Kleffel Papay Warncke Architekten
Michaelisstrasse 22
D-20459 Hamburg
T +49 40 35555 0
F +49 40 35555 177
mail@kpw-architekten.de
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Grundinstandsetzung und Erweiterung des Hessisches Landesmuseums, Darmstadt
Das Hessische Landesmuseum ist weit über die Bundesgrenzen hinaus bekannt, nicht nur wegen seines weltweit größten, zusammenhängenden Werkkomplexes von Joseph Beuys, dem sog. ‘ Block Beuys’, ergänzt durch Werke des Beuys Schülers Blinky Palermo und Dauerleihgaben der Dia Art Foundation New York, sondern auch wegen seiner umfangreichen Pop-Art Sammlung des Darmstätder Industriellen Ströher, ganz abgesehen von den reichen Schätzen aus den Sammlungen von Großherzog Ludwig I. Denn eigentlich ist der stolze Altbau des Architekten Alfred Messel, ein gebürtiger Darmstädter, der durch den Bau des Berliner Warenhauses Wertheim bekannt geworden war, ein Universalmuseum: Kultur und naturgeschichtliche Sammlungen beispielsweise, mit den noch heute existierenden , tiergeographischen Dioramen, die geologisch- paläontologische Sammlung von Funden aus der Grube Messel, eine reichhaltige Korallen - und Molluskensammlung, die Jugendstilkollektion des Amsterdamer Juweliers Carel Citroen und bedeutende Sammlungen von Werken Arnold Boecklins, Rembrandts und Albrecht Dürers, um nur die ganz großen Namen zu nennen. An der Grenze von der Stadt zum Park, dem sog. Herrengraben gelegen, wurde der Messelbau in den 80-er Jahren mit einem Anbau ergänzt, der mittlerweile seine Zeit überlebt hat.
50 internationale Architekturbüros hatten Gelegenheit, an der 1. Wettbewerbsphase teilzunehmen und wir konnten mit unserem Beitrag, der als nahezu einziger einen solitären Baukörper auf der Westseite mit unterirdischem Verbindungstrakt vorsieht, den 1. Preis erringen.
Zweierlei schien uns besonders wichtig: Erstens den Messel-Bau von seinen Anbauten zu befreien, indem wir ihm einen zweiten Solitär quasi als Dialog-Partner zur Seite stellen und zweitens mit dem geschaffenen Freiraum zwischen dem ‘altsprachlichen und dem neusprachlichen Kunstgehäuse’ der Stadt die Achse zum Park wiederzugeben.
Bei der Gegenüberstellung von Alt- und Neubau haben wir das Thema von Unterordnung und Selbstbehauptung mit dem gebührenden Respekt vor dem Messel-Bau behandelt, um dem Neubau umso mehr Freiheit zu ermöglichen.
Die Tiefe des alten Museums ergibt die Länge des Neubaus, Die Höhenstaffelung des historischen Baus den Rhythmus von ‘leicht’ und ‘schwer’ unserer Fassade. Im leichten Glasband der Erdgeschoßzone spiegelt sich der schwere Sockelbereich des Altbaus, während unser geschlossener, bronzeverkleideter Mittelteil eine präzise aber gegenläufige Resonanz der prachtvollen Fenster des Gegenübers darstellt. Die beiden unterschiedlich hohen Glas-Aufbauten schließlich liegen annähernd gleichauf mit dem Dach des Nachbarn und damit im Rahmen der Kubatur des Messel-Baus, die wir übernehmen wollten.
In dem Maße wie der Altbau - bereinigt und saniert, seine Souveränität als (wieder) frei stehender, schmuckreicher Solitär erlangt, entfaltet der Neubau seinen Charakter als elegantes, ruhiges Haus für die Moderne, aufsteigend vom Sockelgeschoß für Wechsel-Ausstellungen und Depots über 5 Geschosse, frei und einleuchtender Wegeführung gehorchend, bis zur Gegenwartskunst im gläsernen Obergeschoß, einem einzigen riesigen Raum.
