klarheit und Struktur, die bislang fehlt."
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16.12.10 Central Park für Fellbach
kister scheithauer gross (ksg) entscheiden neben Simon Schmitt Architekten den offenen Wettbewerb der Stadt Fellbach für sich; die Jury vergibt zwei 2. Preise. ksg konnte bei dem städtebaulichem Ideenwettbewerb mit der Erneuerungsmaßnahme für die Eisenbahnstraße überzeugen und schafft eine neue grüne Mitte in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes.
Leipzig, 16. Dezember 2010 - ksg, vom Auslober zur Teilnahme eingeladen, wird von der Jury mit dem 2. Platz für das städtebauliche Konzept für das Planungsgebiet im Bereich der Eisenbahnstraße und den angrenzenden Teilgebieten ausgezeichnet. Das Freiraumkonzept schafft einen weitläufigen Park und wird zum verbindenden Element zwischen Stadtmitte und neuer Wohnbebauung.
Aus dem städtebaulichen Ideenwettbewerb erwartete die Stadt Fellbach Vorgaben und Ideen zur Neuordnung der Funktionen und Gestalt im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet Eisenbahnstraße einschließlich der funktional eng damit verflochtenen angrenzenden Bereiche. Diese Inhalte sollen in der künftigen baulichen Struktur, in der Ausgestaltung und im Angebot öffentlicher und privater Freiflächen sowie der Ausprägung und Gestaltung der Verkehrsflächen ihre Entsprechung und ihren Ausdruck finden.
Der Entwurf von ksg orientiert sich an den vorhandenen baulichen Strukturen - die intakte offene Blockstruktur wird ergänzt und gerahmt. Zwischen dieser Rahmung im Norden entlang der Bahnlinie und im Osten als Abschluss des Gewerbegebietes entwickelt sich ein Freiraumkonzept, welches den Bahnhofsplatz und den neuen Park miteinander verbindet. Der Park - das zentrale Element des Entwurfes - schafft die außenräumliche Voraussetzung für die Anbindung von verschiedenen Wohnformen. Es entstehen dabei qualitätsvolle Wohn- und Aufenthaltsräume.
ksg bearbeitete den Wettbewerb mit Unterstützung durch die Landschaftsplaner von Atelier Loidl, Berlin, und dem Verkehrsplaner Michael Richter, Berlin.
Reibung und Rauten für Karlsruhe - ksg gewinnt VOF-Verfahren des Fraunhofer-Instituts
"Die Fassade als Darstellung der Reibung zweier Körper gegeneinander" - kister scheithauer gross setzen sich in dem VOF-Verfahren des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik (IWM) mit ihrem Entwurf für das MikroTribologie Centrum durch.
Tribologie befasst sich mit Reibung, mit wechsel-wirkenden Oberflächen in Bewegung. Eine Definition, die kister scheithauer gross (ksg) als Grundlage für die Fassadengestaltung des Neubaus diente. Bronzefarben eloxierte Rauten umspannen das Gebäude und überzeugten Auslober und zukünftige Nutzer.
"Insgesamt hat die Fassade die Darstellung der Reibung zweier Körper gegeneinander zum Thema", erläutert Frau Prof. Susanne Gross ihren Entwurf für das Prüfstandsgebäude, "jedoch ist die Einheit des Gesamtvolumens dadurch nicht in Frage gestellt". Die vorgehängte Fassade ist aus gegeneinander versetzten, gekanteten Paneelen zusammengesetzt, das so entstandene rautenförmige Muster bildet Vertiefungen, verläuft umlaufend über die Gebäudeecken hinweg und ist an den Längsseiten im fensterlosen Bereich deutlich gestaucht. Die körperhafte Wirkung des Objektes wird durch die zurückliegenden Fensterbänder mit Fortführung der Geometrie in davorliegender Prallschutzscheibe unterstützt.
Um der Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie Tribut zu zollen, siedelt der Auslober des Verfahrens, das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik mit Sitz in Freiburg, seine Mikrotribologie-Aktivitäten in Karlsruhe an. Das zukünftige Prüfstandsgebäude am Standort Mackensen-Kaserne erfüllt im Wesentlichen vier Funktionen: Als Herzstück den Prüfstands- und Radionuklidbereich und die Büroräume der Wissenschaftler und Techniker, Werkstatt- und Lagerräume und die zum Betrieb notwendigen Technik- und Nebenräume.
Die technische Ausstattung orientiert sich an den Erfordernissen, die sich aus dem Betrieb des Institutsgebäudes mit Prüfständen, Werkstätten und Laboren ergeben. Darüber hinaus zeigt ksg die gewünschte Erweiterungsmöglichkeit auf - mehr als das Doppelte der zunächst zu realisierenden Flächen ist möglich.
02.09.2011 Anerkennung für ksg – Campus Rütli, Berlin Neukölln
Der Entwurf von ksg für den Campus Rütli in Berlin Neukölln wurde mit einer Anerkennung ausgezeichnet. Ergebnis des nichtoffenen Wettbewerbs soll die städtebauliche Verwandlung der ehemaligen Problemschule zum Vorzeigeprojekt für integrative Ganztagesbetreuung aller Altersgruppen sein.
Mit dem Ziel einen gemeinschaftlichen Campus zu schaffen gründet das Konzept von ksg auf der Verwandtschaft aller Gebäude. Die einheitlichen Backsteinfassaden mit Holzelementen folgen diesem Thema.
