Levin Monsigny Landschaftsarchitekten
Brunnenstraße 181
D-10119 Berlin
T +49 30.4405 3184
F +49 30.4405 3175
mail@levin-monsigny.com
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Carlebach Park - Stadtteilpark im Hochschulstadtteil, Lübeck
Auftraggeber: Hochschulstadtteil Entwicklungsgesellschaft mbH
Wettbewerb: 1. Preis, Januar 2003
Fertigstellung: September 2005
Die historisch gewachsene Symmetrie der Krankenhausanlage ist Ausgangspunkt des Hochschulstadtteils Lübecks. Ihre Achse ist Referenz und Formgeber der zentralen Quartiersfläche, des neuen Stadtteilparks. Er verbindet die Patientenhäuser des Krankenhauses, den Campus und das angrenzende Quartier und wird so zur Schnittstelle und zum gemeinsamen Mittelpunkt für die Menschen, die sich hier aufhalten. Diese Überlagerung und Nutzungsvielfalt ist beste Voraussetzung für einen lebendigen Freiraum.
Wesentliches Merkmal des neuen Parks ist die differenzierte Verwendung von Bäumen. Als zentrale Raumbildner thematisieren und inszenieren sie die prägnante städtebauliche Figur der Parkachse. Dabei reagieren sie auf Einflüsse, „Störungen“ des Umfeldes, Asymmetrien von Raumkanten und Nutzungsintensitäten der angrenzenden Bebauung.
Durch ihre Anordnung gliedern sie die große Fläche des Parks in nachvollziehbare Einheiten. Sie erzeugen unterschiedliche Situationen der Dichte und der Leere, die auch unterschiedliche Nutzungen suggerieren.
Es entsteht eine Folge von vertrauten klassischen Freiraumtypen, darunter: die großzügige städtische Esplanade auf der Nordseite des Stadtparks mit dem Gegenüber der Promenade, dazwischen der weitläufige Boulingrin mit seiner vielseitig nutzbaren Rasenfläche; der baumbestandene Campus des lebendigen Universitätsquartiers und der ruhige, kontemplative Krankenhauspark im Osten der Anlage.
Vor allem aber führen die Bäume den Park über seine gesamte Länge zu einem untrennbaren räumlichen Kontinuum zusammen: Mit ihren vielfältigen räumlichen und funktionalen Wechselbeziehungen bilden die beschriebenen Freiräume gemeinsam die Identität des neuen Stadtteilparks. Die Kombination der Freiräume untereinander und die Form ihrer Durchgestaltung ergibt – trotz der Verwendung traditioneller Elemente – eine unverkennbar zeitgemäße Antwort auf die vielfältigen Ansprüche.
Fotos: Claas Dreppenstedt, Berlin
Wettbewerb: 1. Preis, Januar 2003
Fertigstellung: September 2005
Die historisch gewachsene Symmetrie der Krankenhausanlage ist Ausgangspunkt des Hochschulstadtteils Lübecks. Ihre Achse ist Referenz und Formgeber der zentralen Quartiersfläche, des neuen Stadtteilparks. Er verbindet die Patientenhäuser des Krankenhauses, den Campus und das angrenzende Quartier und wird so zur Schnittstelle und zum gemeinsamen Mittelpunkt für die Menschen, die sich hier aufhalten. Diese Überlagerung und Nutzungsvielfalt ist beste Voraussetzung für einen lebendigen Freiraum.
Wesentliches Merkmal des neuen Parks ist die differenzierte Verwendung von Bäumen. Als zentrale Raumbildner thematisieren und inszenieren sie die prägnante städtebauliche Figur der Parkachse. Dabei reagieren sie auf Einflüsse, „Störungen“ des Umfeldes, Asymmetrien von Raumkanten und Nutzungsintensitäten der angrenzenden Bebauung.
Durch ihre Anordnung gliedern sie die große Fläche des Parks in nachvollziehbare Einheiten. Sie erzeugen unterschiedliche Situationen der Dichte und der Leere, die auch unterschiedliche Nutzungen suggerieren.
Es entsteht eine Folge von vertrauten klassischen Freiraumtypen, darunter: die großzügige städtische Esplanade auf der Nordseite des Stadtparks mit dem Gegenüber der Promenade, dazwischen der weitläufige Boulingrin mit seiner vielseitig nutzbaren Rasenfläche; der baumbestandene Campus des lebendigen Universitätsquartiers und der ruhige, kontemplative Krankenhauspark im Osten der Anlage.
Vor allem aber führen die Bäume den Park über seine gesamte Länge zu einem untrennbaren räumlichen Kontinuum zusammen: Mit ihren vielfältigen räumlichen und funktionalen Wechselbeziehungen bilden die beschriebenen Freiräume gemeinsam die Identität des neuen Stadtteilparks. Die Kombination der Freiräume untereinander und die Form ihrer Durchgestaltung ergibt – trotz der Verwendung traditioneller Elemente – eine unverkennbar zeitgemäße Antwort auf die vielfältigen Ansprüche.