Dieser hat wie alle Räume mehrfach gelenktes, elektronisch gesteuertes Tageslicht, diffus gestreut durch die mehrschichtige Glashülle, während es in den Zwischengeschossen durch Lichtgräben hereingeholt wird. Simulierend und experimentierend ermittelten wir zusammen mit dem Lichtplaner Peter Andres anhand von 1: 20 Modellen unter künstlichen Himmeln die perfekte Beleuchtung zur Farbwiedergabe der Kunstwerke.
Die Frage, wie neutral muss und darf der Hintergrund und die Hülle für die Kunst sein, hat uns während unserer Arbeit immer begleitet: Dienend - in der Sprache der Gegenwart- sind vielleicht die Stichworte, die uns halfen, Richtlinien zu finden für eine adäquate Kunst-Präsentation.
Daten
Bauherr: Hessisches Ministerium der Finanzen und
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Adresse: Friedensplatz1, 64283 Darmstadt
BGF: 24.897 qm
Fertigstellung: 2011
Mitarbeiter: J. Fuhrmann, S. Perry, T. Ockelmann, K. Wiedemann-Arndt, A. Seemann-Odefey, O. Oellrich, S. Biallas, A. Blanc, F. Reifner, D. Günther, T. Wahner, H. Weissbach
50 internationale Architekturbüros hatten Gelegenheit, an der 1. Wettbewerbsphase teilzunehmen und wir konnten mit unserem Beitrag, der als nahezu einziger einen solitären Baukörper auf der Westseite mit unterirdischem Verbindungstrakt vorsieht, den 1. Preis erringen.
Zweierlei schien uns besonders wichtig: Erstens den Messel-Bau von seinen Anbauten zu befreien, indem wir ihm einen zweiten Solitär quasi als Dialog-Partner zur Seite stellen und zweitens mit dem geschaffenen Freiraum zwischen dem ‘altsprachlichen und dem neusprachlichen Kunstgehäuse’ der Stadt die Achse zum Park wiederzugeben.
Bei der Gegenüberstellung von Alt- und Neubau haben wir das Thema von Unterordnung und Selbstbehauptung mit dem gebührenden Respekt vor dem Messel-Bau behandelt, um dem Neubau umso mehr Freiheit zu ermöglichen.
Die Tiefe des alten Museums ergibt die Länge des Neubaus, Die Höhenstaffelung des historischen Baus den Rhythmus von ‘leicht’ und ‘schwer’ unserer Fassade. Im leichten Glasband der Erdgeschoßzone spiegelt sich der schwere Sockelbereich des Altbaus, während unser geschlossener, bronzeverkleideter Mittelteil eine präzise aber gegenläufige Resonanz der prachtvollen Fenster des Gegenübers darstellt. Die beiden unterschiedlich hohen Glas-Aufbauten schließlich liegen annähernd gleichauf mit dem Dach des Nachbarn und damit im Rahmen der Kubatur des Messel-Baus, die wir übernehmen wollten.
In dem Maße wie der Altbau - bereinigt und saniert, seine Souveränität als (wieder) frei stehender, schmuckreicher Solitär erlangt, entfaltet der Neubau seinen Charakter als elegantes, ruhiges Haus für die Moderne, aufsteigend vom Sockelgeschoß für Wechsel-Ausstellungen und Depots über 5 Geschosse, frei und einleuchtender Wegeführung gehorchend, bis zur Gegenwartskunst im gläsernen Obergeschoß, einem einzigen riesigen Raum.
Dieser hat wie alle Räume mehrfach gelenktes, elektronisch gesteuertes Tageslicht, diffus gestreut durch die mehrschichtige Glashülle, während es in den Zwischengeschossen durch Lichtgräben hereingeholt wird. Simulierend und experimentierend ermittelten wir zusammen mit dem Lichtplaner Peter Andres anhand von 1: 20 Modellen unter künstlichen Himmeln die perfekte Beleuchtung zur Farbwiedergabe der Kunstwerke.
