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Wettbewerb Neubau John Cranko Schule - 4. Preis für Karl + Probst
Am Samstag wurde der hochkarätig besetzte Wettbewerb für den Neubau der John Cranko Ballettschule in Stuttgart entschieden. Der Entwurf unseres Büros erhielt den 4. Preis. Sieger sind die Münchner Architekten Burger Rudacs.
Grundsteinlegung JVA Augsburg
Am Montag, dem 28. November, fand im Beisein der bayerischen Justizministerin Dr. Beate Merk die symbolische Grundsteinlegung für die größte JVA Bayerns statt. Die Planung für die Anlage mit 609 Haftplätzen wird von unserem Büro in Arge mit Dömges Architekten, Regensburg, durchgeführt.
Die gesamte Anlage umfasst zehn Einzelgebäude, die sich entlang einer 250 Meter langen Magistrale reihen. Vier viergeschossigen, V-förmigen Zellentrakten mit 609 Haftplätzen liegen verschiedene Funktionsbauten für Freizeit, Arbeit und Versorgung gegenüber. Der zentrale Zugang erfolgt im Nordwesten des Geländes über eine Torwache. Die Gesamtkosten liegen bei 99,5 Millionen Euro. Mitte 2015 soll das letzte Gebäude fertiggestellt werden.
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Richtfest LIMESEUM Ruffenhofen
Im Westen Mittelfrankens, im Zentrum des Städtevierecks Ulm-Augsburg-Würzburg-Nürnberg, entsteht zurzeit einer der interessantesten Museumsneubauten Bayerns: das Limeseum. Am Freitag, dem 9. Dezember feierte das Gebäude, das Teil des Römerparks Ruffenhofen ist, sein Richtfest.
Die mittlerweile fertiggestellte Holzbaukonstruktion lässt die Entwurfsidee bereits gut erkennen: Der in einer Aufwärtsspirale organisierte Weg durch das Museum gibt Blicke in alle Richtungen frei, so dass Ausstellung und Park zu einer Einheit werden. Der spiralförmige Bau ist Ergebnis eines internationalen Wettbewerbs, den das Münchner Architekturbüro Karl + Probst vor fast genau einem Jahr im Dezember 2010 für sich entschied.
„Wir können gemeinsam mit der Bauherrschaft auf eine intensive, kreative und von allen Seiten konstruktive Zusammenarbeit zurückblicken“, fasst Architekt Ludwig Karl von Karl + Probst den bisherigen Projektverlauf zusammen. „Ein Richtfest ist immer auch ein Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz: Können wir die gesteckten Ziele, insbesondere im Hinblick auf Kosten, Termine und architektonische Qualität, erreichen? Ich denke, wir sind hier auf einem guten Weg – und bin daher mehr als zuversichtlich, Ende Sommer 2012 das fertiggestellte Museum unter Einhaltung aller unserer gemeinsamen Ziele übergeben zu können.“
Auch der künftige Museumsleiter Dr. Matthias Pausch zeigt sich zufrieden mit dem Fortgang der Bauarbeiten: „Innerhalb von nur vier Monaten seit dem Spatenstich sind die künftigen Räumlichkeiten klar erkennbar. Das ist besonders erfreulich, da derzeit auch die Feinplanung der Museumseinrichtung läuft und wir hier direkten Bezug zu den neuen Flächen nehmen können. Das Limeseum entwickelt sich zur Krone des Römerparks.“
An der Feier nahm unter anderem der Bayerische Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch teil. Die Gesamtkosten für das neue Museum liegen bei rund 3,6 Millionen Euro.
Bildmaterial
© Kurt Pachel, Langfurth
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Anerkennung - Realisierungswettbewerb Bildungszentrum Einsteinstraße
Am Freitag, dem 16. Dezember tagte das Preisgericht des Realisierungswettbewerbs „Bildungszentrum Einsteinstraße“ in München. Der Beitrag unseres Büros erhielt eine Anerkennung. Der 1. Preis ging an das Münchner Büro Raupach Architekten.
Die Wettbewerbsergebnisse werden ab Donnerstag, dem 12. Januar in einer öffentlichen Ausstellung im Foyer der Stadtwerke-Zentrale an der Emmy-Noether-Straße 2 gezeigt.