Fotos: Claas Dreppenstedt, Berlin
Repräsentanz der Bertelsmann AG - Ehemalige Stadtkommandantur, Unter den Linden 1, Berlin –Mitte
Auftraggeber: Bertelsmann AG, Zentrale Bauabteilung, Gütersloh
Gutachterverfahren: 1. Preis, April 2003
Fertigstellung: Juni 2004
Mit der Rekonstruktion der alten Kommandantur wurde in direkter Nachbarschaft zum alten Schlossplatz ein wesentlicher Baustein des Forum Fridericianum wiederhergestellt und ein bedeutendes Ensemble im historischen Stadtraum Berlins weiter vervollständigt. Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Innovation gehen in der rekonstruierten Kommandantur eine Symbiose ein: baulich aber auch inhaltlich. Denn der einstige Wohn- und Arbeitssitz des Berliner Militärkommandanten fungiert nun als Repräsentanz des international agierenden Medienunternehmens Bertelsmann.
Der im öffentlichen Gehweg gelegene Vorgarten stellte von Anfang an eine Ausnahme im Verlauf des Prachtboulevards Unter den Linden dar. Diese so eigenwillige wie liebenswerte Besonderheit war Berechtigung genug, das freiräumliche Thema des Vorgartens zusammen mit dem Gebäude wieder entstehen zu lassen.
Mit Bezug auf historische Kartenwerke Karl Friedrich Schinkels – der wie kein anderer diesen Stadtraum geprägt hat – wird der Vorgarten der Kommandantur in Form zweier Halbkreise gebildet. Tatsächlich geben diese auf den ersten Blick ortsfremden Figuren der Halbkreise eine angemessene Antwort auf die gestellten Ansprüche: Sie verjüngen mit ihrer weichen Form den breiten Gehweg des Boulevards auf den Verlauf der Schlossbrücke und lenken so die Bewegung der Passanten; gleichzeitig geleiten sie mit großzügiger Geste zum Eingang der Kommandantur. Auch fügen sie sich in ihrer klaren Geometrie in die strenge, „preußische“ Architektursprache des Gebäudes.
Die Grundfläche der Gärten wird aus einem hell leuchtenden Kies gebildet und stellt so den Bezug zur Farbgestaltung der Vorderfassade her. Niedrige, metallene Einfassungen nehmen gleichsam assoziativ das Material eines Vorgartenzauns auf und rythmisieren immergrüne Buchsbaumhecken in jeweils unterschiedlich farbigen Sorten.
Aus klassischen Elementen eines repräsentativen Vorgartens bestehend, variiert der Entwurf vertraute Zutaten und findet so zu einer eigenen und unverkennbar zeitgenössischen Interpretation dieses gärtnerischen Themas.
Fotos: Claas Dreppenstedt, Berlin
Gutachterverfahren: 1. Preis, April 2003
Fertigstellung: Juni 2004
Mit der Rekonstruktion der alten Kommandantur wurde in direkter Nachbarschaft zum alten Schlossplatz ein wesentlicher Baustein des Forum Fridericianum wiederhergestellt und ein bedeutendes Ensemble im historischen Stadtraum Berlins weiter vervollständigt. Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Innovation gehen in der rekonstruierten Kommandantur eine Symbiose ein: baulich aber auch inhaltlich. Denn der einstige Wohn- und Arbeitssitz des Berliner Militärkommandanten fungiert nun als Repräsentanz des international agierenden Medienunternehmens Bertelsmann.
Der im öffentlichen Gehweg gelegene Vorgarten stellte von Anfang an eine Ausnahme im Verlauf des Prachtboulevards Unter den Linden dar. Diese so eigenwillige wie liebenswerte Besonderheit war Berechtigung genug, das freiräumliche Thema des Vorgartens zusammen mit dem Gebäude wieder entstehen zu lassen.
Mit Bezug auf historische Kartenwerke Karl Friedrich Schinkels – der wie kein anderer diesen Stadtraum geprägt hat – wird der Vorgarten der Kommandantur in Form zweier Halbkreise gebildet. Tatsächlich geben diese auf den ersten Blick ortsfremden Figuren der Halbkreise eine angemessene Antwort auf die gestellten Ansprüche: Sie verjüngen mit ihrer weichen Form den breiten Gehweg des Boulevards auf den Verlauf der Schlossbrücke und lenken so die Bewegung der Passanten; gleichzeitig geleiten sie mit großzügiger Geste zum Eingang der Kommandantur. Auch fügen sie sich in ihrer klaren Geometrie in die strenge, „preußische“ Architektursprache des Gebäudes.
Die Grundfläche der Gärten wird aus einem hell leuchtenden Kies gebildet und stellt so den Bezug zur Farbgestaltung der Vorderfassade her. Niedrige, metallene Einfassungen nehmen gleichsam assoziativ das Material eines Vorgartenzauns auf und rythmisieren immergrüne Buchsbaumhecken in jeweils unterschiedlich farbigen Sorten.
Aus klassischen Elementen eines repräsentativen Vorgartens bestehend, variiert der Entwurf vertraute Zutaten und findet so zu einer eigenen und unverkennbar zeitgenössischen Interpretation dieses gärtnerischen Themas.