Die Frage, wie neutral muss und darf der Hintergrund und die Hülle für die Kunst sein, hat uns während unserer Arbeit immer begleitet: Dienend - in der Sprache der Gegenwart- sind vielleicht die Stichworte, die uns halfen, Richtlinien zu finden für eine adäquate Kunst-Präsentation.
Daten
Bauherr: Hessisches Ministerium der Finanzen und
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Adresse: Friedensplatz1, 64283 Darmstadt
BGF: 24.897 qm
Fertigstellung: 2011
Mitarbeiter: J. Fuhrmann, S. Perry, T. Ockelmann, K. Wiedemann-Arndt, A. Seemann-Odefey, O. Oellrich, S. Biallas, A. Blanc, F. Reifner, D. Günther, T. Wahner, H. Weissbach
Wohn- und Geschäftshaus Großer Burstah 45, Hamburg
Die Revitalisierung des Gebäudes aus dem Anfang der 80er Jahre umfasst die Neukonzeption sowohl der Fassade als auch die Umstrukturierung der Grundrisse, sowie des Neuaufbaus zweier Dachgeschosse für Maisonette-Wohnungen.
Um die Integration in den städtebaulichen Kontext und das Zusammenspiel mit den angrenzenden Nachbarn herauszuarbeiten, erhält das Gebäude als zusammenbindendes Gestaltelement ein umlaufendes Band in Form eines mit geätzten Aluminium-Eloxalblechen verkleideten Rahmens. Dieser verknüpft die geschichteten Geschosse gestaltprägend zu einem differenzierten Gebäudevolumen. Die bodentiefen Verglasungen der Bürogeschosse verstärken durch ihre geschossweise verdrehten Elemente die Bewegung des Bandes.
Die neue zweigeschossige Staffel korrespondiert mit dem gegenüberliegenden Hindenburghaus und markiert in voller Höhe die Ecksituation. Zur Einbindung in den Maßstab der westlichen Nachbarn und als Reaktion auf die Enge der Straße Großer Burstah verschwenkt diese Staffel in die Tiefe und spielt dabei eine Dachterrasse für Penthouse-Maisonette-Wohnungen frei. So wird trotz städtischer Verdichtung und Stärkung der Ecksituation der harmonische Maßstab des Burstahs in seiner Kleinteiligkeit gewahrt.
Durch die Revitalisierung und Modernisierung der gesamten Haustechnik und dem Austausch der Fassade nach energetischen Gesichtspunkten hat sich das überholte Energiekonzept des Gebäudes nachhaltig verbessert. So wurde u. a. der Einbau von Sonnenschutz, sowie Schalldämmlüftung zur kontrollierten, energiebewußten Lüftung vorgesehen.
Daten
Bauherr: HDI Industrie Versicherung AG,
vertreten durch die Ampega Gerling Immobilien Management GmbH, Köln
Adresse: Grosser Burstah 45, 20457 Hamburg
BGF: 6048 qm
Fertigstellung: 2007
Mitarbeiter: M. Krüger, M. Kleine, , D. Lagemann, S. Perry
Um die Integration in den städtebaulichen Kontext und das Zusammenspiel mit den angrenzenden Nachbarn herauszuarbeiten, erhält das Gebäude als zusammenbindendes Gestaltelement ein umlaufendes Band in Form eines mit geätzten Aluminium-Eloxalblechen verkleideten Rahmens. Dieser verknüpft die geschichteten Geschosse gestaltprägend zu einem differenzierten Gebäudevolumen. Die bodentiefen Verglasungen der Bürogeschosse verstärken durch ihre geschossweise verdrehten Elemente die Bewegung des Bandes.
Die neue zweigeschossige Staffel korrespondiert mit dem gegenüberliegenden Hindenburghaus und markiert in voller Höhe die Ecksituation. Zur Einbindung in den Maßstab der westlichen Nachbarn und als Reaktion auf die Enge der Straße Großer Burstah verschwenkt diese Staffel in die Tiefe und spielt dabei eine Dachterrasse für Penthouse-Maisonette-Wohnungen frei. So wird trotz städtischer Verdichtung und Stärkung der Ecksituation der harmonische Maßstab des Burstahs in seiner Kleinteiligkeit gewahrt.
