GESELLSCHAFT FÜR ARCHITEKTUR UND URBANE STRATEGIEN MBH
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04 I 05 I 2011 PETERSEN und BWM Architekten prämiert im Wettbewerb DFB Fussballmuseum, Dortmund
PETERSEN und BWM Architekten und Partner gewinnen ersten Preis im Wettbewerb DFB Fussballmuseum, Dortmund.
Gleichberechtigte Auszeichnungen gehen an die Architektenbüros HPP Hentrich-Petschnigg + Partner (Düsseldorf) sowie pmp Architekten (München).
Die drei ausgezeichnete Entwürfe der Preisgruppe werden nun von den Architekturbüros nach Vorgabe des Preisgerichts bis Ende Juni weiter ausgearbeitet und dann erneut zur Bewertung vorgelegt. Erst danach wird der finale Wettbewerbssieger ermittelt und entschieden, welcher der drei Entwürfe realisiert werden soll.
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PETERSEN ARCHITEKTEN gewinnt das Label best architects 12
Der best architects Award zeichnet die besten Architekten aus dem deutsch-sprachigen Raum aus.
Eine unabhängige Jury, aus namhaften Architekten, vergibt in jeder der 5 Kategorien (Wohnungsbau, Büro- und Verwaltungsbauten, Gewerbe- und Industriebauten, sonstige Bauten, Innenausbau) das Label best architects.
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HQ LEG NRW
Verwaltungsgebäude
LEG Landesentwicklungsgesellschaft NRW
Generalplanerleistungen HOAI §§ 16, 64, 73, 78, 81 LPH 1-8
2009
Das neue Gebäudeensemble befindet sich auf dem Grundstück des ehemaligen Kreishauses Hörde zwischen Wilhelm-van-Vloten-Straße im Süden und der Karl-Harr-Straße im Nordosten.
Das Grundstück zeichnet sich durch eine starke, den Stadtraum prägende Topographie parallel zu seiner Längsachse und durch wertvollen, alten Baumbestand aus.
Das Gelände wird durch eine neue, eingeschossige, in den öffentlichen Raum auskragende Kante akzentuiert. Dadurch entsteht ein Tableau, auf dem die neuen Baukörper frei angeordnet und durch offene Zwischenräume zusammengefasst werden.
Die zylindrische Geometrie der Einzelbaukörper und ihre Transparenz beziehen diesen Raum in das Architekturkonzept mit ein.
Das zurückgenommene Erdgeschoss leitet den Besucher unmittelbar in das Foyer des Hauptgebäudes. Zwischen den unterschiedlichen Nutzungen entsteht ein eigenständiger städtischer Raum mit hoher Wiedererkennbarkeit.
Die Gebäude des „Ruhr-Lippe-Projekts“ sind als Ensemble komplexen Nutzungskonzepts entworfen. Kern des Programms ist ein Bürogebäude mit ca. 6.800 m2 Bürofläche. Diese Kernnutzung wird über ein multifunktionales Foyergeschoss mit zentralen Informationszonen, Ausstellungsflächen und einem Veranstaltungsforum erschlossen.
HQ GRAMMER OFFICE
Produktions- und Verwaltungsgebäude
Grammer Bürostühle GmbH
Zusammenarbeit mit Jourda architectes, Paris
Generalplanerleistungen HOAI §§ 16, 64, 73, 78, 81 LPH 1-8
2002
Die neue Hauptniederlassung der Grammer Bürostühle GmbH liegt wie ein Felsen im Bayerischen Wald. Die Fa. Grammer stellt hochwertige Bürostühle und Kinositze in „On-Time“ Produktion her. Das Gebäude Ensemble gliedert sich in eine Produktionshalle und einen Verwaltungsbau (Head-office), die über eine Brücke miteinander verbunden sind. Sie werden flankiert von schwarzen, massiven „Fels“-wänden. Die nach aussen hin grob erscheinende Architektur nimmt hier - im Stil der Landart - Bezug auf die Waldlandschaft.
Durch die eingestreuten Anpflanzungen heimischer Hölzer verwachsen die Gebäude mit der Umgebung. Die Kopfseiten erzeugen über durchsichtige und transparente Materialien einen Kontrast, der die Wirkung der strukturierten Wände stärkt.