Ergänzend zu dem großen gemeinschaftlichen Freibereich zeichnet sich jedes Gebäude durch einen individuellen geschützten Außenraum aus. Der Zugang im Norden des Campus nimmt Bezug auf die südliche Gebäudekante der Sporthalle und ermöglicht so die Hallennutzung auch außerhalb der Campusschließzeiten.
Die Jury vergab vier Preise und drei Anerkennungen, die erste davon an ksg; die restlichen 16 Teilnehmer waren im ersten und zweiten Rundgang ausgeschieden.
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Bernhard-Nocht-Institut, Hamburg
Auf dem spitzwinkligen, westlich des denkmalgeschützten Altbaus gelegenen Grund-stück ist das neue Forschungslabor entstanden. Als Solitär thront der rote Klinkerbau in prominenter Nachbarschaft auf der Geestkante. Der vorhandene Schumacherbau bildet für die Baukörpergruppe aus großformatigen, eng aneinander gekoppelten Alt-bauten entlang dieser Kante bereits seinen eigenen baulichen Abschluss und verlangte nicht nach Ergänzung des in sich geschlossenen Ensembles. So wird der Neubau als eigenständiger Baukörper aufgefasst, der der Kette von Altbauten vorgelagert ist. Mit seinen beiden leicht nach innen geneigten Stirnwänden lehnt sich der Solitär nirgendwo an, sondern balanciert sich selbst aus.
Die Wände des Neubaus sind in Anlehnung an die umgebenden Bauten mit rotbuntem Klinker bekleidet. Da das Gebäude städtebaulich als freistehende Bauskulptur auf-gefasst wird, setzt sich das Klinkermaterial der Wände auch im Dachbereich fort. Zwei gegenläufig geneigte Dachflächen nehmen den Dialog mit der expressiven Dachland-schaft des alten Bernhard-Nocht-Instituts auf. Dabei bleibt die höchste Bauwerkskante des Neubaus knapp unter der Firstlinie des Altbaus und gibt den berühmten Turm des Tropeninstituts auf weite Sicht frei.
Neben der homogenen allseitigen Klinkerbekleidung der Außenflächen liegt das besondere gestalterische Thema in der Ausführung der Fenster. Alle Fenster der Obergeschosse sind zweiteilig und bestehen aus einer großen, horizontalen Öffnung, die die Blickbeziehung und den Lichteinfall gewährleistet, und einer zusätzlichen höher gelegenen „Lichtleiste“. Die Fenster sind nicht als durchgehende Bänder, sondern als in der Fassade tief gelegene, plastisch wirksame Einkerbungen der Außenhaut aus-gebildet.
Auf der Südseite mit Blick zur Elbe ist das plastische Prinzip der Einkerbung auf einer größeren Fläche aufgehoben: Eine zweigeschossige Loggia lenkt die Sicht auf die ge-klinkerte Leibungsflächen des Einschnitts. Auch an anderer Stelle, in der zum Altbau gewandten großen Stirnfläche, ist das Prinzip der Einkerbung aufgehoben. Hier ist das Haupttreppenhaus mit einer großflächigen Glasfassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion versehen, so dass der gesamte Treppenhausraum eine zweite geschlossene „Stadtloggia“ darstellt. Neben der ermöglichten Blickbeziehung zwischen Alt- und Neubau spannt sich hier zwischen den beiden Gebäuden eine zweigeschossige, gläserne Brücke, die zugleich den Hauptzugang des Neubaus darstellt.
Die innere Organisation des Neubaus sieht eine Trennung zwischen Forschungslaboren und Tierhaltung vor. Während sich in den fünf oberen Geschoßen Laborräume nach höchsten Sicherheitsstandards befinden, nehmen die beiden unterirdischen Geschosse experimentelle Tierhaltung in der Ebene 1 und die Tierzucht im zweiten Untergeschoss auf. Aus hygienischen Aspekten wird eine Durchmischung oder Kreuzung beider Nutzungen vermieden, so dass von den zwei Aufzügen der erste ausschließlich die Obergeschosse erschließt, während der zweite vom Erdgeschoss nur die unteren Ebenen versorgt. Das Erdgeschoss des Neubaus fungiert dabei als Verteilerebene. Hier ist kein öffentlicher Zugang vorgesehen, vielmehr findet aus Sicherheitsgründen der Zugang von Personal und Besuchern ausschließlich über die Brücke zum Altbau – über die Verbindung von alt und neu - statt.
Speichergebäude Siebengebirge, Köln
Lange Zeit galt das 1908-09 von Hans Verbeek errichtete Gebäude mit seinem Betonskelett nicht sanierbar. Insbesondere die große Gebäudetiefe in Verbindung mit niedrigen Geschoßhöhen stellte die Frage nach aus-reichender Belichtung und erfolgreicher Vermarktung. Das Gebäude verlangte eine Sanierung, die zum ei-nen den Gebäudecharakter respektiert und zum anderen die Nachhaltigkeit der Nutzung garantiert. Um die Eingriffe in den Denkmalbestand auf ein Minimum zu reduzieren, verzichteten kister scheithauer gross auf den gern praktizierten Einbau von Lichthöfen. Vielmehr schufen die Architekten durch intelligente, offene Grundrissanordnungen sowie innenliegende, gläserne Loggien großzügige Wohnwelten am Wasser. Insge-samt entstanden auf acht Ebenen über 130 Wohnungen sowie attraktive Gewerbeflächen in der Erdge-schoßzone entlang Kölns neuer Flaniermeile.