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Wettbewerb Campusbrücke, 3. Preis
Bei dem Realisierungswettbewerb “Campusbrücke Würzburg” wurde der Entwurf für eine Fuß- und Radwegbrücke gesucht, die den Universitätscampus Hubland Süd und Hubland Nord verbindet. Der Vorschlag unseres Büros, eine skulpturale, geschwungene Brücke, erhielt einen 3. Preis.
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Interkulturelles Begegnungszentrum „Haus der Stille“
Bauherr: Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/Main, Hessisches Baumanagement RNL Frankfurt/Main
Fertigstellung: 2008
Anerkennung beim Holzbaupreis Hessen 2011
Der Interkulturelle Begegnungsraum „Haus der Stille“ liegt im Zentrum des Campus Westend der Goethe-Universität, eingebettet in den Außenraum vor dem Foyer der Studierendenwohnheime. Der Campus wird geprägt durch großzügige Freiflächen und orthogonal angeordnete, kubische Solitärbauten mit steinernen Fassaden, zu denen der geschwungene Holzbau einen spannungsvollen Kontrast setzt.
Das „Haus der Stille“ bietet Menschen aller Religionen und Kulturen Raum für Gebet, Meditation und Begegnung. Gleich einer Arche im lebendigen Meer des Campuslebens ist er ein beschützender Rückzugs- und Besinnungsort, an dem der Besucher Abstand vom Alltag und Muße zum Gebet findet.
Die Grundform des introvertierten Gebäudes basiert auf ineinandergreifenden Parabeln. Drei eingeschnittene Öffnungen bilden Fenster und Eingang und leiten das Licht entlang der Wände nach innen. Die indirekte Lichtführung inszeniert den ansonsten reduzierten Raum. Störende Ein- und ablenkende Ausblicke werden verhindert.
Fotos: Stefan Marquardt, Oberursel
Justizvollzugsanstalt Kempten
Wettbewerb 1995: 1. Preis
Architekten: Karl + Probst, München
Bauherr: Freistaat Bayern, Justizministerium, Staatliches Bauamt Kempten
Fertigstellung: 2003
BGF: 24.731 m²
Kubatur: 95.655 m³
Bei der Planung der Anlage für 308 Strafgefangene und 30 Freigänger waren sämtliche hochkomplexe Anforderungen an ein Justizvollzugsgebäude zu erfüllen. Gleichzeitig sollte eine ansprechend gestaltete Umwelt, sowohl für die Gefangenen als auch für die in der Anstalt tätigen Bediensteten, entstehen.
Die Anlage umfasst neben den Unterkünften für die Gefangenen unterschiedlichste Funktionsbereiche wie Verwaltung, Unterkünfte und Arbeitsstätten. Eine von Ost nach West verlaufende, 150?m lange Magistrale prägt die städtebauliche und funktionale Konzeption der Justizvollzugsanstalt. Als jeweils separate Baukörper reihen sich die unterschiedlichen Funktionseinheiten längs dieser Magistrale.
Aufgrund der kammartigen Struktur der Anstalt bilden sich unterschiedliche Innenhöfe, die zum Teil als Spazierhöfe für den täglichen Hofgang genutzt werden, teilweise aber auch als Anlieferhof für Küche, Wäscherei und Werkstätten dienen. Die einzelnen Baukörper weisen – leicht nuanciert – die gleiche Materialität, jedoch in unterschiedlicher Farbigkeit bzw. Oberflächenbeschaffenheit, auf. Die vorherrschenden Materialien Beton, Stahl und Betonstein wirken als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Bauteilen.
Fotos: Gerhard Hagen, Bamberg
5. BA Hochschule Kempten
Wettbewerb 2007: 1. Preis
Bauherr: Freistaat Bayern, Staatliches Bauamt Kempten
Fertigstellung: 2011
BGF ohne TG: 9.650 m², BGF TG: 5.340 m²
Kubatur ohne TG: 41.700 m³, Kubatur TG: 18.370 m³
Der Neubau im Süden des Campus verleiht der Hochschule eine identitätsstiftende, neue Hauptansicht zur Bahnhofstraße hin. Auf gut 4.000 Quadratmetern beherbergt er 10 Vorlesungssäle, 16 technische Laborbereiche sowie Seminar- und Büroräume und bietet Raum für 460 Studienplätze.
