Kleihues + Kleihues
Helmholtzstr. 42
D-10587 Berlin
T +49 (0)30-399 779 -0
F +49 (0)30-399 779 77
berlin@kleihues.com
Helmholtzstr. 42
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Neubau Bundesnachrichtendienst, Berlin
Chausseestraße
Berlin-Mitte
Nutzung Dienstgebäude und Hauptzentrale des Bundesnachrichtendienstes
Architekt Jan Kleihues, Kleihues + Kleihues, Gesellschaft von Architekten mbH
Projektleiter Tobias Amme, Manfred Kruschwitz, Johannes Kressner
Bauherr Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW), dieses vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Fasanenstraße 87, 10623 Berlin
Wettbewerb 2004, Verhandlungsverfahren - Architektenauswahlverfahren mit integrierter Mehrfachbeauftragung, 1. Rang
Planungsbeginn 2005
Baubeginn ab 2006
Fertigstellung 2011 (Einzugstermin)
Baukosten 720 Mio. EUR
Leistungsphasen 2-4 weitere stufenweise Beauftragung 5-9
Grundstücksfläche 10 ha (Gesamtgelände)
Bruttogrundfläche 250.000 m²
Hauptnutzfläche 100.000 m²
Grundfläche Hauptgebäude 180 x 280 m
Gebäudehöhe ca. 30 m (Hauptgebäude im Zentrum der Anlage)
Kurzbeschreibung
Der Bundesnachrichtendienst (BND) zieht im Jahr 2011 von Pullach nach Berlin. Auf einem ca. 10 ha großen Gelände in Berlin-Mitte soll ein Neubau von ca. 250.000 qm BGF für rund 4.000 Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes errichtet werden. Hierfür sollte ein der städtebaulichen Lage und dem Anspruch des Bundesnachrichtendienstes angemessenes Konzept gefunden werden.
Mit gut 30 m bleibt das Hauptgebäude im Zentrum der Anlage unterhalb der Höhen im Bebauungsplanentwurf. Durch die Konzentration von gut dimensionierten Baukörpern an den Seitenstraßen und am zentralen Eingangsbereich werden großstädtische, baumbestandene Freiräume an der Chausseestraße gewonnen, die dem großen Baukörper eine noble Distanz zur Straße gewähren. Diese Freiflächen sind zwar im Gegensatz zu dem rückwärtigen Pankepark nicht öffentlich zugänglich, fügen aber die Gesamtanlage harmonisch in das städtebauliche Umfeld ein.
Die Komposition der Fassade beruht auf der stringenten Einhaltung eines konstanten Rhythmus. Durch minimale Variationen im Material und in dessen Zuschnitt changieren die Ansichten zwischen den einzelnen Flügeln. Der innere Aufbau des Komplexes, Erschließung, funktionelle Zuordnung der Räume und die Organisation der Raumeinheiten selbst sind klar und einfach.
Berlin-Mitte
Nutzung Dienstgebäude und Hauptzentrale des Bundesnachrichtendienstes
Architekt Jan Kleihues, Kleihues + Kleihues, Gesellschaft von Architekten mbH
Projektleiter Tobias Amme, Manfred Kruschwitz, Johannes Kressner
Bauherr Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW), dieses vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Fasanenstraße 87, 10623 Berlin
Wettbewerb 2004, Verhandlungsverfahren - Architektenauswahlverfahren mit integrierter Mehrfachbeauftragung, 1. Rang
Planungsbeginn 2005
Baubeginn ab 2006
Fertigstellung 2011 (Einzugstermin)
Baukosten 720 Mio. EUR
Leistungsphasen 2-4 weitere stufenweise Beauftragung 5-9
Grundstücksfläche 10 ha (Gesamtgelände)
Bruttogrundfläche 250.000 m²
Hauptnutzfläche 100.000 m²
Grundfläche Hauptgebäude 180 x 280 m
Gebäudehöhe ca. 30 m (Hauptgebäude im Zentrum der Anlage)
Kurzbeschreibung
Der Bundesnachrichtendienst (BND) zieht im Jahr 2011 von Pullach nach Berlin. Auf einem ca. 10 ha großen Gelände in Berlin-Mitte soll ein Neubau von ca. 250.000 qm BGF für rund 4.000 Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes errichtet werden. Hierfür sollte ein der städtebaulichen Lage und dem Anspruch des Bundesnachrichtendienstes angemessenes Konzept gefunden werden.
Mit gut 30 m bleibt das Hauptgebäude im Zentrum der Anlage unterhalb der Höhen im Bebauungsplanentwurf. Durch die Konzentration von gut dimensionierten Baukörpern an den Seitenstraßen und am zentralen Eingangsbereich werden großstädtische, baumbestandene Freiräume an der Chausseestraße gewonnen, die dem großen Baukörper eine noble Distanz zur Straße gewähren. Diese Freiflächen sind zwar im Gegensatz zu dem rückwärtigen Pankepark nicht öffentlich zugänglich, fügen aber die Gesamtanlage harmonisch in das städtebauliche Umfeld ein.
Die Komposition der Fassade beruht auf der stringenten Einhaltung eines konstanten Rhythmus. Durch minimale Variationen im Material und in dessen Zuschnitt changieren die Ansichten zwischen den einzelnen Flügeln. Der innere Aufbau des Komplexes, Erschließung, funktionelle Zuordnung der Räume und die Organisation der Raumeinheiten selbst sind klar und einfach.