Die Betonfassade umfasst 216 einzelne Tafeln von 10,5 x 2,0 m. Sie stehen auf einem Streifenfundament und sind mit jeweils einem Bolzen an der Stahlkonstruktion der Halle/Büro befestigt. Die freistehenden Elemente an den Kopfseiten sind im Fundament eingespannt. Die schwarze Farbbeschichtung wurde auf den fertig montierten Elementen vor Ort in einem 3-Schicht System aufgebracht.
Die Tragkonstruktion der 6.700 m2 grossen Halle besteht aus einer verzinkten Stahlkonstruktion aus Fachwerkträgern und eingespannten Stahlstützen. Die Fachwerkträger wurden aus gefalteten Stahlblechen computergesteuert verschweisst (Filigranträger).
Die bauphysikalische Hülle wird mit Aluminium-Sandwich Paneelen hergestellt. Für die Kopfseiten wurde profiliertes Bauglas mit Wärmeschutzbeschichtung in Kombination mit einer eloxierten Pfosten-Riegel Konstruktion eingesetzt.
OLPE 39
Wohn- und Geschäftshaus
Generalplanerleistungen HOAI §§ 16, 64, 73, 78, 81 LPH 1-8
2002
Das Quartier am Ostwallmuseum ist in seiner heutigen Ausprägung zu Beginn des 20. Jhdt. innerhalb des historischen Wallrings entstanden. Seitdem ist es gekennzeichnet durch Wohnen und intensiver Durchmischung kleiner Einzelhandelsflächen.
So konnte unmittelbar neben der Kernstadt ein suburbanes Milieu entstehen, das seit den 60-er Jahren bis in die 90-er Jahre des 20. Jhdt. vorwiegend durch gastronomische Vielfalt überregionale Bedeutung gewonnen hatte.
Das Haus befindet sich an strategisch günstiger Position zwischen den Gerichtsstandorten Amtsgericht, Landgericht und Arbeitsgericht, die alle komfortabel fussläufig erreichbar sind.
Dies vorausgeschickt liegt der „Olpe 39“ die Idee des Speichers (Storage-System/ virtueller Speicher/ gestapelter Stadtraum) zugrunde.
Die Fassade übersetzt diese Idee als „Macro-Chip“. Er signalisiert unterschiedliche Synapsen in Form differenzierter Gläser, die transparent oder transluzent sind.
Die Innen-Außen-Sichtbeziehung wird durch transluzente Fassadenanteile fokussiert - der Außenraum, Park und Bäume, werden als raumhohe Images in das Gebäudeinnere implementiert - sie füllen die Fassadenfläche als Bilder (unbehindert durch Fassadenprofile, Absturzsicherungen, Lüftungsflügel/ Heizkörper). Der Blick bleibt pur.
Das Grundstück ist vollständig überbaut. Die umgebenden Nachbarn konventionell unterfangen, in den verbliebenen städtebaulichen Hohlraum wurden Decken gestapelt - ausschließlich an den Außenwänden aufgelagert.
Alle Geschoßebenen sind stützenfrei. Damit entstehen frei teilbare Grundrisse ohne Nutzungsdeterminierung. In diesem urban-storage sind differenzierte Nutzungen quasi durch „Möblierung“ eingeschoben - Restaurant, Büro oder Wohnen basieren auf den immer gleichen konstruktiven und technischen Bedingungen.
PORSCHE ZENTRUM
DORTMUND
Gewerbe
PZ Porsche GmbH
Generalplanerleistungen HOAI §§ 16, 64, 73, 78, 81 LPH 1-8
2003
Porsche gilt als Synonym für technische Perfektion, formale Präzision, Leidenschaft, Tempo und Understatement.
Porsche Dortmund verleiht der Sinnlichkeit dieser Attribute mit seinem neuen Gebäude signifikant Gestalt.
Das Haus baut sich parallel zur Autobahn (B1) auf - als direktes Entree zum airport-business-park. Der Baukörper besteht aus zwei Bauteilen - einem Sockel zur Aufnahme der Topografie und einer darauf ruhenden Metallmembran, die einen 8 Meter hohen und 130 Meter langen Raum umhüllt. Die Silhouette erinnert an ein Aluminium-Strangpressprofil - als signifikanter Hinweis auf die hohen technischen Qualitäten der PORSCHE-Produkte. Alles ist einsehbar - technischer Service wird inszeniert.