Der differenzierte Baukörper übernimmt das untergliederte Erscheinungsbild der vorhandenen Bebauung. Die Fachbereiche Technik und Sozialwesen befinden sich, als eigenständige Fachrichtungen ablesbar, in zwei mehrgeschossigen Kopfbauten, die durch einen flachen, langgestreckten Baukörper mit gemeinsamen Einrichtungen verbunden sind.
Das Erdgeschoss ist als verglaste horizontale Fuge ausgebildet. Im Bereich der Hörsäle scheinen die roten Innenwände außen durch, so dass ein farbiger Kontrast zu den anthrazitfarben verputzen Fassaden entsteht. Die transparente Eingangsebene sorgt zudem für maßstäbliche Proportionen und spiegelt die Offenheit der Nutzung nach außen wider.
Das Foyer des südlichen Kopfbaus wird auf zwei Ebenen erschlossen, die durch eine breite Treppenanlage verbunden sind, deren Sitzstufen als Kommunikations- und Aufenthaltsbereich dienen. Die großzügig verglasten Foyerflächen schaffen fließende Übergänge von innen nach außen.
Fotos: Eva Bartussek, Kempten
Außenaufnahme: Eva Bartussek, Kempten und René Schäffer, Halle
Römermuseum Limeseum
Wettbewerb 2010: 1. Preis
Bauherr: Gemeinde Gerolfingen
Geplante Fertigstellung: 2012
Die Ausstellungsebene ist als Holzbau mit einer umlaufenden, elementierten Holz-Glas-Fassade, die auf der Außenseite durch vertikale Holzschwerter strukturiert wird, konzipiert. Die Schwerter zeichnen die aufsteigende, runde Form des Gebäudes nach und prägen das äußere Erscheinungsbild.
Eine durchgehende Rampe nimmt den Ausstellungsbereich des neuen Museums auf. Durch die umlaufend verglaste Fassade erlebt der Besucher den Römerpark aus den unterschiedlichsten Perspektiven und hat dadurch die Möglichkeit, die Ausstellung durchgängig mit der Landschaft des UNESCO-Welterbes zu verbinden.
Café und Mehrzweckraum sind dem Eingangsbereich zugeordnet. Für Vorträge und externe Veranstaltungen am Abend kann dieser Gebäudeteil problemlos von den übrigen Ausstellungsbereichen abgetrennt werden.
Der Ausstellungsschwerpunkt, das Kino mit dem “virtuellen Rundgang” durch das Römerkastell und das zugehörige Lagerdorf, ist im mittleren Teil des Rundgangs angeordnet. Der Museumsweg endet mit der Sonderausstellung und dem Blick aus dem Panoramafenster zum Kastell im Römerpark.
Das Gebäude wird natürlich belüftet und erhält zum sommerlichen Wärmeschutz auf allen Fassadenseiten außenliegende Sonnenschutzscreens.
Visualisierung: Karl + Probst, Sebastian Mulfinger
Fuß- und Radwegebrücke am Ackermannbogen
Wettbewerb 2000: 1. Preis
Arge mit ISP Scholz Beratende Ingenieure AG, München und Landschaftsarchitekt Werner Franz, München
Bauherr: Landeshauptstadt München
Fertigstellung: 2004
Länge: 184 m
Höhe: 5 m
Die Entwurfsidee entwickelt sich aus dem formalen Kanon des Olympiageländes heraus. Vorbild ist die einfache Einbindung der bestehenden Brücken in die Landschaft. Die neue Brücke ist als Weiterführung des organisch geschwungenen Wegs im Olympiapark gedacht. Sanft löst sie sich von der Hügellandschaft des Parks und schwingt nach dem Überqueren der Straße ins Wohngebiet aus.
Form und Material orientieren sich an den im Park vorgefundenen Brücken. Als Referenz an technische Weiterentwicklung und Baugeschichte erhielt die Brücke jedoch eine deutlich dünnere Platte und eine transparentere Umwehrung als ihre Vorbilder.