Hotel Concorde Augsburger Straße Berlin
Augsburger Straße 41
10789 Berlin
Nutzung 5 Sterne Hotel mit 311 Zimmern, Bankettsaal, Konferenzräumen, Restaurant, Wellnessbereich, Bar sowie Büroflächen, Wohneinheiten, Läden und Tiefgarage
Planungsleistung Hochbau und Interior Design
Architekt Jan Kleihues
Bauherr Grothe Immobilien Projektierungs KG
Planungsbeginn 1999
Realisierung November 2002 bis Oktober 2005
Bruttogeschossfläche 45.000 m²
Baukosten 67,5 Mio. €
Kurzbeschreibung
Für ein Baugrundstück an der Augsburger Straße in Berlin, am Schnittpunkt von Kurfürstendamm und Joachimstaler Straße, war ein 5 Sterne Plus Hotel zu entwickeln. Das neue Gebäude soll neben 311 Gästezimmern auch hoteleigene öffentlichen Bereiche wie Konferenzräume, ein Bankettsaal, eine Bar und ein Restaurant aufnehmen. Außerdem sind unabhängige Funktionen wie Läden unterzubringen, sowie Büromietflächen, Wohnungen und ein Spa in den oberen sechs Etagen.
Das Grundstück weist eine konträre städtebauliche Situation auf: Einerseits ist das Gebiet durch die für Berlin typische Blockrandbebauung mit einer Traufhöhe von 22,5 m geprägt, andererseits durch die um den Joachimstaler Platz gruppierten, solitärartig aus dem Block wachsenden, hohen Baukörper des Allianzgebäudes, des Viktoriaareals und des Swisshôtels.
Das Äußere des Neubaus bringt diese Diskrepanz in ein kompositorisches Gleichgewicht: Der Entwurf reagiert auf die beiden gegensätzlichen Größen mit der Weiterführung des Blockes, als dessen Bestandteil sich der Bau versteht, und der auf die Gebäudespitze bezogenen Symmetrie, die dem Baukörper eine seiner Größe angemessenen Eigenständigkeit verleiht. Die skulpturale Eigendynamik des Gebäudes entwickelt sich innerhalb dieses „Korsetts“ des Blockes und der durch die Solitärbauten vorgegebenen Gesamthöhe.
Der gleichmäßige Rhythmus der Fassaden unterstreicht die skulpturale Wirkung des Baukörpers. Wie Höhenlinien umfahren die profilierten Brüstungsbänder das Gebäude. Das herkömmliche Prinzip von Vorder- und Rückseite wird aufgehoben.
Als Konsequenz aus dem skulpturalen Ansatz folgt eine Vielzahl unkonventioneller Detaillösungen sowohl für Fenster- als auch Natursteinelemente. Jegliche Form der Segmentierung, die den gleichmäßigen Fluss der horizontalen Bänder stören würde, wurde prinzipiell verworfen.
Im Innern des Gebäudes wird die Vernetzung der Funktionen thematisiert: Einerseits sind die jeweiligen Räume der öffentlichen Bereiche in ihrer Gestaltung in sich zentriert, symmetrisch angelegt und dadurch klar definiert, andererseits gehen die einzelnen Bereiche fließend ineinander über, so dass die Gesamtheit des Gebäudes wahrgenommen werden kann. Die Vielfalt der Funktionen innerhalb des Hauses ordnet sich der auf Einheitlichkeit ausgelegten äußeren Erscheinung unter.
Die Inneneinrichtung sollte schlicht, elegant und zeitlos wirken, also auch noch in 20 Jahren modern sein. Ein perfekter Rahmen für Werke zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung Grothe, die im ganzen Haus Akzente setzen.
Möbel (z. B. Sessel für die Firma Walter Knoll), Lampen (Spectral), Türklinken (Valli & Valli) und sogar Teppiche wurden eigens für das Hotel entworfen.
Die verwendeten Materialien sind Nussbaum, geräucherte Eiche, Corean und Carrara Marmor.
10789 Berlin
Nutzung 5 Sterne Hotel mit 311 Zimmern, Bankettsaal, Konferenzräumen, Restaurant, Wellnessbereich, Bar sowie Büroflächen, Wohneinheiten, Läden und Tiefgarage
Planungsleistung Hochbau und Interior Design
Architekt Jan Kleihues
Bauherr Grothe Immobilien Projektierungs KG
Planungsbeginn 1999
Realisierung November 2002 bis Oktober 2005
Bruttogeschossfläche 45.000 m²
Baukosten 67,5 Mio. €
Kurzbeschreibung
Für ein Baugrundstück an der Augsburger Straße in Berlin, am Schnittpunkt von Kurfürstendamm und Joachimstaler Straße, war ein 5 Sterne Plus Hotel zu entwickeln. Das neue Gebäude soll neben 311 Gästezimmern auch hoteleigene öffentlichen Bereiche wie Konferenzräume, ein Bankettsaal, eine Bar und ein Restaurant aufnehmen. Außerdem sind unabhängige Funktionen wie Läden unterzubringen, sowie Büromietflächen, Wohnungen und ein Spa in den oberen sechs Etagen.
Das Grundstück weist eine konträre städtebauliche Situation auf: Einerseits ist das Gebiet durch die für Berlin typische Blockrandbebauung mit einer Traufhöhe von 22,5 m geprägt, andererseits durch die um den Joachimstaler Platz gruppierten, solitärartig aus dem Block wachsenden, hohen Baukörper des Allianzgebäudes, des Viktoriaareals und des Swisshôtels.
Das Äußere des Neubaus bringt diese Diskrepanz in ein kompositorisches Gleichgewicht: Der Entwurf reagiert auf die beiden gegensätzlichen Größen mit der Weiterführung des Blockes, als dessen Bestandteil sich der Bau versteht, und der auf die Gebäudespitze bezogenen Symmetrie, die dem Baukörper eine seiner Größe angemessenen Eigenständigkeit verleiht. Die skulpturale Eigendynamik des Gebäudes entwickelt sich innerhalb dieses „Korsetts“ des Blockes und der durch die Solitärbauten vorgegebenen Gesamthöhe.
Der gleichmäßige Rhythmus der Fassaden unterstreicht die skulpturale Wirkung des Baukörpers. Wie Höhenlinien umfahren die profilierten Brüstungsbänder das Gebäude. Das herkömmliche Prinzip von Vorder- und Rückseite wird aufgehoben.
Als Konsequenz aus dem skulpturalen Ansatz folgt eine Vielzahl unkonventioneller Detaillösungen sowohl für Fenster- als auch Natursteinelemente. Jegliche Form der Segmentierung, die den gleichmäßigen Fluss der horizontalen Bänder stören würde, wurde prinzipiell verworfen.