Auszeichnung:
Auszeichnung zum NRW-wohnt-Preis 2008
Projektdaten
Bauherr: Pandion Projektentwicklung GmbH
BGF: 29.604 m²
Kosten: 29,0 Mio. €
LPH: 1 - 5
Direktbeauftragung
Doppelkirche, Freiburg
Wie im klassischen Kirchenbau besitzt das Gebäude drei Längsschiffe. Die beiden Seitenschiffe beherbergen die Kirchenräume. Dabei nimmt die katholische Kirche auf ihrer Seite die ganze Länge ein, während die kleinere evangelische Kirche in ihrem räumlichen Schwerpunkt dem katholischen Kirchenraum gegenüberliegt. Das Mittelschiff beherbergt die gemeinsame Eingangshalle, deren raumhohe Betonwände zu den beiden Kirchen bei Bedarf zur Seite geschoben werden können. Sind diese vier Wände geöffnet, entsteht der große ökumenische Raum.
Im nordöstlichen Abschnitt befindet sich ein viergeschossiger Bereich, in dem die Gemeinderäume und die Verwaltung angesiedelt sind, das "Haus im Haus".
Das in Teilen über die gesamte Höhe von 13 Metern eingeschossige, in Teilen bis zu viergeschossige Gebäude, wird in Längsrichtung begrenzt von zwei etwa 40 Metern langen Wänden in einer freien Geometrie: in unregelmäßiger Folge sind die Wände leicht "gefaltet" sowie nach innen und außen aus dem Lot geneigt. Die Westwand ist in dieser Geometrie doppelwandig in einer Wandstärke von zwei Metern ausgeführt. Die große Wanddicke lässt zusammen mit den schräg geführten Fensterleibungen ein pointiertes Streiflicht im Kircheninneren entstehen.
Alle Außen- und Innenwände, selbst die auf Schienen verschiebbaren Trennwände, sind in Sichtbetonqualität errichtet. Um alle thermischen und statischen Anforderungen zu erfüllen, weisen die monolithisch gegossenen Außenwände aus Leichtbeton eine Mindestdicke von 40 Zentimetern auf. Eine imposante Holzbalkendecke spannt sich zwischen die mächtigen Wände und fasst die drei Kirchenräume unter einem gemeinsamen Dach zusammen.
Bauherr: Erzbischöfliches Bauamt Freiburg
LPH: 1-9
BGF: 2.200 m²
Fertigstellung: 2004
Gerling-Areal, Köln
Die Planung der Architekten und Stadtplaner setzt sich aus mehreren Grundsatzentscheidungen zusammen, die zu einer städtebaulichen Strategie verschmelzen. Der Eigenart der Architektur – das Spiel mit Höhen und Tiefen sowie der städtische Charakter von steinernen Flächen und Volu-mina - soll erhalten bleiben. Alle für den Bestand bedeutsamen Gebäude wie Hufeisen und Rund-bau inklusive der flachen Zwischenriegel bleiben bestehen, so dass das Gerling-Areal auch weiter-hin die Stadt über eine große Fläche prägt.
Zugleich wird eine Erweiterung der 127.000 m² großen Bestandsfläche von ca. 18.000 m² an-gestrebt. Dabei entwickelt sich das Prinzip „Nachverdichtung“ aus dem Bestand und ist zugleich auf das städtebauliche Ziel ausgerichtet, Stadträume zu schaffen, Durchgänge zu öffnen, Binnenräume erlebbar zu machen und Kontakt bzw. „Schulterschluss“ an die Umgebung zu senden.
Die Aufstockungen reagieren sensibel auf den Rhythmus von Hoch und Tief, thematisieren das Kubische und eine auf den Baukörper bezogene Setzung. Auf diese Weise entwickeln sie die Komposition des Gerling-Areals weiter.
Der achsiale Bezug der Hochpunkte Turmbau (Wohnturm) und Rundbau (Hotel) wird mit einem dritten zeichenhaften Hochpunkt ergänzt. Genutzt als Aussichtspunkt und Skybar des Hotels ist er weniger ein Gebäude als ein vertikales Leuchtzeichen in der Nacht - ein Lichtzeichen zur Trans-formation des Gerling-Areals.
Speichergebäude Siebengebirge Silo, Köln
Der nahezu fensterlose Hochbau mit seinen in voller Höhe durchlaufenden Silotrichtern galt lange Zeit als nicht umnutzungsfähig. Erst die Architekten kister scheithauer gross fanden 2002 eine planerische Lösung für das markante Gebäude: Das Silo wurde komplett entkernt; lediglich im Gastronomiebereich des Erdgeschosses blieben die Silotrichter als Gestaltungselement erhalten. In dem entkernten Baukörper wurden zwölf flexibel nutzbare Geschosse eingezogen, die als variable Büroeinheiten maximal zwei Mieter pro Etage mit je 200 m² Fläche aufnehmen können.
Die rote Außenhaut des Gebäudes bleibt auch weiterhin das Markenzeichen. In die geschlossene Gebäudehülle wurden große, zu einem gläsernen Feld zusammengezogene Fensteröffnungen eingeschnitten, auf eine durchgehende Verglasung der Fassaden wurde aber verzichtet. Vielmehr steht eine bewusste Auseinandersetzung zwischen alten und neuen Elementen im Vordergrund. Eingelassene konische Betonfertigteile fassen die Fensterflächen mit einer Rasterstruktur ein, die eine plastische Wirkung erzeugt.