Durch die Revitalisierung und Modernisierung der gesamten Haustechnik und dem Austausch der Fassade nach energetischen Gesichtspunkten hat sich das überholte Energiekonzept des Gebäudes nachhaltig verbessert. So wurde u. a. der Einbau von Sonnenschutz, sowie Schalldämmlüftung zur kontrollierten, energiebewußten Lüftung vorgesehen.
Daten
Bauherr: HDI Industrie Versicherung AG,
vertreten durch die Ampega Gerling Immobilien Management GmbH, Köln
Adresse: Grosser Burstah 45, 20457 Hamburg
BGF: 6048 qm
Fertigstellung: 2007
Mitarbeiter: M. Krüger, M. Kleine, , D. Lagemann, S. Perry
Fotos: Oliver Heissner
Wohn- und Geschäftshaus Großer Burstah 44, Hamburg
Manche Projekte sind Glücksfälle! Ein enthusiastischer Bauherr, der das Entstehen eines Bauwerks von Beginn an mit lebhafter Teilnahme, Entscheidungsfreude und dem wohlwollenden Interesse eines Architekturliebhabers begleitet, provoziert im Architekten das Gefühl, hier kann ich mein Bestes geben`, -eine exquisite Situation, welche die Meßlatte von vornherein ganz oben fixiert.
So konnten wir immer an einem Strang ziehen und das war gut und nötig, denn die Grundbedingungen waren delikat: Zum einen handelte es sich um ein äußerst schmales Grundstück von nur 6 m Breite, das über 30 m in die Tiefe unmittelbar zum Fleet hin reicht. Zum anderen war die Erschließungsproblematik in Konkurrenz mit möglichst großen, ungestörten Ladenflächen zu lösen.
Nicht selten kann aus der Not eine Tugend gemacht werden und so auch hier: Wir entschieden uns, ganz nach vorn an den Fußweg den Lift zu legen , diesen und die einläufige Treppe entlang der Brandwand mittels Glaslamellen zu belüften bzw. im Notfall zu ‘entrauchen’, womit allen Anforderungen quasi in einem Streich Genüge getan war.
Dies führte wiederum zu einer extremen Betonung der Vertikalen, was dem 9 - geschossigen Haus seinen besonderen Charakter verleiht und einen unserer Mitarbeiter zu der Metapher vom schmalen, kostbaren Buch in der Bücherwand des Straßenzuges verleitete. ‘Kostbar’ auch wegen seines ungewöhnlichen Fassadenmaterials: Golden titanbeschichteter Edelstahl mit einem ganz zarten Punktraster-Relief. Diese Struktur verursacht auf dem matten Metall eine feine Schattenwirkung und lässt die Pracht natürlich aussehen.
Alle anderen Materialien haben wir der goldenen Fassung des Gebäudes untergeordnet- sie sind nur der dunkle Hintergrund aus umbra-grauen Tönen für Geländer, Aufzug und was immer von außen sichtbar ist.
Viel Detailarbeit war an den Grundrissen naturgemäß vonnöten wegen der mangelnden Breite, aber ein kleiner Lichthof brachte viel Helligkeit in das tiefe Haus und Leben – denn oben gibt es Wohnungen, die kopfförmige Auskragung hoch über dem Fleet zeigt es, von wo man fast alle Hamburger Kirchtürme sehen kann. Und ein schmaler Ausschnitt in der Straßenschlucht gibt sogar für einen Moment einen Blick auf die Elbe frei, - ein Glücksfall eben!
Das Projekt zeigt exemplarisch, dass auch heute noch ein klassisches, hybridartiges Wohn- und Geschäftshaus dem angestrebten Nutzungsmix einer urbanen Innenstadt gerecht wird und auch auf engstem Parzellenraum zur Wahrung der Kleinteiligkeit möglich ist.