Im Innern des Gebäudes wird die Vernetzung der Funktionen thematisiert: Einerseits sind die jeweiligen Räume der öffentlichen Bereiche in ihrer Gestaltung in sich zentriert, symmetrisch angelegt und dadurch klar definiert, andererseits gehen die einzelnen Bereiche fließend ineinander über, so dass die Gesamtheit des Gebäudes wahrgenommen werden kann. Die Vielfalt der Funktionen innerhalb des Hauses ordnet sich der auf Einheitlichkeit ausgelegten äußeren Erscheinung unter.
Die Inneneinrichtung sollte schlicht, elegant und zeitlos wirken, also auch noch in 20 Jahren modern sein. Ein perfekter Rahmen für Werke zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung Grothe, die im ganzen Haus Akzente setzen.
Möbel (z. B. Sessel für die Firma Walter Knoll), Lampen (Spectral), Türklinken (Valli & Valli) und sogar Teppiche wurden eigens für das Hotel entworfen.
Die verwendeten Materialien sind Nussbaum, geräucherte Eiche, Corean und Carrara Marmor.
Maritim Kongresshotel Berlin - Shellhaus Quartier
Stauffenbergstraße
Berlin-Tiergarten
Nutzung 4-Sterne-Plus Hotel mit Kongresszentrum und Tiefgarage (1000 Betten)
Architekt Jan Kleihues
Bauherr Viterra Development GmbH
Wettbewerb 2000, 1. Preis
Planungsbeginn 2000
Baubeginn Januar 2000
Realisierung Juni 2003 bis August 2005
Baukosten 100 Mio. EUR
Bruttogeschossfläche 65.000 m²
Kurzbeschreibung
In unmittelbarer Nähe zum Kulturforum und Potsdamer Platz entstand das neue Hotel und Kongreßzentrum der Maritim-Gruppe an der Stauffenbergstraße im Berliner Bezirk Mitte-Tiergarten.
Das ca. 12.000qm große Grundstück befindet sich im so genannten "Shellhaus-Quartier", eingebettet zwischen dem denkmalgeschützten Shellhaus am Landwehrkanal, dem Verteidigungsministerium mit der nationalen Gedenkstätte "Bendlerblock", dem Wissenschaftszentrum, den Botschaften und der Gemäldegalerie. Die umliegenden Bauten spiegeln in ihrer Vielfältigkeit die wesentlichen architektonischen Strömungen des 20. Jahrhunderts wider. Das heterogene Umfeld stellt dabei die Besonderheit des Ortes dar.
Der Hotelneubau des Architekten Jan Kleihues fügt sich als ordnendes Element in dieses Umfeld ein, indem das Gebäude zusammen mit dem bestehenden Shellhaus des Architekten Emil Fahrenkamp einen Block, ein Ensemble bildet.
Das Hotel der Kategorie Vier-Sterne-Plus verfügt über 505 Zimmer, einen Wellnessbereich mit Schwimmbad, ein Restaurant, eine Bar, ein Bistro mit Terrasse, rund 5.365 qm an individuell teilbaren Konferenzflächen sowie eine zweigeschossige Tiefgarage mit 478 Stellplätzen.
Das einzigartige an diesem Hotel sind die beiden großzügigen, zweigeschossigen Veranstaltungssäle, die Sitzplätze für bis zu 5.500 Personen bieten. Dank flexibler Trennwände können die Säle unterteilt oder um zugehörige Foyerbereiche erweitert werden. Darüber hinaus können beide Säle zur zweigeschossigen Hotelhalle hin geöffnet werden und somit zu einer einzigen, zusammenhängenden Veranstaltungsfläche verschmelzen. Der kleinere der beiden Säle wird über großflächige Oberlichter im Dach mit natürlichem Tageslicht versorgt. Im großen Saal sorgt eine zweigeschossige Fensterfront zur Hitzigallee für Tageslicht und Ausblick Richtung Potsdamer Platz. Trotz der enormen Baumasse von bis zu 10 Geschossen und oberirdisch 42.000 qm wird der Neubau behutsam in seine Umgebung eingefügt. In der Stauffenbergstraße werden Traufkante und Bauflucht des Shellhauses aufgenommen und weitergeführt. Ein quer zur Straße angeordneter Turm vermittelt zwischen Neubau und Shellhaus. Zugleich markiert der Turm den Haupteingang des Hotels.
Am Haupteingang in der Stauffenbergstraße überdacht ein weit auskragendes Vordach die gepflasterte Vorfahrt für PKW. Busse können über den Gehweg bis an die Kante des schützenden Vordachs heranfahren. Hier steht auch die große, als Naturdenkmal erhaltenen Platane. Gebäude und Vordach weichen hier respektvoll zurück und binden so die Platane geschickt in die Eingangssituation des Hauses ein.
Auch in der Hitzigallee wird zunächst die Traufkante des Shellhauses aufgenommen. Die Fassade folgt dann in mehreren Rücksprüngen der schräg verlaufenden Hitzigallee und ist im größten Bereich auf eine Höhe von 12,80m begrenzt. Darüber liegende Geschosse werden zurückgestaffelt. So wird in angemessener Weise auf die Baukörper der Gemäldegalerie und der benachbarten Wohnbebauung reagiert.
Oberhalb der Veranstaltungssäle werden die weiten Dachflächen zwischen den Gebäudeflügeln als gärtnerisch gestaltete Höfe angelegt. Eine von fensterartigen Öffnungen durchbrochene Wandscheibe begrenzt die Höfe zur Hitzigallee.
Entlang der Hitzigallee und zum Shellhaus hin werden ebenfalls mit Naturstein gefasste Pflanzbeete angelegt.