Ein auf der Parkseite aufgeschütteter Hügel hilft, einen fast unmerklichen Übergang vom Weg zur Brücke zu schaffen. Von dieser Aufschüttung hebt die Brücke in leichter Steigung ab und senkt sich nach 130 Metern Wegstrecke auf eine Rampe im Stadtwald des Ackermannbogens. Durch diese geringen Steigungen wird nicht nur die formale Absicht betont, auch wird Rollstuhlfahrern, Radfahrern und Kinderwagen die Nutzung der Brücke erleichtert.
Um eine möglichst leicht wirkende, schlanke Platte zu erreichen, wurde für den Überbau der Stahlbetonbrücke ein besonders entwickelter Hochleistungsbeton gewählt. Dadurch konnte die Querschnittshöhe des Überbaus auf 45 Zentimeter im Mittel minimiert werden. Durch die Verwendung von Weißzement für die Rampen und Stützen wird zwischen der Platte des naturgemäß dunkleren Hochleistungsbetons und den hellen Unterbauten ein bewusster Kontrast geschaffen, der die Idee des „schwebenden“ Weges zusätzlich unterstreicht.
Eine am Fußpunkt eingespannte Glasbrüstung mit einem durchgehenden Handlauf bildet das Geländer der Ackermannbrücke. Innenliegende, im Siebdruckverfahren aufgebrachte Streifen dienen als Vogelschutz.
Fotos: Florian Holzherr, München
Probebühne Tiroler Landestheater
Wettbewerb 2001: 1. Preis
Bauherr: Land Tirol und Stadt Innsbruck
Fertigstellung: 2003
BGF Neubau: 5.128 m², BGF Sanierung: 4.644 m², BGF Aufstockung: 2.286 m²
Kubatur Neubau: 16.086 m³, Kubatur Sanierung:11838 m³, Kubatur Aufstockung: 8.500 m³
Die neue Probebühne musste in stadträumlich beengter Lage eingefügt werden. Das städtebauliche Konzept legt daher seinen Fokus auf eine angemessene Reaktion auf das vorhandene Umfeld und die Stärkung der innerstädtischen Wegebeziehungen. Vielfältige Funktionszusammenhänge, unterschiedliche Raumhöhen und ein heterogener, durch eine fortwährende Erneuerung und Erweiterung des Baubestandes geformter Altbaubestand beeinflussen das architektonische Konzept. Der Neubau wird nicht als „endgültiger Zustand“, sondern als weitere Etappe in der Baugeschichte des Landestheaters gesehen.
Sowohl der Neubau als auch das bestehende Theatergebäude umfassen sieben Ebenen. Die Geschosshöhen des an das Bestandsgebäude angedockten Neubaus sind der jeweiligen Nutzung angepasst und betragen zwischen 2,80 und 9 Metern. Aus diesen sehr unterschiedlichen Raumhöhen- und abmessungen ergab sich unser wesentliches Entwurfsprinzip: das Anordnen und Zusammenfügen der in Fläche und Höhe unterschiedlichen Proberäume.
Das Ergebnis ist ein skulpturaler Anbau, bei dem Vor- und Rücksprünge sowie eingeschnittene Fensterbänder die monolithisch anmutenden Fassaden ordnen und unterteilen. Die sich teilweise aus dem Gebäude herausschiebenden Kuben machen auch für den außenstehenden Betrachter Funktion und Charakter des künstlerischen Werkstattgebäudes ablesbar.
Die Beschaffenheit der verwendeten Materialien spiegelt bewusst die Funktion des „Zweckbaus“ Theaterwerkstatt wider. Lichtlinien und die farbigen Akzente der Türen und Tore helfen den Nutzern, sich im Gebäude zu orientieren. Die Errichtung des Neubaus wurde, genauso wie die Sanierung und der Umbau des Bestands, bei laufendem Betrieb durchgeführt.