Daten
Bauherr: HALU Immobilien + Verwaltungs GmbH
Adresse: Großer Burstah 44, 20459 Hamburg
BGF: 1500 qm
Fertigstellung: 2005
Mitarbeiter: J. Fuhrmann, S. Perry, D. Lagemann, O. Oellrich
So konnten wir immer an einem Strang ziehen und das war gut und nötig, denn die Grundbedingungen waren delikat: Zum einen handelte es sich um ein äußerst schmales Grundstück von nur 6 m Breite, das über 30 m in die Tiefe unmittelbar zum Fleet hin reicht. Zum anderen war die Erschließungsproblematik in Konkurrenz mit möglichst großen, ungestörten Ladenflächen zu lösen.
Nicht selten kann aus der Not eine Tugend gemacht werden und so auch hier: Wir entschieden uns, ganz nach vorn an den Fußweg den Lift zu legen , diesen und die einläufige Treppe entlang der Brandwand mittels Glaslamellen zu belüften bzw. im Notfall zu ‘entrauchen’, womit allen Anforderungen quasi in einem Streich Genüge getan war.
Dies führte wiederum zu einer extremen Betonung der Vertikalen, was dem 9 - geschossigen Haus seinen besonderen Charakter verleiht und einen unserer Mitarbeiter zu der Metapher vom schmalen, kostbaren Buch in der Bücherwand des Straßenzuges verleitete. ‘Kostbar’ auch wegen seines ungewöhnlichen Fassadenmaterials: Golden titanbeschichteter Edelstahl mit einem ganz zarten Punktraster-Relief. Diese Struktur verursacht auf dem matten Metall eine feine Schattenwirkung und lässt die Pracht natürlich aussehen.
Alle anderen Materialien haben wir der goldenen Fassung des Gebäudes untergeordnet- sie sind nur der dunkle Hintergrund aus umbra-grauen Tönen für Geländer, Aufzug und was immer von außen sichtbar ist.
Viel Detailarbeit war an den Grundrissen naturgemäß vonnöten wegen der mangelnden Breite, aber ein kleiner Lichthof brachte viel Helligkeit in das tiefe Haus und Leben – denn oben gibt es Wohnungen, die kopfförmige Auskragung hoch über dem Fleet zeigt es, von wo man fast alle Hamburger Kirchtürme sehen kann. Und ein schmaler Ausschnitt in der Straßenschlucht gibt sogar für einen Moment einen Blick auf die Elbe frei, - ein Glücksfall eben!
Das Projekt zeigt exemplarisch, dass auch heute noch ein klassisches, hybridartiges Wohn- und Geschäftshaus dem angestrebten Nutzungsmix einer urbanen Innenstadt gerecht wird und auch auf engstem Parzellenraum zur Wahrung der Kleinteiligkeit möglich ist.
Daten
Bauherr: HALU Immobilien + Verwaltungs GmbH
Adresse: Großer Burstah 44, 20459 Hamburg
BGF: 1500 qm
Fertigstellung: 2005
Mitarbeiter: J. Fuhrmann, S. Perry, D. Lagemann, O. Oellrich
Fotos: Oliver Heissner
Geschäftshaus Neuer Wall 52, Hamburg
Die Adresse Neuer Wall 52 in Hamburg stand für ein Haus aus den frühen 20er Jahren, dessen etwas überladener Historismus nostalgische Bedürfnisse befriedigte, strengen denkmalpflegerischen Gesichtpunkten aber nicht standhielt. Als es sich erwies, dass die Bauschäden bis tief in eine irreparable Gründungsproblematik reichten, war die Zeit reif, über etwas Neues nachzudenken.
Wir schlugen ein "helles Haus auf dunklem Sockel" vor: Weißes Glas, Bronze und geschliffener, dunkler Naturstein als vornehmer "Anzug" für ein nobles Haus, das in dieser Lage natürlich gehobenen Ansprüchen gerecht werden muss.