Die Gestaltung der Natursteinfassaden orientiert sich am hochwertigen Vorbild des benachbarten Shellhauses. Die plastische Ausformulierung der Fassaden erfolgt nach zwei Prinzipien und unterstützt so die Gliederung des Baukörpers. Das so genannte "Nutprinzip" umschließt den Turm und die dreigeschossige Sockelzone des Hauses. Es wird aus einer vorderen, flächigen Steinebene gebildet, die von horizontalen, tieferliegenden Nuten durchzogen wird. Die Gebäudeecken werden rund ausgeführt.
Einen Kontrast dazu bilden die zurückspringenden Zimmergeschosse mit dem so genannten "Federprinzip". Hier liegt die flächige Steinebene zurück und doppelte horizontale Gesimsbänder stehen vor und bilden "Federn" aus. Die Gebäudecken werden rechtwinklig ausgeführt.
Alle Fenster, Außentüren und Lüftungsgitter im Fassadenbereich werden mit einheitlichen, schlanken Rahmenprofilen und in einer optisch einheitlichen, anthrazitfarbenen Beschichtung ausgeführt.
Berlin-Tiergarten
Nutzung 4-Sterne-Plus Hotel mit Kongresszentrum und Tiefgarage (1000 Betten)
Architekt Jan Kleihues
Bauherr Viterra Development GmbH
Wettbewerb 2000, 1. Preis
Planungsbeginn 2000
Baubeginn Januar 2000
Realisierung Juni 2003 bis August 2005
Baukosten 100 Mio. EUR
Bruttogeschossfläche 65.000 m²
Kurzbeschreibung
In unmittelbarer Nähe zum Kulturforum und Potsdamer Platz entstand das neue Hotel und Kongreßzentrum der Maritim-Gruppe an der Stauffenbergstraße im Berliner Bezirk Mitte-Tiergarten.
Das ca. 12.000qm große Grundstück befindet sich im so genannten "Shellhaus-Quartier", eingebettet zwischen dem denkmalgeschützten Shellhaus am Landwehrkanal, dem Verteidigungsministerium mit der nationalen Gedenkstätte "Bendlerblock", dem Wissenschaftszentrum, den Botschaften und der Gemäldegalerie. Die umliegenden Bauten spiegeln in ihrer Vielfältigkeit die wesentlichen architektonischen Strömungen des 20. Jahrhunderts wider. Das heterogene Umfeld stellt dabei die Besonderheit des Ortes dar.
Der Hotelneubau des Architekten Jan Kleihues fügt sich als ordnendes Element in dieses Umfeld ein, indem das Gebäude zusammen mit dem bestehenden Shellhaus des Architekten Emil Fahrenkamp einen Block, ein Ensemble bildet.
Das Hotel der Kategorie Vier-Sterne-Plus verfügt über 505 Zimmer, einen Wellnessbereich mit Schwimmbad, ein Restaurant, eine Bar, ein Bistro mit Terrasse, rund 5.365 qm an individuell teilbaren Konferenzflächen sowie eine zweigeschossige Tiefgarage mit 478 Stellplätzen.
Das einzigartige an diesem Hotel sind die beiden großzügigen, zweigeschossigen Veranstaltungssäle, die Sitzplätze für bis zu 5.500 Personen bieten. Dank flexibler Trennwände können die Säle unterteilt oder um zugehörige Foyerbereiche erweitert werden. Darüber hinaus können beide Säle zur zweigeschossigen Hotelhalle hin geöffnet werden und somit zu einer einzigen, zusammenhängenden Veranstaltungsfläche verschmelzen. Der kleinere der beiden Säle wird über großflächige Oberlichter im Dach mit natürlichem Tageslicht versorgt. Im großen Saal sorgt eine zweigeschossige Fensterfront zur Hitzigallee für Tageslicht und Ausblick Richtung Potsdamer Platz. Trotz der enormen Baumasse von bis zu 10 Geschossen und oberirdisch 42.000 qm wird der Neubau behutsam in seine Umgebung eingefügt. In der Stauffenbergstraße werden Traufkante und Bauflucht des Shellhauses aufgenommen und weitergeführt. Ein quer zur Straße angeordneter Turm vermittelt zwischen Neubau und Shellhaus. Zugleich markiert der Turm den Haupteingang des Hotels.
Am Haupteingang in der Stauffenbergstraße überdacht ein weit auskragendes Vordach die gepflasterte Vorfahrt für PKW. Busse können über den Gehweg bis an die Kante des schützenden Vordachs heranfahren. Hier steht auch die große, als Naturdenkmal erhaltenen Platane. Gebäude und Vordach weichen hier respektvoll zurück und binden so die Platane geschickt in die Eingangssituation des Hauses ein.
Auch in der Hitzigallee wird zunächst die Traufkante des Shellhauses aufgenommen. Die Fassade folgt dann in mehreren Rücksprüngen der schräg verlaufenden Hitzigallee und ist im größten Bereich auf eine Höhe von 12,80m begrenzt. Darüber liegende Geschosse werden zurückgestaffelt. So wird in angemessener Weise auf die Baukörper der Gemäldegalerie und der benachbarten Wohnbebauung reagiert.
Oberhalb der Veranstaltungssäle werden die weiten Dachflächen zwischen den Gebäudeflügeln als gärtnerisch gestaltete Höfe angelegt. Eine von fensterartigen Öffnungen durchbrochene Wandscheibe begrenzt die Höfe zur Hitzigallee.
Entlang der Hitzigallee und zum Shellhaus hin werden ebenfalls mit Naturstein gefasste Pflanzbeete angelegt.
Die Gestaltung der Natursteinfassaden orientiert sich am hochwertigen Vorbild des benachbarten Shellhauses. Die plastische Ausformulierung der Fassaden erfolgt nach zwei Prinzipien und unterstützt so die Gliederung des Baukörpers. Das so genannte "Nutprinzip" umschließt den Turm und die dreigeschossige Sockelzone des Hauses. Es wird aus einer vorderen, flächigen Steinebene gebildet, die von horizontalen, tieferliegenden Nuten durchzogen wird. Die Gebäudeecken werden rund ausgeführt.