Fotos: Claas Dreppenstedt, Berlin
„Akademieplatz“ an der Rudower Chaussee, Berlin - Adlershof
Auftraggeber: BAAG Berlin Adlershof Aufbaugesellschaft mbH
Gutachterverfahren: 1. Preis, Sept. 2001
Fertigstellung: Juni 2004
Der „Akademieplatz“ ist Teil des Grünsystems im neuen Stadtteil Adlershof, dem modernen Wissenschafts- und Forschungsstandort Berlins. Von Norden kommend liegt der Platz in der Sichtachse der Rudower Chaussee; er wird zum Orientierungspunkt und grünen Bild innerhalb des Stadtraums. Gleichzeitig ist seine Fläche Bestandteil des denkmalgeschützten Gebäudeensembles der ehemaligen Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, dessen regelmäßige Fassadengestaltung den Charakter des Umfeldes prägt. Mit einem modernen Informationspavillon des heutigen Nutzers wurde am Platzrand ein weiterer Akzent geschaffen: Der Akademieplatz wird zum repräsentativen Eingang des Ensembles.
Im Zuge der Umgestaltung wird die Fläche des Akademieplatzes aus den Materialien des denkmalgeschützten Areals hergestellt. Rasen, Pflanzungen und Wegedecken aus hellem Kalksteinpflaster wechseln sich ab: Ihre Anordnung differenziert den Platz in einen öffentlicheren Bereich um den Informationspavillon und einen ruhigeren Bereich, der in den L-förmigen Baukörper der ehemaligen Versuchsanstalt eingebettet ist. So blickt man aus dem Haus in einen grünen Raum: Frei stehende Ebereschen strukturieren die offene Rasenfläche und bilden lebendige Raumfolgen. Ihre lockere Anordnung und ihr transparent gefiedertes Laub belassen wechselnde Durchblicke zwischen Straße und Gebäude. Die Blüte, der prächtige Fruchtschmuck und die orange-rote Herbstfärbung der Blätter bilden farbige Akzente in den verschiedenen Jahreszeiten.
Um den Informationspavillon herum entsteht eine kleine Platzfläche aus hellem Kalksteinpflaster. Kleine „Zierfenster“ liegen auf dieser steinernen Fläche, führen auf den Rasen und verbinden beide Bereiche miteinander. Ihre Materialität nimmt Bezug auf die Grundfläche des Pavillons, Gliederung und Proportion entsprechen wiederum den Fenstern der alten Gebäude. Setzt man sich auf die benachbarten Bänke, so erblickt man Seltsames: Niedrige Pflanzen und metallene Zeichen finden sich in den dunklen Füllungen der „Zierfenster“. Die Gedanken schweifen ab zu Sinn und Bedeutung dieser rätselhaften wissenschaftlichen Symbole.
Fotos: Claas Dreppenstedt, Berlin
Gutachterverfahren: 1. Preis, Sept. 2001
Fertigstellung: Juni 2004
Der „Akademieplatz“ ist Teil des Grünsystems im neuen Stadtteil Adlershof, dem modernen Wissenschafts- und Forschungsstandort Berlins. Von Norden kommend liegt der Platz in der Sichtachse der Rudower Chaussee; er wird zum Orientierungspunkt und grünen Bild innerhalb des Stadtraums. Gleichzeitig ist seine Fläche Bestandteil des denkmalgeschützten Gebäudeensembles der ehemaligen Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, dessen regelmäßige Fassadengestaltung den Charakter des Umfeldes prägt. Mit einem modernen Informationspavillon des heutigen Nutzers wurde am Platzrand ein weiterer Akzent geschaffen: Der Akademieplatz wird zum repräsentativen Eingang des Ensembles.
Im Zuge der Umgestaltung wird die Fläche des Akademieplatzes aus den Materialien des denkmalgeschützten Areals hergestellt. Rasen, Pflanzungen und Wegedecken aus hellem Kalksteinpflaster wechseln sich ab: Ihre Anordnung differenziert den Platz in einen öffentlicheren Bereich um den Informationspavillon und einen ruhigeren Bereich, der in den L-förmigen Baukörper der ehemaligen Versuchsanstalt eingebettet ist. So blickt man aus dem Haus in einen grünen Raum: Frei stehende Ebereschen strukturieren die offene Rasenfläche und bilden lebendige Raumfolgen. Ihre lockere Anordnung und ihr transparent gefiedertes Laub belassen wechselnde Durchblicke zwischen Straße und Gebäude. Die Blüte, der prächtige Fruchtschmuck und die orange-rote Herbstfärbung der Blätter bilden farbige Akzente in den verschiedenen Jahreszeiten.
Um den Informationspavillon herum entsteht eine kleine Platzfläche aus hellem Kalksteinpflaster. Kleine „Zierfenster“ liegen auf dieser steinernen Fläche, führen auf den Rasen und verbinden beide Bereiche miteinander. Ihre Materialität nimmt Bezug auf die Grundfläche des Pavillons, Gliederung und Proportion entsprechen wiederum den Fenstern der alten Gebäude. Setzt man sich auf die benachbarten Bänke, so erblickt man Seltsames: Niedrige Pflanzen und metallene Zeichen finden sich in den dunklen Füllungen der „Zierfenster“. Die Gedanken schweifen ab zu Sinn und Bedeutung dieser rätselhaften wissenschaftlichen Symbole.