Fotos: Gerhard Hagen, Bamberg
Städtisches St.-Anna-Gymnasium
VOF-Verfahren 2002
Bauherr: Landeshauptstadt München
Fertigstellung: 2010
BGF: 12.030 m²
Kubatur: 44.155 m³
Das traditionsreiche Schulgebäude des St.-Anna-Gymnasiums im Münchner Lehel erhielt durch unsere Planungen ein völlig neues Gesicht. Der Neubau, ein aufgeständerter, gläserner Riegel vollzieht einen „Brückenschlag“ zwischen Nord- und Südflügel des Bestands.
Der neue Gebäudeteil verbessert die bestehende Situation maßgeblich: Einerseits bleiben die vorhandenen Pausenhofflächen komplett erhalten, des Weiteren gewinnen sie durch die Überdachung zusätzliche Aufenthaltsqualität. Auch wird die Erschließungssituation innerhalb der Schule durch das Brückenbauwerk wesentlich optimiert: Die bisherige U-Form des Bestandsgebäudes wird in den Obergeschossen in eine ringförmige, geschlossene Erschließung verwandelt.
Auf zwei Geschossen bietet der Neubau Raum für sechs neue Klassenzimmer mit Nebenräumen. Eine rote Innenwand, die durch die transparente Außenhaut hindurch leuchtet, setzt – abhängig von den herrschenden Lichtverhältnissen – farbige Akzente.
Wesentliches Leitkonzept der Baumaßnahme war der Dialog zwischen historischem Bestand und neu Hinzugefügtem. So wurden bestehende Bauteile so weit wie möglich erhalten, spätere Ergänzungen rückgebaut und notwendige Einbauten durch ihre moderne Formsprache und die betonte Farbigkeit auf den ersten Blick ablesbar gestaltet.
Einzigartig, nicht nur für München, ist das neue Wasserkraftwerk der Schule, das zur Energiegewinnung eingesetzt wird. Angetrieben durch einen, unter dem Gebäude verlaufenden Stadtbach erzeugt es Öko-Strom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.
Fotos: Jens Weber, München
Torwachengebäude JVA Stuttgart-Stammheim
VOF-Verfahren 2006
Entwurf: Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Wolfgang Kleisch
Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung: Karl + Probst
Bauherr: Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart
Fertigstellung: 2009
BGF: 2.100 m²
Kubatur: 8.392 m³
Das Torwachengebäude ist als einziger Zugang für Gefangene, Mitarbeiter und Besucher die „Visitenkarte“ der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim. Für die Insassen ist sie nach Ende der Haft gleichzeitig das Tor zurück in die Freiheit.
Der Baukörper gliedert sich in zwei Bereiche. Das Erdgeschoss beherbergt den zentralen Torwachraum, die getrennten Zugänge für Besucher und Mitarbeiter, die zweispurige Fahrzeugschleuse sowie den Besucherkontroll- und Wartebereich. Das Obergeschoss mit den Garderoben für die Mitarbeiter ist ein geschlossener, metallverkleideter Kubus, der gleichzeitig das Dach der Torwache bildet.
Eine umlaufende gläserne Fuge trennt den Kubus vom restlichen Gebäude, so dass er über der Außenmauer und dem Zugangsgebäude zu schweben scheint. Die Ablösung des Obergeschosses sorgt, zusammen mit der reflektierenden Lichtdecke im Besuchs- und Kontrollbereich, für ein helles, großzügiges Raumgefühl.
Fotos: Wolfram Janzer, Stuttgart
Universität Liechtenstein
Wettbewerb 1999: 1. Preis
Bauherr: Gemeinde Vaduz, Fürstentum Liechtenstein
Fertigstellung: 2003, 2. BA 2005
BGF: 10.525 m²
Kubatur: 54.400 m³
Wettbewerbsaufgabe war, die Universität Liechtenstein, das Konferenzzentrum des Fürstentums, verschiedene Ausstellungs- und Veranstaltungsräume sowie das Jugendzentrum der Gemeinde Vaduz in den Gebäuden der denkmalgeschützten ehemaligen Spoerry-Baumwollspinnerei unterzubringen.