Einen Kontrast dazu bilden die zurückspringenden Zimmergeschosse mit dem so genannten "Federprinzip". Hier liegt die flächige Steinebene zurück und doppelte horizontale Gesimsbänder stehen vor und bilden "Federn" aus. Die Gebäudecken werden rechtwinklig ausgeführt.
Alle Fenster, Außentüren und Lüftungsgitter im Fassadenbereich werden mit einheitlichen, schlanken Rahmenprofilen und in einer optisch einheitlichen, anthrazitfarbenen Beschichtung ausgeführt.
Münster Arkaden
Königsstraße, Rothenburg, Ludgeristraße, Hötteweg, Münster
Nutzung Neubau einer Einkaufspassage mit 36 Läden, einer City-Filiale der Sparkasse, einem Bekleidungskaufhaus, Gastronomie, Büros und einer Tiefgarage mit 250 Stellplätzen
Architekt Prof. Josef P. Kleihues und Norbert Hensel mit Michael Alshut (Projektleiter)
Bauherr Sparkassen-Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG
Wettbewerb 2000, 1. Preis
Planungsbeginn 2001
Baubeginn Januar 2000
Realisierung Oktober 2002 bis Mai 2005 (1. Bauabschnitt) - Oktober 2006 (2. Bauabschnitt)
Baukosten 122,7 Mio. EUR
Bruttogeschossfläche 58.056 m²
Kurzbeschreibung
Unweit des malerischen Prinzipalmarkts entstehen die Münster Arkaden - ein Entwurf aus der Hand von Josef Paul Kleihues und seinem Partner Norbert Hensel. Die sechs miteinander verwobenen Einzelbaukörper bilden ein Ensemble, das mittels einer großzügigen drei- bis viergeschossigen Passage eine öffentliche Verbindung zwischen der belebten Rothenburg und der Fußgängerzone in der Ludgeristraße schafft.
Die Passagenarme verschränken sich im Zentrum zu einem zentralen, mit einer flachen Glaskuppel überwölbtem Platz, von dem aus der rückseitige Eingang des Picasso-Museums über einen glasüberdachten Hof in das Wegenetz eingebunden wird. Die großzügige klassizistisch gegliederte Passagenfassade, welche in ihrer Folge von drei Glasdächern bedacht wird, steht mit ihrem dreidimensional wirkenden Bodenbelag im Kontrast zu den hellen Kalksteinfassaden.
Die verschiedenen Einzelbaukörper spiegeln ihre Nutzungen als Kaufhaus, Bürogebäude oder Passagenbaukörper über die Fassaden wider. Diese sind mit einem Arkadengeschoss und zwei oder drei Regelgeschosse gegliedert und beziehen sich auf die für die "Münsterländische" Sachlichkeit kennzeichnende regelmäßige vertikale Fassadenordnung.
Durch die logische Fortsetzung der im nördlichen Bestand existierenden Arkaden und Ihrer Verbindung über die Passage, wird das Stadtgefüge fortgeschrieben und enger vernetzt. Zusammen mit der Wiederaufnahme der historischen Baufluchten und der ortstypischen Vertikalgliederung knüpft dieser Entwurf an das Konzept der kritischen Rekonstruktion des Stadtbildes an.
Nutzung Neubau einer Einkaufspassage mit 36 Läden, einer City-Filiale der Sparkasse, einem Bekleidungskaufhaus, Gastronomie, Büros und einer Tiefgarage mit 250 Stellplätzen
Architekt Prof. Josef P. Kleihues und Norbert Hensel mit Michael Alshut (Projektleiter)
Bauherr Sparkassen-Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG
Wettbewerb 2000, 1. Preis
Planungsbeginn 2001
Baubeginn Januar 2000
Realisierung Oktober 2002 bis Mai 2005 (1. Bauabschnitt) - Oktober 2006 (2. Bauabschnitt)
Baukosten 122,7 Mio. EUR
Bruttogeschossfläche 58.056 m²
Kurzbeschreibung
Unweit des malerischen Prinzipalmarkts entstehen die Münster Arkaden - ein Entwurf aus der Hand von Josef Paul Kleihues und seinem Partner Norbert Hensel. Die sechs miteinander verwobenen Einzelbaukörper bilden ein Ensemble, das mittels einer großzügigen drei- bis viergeschossigen Passage eine öffentliche Verbindung zwischen der belebten Rothenburg und der Fußgängerzone in der Ludgeristraße schafft.
Die Passagenarme verschränken sich im Zentrum zu einem zentralen, mit einer flachen Glaskuppel überwölbtem Platz, von dem aus der rückseitige Eingang des Picasso-Museums über einen glasüberdachten Hof in das Wegenetz eingebunden wird. Die großzügige klassizistisch gegliederte Passagenfassade, welche in ihrer Folge von drei Glasdächern bedacht wird, steht mit ihrem dreidimensional wirkenden Bodenbelag im Kontrast zu den hellen Kalksteinfassaden.
Die verschiedenen Einzelbaukörper spiegeln ihre Nutzungen als Kaufhaus, Bürogebäude oder Passagenbaukörper über die Fassaden wider. Diese sind mit einem Arkadengeschoss und zwei oder drei Regelgeschosse gegliedert und beziehen sich auf die für die "Münsterländische" Sachlichkeit kennzeichnende regelmäßige vertikale Fassadenordnung.
Durch die logische Fortsetzung der im nördlichen Bestand existierenden Arkaden und Ihrer Verbindung über die Passage, wird das Stadtgefüge fortgeschrieben und enger vernetzt. Zusammen mit der Wiederaufnahme der historischen Baufluchten und der ortstypischen Vertikalgliederung knüpft dieser Entwurf an das Konzept der kritischen Rekonstruktion des Stadtbildes an.