Fotos: Claas Dreppenstedt, Berlin
Öffentliche Räume auf der Museumsinsel,Berlin – Mitte
Auftraggeber: Stiftung Preußischer Kulturbesitz,
vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Wettbewerb: 1. Preis, Februar 2001
Phase: 2-8
Bearbeitung: seit Januar 2002
Nach Instandsetzung und Ergänzung der prächtigen Bauten auf Basis des „Masterplanes Museumsinsel“ wird die Vision Friedrich Wilhelms VI. endlich Realität: Die alte Spree-Insel mit ihren bedeutenden Sammlungen entwickelt sich zu einer „Freistätte für Kunst und Wissenschaften“. Ihre Freiräume – teils große Höfe, teils schmale Gassen – werden vollständig öffentlich begehbar sein. Inmitten der Metropole Berlin entsteht ein Areal mit vielen Orten, die zum Verweilen und Flanieren, zum Träumen und Entdecken einladen.
Die Außenanlagen werden in drei Kategorien gegliedert, die unterschiedlichen gestalterischen Regeln folgen: Straßenräume als funktionale Elemente des Stadtraums, Freiräume der Insel als „Orte der Entrückung“ sowie der Verlauf der Stadtbahn als Einschnitt in das Stadtgefüge.
Der Straßenraum wird in Geometrie, Material und Ausstattung ortsüblich und funktional hergestellt. Die Freiräume der Insel jedoch werden aus einem sandfarbenen Naturstein belegt – dem Grundgestein der Insel. Alle erforderlichen Einbauten entwickeln sich aus diesem Stein, kommen gleichsam aus ihm hervor – so auch die Vegetation. Variationen dieses Gedankens reagieren auf Stimmungen der einzelnen Orte und verstärken sie: Es entsteht der Domgarten neben dem Alten Museum, der Platz am Kupfergraben mit dem neuen, gläsernen Eingangsgebäude, der Skulpturengarten an der Alten Nationalgalerie, der Platz hinter dem Pergamonmuseum bis hin zur Inselspitze am Bodemuseum.
Die Fläche unter der Stadtbahn wird aus Metall nachgezeichnet. In jedem Pfeilersegment wird – als Option für temporäre Installationen – eine Glas-Vitrine in das Material eingelassen. Ihre wechselnden Geometrien finden sich als Metallscheiben unter der Decke der Gleise wieder. Ein fremdes Licht dringt aus den Einschnitten der Grundfläche und der Decke und betont das Fremdartige dieser Räume.
Gläserne Blickpunkte im Verlauf der „Archäologischen Promenade“, dem geplanten unterirdischen Verbindungsgang der Museen, und transparente Balkone - kleine Neugierden – als Endpunkte der schmalen Museumsgassen am Kupfergraben bilden weitere neue Akzente auf der Insel.
vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Wettbewerb: 1. Preis, Februar 2001
Phase: 2-8
Bearbeitung: seit Januar 2002
Nach Instandsetzung und Ergänzung der prächtigen Bauten auf Basis des „Masterplanes Museumsinsel“ wird die Vision Friedrich Wilhelms VI. endlich Realität: Die alte Spree-Insel mit ihren bedeutenden Sammlungen entwickelt sich zu einer „Freistätte für Kunst und Wissenschaften“. Ihre Freiräume – teils große Höfe, teils schmale Gassen – werden vollständig öffentlich begehbar sein. Inmitten der Metropole Berlin entsteht ein Areal mit vielen Orten, die zum Verweilen und Flanieren, zum Träumen und Entdecken einladen.
Die Außenanlagen werden in drei Kategorien gegliedert, die unterschiedlichen gestalterischen Regeln folgen: Straßenräume als funktionale Elemente des Stadtraums, Freiräume der Insel als „Orte der Entrückung“ sowie der Verlauf der Stadtbahn als Einschnitt in das Stadtgefüge.
Der Straßenraum wird in Geometrie, Material und Ausstattung ortsüblich und funktional hergestellt. Die Freiräume der Insel jedoch werden aus einem sandfarbenen Naturstein belegt – dem Grundgestein der Insel. Alle erforderlichen Einbauten entwickeln sich aus diesem Stein, kommen gleichsam aus ihm hervor – so auch die Vegetation. Variationen dieses Gedankens reagieren auf Stimmungen der einzelnen Orte und verstärken sie: Es entsteht der Domgarten neben dem Alten Museum, der Platz am Kupfergraben mit dem neuen, gläsernen Eingangsgebäude, der Skulpturengarten an der Alten Nationalgalerie, der Platz hinter dem Pergamonmuseum bis hin zur Inselspitze am Bodemuseum.
Die Fläche unter der Stadtbahn wird aus Metall nachgezeichnet. In jedem Pfeilersegment wird – als Option für temporäre Installationen – eine Glas-Vitrine in das Material eingelassen. Ihre wechselnden Geometrien finden sich als Metallscheiben unter der Decke der Gleise wieder. Ein fremdes Licht dringt aus den Einschnitten der Grundfläche und der Decke und betont das Fremdartige dieser Räume.