Das charakteristische Pyramidendach, unter dem sich außergewöhnliche Büroräume befinden, wurde mit Schiefer gedeckt und bleibt in seiner Silhouette nahezu unverändert, so dass das Silo seinen eigenen Charakter im Rheinauhafen bewahrt.
Carlswerk, Köln
vorbildliche Lösungen - Deckung von Vermarktungsoptionen und Bestands-sicherung
ressourcenschonende Revitalisierung
Bei der erfolgreichen Umnutzung der Werkstatt in repräsentative Loftbüros stand für uns die Kombination von ressourcenschonender Revitalisierung und nachhaltiger Nutzung im Vordergrund.
Unsere Einteilungen orientieren sich bewusst an den historisch wert-vollen Konstruktionen, stellen die Strukturen heraus und lassen auch sonst die Spuren der Veränderung ablesbar. Die Gebäude sollen nicht im ästhetischen Sinne als Nachbauten ihre Geschichte verleugnen. In Abstimmung mit der Denkmalpflege sind vorbildliche Lösungen ge-funden worden, die gleichermaßen Vermarktungsoptionen und denkmalpflegerische Bestandssicherung zur Deckung bringen.
KUPFERHÜTTE:
Großzügigkeit und Lufträume / vielfältige Raumsituationen / historische Industriearchitektur
Der hallenartige Charakter, der geprägt wird durch die Fachwerk-träger und die ausdrucksvollen Rundfenster, sollte sich in den Miet-einheiten wiederspiegeln. Somit lag es nahe, die Struktur aufzu-nehmen und durch das Galeriekonzept gleichzeitig mehrere Dinge zu berücksichtigen - Großzügigkeit und Lufträume, um die Atmosphäre von Loftbüros aufkommen zu lassen, Optimierung der Nutzflächen und die interessante Dachkonstruktion voll zur Geltung zu bringen. Im Ergebnis entstand eine dichte Mischung vielfältiger Raum-situationen und Mieteinheiten unterschiedlichsten Zuschnittes. Die Herausforderung des Gebäudes hat räumlich spannungsvolle mehr-geschossige Mieteinheiten entstehen lassen.
Auf gravierende Einschnitte in die Substanz wurde bewusst ver-zichtet, um das Gebäude in seiner authentischen Wirkung nicht zu überformen und den Charme der historischen Industriearchitektur beizubehalten. Jeder Eingriff muss sich messen lassen an der Qualität des Bestandes, der mit seinen historischen Tragwerken jeder Etage zu einer eigenständigen und eigenwilligen Raumatmosphäre verhilft.
aufgestellt 25.08.2010
Prof. Johannes Kister
Forschungsbau DLR Bremen
Der Zusammenbau von Kompaktsatelliten und anderen Raumfahrtgeräten erfordert hoch spezialisierte Laboreinrichtungen- und räume. Neben hochtechnisierten Entwicklungs- und Testlabors werden Reinräume und Werkstätten im Bereich der Systemtechnik benötigt. Auch das Äußere des Gebäudes zeugt von technischer Innovation: ähnlich einem Hitzeschild erhält die Fassade eine Hülle aus rautenförmig angebrachten Keramikfliesen.
Projektdaten
Bauherr: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.
BGF: 3.850 m²
Kosten: 11,4 Mio. €
LPH: 1 - 9
Zuschlag VOF-Verfahren
Campus 2000 Hochschule Anhalt am Bauhaus Dessau
Kern der Erweiterung bilden die um den Seminarplatz gruppierten Neubauten: die Mensa, das Hörsaalzentrum sowie das Gebäude der Vermesser an der Bauhausstraße.
Das Baugrundstück befindet sich an einem zentralen innenstadtnahen Ort, in unmittelbarer Nähe zum Bauhausgebäude und zum Hauptbahnhof. Die Bauhausstraße wird als Rückgrat der Hochschulbauten verstanden, an der sich die wesentlichen Funktionen zwischen Seminarplatz und Bauhaus angliedern.
Konstruktion
Die Fassaden sind aus vorgehängten Betonplatten aus grünem Waschbeton im Wechsel mit flächenbündigen Gläsern. Diese beiden Elemente sind ohne Metallabschlussprofile ausgeführt und erzeugen die kubische Wirkung der Baukörper in der „Vielfalt der Einheit“. Im Inneren dominiert Sichtbeton und versiegelter Estrich im Zusammenspiel mit einzelnen farbigen Wandflächen. Grauer Filz und hölzerne Wandfelder sorgen für gute Akustik.
Besonderheiten des Entwurfs
Die Architektur der Häuser ist geprägt von einer formal reduzierten Gestaltung. Die Sprache ist der Moderne verpflichtet, ohne deren architektonische oder stilistische Attribute zu zitieren. Diese verleiht dem Campus eine eigenständige architektonische Gestalt.
Die Fassaden der zweigeschossigen Gebäude sind horizontal dreigeteilt. Dadurch sitzen die Glasfelder so, dass in den Innenräumen interessante und differenzierte Belichtungssituationen entstehen.
Fenster
Das normale Standardfenster besteht aus einer Doppelschichtigkeit: aus der inneren thermisch getrennten Aluminiumkonstruktion mit Öffnungsflügeln und einer punktgehaltenen Sekurit-Glasscheibe in der äußeren Fassadenebene.