Durch die Auslagerung eines Teils der neuen Nutzung in einen vorgelagerten Erweiterungsbau wurden die Bestandsgebäude entlastet, wodurch ihre innere Struktur erlebbarer blieb. Der transparente, aufgeständerte Neubau beherbergt Bibliothek und Cafeteria und bildet den räumlichen und kommunikativen Mittelpunkt der Hochschule. Zudem führt er die Baugeschichte des Ensembles, das seit seiner Entstehung ständig umgebaut und erweitert worden ist, fort.
Die Hallen der alten Fabrik sind durch die dominante Struktur der Sheddächer und Stützen aus Gussstahl geprägt. Flur- und Zwischenwände wurden, genauso wie Türen, Fenster und Einbauten an diese vorgegebene Struktur angepasst. So entstand ein Raumgefüge mit Fluchten und Blickbeziehungen, das einerseits die neue Nutzung zeigt, andererseits aber auch die Klarheit der Architektursprache der ehemaligen Fabrik dokumentiert.
Fotos: Heinz Preute, Vaduz
Studierendenwohnheime Campus Westend, Frankfurt/Main
Wettbewerb 2004: 1. Preis
Bauherr: Bauherrengemeinschaft Bauverein Katholische Studentenheime e.V. und Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Fertigstellung: 2008
BGF: 15.000 m²
Kubatur: 45.115 m³
Auf dem neuen Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt entstanden im Rahmen des 1. Bauabschnitts zwei Studierendenwohnheime mit insgesamt 425 Wohnheimplätzen: das evangelische Susanna von Klettenberg-Haus und das katholische Alfred Delp-Haus. Das Gesamtvolumen wurde in überschaubare Einheiten gegliedert und verteilt sich auf ein durchgehendes Sockelgeschoss und sieben aufgesetzte, fünfgeschossige Wohntürme, so dass die beiden getrennt verwalteten Wohnheime sich zu einem einheitlichen Ensemble fügen.
Das Sockelgeschoss beherbergt neben der Verwaltung und den Räumen der Studentengemeinden unterschiedliche Gemeinschaftsbereiche wie Mehrzwecksäle, Musikübungsräume, Lerngruppenräume und Waschsalons. Ein gemeinsames Foyer mit Café bildet den kommunikativen Mittelpunkt der Wohnheime.
Die Wohnräume in den Türmen – Einzelapartments und Zimmer in Wohngemeinschaften – orientieren sich überwiegend nach Osten bzw. Westen und werden durch die versetzte Anordnung der Türme optimal belichtet. Zudem ermöglichen die Fugen zwischen den einzelnen Wohntürmen Durchblicke und sorgen für eine offene und durchlässige Atmosphäre.
Die unterschiedliche Fassadengestaltung von Sockel und aufgesetzten Wohnhäusern spiegelt die Funktionen innerhalb des Gebäudes wider.
Fotos: Stefan Marquardt, Oberursel
Humanistisches Gymnasium G. Carducci
Wettbewerb 2003: 1. Preis
Bauherr: Autonome Provinz Bozen, Italien
Geplante Fertigstellung: August 2013
BGF: 8.477 m²
Kubatur: 44.300 m³
Das im Jahre 1968 errichtete Bestandsgebäude des Humanistischen Gymnasiums G. Carducci entspricht nicht mehr den heutigen funktionalen und didaktischen Anforderungen und soll deshalb durch ein neues Gebäude ersetzt werden. Aus einem 2002 europaweit ausgeschriebenen Planungswettbewerb ging das Projekt unseres Büros als Sieger hervor.
Die Gebäudeteile des Neubaus sind kompakt angeordnet, so dass sich großzügige Freiräume ergeben. Die versetzten Ebenen des Schulhofs und die teilweise in sich verschobenen Körper schaffen maßstäbliche Bezüge und spannungsvolle Raumwirkungen. Ein auskragender Bauteil betont den Haupteingang, der über eine Treppenanlage von der Mancistrasse her erschlossen wird.
In dem neuen Schulgebäude sind 31 Klassenräume, sieben Fachklassen, ein Lehrerzimmer, eine Bibliothek mit Medienraum, eine multifunktionale Aula Magna, zwei unterirdische Turnhallen sowie sechs Verwaltungsbüros und eine Tiefgarage mit 14 Stellplätzen untergebracht.