Galeria Kaufhof am Alexanderplatz Berlin
Alexanderplatz 9
Berlin-Mitte
Nutzung Umbau und Erweiterung eines Warenhauses
Architekt Prof. Josef Paul Kleihues
Bauherr Kaufhaus Warenhaus Am Alex GmbH
Planungsbeginn 2003
Realisierung 2004 bis Sommer 2006
Bruttogeschossfläche 75.000 m²
Bruttogeschossfläche 71.022.000 €
Leistungsphasen 2-4, Teile von 5, 6, künstlerische Oberleitung
Der Kaufhof am Alexanderplatz blickt auf eine ähnlich wechselhafte Geschichte zurück wie seine Umgebung.
Der Ursprung des Warenhauses am Alexanderplatze geht auf das am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Warenhaus Hermann Tietz zurück, das an ähnlicher Stelle wie der jetzige Baukörper stand. Nach Enteignung der Gründerfamilie Tietz, der Beschädigung im Zweiten Weltkrieg und schließlich des Abrisses in den sechziger Jahren wurde auf neuem Stadtgrundriss der Gesamtkomplex Alexanderplatz mit dem Centrum-Warenhaus im Zeitgeist der 70´er Jahre errichtet. Dazu passend wurde das Platz prägende Kaufhaus mit einer Netzfassade aus geformten Aluminiumblechen verkleidet.
Das Centrum-Warenhaus wurde nach der deutschen Einheit Teil der Kaufhof AG, und es begannen die ersten Umbaumaßnahmen. Ein Masterplan von 1993 schaffte ein neues städtebauliches Gerüst, mit dem Ziel, dem Alexanderplatz einen städtischen Maßstab zurückzugeben und die Bebauung zu verdichten.
10 Jahre später stellte Prof. Josef P. Kleihues den Entwurf für den jetzigen Umbau und die Erweiterung des Kaufhof-Gebäudes vor. Der Umfang der Baumaßnahmen ist so groß, dass von einem Neubau gesprochen werden müsste.
Das Umbaukonzept sieht vor, das Haus zum Platz hin um 25 m zu erweitern. Technik und Verwaltung, die bislang das 4. und 5. Obergeschoss belegten, werden in einem neuen Staffelgeschoss untergebracht. Damit können diese beiden Geschosse als zusätzliche Verkaufsflächen gewonnen werden. Bei laufendem Betrieb wird die gesamte technische Infrastruktur im Innern des Gebäudes abgebrochen. Die neuen Treppenhäuser und Schächte werden an die Gebäudelängsseiten gelegt, so dass eine klar strukturierte Verkaufsfläche von der Größe eines Fußballfeldes entsteht. Das Zentrum des Hauses bildet das von einer Kuppel gedeckte, Licht durchflutete Atrium mit der Fahrtreppenanlage.
Die Nutzungen werden horizontal übereinander geschichtet und gliedern sich in folgende Hauptbereiche:
2. UG Haustechnik, Lüftung, Lager
1. UG Warenanlieferung, Lebensmittellager und Vorbereitung, Technik, Personalgarderoben
EG Verkauf, kleinere Shops an den Gebäudelängsseiten, Lebensmittelabteilung im Bereich Karl-Liebknecht-Str.
1.-3. OG Verkauf
4. OG Verkauf und Personalkantine
5. OG Verkauf und Restaurant
6. OG Verwaltung + Technik
Der Charakter des Hauses wird durch die neue Fassade bestimmt, einer modernen Interpretation klassischer Warenhaus Architektur, mit großen Eingängen, einem zweigeschossigen Sockel und plastisch gegliederten Natursteinflächen.
Obwohl im Innern in erster Linie Wandflächen für die Präsentation der Waren benötigt werden, konnten zu allen Seiten hin große Fensterflächen realisiert werden.
Mit dem Entwurf für den Kaufhof erhält der Alexanderplatz ein Stück Stadt zurück, ein großes modernes Warenhaus, das selbstbewusst zwischen seinen Nachbarn steht.
Berlin-Mitte
Nutzung Umbau und Erweiterung eines Warenhauses
Architekt Prof. Josef Paul Kleihues
Bauherr Kaufhaus Warenhaus Am Alex GmbH
Planungsbeginn 2003
Realisierung 2004 bis Sommer 2006
Bruttogeschossfläche 75.000 m²
Bruttogeschossfläche 71.022.000 €
Leistungsphasen 2-4, Teile von 5, 6, künstlerische Oberleitung
Der Kaufhof am Alexanderplatz blickt auf eine ähnlich wechselhafte Geschichte zurück wie seine Umgebung.
Der Ursprung des Warenhauses am Alexanderplatze geht auf das am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Warenhaus Hermann Tietz zurück, das an ähnlicher Stelle wie der jetzige Baukörper stand. Nach Enteignung der Gründerfamilie Tietz, der Beschädigung im Zweiten Weltkrieg und schließlich des Abrisses in den sechziger Jahren wurde auf neuem Stadtgrundriss der Gesamtkomplex Alexanderplatz mit dem Centrum-Warenhaus im Zeitgeist der 70´er Jahre errichtet. Dazu passend wurde das Platz prägende Kaufhaus mit einer Netzfassade aus geformten Aluminiumblechen verkleidet.
Das Centrum-Warenhaus wurde nach der deutschen Einheit Teil der Kaufhof AG, und es begannen die ersten Umbaumaßnahmen. Ein Masterplan von 1993 schaffte ein neues städtebauliches Gerüst, mit dem Ziel, dem Alexanderplatz einen städtischen Maßstab zurückzugeben und die Bebauung zu verdichten.
10 Jahre später stellte Prof. Josef P. Kleihues den Entwurf für den jetzigen Umbau und die Erweiterung des Kaufhof-Gebäudes vor. Der Umfang der Baumaßnahmen ist so groß, dass von einem Neubau gesprochen werden müsste.
Das Umbaukonzept sieht vor, das Haus zum Platz hin um 25 m zu erweitern. Technik und Verwaltung, die bislang das 4. und 5. Obergeschoss belegten, werden in einem neuen Staffelgeschoss untergebracht. Damit können diese beiden Geschosse als zusätzliche Verkaufsflächen gewonnen werden. Bei laufendem Betrieb wird die gesamte technische Infrastruktur im Innern des Gebäudes abgebrochen. Die neuen Treppenhäuser und Schächte werden an die Gebäudelängsseiten gelegt, so dass eine klar strukturierte Verkaufsfläche von der Größe eines Fußballfeldes entsteht. Das Zentrum des Hauses bildet das von einer Kuppel gedeckte, Licht durchflutete Atrium mit der Fahrtreppenanlage.