Eine kraftvolle Statur mit 2geschossigen Ladenfronten, die eine klare, großzügige und gegenwärtige Sprache sprechen, aber nicht so abstrakt sind, als dass sie sich nicht zuwenden würden den Bedürfnissen der vorübereilenden, flanierenden oder verweilenden Passanten, zum Beispiel mit einer raumgebenden, bewegungsfreundlichen Eckausbildung.
Anknüpfend an die Tradition prächtiger Entrees haben wir dem Haus ein geräumiges, teakgetäfeltes, 2geschossiges Foyer gegeben, mit schwarzem Steinboden, als Zugang zu den darüber liegenden Büros.
Die Fassade mit den weißen, geschuppten Glaslamellen steigt über dem Sockelgeschoß um 4 Etagen empor, um dann als wiederum 2geschossige Kubatur zurückzuspringen, wo sie einer auf zwei Seiten umlaufenden Terrasse Platz bietet. Nur zum Fleet hin ragt der ganze Baukörper in voller Höhe auf. Hier zeigt sich auch, wie plausibel die Metapher vom "Anzug" ist am deutlichsten: Die Eckausbildung der oberen Geschosse mit dem Glasschwert als "messerscharfe Bügelfalte", die Verzahnung des Steinsockels - wie eine Steppnaht als betont handwerkliches Element - und der dezente Schimmer auf der gläsernen Oberfläche, die seriöse Gestalt umhüllend, wie auf einem edlen Stoff, dem Stoff, aus dem die Maßanzüge sind!
Daten
Bauherr: RIPA GmbH, Neuer Wall 71
Adresse: Neuer Wall 52, 20459 Hamburg
BGF: 4.200
Fertigstellung: 2005
Mitarbeiter: O. Oellrich, S. Perry, P. Dechow, D. Günther, M. Heitgerken, T. Ockelmann
Wir schlugen ein "helles Haus auf dunklem Sockel" vor: Weißes Glas, Bronze und geschliffener, dunkler Naturstein als vornehmer "Anzug" für ein nobles Haus, das in dieser Lage natürlich gehobenen Ansprüchen gerecht werden muss.
Eine kraftvolle Statur mit 2geschossigen Ladenfronten, die eine klare, großzügige und gegenwärtige Sprache sprechen, aber nicht so abstrakt sind, als dass sie sich nicht zuwenden würden den Bedürfnissen der vorübereilenden, flanierenden oder verweilenden Passanten, zum Beispiel mit einer raumgebenden, bewegungsfreundlichen Eckausbildung.
Anknüpfend an die Tradition prächtiger Entrees haben wir dem Haus ein geräumiges, teakgetäfeltes, 2geschossiges Foyer gegeben, mit schwarzem Steinboden, als Zugang zu den darüber liegenden Büros.
Die Fassade mit den weißen, geschuppten Glaslamellen steigt über dem Sockelgeschoß um 4 Etagen empor, um dann als wiederum 2geschossige Kubatur zurückzuspringen, wo sie einer auf zwei Seiten umlaufenden Terrasse Platz bietet. Nur zum Fleet hin ragt der ganze Baukörper in voller Höhe auf. Hier zeigt sich auch, wie plausibel die Metapher vom "Anzug" ist am deutlichsten: Die Eckausbildung der oberen Geschosse mit dem Glasschwert als "messerscharfe Bügelfalte", die Verzahnung des Steinsockels - wie eine Steppnaht als betont handwerkliches Element - und der dezente Schimmer auf der gläsernen Oberfläche, die seriöse Gestalt umhüllend, wie auf einem edlen Stoff, dem Stoff, aus dem die Maßanzüge sind!
Daten
Bauherr: RIPA GmbH, Neuer Wall 71
Adresse: Neuer Wall 52, 20459 Hamburg
BGF: 4.200
Fertigstellung: 2005
Mitarbeiter: O. Oellrich, S. Perry, P. Dechow, D. Günther, M. Heitgerken, T. Ockelmann
Fotos: Oliver Heissner