Eine Café-Lounge liefert online Bilder aktueller Rennsportereignisse, zeigt laufende Produktionsprozesse oder Testläufe der PORSCHE-Typologie. Nachts tritt das Gebäude medial in Erscheinung und kommuniziert über die transparenten Fassaden mit Lichtinstallationen PORSCHE-Images. Die Konstruktionen des Hauses sind insgesamt vorgefertigt - der Betonbau des Sockelgeschosses besteht aus in drei Richtungen gekrümmten, schräg stehenden Stützen, computeranimierte Laser- und Schweißmaschinen produzieren exakte Stahl- und Aluminiumbauteile, die als einzelne Module auf der Baustelle zum Objekt zusammengefügt werden.
WULF-HEFE GALERIE
59457 WERL
Einzelhandel + Event
mit Gastronomie, Verwaltung und Nebenflächen
Grundstücksgesellschaft Friedrich Bremke GmbH & Co.KG | Herr Kröber (GF)
Generalplanerleistungen HOAI §§ 16, 64, 73, 78, 81 LPH 1-8
2009
Ziel des Projekts „Hefe-Galerie“ ist die Arrondierung einer innerstädtischen Brachfläche, deren Nutzung (Brauerei) mit Abriß des Gebäudes obsolet wurde.
Mit dem neuen Gebäude wird das Defizit an Veranstaltungs- und Gastronomieflächen kompensiert. Die Differenzierung der Einzelhandelsstruktur schafft neue, externe Kunden- frequenzen und stärkt so die innerstädtische Einzelhandels- struktur Werls über den Mikrostandort hinaus.
Die beschränkte Grundstücksressource wurde mit einem zweigeschossigen, am ortsüblichen Maßstab orientierten Gebäude besetzt - Handel, Gastronomie, Logistik und Verwaltung im EG - Parken und Technik im OG, Eventflächen sowohl im EG als auch im OG. Ausgleichsflächen sind in der Dachfläche angeordnet.
Das Primärtragwerk besteht aus einer elementierten StBn- Fertigteilkonstruktion mit Spannweiten im EG von 10x10 m und im DG von 20x30 m. Die Nutzfläche beträgt nach Realisierung des zweiten Bauabschnitts ca. 12.000 m2.
Das Gebäude besitzt ein zentrales Leitsystem zur optimierten Steuerung aller Ressourcen. Das Niederschlags- wasser wird dezentral eingesammelt, zentral (Zisterne) gespeichert und von dort einem Grauwassersystem zugeführt. Hohe Besucherfrequenzen werden in einem komplexen Ver- und Entsorgungskonzept unter Berücksichtigung von Tag- und Nachtzeiten für die nachbarschaftliche Umgebung schonend reguliert.
F40 GESCHÄFTSHAUS
10969 BERLIN
ANH Hausbesitz GmbH & Co. Kommanditgesellschaft Immobilien
Herr Kröber (GF)
Generalplanerleistungen HOAI §§ 16, 64, 73, 78, 81 LPH 1-8
2011
In der südlichen Friedrichvorstadt befindet sich die Liegenschaft Friedrichstrasse 40. Ein Ort, der wie seine Umgebung über Jahre kulturell durchsetzt - von Literaten und Künstlern bewohnt war. Die Grundstücksfläche war zunächst mit einem zweigeschossigen Wohnhaus und später mehrgeschossig, hoch verdichtet mit Vor- und Hintergebäude dicht besetzt. Hier wohnten die Brüder Skadamowski, die als Erfinder der 3-D Brille aber auch der Kinematografie in Deutschland gelten. Die kulturelle Prägung, das nördlich – zwischen Koch- und Leipziger Strasse – angrenzende Quartier der Kurzweiligkeit sowie die Einkaufsmeile Friedrichstrasse jenseits der Leipziger sorgten in der Vergangenheit für hohe Besucherfrequenzen. Der ehemalige Grenzkontrollpunkt „Checkpoint Charlie“ markiert heute historische Ereignisse. Er ist nicht weit entfernt und von der Friedrichstrasse 40 gut sichtbar.
Das neue Haus schließt die letzte Lücke im Straßenbild.