Die Nutzungen werden horizontal übereinander geschichtet und gliedern sich in folgende Hauptbereiche:
2. UG Haustechnik, Lüftung, Lager
1. UG Warenanlieferung, Lebensmittellager und Vorbereitung, Technik, Personalgarderoben
EG Verkauf, kleinere Shops an den Gebäudelängsseiten, Lebensmittelabteilung im Bereich Karl-Liebknecht-Str.
1.-3. OG Verkauf
4. OG Verkauf und Personalkantine
5. OG Verkauf und Restaurant
6. OG Verwaltung + Technik
Der Charakter des Hauses wird durch die neue Fassade bestimmt, einer modernen Interpretation klassischer Warenhaus Architektur, mit großen Eingängen, einem zweigeschossigen Sockel und plastisch gegliederten Natursteinflächen.
Obwohl im Innern in erster Linie Wandflächen für die Präsentation der Waren benötigt werden, konnten zu allen Seiten hin große Fensterflächen realisiert werden.
Mit dem Entwurf für den Kaufhof erhält der Alexanderplatz ein Stück Stadt zurück, ein großes modernes Warenhaus, das selbstbewusst zwischen seinen Nachbarn steht.
Museum für Arbeit und Industrie „Eugenio Battisti“, Brescia
Brescia/Italien
Nutzung Umnutzung und Erweiterung einer ehemaligen Fabrikanlage in ein Museum für Arbeit und Industrie
Architekt Jan Kleihues, Berlin und Klaus Schuwerk, Neapel
Bauherr Comune di Brescia
Wettbewerb Offener Ideen- und Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren 2004, 1. Preis
Planungsbeginn 2004
Realisierung voraussichtlich 2005 - 2007
Bruttogeschossfläche 15.000 m²
Baukosten 25 Mio. € (mit Ausstellung), nur Bau: 15 Mio. €
Aufgabe
In Brescia soll eine ehemalige Fabrikanlage in ein Museum für Arbeit und Industrie umgenutzt und erweitert werden. Neben dem Museum, das in den stillgelegten Produktionshallen der Stahlfabrik untergebracht werden soll, war ein Konzept für die Umnutzung des benachbarten Walzwerks und die umgebenden Freiflächen zu entwerfen.
Konzept
Das Thema des Entwurfs entwickelt sich aus dem Widerspruch zwischen dem Charakter des Ortes und der Institution eines Museums: der auf Schnelllebigkeit und Nützlichkeit angelegten Produktionsanlage steht die dauerhafte und von einem reinen Funktionsanspruch losgelöste Einrichtung eines Museums gegenüber.
Museum
An der südlichen Stirnseite des Komplexes ist die Eingangshalle geplant, ein Turm an der Südwestecke markiert den Haupteingang.
Den in den bestehenden Werkhallen untergebrachten Ausstellungsräumen, Lesesälen und dem Auditorium, wird eine neugebaute "S"-förmige Erschließungszone zugeordnet, die den Museumsbereich umfasst. Sie ist in drei Abschnitte untergliedert: Die Eingangshalle leitet in einen lang gestreckten Wandelgang über, der sich zu einem zwischen dem Museum und der Friedhofsmauer liegenden Wasserhof öffnet. Im Sommer und in den Übergangszeiten ist die Glaswand zum Wasserhof vollständig zu öffnen. Der Wandelgang führt in ein weiteres Foyer, das den Bereich der Wechselausstellungen von dem der Ständigen Ausstellung trennt.
Von dort wird der Wandelgang an der Ostseite des Gebäudes weitergeführt und soll als eine Art Stoa zwischen dem Platz zum Walzwerk und den Ausstellungsräumen vermitteln; diese Stoa ist als Ort der Kontemplation gegenüber dem Ort der Konzentration in den Museumsräumen angelegt.
Die Werkstätten sind innerhalb der ständigen Ausstellung in einer Art Glasvitrine untergebracht, durch die man die Instandhaltung und Restaurierung der Maschinen betrachten und die Räume im Sinne einer offenen Werkstatt auch betreten kann.
Bibliothek und der Lesesaal des Museums sind so angeordnet, dass sie durch eine Glaswand getrennt sowohl unabhängig von einander, als auch mit einem einzigen Zugang gemeinsam betrieben werden können. Ebenso können die dazugehörigen Magazine flexibel aufgeteilt werden, da diese direkt nebeneinander liegen.
Der Bestand wird restauriert und nur wo nötig durch geringfügige Maßnahmen verändert. So wird ein hoch belastbarer Industriefussboden in den Ausstellungsbereichen eingebracht, die Oberlichter werden erneuert, das Zwischengeschoss der Bibliothek wird als Stahlkonstruktion eingefügt und die den östlichen Abschluss der Bibliothek bildende Backsteinwand wird durch Spolienmaterial aus anderen Gebäudeteilen ergänzt.
Für die Neubauten ist – im Kontrast zu dem in der Bibliothek und dem Auditorium verwendeten Holz - Sichtbeton als vorherrschende Material vorgesehen. Er wird durch rahmenlos gefügtes Glas für die äusseren Abschlüsse sowie Holz in der Bibliothek und im Auditorium ergänzt.
Ideenteil Walzwerk und Freiflächen
Die Struktur des gegenüber liegenden Walzwerks soll in seinem jetzigen Zustand erhalten bleiben. Die neuen, zusätzlichen Bauteile mit den vorgeschlagenen Funktionen (Lofts zum Wohnen und Arbeiten, Auditorium, Kommunales Kino, Restaurants, Läden, etc.) werden als freie Körper in den Raum eingestellt und zum Teil vom Boden abgehoben. Sie sind so platziert, dass sie auf der einen Seite zwei Meter Abstand zur bestehenden Fassade halten und auf der anderen eine Art Wandelhalle bilden.