Gläserne Blickpunkte im Verlauf der „Archäologischen Promenade“, dem geplanten unterirdischen Verbindungsgang der Museen, und transparente Balkone - kleine Neugierden – als Endpunkte der schmalen Museumsgassen am Kupfergraben bilden weitere neue Akzente auf der Insel.
Lianghzu Culture Museum, Hangzhou - China
Auftraggeber: Zhejiang Narada Real Estate Group Co., Ltd.
Architektur: David Chipperfield Architects, Berlin
Bearbeitung: seit Mai 2004
Ungefähr 200 Kilometer südlich von Shanghai, unweit von Hangzhou – der Stadt am unvergleichlich schönen Westsee (Xi Hu) – entsteht Liangzhu Cultural Village. Namenspate dieser neuen Stadt ist die bedeutende Liangzhu-Kultur, die 3.300 bis 2.250 v. Chr. in dieser fernöstlichen Region beheimatet war.
Als » History District« wird ein benachbartes Tal zu einer großflächigen künstlichen Parklandschaft umgestaltet, in die Veranstaltungsorte und öffentliche Institutionen integriert werden. Den Endpunkt des Tales bildet das Lianghzu Culture Museum.
Der ca. 8 Hektar große Museumspark entwickelt sich aus der neu angelegten Landschaft: Zwischen den bewaldeten Hügelketten verlaufen sanft modellierte Rasenflächen. Einzelne Baumgruppen bilden wechselnde Raumfolgen und akzentuieren Sichtbeziehungen. Sie verdichten sich am Parkrand zu einem geschlossenen Waldsaum, um die in der Nachbarschaft verbliebenen Gewerbeflächen auszublenden. Ein naturhaft geschwungener Flusslauf bildet das Zentrum des langgestreckten Tales. Um den Baukörper des Museums weitet er sich zu einer seeartigen Wasserfläche auf.
Auf der Grundfläche des Parks – so die entwurfliche Fiktion – suchen Forscher heute immer noch Zeugnisse der längst untergegangenen Lianghzu-Kultur, die einst aus einer hochentwickelten Zivilisation mit großen handwerklichen Fähigkeiten hervorging. Die Archäologen graben die Erde behutsam Schicht für Schicht ab, bis sie auf Fundstücke dieser Epoche stoßen. Sie finden Waffen, Werkzeuge und Schmuckstücke, zumeist gefertigt aus Jade.
So kann der Besucher des Museums auch verschiedene introvertierte Gartenräume für sich entdecken, die in die Topographie des großen Parks eingebettet sind. Durch schmale, scheinbar provisorische Zugänge erreicht man kleine, verwunschene Orte mit variierenden Steinfiguren. Auf dem Erdreich dieser Abgrabungen ist inzwischen eine besondere Pflanzenwelt entstanden, die Wände sind zu schräg gelagerten Bändern aus Travertin versteinert. Bereits geborgene Fundstücke wurden von den Ausgrabungsstätten zum Museum transportiert und dort gründlich gereinigt. Sie werden nun in den Höfen des Gebäudes der Öffentlichkeit präsentiert.
Architektur: David Chipperfield Architects, Berlin
Bearbeitung: seit Mai 2004
Ungefähr 200 Kilometer südlich von Shanghai, unweit von Hangzhou – der Stadt am unvergleichlich schönen Westsee (Xi Hu) – entsteht Liangzhu Cultural Village. Namenspate dieser neuen Stadt ist die bedeutende Liangzhu-Kultur, die 3.300 bis 2.250 v. Chr. in dieser fernöstlichen Region beheimatet war.
Als » History District« wird ein benachbartes Tal zu einer großflächigen künstlichen Parklandschaft umgestaltet, in die Veranstaltungsorte und öffentliche Institutionen integriert werden. Den Endpunkt des Tales bildet das Lianghzu Culture Museum.
Der ca. 8 Hektar große Museumspark entwickelt sich aus der neu angelegten Landschaft: Zwischen den bewaldeten Hügelketten verlaufen sanft modellierte Rasenflächen. Einzelne Baumgruppen bilden wechselnde Raumfolgen und akzentuieren Sichtbeziehungen. Sie verdichten sich am Parkrand zu einem geschlossenen Waldsaum, um die in der Nachbarschaft verbliebenen Gewerbeflächen auszublenden. Ein naturhaft geschwungener Flusslauf bildet das Zentrum des langgestreckten Tales. Um den Baukörper des Museums weitet er sich zu einer seeartigen Wasserfläche auf.
Auf der Grundfläche des Parks – so die entwurfliche Fiktion – suchen Forscher heute immer noch Zeugnisse der längst untergegangenen Lianghzu-Kultur, die einst aus einer hochentwickelten Zivilisation mit großen handwerklichen Fähigkeiten hervorging. Die Archäologen graben die Erde behutsam Schicht für Schicht ab, bis sie auf Fundstücke dieser Epoche stoßen. Sie finden Waffen, Werkzeuge und Schmuckstücke, zumeist gefertigt aus Jade.