Die Friedrichstrasse hat hier eine deutlich urbane Charakteristik, die Hoffläche ähnelt einem großen Garten. So werden wir die Flächen der sieben Obergeschosse raumgreifend, so tief wie möglich in das Grundstück hineinführen. Sie werden als offene Grundrisse variabel in der Nutzung sein. Die Fassade zur Friedrichstrasse wird technisch präzise formuliert, vollkommen transparent mit vertikalen Glaslamellen zum Schutz gegen Aufheizung und zweigeschossigen Erkern, die das Haus mit der Umgebung verknüpfen – eine städtische Aussage. Die Gartenfassade ist anders - ebenfalls präzise aber mit Schiebetüren, raumhoch, für große Öffnungen, aus denen man sich hinauslehnen kann. Der Sonnenschutz wird aus textilem Material „geflochten“. Im Innenraum treffen Glas, Holz und Textil aufeinander – hier werden Stadt und Garten miteinander verwoben. Die bildhafte Interpretation des Ortes durch Antje Schiffers begleitet den Weg durch die öffentlichen Bereiche des Hauses. Nachhaltigkeit in Konstruktion und Technik sowie der Medienversorgung sind bereits mit dem Gütesiegel GOLD durch die DGNB vorzertifiziert.
Emscher´G´ Pavillon
Ausstellungspavillon
Generalplanerleistungen HOAI §§ 16, 64, 73, 78, 81 LPH 1-8
1994
In unmittelbarer Nachbarschaft zu einem der modernsten und größten Klärwerke der Welt dient der Pavillon am äußersten Rande Bottrops der Information über die Wiederherstellung eines ökologischen Wasserkreislaufes. An einem unwirtlichen Ort entstand ein überraschendes Stück Architektur, das im Rahmen der Renaturierung der nahen Emscher und der »Internationalen Bauausstellung Emscherpark« dem Aufbruch der Region selbstbewußten Ausdruck verleiht.
In diesen bizarren Raum einer ausufernden Industrielandschaft stellte sich der Pavillon als ein faszinierend graziles Belvedere ein.
Ein explizit technisches Bauwerk, das die topographische Bewegung aufnimmt, aber, genau an der Schnittstelle von Klärwerk und Wald positioniert, auch jene, zuvor kaum mehr wahrgenommene Grenze zwischen Technik und Natur wieder erfahrbar macht.
Seine transparente Membran zweier gläserner Schrägen steigt im gleichen Winkel wie die Böschung des Hügels an und scheint geradezu aus ihm herauszuwachsen. Unter dieser Membran, eingespannt zwischen zwei schlanken, silbrig schimmernden Türmen und getragen von einem stählernen Brückenträger, erstreckt sich eine lichte, multifunktionale Ausstellungsfläche, die kaum weniger als der darüberliegende Brückenträger mit dessen attraktiver Aussichtsplattform einen Panoramablick auf ein unverwechselbares Stück Ruhrgebiet anbietet.
Dienen die Türme der Brücke konstruktiv als Auflager, so sind sie funktional die Nadelöhre zu der Ausstellung und Aussichtsplattform. Und hinter ihrer Haut aus silbrig glänzendem Wellblech befindet sich ebenso die umfangreiche Gebäudetechnik des Pavillons.
Der stählerne Brückenträger wiederum dient den filigranen Fachwerkträgern aus Stahlblech als Auflager, die über nicht minder grazil ausgeführte Klammern aus Edelstahldraht jene rahmenlosen Lamellen halten, aus denen sich die gläserne Membran zusammensetzt.
Es ist eine intelligente Haut über einem bis aufs äußerste reduzierten Skelett, dem die Ausstellungsfläche in Flexibilität und Transparenz in nichts nachsteht.
Sechs je um 360 Grad drehbar gelagerte Displaytafeln erlauben hier rasch wechselnde Gestaltungen eines Binnenraumes. Bei Veranstaltungen oder Vorträgen verschwinden die Tafeln unauffällig in der Nische eines Turms, während aus dem gegenüberliegenden Turm eine mobil gelagerte, platzsparende Pantry hervortritt. Ebenso optimiert und völlig reversibel ist die Konstruktion des Pavillons, dessen hoher Vorfertigungsgrad lediglich eine Montage von nur sechs Wochen erforderte.