Die äußere Glasscheibe ist auf „Lücke“ gesetzt, damit im Zwischenraum keine Aufheizung entsteht. Damit kommen zwei wesentliche Vorteile zum Tragen. Erstens werden die horizontalen Metalllamellen vor Wind geschützt und zweitens kann auch bei schlechtem Wetter (Regen, Wind etc.) der Innenraum natürlich belüftet werden.
An den Stirnflächen der Gebäuderiegel sind einzelne Betonfertigteilplatten durch Glasfelder, auch über die Ecke, ausgetauscht. Das Standardfenster ist im Attikabereich mit einer reflektierenden structural glazing-Fassade verbunden. Die Glasscheibe ist ohne Metallabschlussprofil ausgeführt. Feststehende Glasscheiben sind ebenfalls als structural glazing-Fassade bündig mit der Außenhaut eingesetzt.
Mensagebäude
Der Speisesaal erstreckt sich über zwei Geschosse. Die Glashaut ist eine Kombination verschiedener Systeme und Öffnungselemente. Rückwärtig ist die Glaswand durch Stahlstützen ausgesteift. In einem horizontalen Stahlprofil ist eine Ausfahrmarkise integriert. Der darüber liegende Fassadenbereich ist in einer offenen Doppelfassade und Alulamellen als Sonnenschutz ausgeführt. Die Lüftungslamellen dienen der automatisch gesteuerten Be- und Entlüftung des Speisesaals.
Wichtigstes gestalterisches Ziel ist die bündige Außenhaut und ein Farbspiel in grünlichen Tönen. Dies wird bedingt durch drei verschiedene Gläser, die mit ihren speziellen Reflexionen im Kontrast zu der Betonfertigteilfassade mit Granitvorsatz stehen.
Der grünlichen Außenhaut antwortet im Inneren der Mensa der graue Sichtbeton, der mit einzelnen Farbelementen, wie der roten Schiebewand vor der free flow-Theke, akzentuiert ist.
Der Boden ist aus versiegeltem Estrich, die Akustikelemente sind mit grauem Filz bezogen.
Auch die Möbel, d. h. der lange Esstisch und die Sitzbänke, die im übrigen zerlegbar sind, sind speziell für die Mensa entworfen.
Die innere Verglasung ist so transparent wie möglich als Verbundglaskonstruktion ausgeführt, bei der jeder zweite Pfosten durch eine Abhängung ersetzt ist.
Hörsaalzentrum
Das Foyer der Hörsäle ist zum Platz verglast und bildet sozusagen das „Schaufenster“ der Hochschule. Die Glasfassade ist durch einen umlaufenden Stahlrahmen, der hinter der Scheibe im Innenraum liegt, zweigeteilt. Hier sind alle Türen und Öffnungselemente integriert. Die leichte vertikale obere Fassade ist auf den Träger aufgestellt. Die Scheibengröße ist für eine Isolierglasscheibe in der Höhe maximiert. Der offene Raum wird wie durch ein Gitterwerk räumlich gefasst.
Neubau der Synagoge Ulm: Kister Scheithauer Gross gewinnen Wettbewerb
Der 17 Meter hohe Baukörper von Kister Scheithauer Gross fügt sich in das Gesamtbild des Weinhauses mit dem Schwörhaus ein. Die Synagoge hat keinen baulichen Saum, das Bauwerk stellt einen minimalen Eingriff in die vorhandene Platzfläche dar. Die Freistellung formuliert den besonderen Rang der Bauaufgabe. Die Ostorientierung und das feine Steinrelief der Fassade deuten auf die Synagoge im Inneren hin. Der zentrale Raum ist mit Zedernholz ausgekleidet und nur über den Zenit belichtet: Ein Ort der geborgenen Gemeinschaft.
Die Synagoge liegt im ersten Stock des Gebäudes und soll Platz für 140 Personen bieten. Für das Erdgeschoss ist ein Mehrzwecksaal für Feste und Versammlungen vorgesehen. Im zweiten Stock befindet sich die Frauenempore. Weitere Räume lehnen sich L-Förmig an diese Säle an: Schulungs- und Verwaltungszimmer sowie ein Raum für eine Kindertagesstätte, die durch einen Dachgarten als Außenspielfläche ergänzt ist.
Sanierung und Erweiterung des Stadtarchivs Halle
Stadtarchiv
Der Bestandsbau des Stadtarchivs Halle, der 1884 ursprünglich als Sparkassen-gebäude errichtet wurde, befand sich vor der Baumaßname in einem mangelhaften Zustand. Aus Platzmangel stapelte sich das Archivmaterial der städtischen Ämter und der Eigenbetriebe in den Büroräumen bis unter die Decke. In einigen Räumen herrschten klimatische Bedingungen, die das Archivmaterial auf Dauer gefährdet hätten (Tageslichteinfall, starke Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen usw.).
Im Zuge eines Investorenwettbewerbs an der Nord-Ost-Ecke des historischen Marktplatzes in Halle ergab sich die Gelegenheit, die bauliche Situation des Stadtarchivs entscheidend zu verbessern. Nach den Plänen des Architekturbüros kister scheithauer gross Köln/Leipzig, wurde das bestehende Stadtarchiv saniert und gleichzeitig erweitert, indem auf der Nachbarparzelle ein Neubau errichtet wurde.
Der fast fensterlose Neubau wird dazu genutzt, die klimatische Situation für die Lagerung des Archivmaterials zu optimieren. Durch die Auslagerung der Archiv-bestände konnte im Altbau eine großzügigere und verbesserte räumliche Situation für die Büros der Archivverwaltung und die öffentlichen Lese- und Versammlungsräume geschaffen werden.