Der Raum zwischen Museumsgebäude und Walzwerk ist als lange Piazza angelegt. Flache Stufen führen von Süden her auf dieses leicht erhöhte Plateau. Fußgänger aus der Stadt können den Platz zusätzlich über die verschiedenen Durchgänge des Walzwerks erreichen.
Die verschiedenen Funktionen des Museums und des Walzwerks orientieren sich zu der Piazza, die als Filter zwischen den Gebäuden wirkt. Restaurants können dort Tische aufstellen oder der Platz kann für Veranstaltungen im Freien dienen, so dass sich die Piazza als neues Kulturforum von Brescia anbietet.
Jan Kleihues, Klaus Schuwerk, 2004
Nutzung Umnutzung und Erweiterung einer ehemaligen Fabrikanlage in ein Museum für Arbeit und Industrie
Architekt Jan Kleihues, Berlin und Klaus Schuwerk, Neapel
Bauherr Comune di Brescia
Wettbewerb Offener Ideen- und Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren 2004, 1. Preis
Planungsbeginn 2004
Realisierung voraussichtlich 2005 - 2007
Bruttogeschossfläche 15.000 m²
Baukosten 25 Mio. € (mit Ausstellung), nur Bau: 15 Mio. €
Aufgabe
In Brescia soll eine ehemalige Fabrikanlage in ein Museum für Arbeit und Industrie umgenutzt und erweitert werden. Neben dem Museum, das in den stillgelegten Produktionshallen der Stahlfabrik untergebracht werden soll, war ein Konzept für die Umnutzung des benachbarten Walzwerks und die umgebenden Freiflächen zu entwerfen.
Konzept
Das Thema des Entwurfs entwickelt sich aus dem Widerspruch zwischen dem Charakter des Ortes und der Institution eines Museums: der auf Schnelllebigkeit und Nützlichkeit angelegten Produktionsanlage steht die dauerhafte und von einem reinen Funktionsanspruch losgelöste Einrichtung eines Museums gegenüber.
Museum
An der südlichen Stirnseite des Komplexes ist die Eingangshalle geplant, ein Turm an der Südwestecke markiert den Haupteingang.
Den in den bestehenden Werkhallen untergebrachten Ausstellungsräumen, Lesesälen und dem Auditorium, wird eine neugebaute "S"-förmige Erschließungszone zugeordnet, die den Museumsbereich umfasst. Sie ist in drei Abschnitte untergliedert: Die Eingangshalle leitet in einen lang gestreckten Wandelgang über, der sich zu einem zwischen dem Museum und der Friedhofsmauer liegenden Wasserhof öffnet. Im Sommer und in den Übergangszeiten ist die Glaswand zum Wasserhof vollständig zu öffnen. Der Wandelgang führt in ein weiteres Foyer, das den Bereich der Wechselausstellungen von dem der Ständigen Ausstellung trennt.
Von dort wird der Wandelgang an der Ostseite des Gebäudes weitergeführt und soll als eine Art Stoa zwischen dem Platz zum Walzwerk und den Ausstellungsräumen vermitteln; diese Stoa ist als Ort der Kontemplation gegenüber dem Ort der Konzentration in den Museumsräumen angelegt.
Die Werkstätten sind innerhalb der ständigen Ausstellung in einer Art Glasvitrine untergebracht, durch die man die Instandhaltung und Restaurierung der Maschinen betrachten und die Räume im Sinne einer offenen Werkstatt auch betreten kann.
Bibliothek und der Lesesaal des Museums sind so angeordnet, dass sie durch eine Glaswand getrennt sowohl unabhängig von einander, als auch mit einem einzigen Zugang gemeinsam betrieben werden können. Ebenso können die dazugehörigen Magazine flexibel aufgeteilt werden, da diese direkt nebeneinander liegen.
Der Bestand wird restauriert und nur wo nötig durch geringfügige Maßnahmen verändert. So wird ein hoch belastbarer Industriefussboden in den Ausstellungsbereichen eingebracht, die Oberlichter werden erneuert, das Zwischengeschoss der Bibliothek wird als Stahlkonstruktion eingefügt und die den östlichen Abschluss der Bibliothek bildende Backsteinwand wird durch Spolienmaterial aus anderen Gebäudeteilen ergänzt.
Für die Neubauten ist – im Kontrast zu dem in der Bibliothek und dem Auditorium verwendeten Holz - Sichtbeton als vorherrschende Material vorgesehen. Er wird durch rahmenlos gefügtes Glas für die äusseren Abschlüsse sowie Holz in der Bibliothek und im Auditorium ergänzt.
Ideenteil Walzwerk und Freiflächen
Die Struktur des gegenüber liegenden Walzwerks soll in seinem jetzigen Zustand erhalten bleiben. Die neuen, zusätzlichen Bauteile mit den vorgeschlagenen Funktionen (Lofts zum Wohnen und Arbeiten, Auditorium, Kommunales Kino, Restaurants, Läden, etc.) werden als freie Körper in den Raum eingestellt und zum Teil vom Boden abgehoben. Sie sind so platziert, dass sie auf der einen Seite zwei Meter Abstand zur bestehenden Fassade halten und auf der anderen eine Art Wandelhalle bilden.
Der Raum zwischen Museumsgebäude und Walzwerk ist als lange Piazza angelegt. Flache Stufen führen von Süden her auf dieses leicht erhöhte Plateau. Fußgänger aus der Stadt können den Platz zusätzlich über die verschiedenen Durchgänge des Walzwerks erreichen.
Die verschiedenen Funktionen des Museums und des Walzwerks orientieren sich zu der Piazza, die als Filter zwischen den Gebäuden wirkt. Restaurants können dort Tische aufstellen oder der Platz kann für Veranstaltungen im Freien dienen, so dass sich die Piazza als neues Kulturforum von Brescia anbietet.
Jan Kleihues, Klaus Schuwerk, 2004