BER_AIRPORT HOTEL
Das Haus ist Auftakt des Airport-Business-Parks. Künftige Nutzer und Nachbarschaft sind zu Beginn unbekannt – das Grundstück ist ein unbebautes Feld. Der Weg zur Form führt deshalb über nachhaltige footprints: ökologisch, ökonomisch, sozial und kulturell. Zu relevanten Größen werden dabei: städtebauliche Konturen, Kompaktheit (optimales A/V-Verhältnis), ein effizientes Energiekonzept, funktionale Anforderungen der Nutzer, Herstellungsprozesse, Materialeinsatz und Materialfluß, Life-Cycle-Betrachtungen, Finanzierungsstrategien, Budgetlimits usw. Wir nennen diesen Prozess: „Sudoku-Strategie“ (Try & Error). Zur Form-Findung dienen Grundgeometrien - Würfel, Quader, Scheiben, Linien, Punkte. Sie können in freier Ordnung organisiert werden, in Länge, Breite und (Geschoß-) Höhe variieren und den Spezika der Nutzungen folgen, die nach und nach gefunden werden. So entsteht ein systematisches Konvolut aufeinander abgestimmter Formen und Flächen, das sinnfällig organisiert eine am Ende des Prozesses eindeutige Konfiguration abbildet. Es entsteht ein Haus mit den gerade erforderlichen Volumen und Oberflächen. Das Tragsystem bilden vorgefertigte Stützen und Deckenplatten. Wie das „Domino-Haus“ (Le Corbusier) sind alle Grundrisse vollständig variabel – der Ausbau ist temporär und kann jederzeit den Erfordernissen angepasst werden. Alle Schächte stehen senkrecht zur Fassade. Die so angeordneten Schächte und die horizontal verlaufenden Fensterbänder der Fassade ermöglichen so die uneingeschränkte Umnutzung zur Drittverwendung - z.B. als Bürogebäude.
Fassade
Der Realisierung geht ein fast dreijähriger Planungsprozess voraus bis ein Bauantrag gestellt werden kann. Zunächst trifft der Bauherr eine Investitionsentscheidung für diesen Standort auf Grund seiner Nähe zum künftigen Hauptstadtflughafen. Ein städtebauliches Konzept oder ein Bebauungsplan bestehen noch nicht. Ein Wettbewerb wird durchgeführt und zur Grundlage des Bebauungsplans. Zeitgleich werden Nutzer gesucht. Varianten über künftige Baustrukturen werden entwickelt, angepasst und verworfen. Schnell wird klar, das Gebäude wird extrem variabel sein müssen. Die Nutzungen werden möglicherweise häufig wechseln. Damit wird der Planungsprozess an sich zum erfolgskritischen Kriterium: eine Strategie wird erforderlich – wandlungsfähig und doch eindeutig in der Haltung. Zur Bestimmung der endgültigen Erscheinung müssen also andere Parameter betrachtet werden. So haben wir zunächst unterschiedliche Phänomene untersucht: Markierungen am Himmel (Linien, Wolkenlöcher, Durchblicke), global + regional (Optionen des Fliegens), Anflug + Abflug (das Spiel mit den Maßstab), naturräumliche Besonderheiten (Naturschutzgebiet, Birkenwald in der Nachbarschaft), technische Innovationen (Entwicklungsdynamik Luftfahrttechnologie). Nun werden Fassadenstrukturen erforscht – monolithisch, elementiert, collagiert (Glas + Beton), Strukturen, Farben, Spiegelungen etc. Die Entscheidung fällt zu Gunsten einer horizontalen Gliederung, die die Fensterbänder synchronisiert um den Betrachter zu irritieren. Prozesshafte Planung benötigt ein anpassungsfähiges Fassadenkonzept - ihre tatsächliche Erscheinung erhalten die zuvor beschriebenen Grundgeometrien durch einen zusammenfassenden Oberfächen-Layer: ein Overall aus Stahlpaneelen mit definiertem, zusammenfassenden Farbcode. Das System ist modular und anpassungsfähig in Planung + Bau und schafft durch die Farbigkeit eine baukörperliche Identität, es ist robust, reversibel und preisgünstig.