Neben der Optimierung der klimatischen Bedingungen sollte auch das Ziel verfolgt werden, die späteren Betriebskosten zu minimieren. Deshalb wurde in Anlehnung an das Kölner Stadtarchiv ein klimatisches Konzept, das sog. Kölner Modell“ entwickelt. Bei dieser Baukonstruktion wird auf eine teure Vollklimatisierung der Räume verzichtet. Die geforderte Raumtemperatur, Luftzufuhr und –feuchtigkeit wird ausschließlich durch den konstruktiven Wandaufbau und eine natürliche aber kontrollierte Lüftung erreicht.
Die Fassade des Bestandsbaus ist in ihrem ursprünglichen Zustand verblieben. Das Material der neuen Fassade - Muschelkalk - orientiert sich an den vorhandenen Gebäuden des Marktplatzes. Backsteineinlagen in den Lüftungs-öffnungen rhythmisieren die Fassade und schaffen mit dem ockerfarbenen Ton einen Bezug zum Altbau.
Kölner Modell
In Anlehnung an das Kölner Stadtarchiv wurde für das Stadtarchiv Halle ein innovatives klimatisches Konzept entwickelt: das sogenannte „Kölner Modell“. Dabei verzichteten die Planer auf eine teure Klimatisierung der Räume. Die ge-wünschten klimatischen Bedingungen werden lediglich durch den konstruktiven Wandaufbau sowie eine natürliche, aber kontrollierte Lüftung erreicht.
Gemäß dem „Kölner Modell“ bestehen die Außenwände aus einem 50 cm starken einschaligen Verblendmauerwerk, das durch seine hohe Rohdichte (> 1800 kg/m3) ein hohes Wärmespeichervermögen aufweist. Dieser Aufbau lässt einen Wärme- bzw. Kältepuffer entstehen und sorgt dadurch für eine gleichmäßige Raumtemperatur. Eine 2 cm breite, hohlraumfrei vermörtelte Innenfuge im Massivmauerwerk gewährleistet, dass selbst bei starkem Schlagregen kein Wasser durch die Mauerfugen in den Innenraum dringt. Zusätzlich ist die Außenwand zur Reduzierung der sommerlichen Wärmespitzen mit hinterlüfteten Natursteinen verkleidet.
In der Gebäudehülle sitzt eine Vielzahl von Holzklappen. Sie schaffen eine konstante Luftfeuchtigkeit innerhalb der Archivräume und vermeiden zugleich, dass Tageslicht ins Archivinnere einfällt. Um einen spontanen oder zu hohen Luftwechsel zu vermeiden und damit den Schutz der Archivalien zu sichern, werden die Klappen sensorisch gesteuert. Im Zusammenspiel mit Klimamessgeräten werden sie je nach Bedarf elektronisch gesteuert geschlossen.
Im laufenden Betrieb zeigt sich, dass im Stadtarchiv Halle ein sinnvolles Konzept zur Klimatisierung entwickelt wurde. Es ist gelungen, mittels einer intelligenten Baukonstruktion auf eine Vollklimatisierung zu verzichten und dennoch die klimatischen, ökonomischen und ökologischen Randbedingungen zu optimieren.
Haus K in Düsseldorf
Der Entwurf transformiert mittels einer horizontalen Verschiebung der Geschossebenen dieses Bild. Gleichzeitig wird der Baukörper in die Topographie eingesenkt. Es entstehen ein Eingangshof und ein Gartenzimmer vor der Elternschlafebene im Souterrain.
Die Verschiebung generiert nicht nur eine neue und eigenwillige Plastizität, sondern kann eine großzügige Wohnebene mit einer überdachten Terrasse schaffen.
Der Vorratsraum der Küche und die Bibliothek überkragen den tiefer gelegten Eingangshof und gewährleisten einen überdachten Zugangshof.
Räumlich präzise Übergangszonen von innen nach außen entstehen und verzahnen Garten und Haus miteinander.
Innerhalb der Spielregeln der Gestaltungssatzung entsteht eine neue Typologie und zeigt auf, wie die Bauformen der Umgebung fortgeschrieben werden können.
Eröffnung Bürogebäude Kennedyhaus, Düsseldorf
Zwei architektonische Themen prägen den Entwurf des Kennedyhauses: Das eine ist die typologische Wandlung der Blockthemen in eine Gruppe der „Fünf Häuser“, wobei die Innenhöfe zur Straße orientiert sind. Das zweite Thema ist die „schützende Glashaut“, die die offene Struktur der Gebäude und Höfe vor den Emissionen der vielbefahrenen Roßstraße schützt.
Sowohl die zur Straße gerichteten Fassaden als auch die Höfe werden von einer durchgehenden Glaswand eingefasst – im Bereich der Büros als Doppelfassade. Farbige Glassegmente halten die Fassade in einem unregelmäßigen Rhythmus auf Distanz zu dem eigentlichen Haus. So wird das Äußere des Gebäudes – die zweite Haut – durch ein besonderes Relief geprägt.
Die Struktur der vier bzw. fünf verknüpften Baukörper ist auf maximale Flexibilität ausgerichtet. Jedes Geschoss kann in sich separiert und dabei von bis zu fünf Büroparteien genutzt oder aber zu ganzen „Häusern“ zusammengefasst werden. Die typologische Umkehrung der geschlossenen Blockbebauung ist nicht nur aus städtebaulicher Sicht ein neuer Beitrag, sondern auch, was die Nutzungsvarianten im Sinne einer vielgestaltigen Verwertung angeht.