So kann der Besucher des Museums auch verschiedene introvertierte Gartenräume für sich entdecken, die in die Topographie des großen Parks eingebettet sind. Durch schmale, scheinbar provisorische Zugänge erreicht man kleine, verwunschene Orte mit variierenden Steinfiguren. Auf dem Erdreich dieser Abgrabungen ist inzwischen eine besondere Pflanzenwelt entstanden, die Wände sind zu schräg gelagerten Bändern aus Travertin versteinert. Bereits geborgene Fundstücke wurden von den Ausgrabungsstätten zum Museum transportiert und dort gründlich gereinigt. Sie werden nun in den Höfen des Gebäudes der Öffentlichkeit präsentiert.
Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie - Museumsinsel Berlin
1. Bauabschnitt des öffentlichen Raumes auf der Museumsinsel Berlin
Bauherr: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raum-ordnung
Internationaler Realisierungswettbewerb: 1. Preis, Februar 2001
Fertigstellung: Mai 2010
Museumsinsel Berlin – Freiflächen der UNESCO-Welterbestätte
Die Vision Friedrich Wilhelms VI. wird endlich Realität: Die alte Spree-Insel mit ihren bedeutenden Sammlungen entwickelt sich zu einer „Freistätte für Kunst und Wissenschaften“. Nach Instandsetzung und Ergänzung der prächtigen Bauten auf Basis des „Masterplanes Museumsinsel“ werden ihre Freiräume – teils große Höfe, teils schmale Gassen – vollständig öffentlich begehbar sein. Inmitten der Metropole Berlin entsteht ein Areal mit stimmungsvollen Orten, die zum Verweilen und Flanieren, zum Träumen und Entdecken einladen.
Die Außenanlagen werden in zwei Kategorien gegliedert, die unterschiedlichen gestalterischen Regeln folgen: Straßenräume als verbindende Elemente der Stadt sowie Freiräume der Insel als „Orte der Entrückung“.
Der Straßenraum wird in Geometrie, Material und Ausstattung ortsüblich und funktional hergestellt. Die Freiräume der Insel werden demgegenüber aus einem einheitlichen Naturstein belegt – dem Grundgestein der Insel. Alle erforderlichen Einbauten entwickeln sich aus diesem Stein, kommen gleichsam aus ihm hervor – so auch die Vegetation.
Diese Differenzierung gewährleistet einen klar wahrnehmbaren Zusammenhalt der unterschiedlichen Freiräume auf der Insel. Der homogene Belag aus Naturstein bildet eine ruhige Grundfläche, auf der die unterschiedlichen Museumsarchitekturen in ungestörter Individualität zur Geltung kommen. Darüber hinaus entsteht gerade durch diese eindeutige Differenzierung genügend Gestaltungsspielraum, um dem Charakter und der Bedeutung der einzelnen Teilflächen gerecht zu werden. So entsteht der Skulpturengarten im Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie (Fertigstellung 2010), der steinerne Ein-gangshof mit dem Neubau der James Simon-Galerie (Fertigstellung 2013) sowie die Freiflächen um das Pergamonmuseum (Fertigstellung 2027).
Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie
Wie kaum ein anderer Freiraum wird der Kolonnadenhof von Architektur geprägt. Nicht nur seine Raumkanten werden von einzigartigen Bauwerken definiert, auch sein Zentrum wird durch ein solches besetzt. Fast zwangsläufig ergaben sich mit der Entstehung dieses Ensembles auch die wesentlichen Grundzüge der Gartenanlage. Sie finden sich wieder im ersten Entwurf von 1874, in der realisierten Form von 1880 (Planung: Tiergartendirektor Eduard Neide) sowie in den Ver-einfachungen aller folgenden Jahrzehnte. Dies wird auch künftig so sein: manifestiert durch die im neuem Glanz erstrahlenden Nationalgalerie, der wieder entstandenen Kubatur des Neuen Museums und dem vervollständigten Rahmen der Kolonnaden.
Der Entwurf für den Kolonnadenhof muss den Ansprüchen an einen stark frequentierten, innerstädtischen Freiraum genügen und gleichzeitig der Bedeutung der unter Denkmalschutz stehenden Gartenanlage gerecht werden.
So entwickelt sich die Gliederung von befestigten Flächen und Grünflächen unmittelbar aus der ursprünglichen Grundrissfigur des Hofes. Weiterhin kommt dem Umgang mit erhaltener Bausubstanz eine große Bedeutung zu: Der zuvor eingelagerte Vierpaßbrunnen wurde wieder vor der Freitreppe der Nationalgalerie aufgebaut. Die verbliebenen Bronzeskulpturen wurden - wie schon in der alten Gartenanlage - entsprechend ihrer Wirkung in den Grünflächen verteilt, die „Amazone“ von Louis Tuaillon sogar an ihrem originalen Standort. Noch vorhandenes Plattenmaterial der ursprünglichen Anlage wurde wiederverwendet und mit der historisch ortsüblichen Steinart Schlesischer Granit ergänzt.
Innerhalb dieses Rahmens bildet jedoch sowohl die Ausformulierung der befestigten Flächen als auch der Charakter der Vegetation eine neue Interpretation der ursprünglichen Ausgestaltung:
Wenn auch in den unterschiedlichen Schlagungen als Kleinpflaster bzw. als großformatige Platten nachgezeichnet, wird die Höhendifferenz zwischen Fahrbahn und Gehweg aufgehoben und nun zwi-schen Gehweg und Vegetation verlegt. Auf diese Weise werden sämtliche befestigten Flächen barrierefrei dem „Flanieren und Lustwandeln“ gewidmet.