Bauphysik, Konstruktion, Herstellungs- und Instandhaltungskosten der Fassade
Das gewählte System ist modular und damit variabel während des Planungs-+ Bauprozesses. Stahl besitzt große Robustheit gegen mechanische Beanspruchung und ist auf Grund seiner Materialeigenschaften nicht brennbar (vereinfachter Brandschutz). Er bietet auf Grund seiner Masse einen guten Schutz gegen sommerliche Überhitzung, einen erhöhten Schallschutz (Hotelnutzung) und erlaubt große Stützweiten der Fassadenelemente mit einem minimalen Anteil UK-Befestigungspunkten. Die UK basiert auf einer multifunktionellen Systemleiste mit verdeckter Befestigung, die eine zwängungsfreie und einfache Steckmontage erlaubt. Es entstehen vorgehängt, hinterlüftete und dauerhaft ebene Fassaden. Temperatureinfluss + Bautoleranzen werden spannungsfrei abgebaut. Die große Stützweite der Fassadenelemente und die minimierte UK (Reduzierung der Ankerpunkte) führen zu einer Verminderung von Wärmebrücken. Die Farbbeschichtung („matt“) ist durch ihre Oberflächenstruktur nahezu selbstreinigend, sie ist UV-stabil, reflexionsfrei und bei allen Witterungsverhältnissen farbintensiv. UK und große Spannweiten der Paneele ermöglichen verkürzte Montagezeiten und so geringere Montagekosten. Die minimierte Anzahl von Befestigungspunkten reduziert den Wärmeabfluss, die Oberflächenbeschichtung macht Reinigungs- oder Instandhaltungsanstriche dauerhaft obsolet. So entsteht aus System und Fassadenprodukt eine Fassade mit großer Wirtschaftlichkeit, deren Kostenanteil je qm BGF nur unwesentlich über dem von Wärmedämmverbundsystemen liegt. Die Oberflächen des Rohstahls werden durch eine Zink-Magnesium-Legierung langlebig veredelt. Das gesamte Fassadensystem ist zu 100 % recyclingfähig + dauerhaft ebenen Fassadenflächen.
Farbkonzept
Was wir sehen ist nicht die Hülle als Fassade eines Hauses, sondern das „Bild“ einer Fassade – eine abstrakte Komposition, mit der sich das Haus einer eindeutigen Zuordnung (Gebäudetyp + Nutzung) entzieht und statt dessen den Passanten irritiert und zu einem eigenen Abstraktionsprozess auffordert. Die angebotene Farbkarte des Herstellers schien uns nicht ausreichend, dieses Ziel zu erreichen. Deshalb wurden zusätzliche Farben (Sonderfarben) erforderlich, die wir aus unserer Codierung abgeleitet haben. Die Farbbeschichtung („matt“) ist durch ihre Oberflächenstruktur nahezu selbstreinigend, sie ist UV-stabil, reflexionsfrei und bei allen Witterungsverhältnissen farbintensiv + unterstreicht besonders den Abstraktionsgrad. Die Kooperation mit Thyssen-Krupp war zu jeder Zeit unkompliziert, unterstützend und interessiert – auch zu einem Zeitpunkt, als das System neu und die Kosten noch nicht offiziell kalkulierbar waren.
Werkstoff:
ca. 4.000 qm bandverzinktes Stahlblech (DIN 10142, Güteklasse Z275, beidseitige Zinkauflage ca. 275 g/m2) / Standardelemente: mit Deckbreite 200 mm
Blechdicke Stahl: 0,75/0,88/1,0 mm Type H (für horizontale Verlegung), mit Kopfkantung (K) Elemente stirnseitig umgekantet ohne Kopfkantung
Beschichtung: SP/RSL (Sichtseite/Rückseite: Schichtdicke 25 µm/10µm) Lackbasis Polyester
Nutzungen: Hotel + Einzelhandel
Hotel: 156 Zimmer (15 Einzel-, 30 Familien-, 111 Doppelzimmer)
Gesamtbauzeit: 03/2011 – 03/2012
BGF ca.: 7.800 m²
BRI ca.: 30.800 m³
Besonderheiten: „Design in Progress“
Architekt: PETERSENARCHITEKTEN
Tragwerk: SKP Ingenieure GmbH
Haustechnik: W33
Freianlagen: Landschaftsarchitekt Kamel Louafi
Innenarchitektur Hotel: studio Aisslinger
Fotos: Jan Bitter Fotografie