Das Gebäude folgt einem hohen Designstandard. Das durchgängige Material- und Detailkonzept verleiht dem Gebäude eine Einheit; Glas, Holz, Naturstein und Helligkeit bestimmen zudem die Atmosphäre.
DBI-Bergakademie, TU Freiberg
Der dreigeschossige Neubau schließt an den historischen Bestand an. Der Anschluss zu Haus 1 wird mittels einer filigranen Glaskonstruktion geschaffen, durch eine zweite Brücke im Südosten wird das Thema des Übergangs erweitert.
Die Herausarbeitung der abgesenkten Höfe in Süd- und Nordosten verklammert das neu entstandene Ensemble. Die neue Adresse – der Eingang zum Neubau – wird dabei deutlich durch eine Brücke über den südöstlichen Hof formuliert.
In der vom Bergbau geprägten Landschaft, deutlich sichtbar in der traditionellen Schieferbauweise der Umgebung, formuliert das neue Gebäude zwei Aspekte deutlich: Die bestehenden Putzbauten mit für die Erbauungszeit typischen Lochfassaden erhalten mit der geschichteten Fassade einen deutlichen Kontrast. Die regelmäßige Fensteranordnung der Lochfassade wird um das Prinzip der Schichtung als neue Gestaltungskomponente erweitert. Zum anderen verweist diese Schichtung auf den (Bergbau-)Ort mit seinen Flözen.
Haus T - Hochschule Bremerhaven
2007 wurde mit der Planung begonnen, Ende 2009 starteten unter Leitung der Bremer Architekten BDA Feldschnieders + Kister die Bauarbeiten. Der Institutsneubau präsentiert sich Dank des zartrosafarbenen Ziegels als eigenständiger Baukörper, der sich vom dunkelroten Bestandsbau und den umgebenden Ungers- und Böhm-Bauten absetzt.
Aus dem lichten Rosa der Fassade entwickelt sich auch der Farbwert für die Innenräume. Rosa-gefärbte Linoleumböden führen den äußeren Eindruck im Inneren fort und lockern das vorgegebene Weiß und Grau der Möblierung auf.
Nur der Hörsaal hebt sich von den zarten Tönen ab: zwischen Grün angelegten Boden- und Wandflächen finden künftig 135 Studenten Platz. Dabei macht der Hörsaal durch den Unterschnitt nicht nur zeichenhaft das Innere sichtbar, er ist vor allem markanter Blickbezug des Gebäudes und des gesamten Campus.
Bereits 2005 stellten ksg den 5. Bauabschnitt der Hochschule fertig und wurden dafür 2006 mit dem 1. Rang des „BDA-Preis Bremen“ ausgezeichnet. Sechs Jahre später ist nun das Campus-ensemble vollendet. Dabei versteht sich der 6. Bauabschnitt nicht als Ergänzung oder Erweiterung des Bestehenden, sondern dem Geiste nach als Zwillingsbruder. Beide Bausteine stellen ihre Individualität heraus ohne sich gegenseitig zu übertrumpfen - einfach und selbstbewusst.
Forschungsbau DLR-RY Bremen
Nach außen formuliert sich der quadratische Grundriss als eigenständiger Baukörper mit einer kompakten, zweigeschossigen, geschlossenen Kubatur. Durch die Integration eines Rundgangs im Obergeschoss öffnet sich das Innere trotz des hohen Sicherheitsstandards für Besuchergruppen.
Um nach außen ein Corporate Identity für das DLR zu schaffen, erhielt das Gebäude ähnlich einem Hitzeschutzschild des Spaceshuttles eine Hülle aus eigens entwickelten ca. 20 x 20 cm großen Keramikkacheln, die anhand eines speziell gestalteten Verlegesystems scharenförmig auf die wärmedämmende Hülle aufgeklebt wurden.
Um den Neubau im Außenraum leicht schwebend erscheinen zu lassen, erhielt das Gebäude im Sockelbereich ein umlaufendes, leicht zurückspringendes, blaues Lichtband. Der Farbton Blau wiederholt sich als Corporate Identity des DLR auch im Innenraum.
Händelhaus - Karree
Das Händelhaus-Karree präsentiert sich als Bauensemble von 4 Quadranten, die mit Pultdachhäusern am Blockrand und kubischen Baukörpern im Inneren einen maßstäblichen Übergang zur Umgebung schaffen. Jeder dieser Quadranten wird als selbständiges Gebäude aufgefaßt.
Die geschlossene Blockbebauung wird durch Nahtstellen mit Durchgängen zum Innenbereich akzentuiert. Die Gebäudeblöcke sind rhythmisch gegliedert und setzen die barocke Blocktypologie der zusammengesetzten Hauseinheiten mit Innenhof fort. Die kreuzförmige Durchwegung des Blockes nimmt die Fußgängerbewegung sowohl aus der neuen Händelgalerie als auch aus Richtung Universität zum Domplatz auf.
Das Karree ist gegliedert in öffentliche und halböffentliche Innenbereiche, die nach Bedarf an den Durchgängen durch Tore abgeschlossen werden können. Die Zugänglichkeit zu den Gebäuden ist von der Straße vorgesehen, womöglich auch mit einem zweiten Eingang vom Innenbereich aus.