Zwischen den Wegen wächst Vegetation aus der Fläche hervor. Mit dem Thema Positiv-Negativ differenziert die Figur der Pflanzung den Verlauf der Nationalgalerie zu den seitlichen Flächen am Neuen Museum sowie entlang der Spree. Was im Zentrum geschnittene Buchsbaumscheiben auf einer Rasenfläche sind, wird seitlich zu einem gleichmäßig niedrigen Pflanzenteppich – wiederum aus Buchsbaum – mit geometrischen Aussparungen. Unterschiedliche Sorten dieser Gehölzart lassen ein subtiles Spiel in den Grüntönen entstehen. Der aromatische Duft seiner Blätter erfüllt die Luft und entführt den Besucher in arkadische Welten. In den Aussparungen bilden Efeu und bodendeckende Stauden den Untergrund für Skulpturen und Bäume. Sie erzeugen weitere Variationen in Blattform und -farbe. Gleichzeitig kontrastiert ihr über die Jahreszeiten gestaffelter Blütenaspekt spannungsvoll zur Strenge der geschnittenen Flächen.
Die fein abgestimmte Höhenentwicklung in der Vegetation gibt der Fläche des Kolonnadenhofs eine räumliche Differenzierung, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Durch den Verzicht auf jegliche zusätzliche Ausstattung sowie die Ausformulierung einer homogenen Gartenanlage bildet der Kolonnadenhof ein stimmungsvolles Umfeld für die einzigartige Architektur der Museen und eine ruhige Grundfläche für die Bronzeskulpturen der Alten Nationalgalerie. Der Kolonnadenhof ist ein öffentlicher Skulpturengarten im Zentrum Berlins.
Das Beleuchtungskonzept für Freiflächen und Gebäude basiert auf dem Realisierungswettbewerb von 2001 und wurde mit dem Büro Conceptlicht, Traunreut realisiert. Die Museumsbauten werden allseitig durch ein neutralweißes Licht angestrahlt und so in ihrer jeweiligen Materialität körperhaft dargestellt – vergleichbar dem Mondlicht. Architektonische Akzente wie Säulengänge und Kolonnaden werden durch eine warmweiße Lichtfarbe hervorgehoben und in ihrer Tiefe betont. Die Beleuchtung der Freiflächen zeichnet den Grundriss der Gartenanlage nach. Die Leuchtmittel sind weitestgehend in Architektur und Einbauten integriert, ihre Strahlungsgeometrien vermeiden die Blendung von Besuchern und Passanten. Die Beleuchtungsstärken sind auf ein Minimum reduziert, um die Dunkelheit als eine atmosphärische Qualität der Museumsinsel zu erhalten.
Bauherr: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raum-ordnung
Internationaler Realisierungswettbewerb: 1. Preis, Februar 2001
Fertigstellung: Mai 2010
Museumsinsel Berlin – Freiflächen der UNESCO-Welterbestätte
Die Vision Friedrich Wilhelms VI. wird endlich Realität: Die alte Spree-Insel mit ihren bedeutenden Sammlungen entwickelt sich zu einer „Freistätte für Kunst und Wissenschaften“. Nach Instandsetzung und Ergänzung der prächtigen Bauten auf Basis des „Masterplanes Museumsinsel“ werden ihre Freiräume – teils große Höfe, teils schmale Gassen – vollständig öffentlich begehbar sein. Inmitten der Metropole Berlin entsteht ein Areal mit stimmungsvollen Orten, die zum Verweilen und Flanieren, zum Träumen und Entdecken einladen.
Die Außenanlagen werden in zwei Kategorien gegliedert, die unterschiedlichen gestalterischen Regeln folgen: Straßenräume als verbindende Elemente der Stadt sowie Freiräume der Insel als „Orte der Entrückung“.
Der Straßenraum wird in Geometrie, Material und Ausstattung ortsüblich und funktional hergestellt. Die Freiräume der Insel werden demgegenüber aus einem einheitlichen Naturstein belegt – dem Grundgestein der Insel. Alle erforderlichen Einbauten entwickeln sich aus diesem Stein, kommen gleichsam aus ihm hervor – so auch die Vegetation.
Diese Differenzierung gewährleistet einen klar wahrnehmbaren Zusammenhalt der unterschiedlichen Freiräume auf der Insel. Der homogene Belag aus Naturstein bildet eine ruhige Grundfläche, auf der die unterschiedlichen Museumsarchitekturen in ungestörter Individualität zur Geltung kommen. Darüber hinaus entsteht gerade durch diese eindeutige Differenzierung genügend Gestaltungsspielraum, um dem Charakter und der Bedeutung der einzelnen Teilflächen gerecht zu werden. So entsteht der Skulpturengarten im Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie (Fertigstellung 2010), der steinerne Ein-gangshof mit dem Neubau der James Simon-Galerie (Fertigstellung 2013) sowie die Freiflächen um das Pergamonmuseum (Fertigstellung 2027).
Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie
Wie kaum ein anderer Freiraum wird der Kolonnadenhof von Architektur geprägt. Nicht nur seine Raumkanten werden von einzigartigen Bauwerken definiert, auch sein Zentrum wird durch ein solches besetzt. Fast zwangsläufig ergaben sich mit der Entstehung dieses Ensembles auch die wesentlichen Grundzüge der Gartenanlage. Sie finden sich wieder im ersten Entwurf von 1874, in der realisierten Form von 1880 (Planung: Tiergartendirektor Eduard Neide) sowie in den Ver-einfachungen aller folgenden Jahrzehnte. Dies wird auch künftig so sein: manifestiert durch die im neuem Glanz erstrahlenden Nationalgalerie, der wieder entstandenen Kubatur des Neuen Museums und dem vervollständigten Rahmen der Kolonnaden.
Der Entwurf für den Kolonnadenhof muss den Ansprüchen an einen stark frequentierten, innerstädtischen Freiraum genügen und gleichzeitig der Bedeutung der unter Denkmalschutz stehenden Gartenanlage gerecht werden.
So entwickelt sich die Gliederung von befestigten Flächen und Grünflächen unmittelbar aus der ursprünglichen Grundrissfigur des Hofes. Weiterhin kommt dem Umgang mit erhaltener Bausubstanz eine große Bedeutung zu: Der zuvor eingelagerte Vierpaßbrunnen wurde wieder vor der Freitreppe der Nationalgalerie aufgebaut. Die verbliebenen Bronzeskulpturen wurden - wie schon in der alten Gartenanlage - entsprechend ihrer Wirkung in den Grünflächen verteilt, die „Amazone“ von Louis Tuaillon sogar an ihrem originalen Standort. Noch vorhandenes Plattenmaterial der ursprünglichen Anlage wurde wiederverwendet und mit der historisch ortsüblichen Steinart Schlesischer Granit ergänzt.
Innerhalb dieses Rahmens bildet jedoch sowohl die Ausformulierung der befestigten Flächen als auch der Charakter der Vegetation eine neue Interpretation der ursprünglichen Ausgestaltung:
Wenn auch in den unterschiedlichen Schlagungen als Kleinpflaster bzw. als großformatige Platten nachgezeichnet, wird die Höhendifferenz zwischen Fahrbahn und Gehweg aufgehoben und nun zwi-schen Gehweg und Vegetation verlegt. Auf diese Weise werden sämtliche befestigten Flächen barrierefrei dem „Flanieren und Lustwandeln“ gewidmet.
Zwischen den Wegen wächst Vegetation aus der Fläche hervor. Mit dem Thema Positiv-Negativ differenziert die Figur der Pflanzung den Verlauf der Nationalgalerie zu den seitlichen Flächen am Neuen Museum sowie entlang der Spree. Was im Zentrum geschnittene Buchsbaumscheiben auf einer Rasenfläche sind, wird seitlich zu einem gleichmäßig niedrigen Pflanzenteppich – wiederum aus Buchsbaum – mit geometrischen Aussparungen. Unterschiedliche Sorten dieser Gehölzart lassen ein subtiles Spiel in den Grüntönen entstehen. Der aromatische Duft seiner Blätter erfüllt die Luft und entführt den Besucher in arkadische Welten. In den Aussparungen bilden Efeu und bodendeckende Stauden den Untergrund für Skulpturen und Bäume. Sie erzeugen weitere Variationen in Blattform und -farbe. Gleichzeitig kontrastiert ihr über die Jahreszeiten gestaffelter Blütenaspekt spannungsvoll zur Strenge der geschnittenen Flächen.
Die fein abgestimmte Höhenentwicklung in der Vegetation gibt der Fläche des Kolonnadenhofs eine räumliche Differenzierung, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Durch den Verzicht auf jegliche zusätzliche Ausstattung sowie die Ausformulierung einer homogenen Gartenanlage bildet der Kolonnadenhof ein stimmungsvolles Umfeld für die einzigartige Architektur der Museen und eine ruhige Grundfläche für die Bronzeskulpturen der Alten Nationalgalerie. Der Kolonnadenhof ist ein öffentlicher Skulpturengarten im Zentrum Berlins.
Das Beleuchtungskonzept für Freiflächen und Gebäude basiert auf dem Realisierungswettbewerb von 2001 und wurde mit dem Büro Conceptlicht, Traunreut realisiert. Die Museumsbauten werden allseitig durch ein neutralweißes Licht angestrahlt und so in ihrer jeweiligen Materialität körperhaft dargestellt – vergleichbar dem Mondlicht. Architektonische Akzente wie Säulengänge und Kolonnaden werden durch eine warmweiße Lichtfarbe hervorgehoben und in ihrer Tiefe betont. Die Beleuchtung der Freiflächen zeichnet den Grundriss der Gartenanlage nach. Die Leuchtmittel sind weitestgehend in Architektur und Einbauten integriert, ihre Strahlungsgeometrien vermeiden die Blendung von Besuchern und Passanten. Die Beleuchtungsstärken sind auf ein Minimum reduziert, um die Dunkelheit als eine atmosphärische Qualität der Museumsinsel zu erhalten.