Der gestufte und bepflanzte Händel-Garten bildet den Kern des Händelhaus-Karrees, um den herum sich der Kammermusiksaal, der Serenadenhof, die
Musikbibliothek der Martin-Luther-Universität und ein Restaurant gruppieren. Der Innenbereich des Händelhaus-Karrees bildet auch für die mit Läden besetzte Händel-Galerie einen attraktiven kulturellen und geselligen Abschluß.
Das Händelhaus-Karree thematisiert das für die Innenstadt von Halle charakteristische Bild des innerstädtischen Baublockes mit geschlossener Blockrandbebauung und begrünten Innenhöfen mit blockhaften Einbauten. Das im Grunde rationale Konzept führt zu einer räumlich differenzierten Struktur. Trotz der maßvollen Geschoßhöhen entsteht eine urbane Dichte, die in dem räumlichen Reichtum eine moderne Interpretation der historischen Stadt mit ihrem gewachsenen Gefüge darstellt.
In Verlängerung der Händel-Galerie öffnet sich der Durchgang von der Kleinen Marktstraße in den Innenhof des Händelhaus-Karrees mit dem Loftgebäude (Ärztehaus), der Händelhauserweiterung und der Musikbibliothek.
1. QUADRANT
Mittelpunkt des ersten Quadranten ist das Händel-Haus mit seinem Instrumentemuseum. Nach intensiver Untersuchung und dem vorliegenden Gut-achten ist ein Abriß der „noch“ bestehenden Altbausubstanz Schützei unumgänglich. Eine Rekonstruktion ist weder aus grundsätzlichen, noch aus gestalterisch funktionalen Gründen vertretbar, da ein Neubau die Gelegenheit gibt zu einer optimalen Unterbringung und räumlichem Anschluß der Instrumentesammlung an das Händelmuseum.
Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude Händel-Haus und der Neubau der Schützei werden durch einen kubischen Baukörper ergänzt. Dieser Kubus bildet mit der Schützei einen mit Glas überdachten Innenhof. Im Kubus befinden sich Läden und Büros, die vom Blockinnenbereich aus erschlossen werden.
Der Glashof wird vom Händelmuseum mitgenutzt, um dort einen Aufzug sowie mehrere die Halle überspannende Rampen zu integrieren, die besucherfreundlich die Geschosshöhen überwinden und einen zentralen räumlichen Erlebnis-raum schaffen.
2. QUADRANT
Der zweite Quadrant besteht aus dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Kleine Ulrichstraße Nr. 36, in dem Wohnungen entstehen. Die neuen Gebäude beherbergen im EG Ladenflächen, in den Obergeschossen Büronutzungen. Das Eckgebäude zur Dachritzstraße ist als eigenständiges Gebäude konzipiert.
Drei Gebäudeteile bilden einen Innenhof, um den sich die Büros und Wohnungen gruppieren. Charakteristisch für den 2. Quadranten sind holzverkleidete Fassaden, die auch in benachbarten historischen Innenhöfen zu finden sind.
Der zentrale Ausgang der öffentlichen Tiefgarage ist an der Nahtstelle des Innengebäudes zum Händelgarten angesiedelt.
3. QUADRANT
Im dritten Quadranten befinden sich das Musikinstitut der Martin-Luther-Universität und die vereinten Bibliotheken des Händelmusuems, Musikbibliothek der Stadt Halle und die Institutsbibliotheken der MLU. Das Gebäude besteht aus einer winkelförmigen Blockschale, die sich um einen dreigeschossigen rechteckigen Kubus legt. Dieser Kubus nimmt die großflächigen Nutzungen der Bibliothek und die größeren zum Teil zweigeschossigen Übungsräume bzw. Säle auf. Die Fuge ist als ein zentraler geschoßübergreifender Erschließungsraum zwischen den beiden Gebäuden erlebbar und stellt einen inneren Kommunikationsraum dar.
4. QUADRANT
Das Gebäudevolumen des Ärzte- und Geschäftshauses ist geteilt und bildet somit ein Torgebäude für den Zugang zum Innenbereich des Händelkarrees. Der Durchgang liegt in Fortführung der Passage Händelgalerie und ist deutlich ausformuliert. Einer der öffentlichen Ausgänge der Tiefgarage ist an dieser Stelle vorgesehen, um sowohl den Zugang zur Händelgalerie als auch zum Geschäftshaus möglichst leicht aufzufinden.
Die Erdgeschoßebenen sind für Gewerbe geeignet, vor allem im Blockinnenbereich kann hier eine Gastronomiefläche mit Bezug zum Händelgarten attraktiv gelegen sein.
In den beiden obersten Geschossen sind Maisonettewohnungen mit Dachterrassen geplant.
TIEFGARAGE
In Zusammenhang mit der Neubebauung des Händelhaus-Karrees wird eine Tiefgarage mit vier Ebenen errichtet. Diese Tiefgarage übernimmt die Funktion einer Quatiersgarage, gleichzeitig bietet sie einen zentrale Parkmöglichkeit für den Besuch des Händel-Quatiers.
Es sind 370 Stellplätze vorgesehen. Einfahrt und mögliche Ausfahrt auf einer Rampe mit Gegenverkehr erfolgen in der Dachritzstraße. Eine Ausfahrtsrampe führt in die Große Nikolaistraße. Eine Umfahrung des abfließenden Verkehrs über die Kleine Marktstraße soll vermieden werden.





