Planungsgesellschaft mbH
Nordstraße 21
D-99427 Weimar
T 03643 / 48 20 0
F 03643 / 48 20 20
info@junk-reich.de
Neubau Südflügel Schloss Wittenberg
VOF Gewinner LOS 1 07/2011
Standort: Dresden, Weintraubenstraße 3
Bauherr: Lutherstadt Wittenberg
Planung: ARGE Junk & Reich / Pitz & Hoh / Trabert & Partner
Anlass des Bauvorhabens Das 500. Jubiläum des Thesenanschlags durch Martin Luther und die damit eingeleitete Reformation bilden den Anlass, für eine baulich - räumliche Neugestaltung des Wittenberger Schlossensembles. Es bietet die Möglichkeit das Leben und die Geschichte sowie Lehre und wissenschaftliche Forschung an einem historisch besonderen Ort zu verbinden. Ziele des Bauvorhabens „Neubau Südflügel Schloss Wittenberg“ Die Wiederherstellung der historischen Stadtkante und eines Schlossensembles sind wesentliche Aspekte bei der Neuplanung des Südflügels. Durch das Aufgreifen der historischen Baukanten schließt der Neubau den Bestand und schafft den Schlosshof als zentralen Platz innerhalb des Ensembles. Der neue Südflügel stellt im Wesentlichen ein Unterkunftsgebäude dar das vor allem dem Wohnen und dem Leben der Seminaristen dient.
Dazu gehören folgende Nutzungsbereiche:
- Dormitorium
- Refektorium
- Küche
- Sport- und Gemeinschaftsräume
Wohnanlage "Am Friedensberg" Jena
1. Platz Gutachterverfahren - 02/2011
Neubau einer Wohnanlage in Jena - Quartier "Am Friedensberg"
Standort: Jena, Areal Forstweg / Friedrich-Schelling Straße
Bauherr: jenawohnen GmbH
Planung: Junk & Reich
Leitidee
Die Leitidee des Entwurfs basiert auf der Schaffung eines zeitlos modernen und unverwechselbaren Wohngebietes für Familien, Singles und Senioren unter behutsamer Einbeziehung der Topografie des vorhandenen Grundstücks. Hierzu wird das Gelände im Verlauf der bestehenden Höhenstaffelung terrassiert. Dadurch entsteht eine Zonierung in verschiedene Funktionsbereiche für öffentliche Erschließung (Zufahrtsstraßen, Wohnwege), halböffentliche Kommunikations- (Promenade, Erschließungshöfe) und private Rückzugsbereiche (Gartenhöfe). Die Schaffung von Angeboten für ein zeitgemäßes Wohnprojekt, wie z.B. soziale Betreuungsstützpunkte, Bürgercafe, Mietstation für E-Cars (Car-Sharing) und Fahrräder belebt die „Promenade“ als Kernbereich der Anlage und ermöglicht die Herausstellung als soziale Mitte, vergleichbar mit dem „Anger“ in der dörflichen Struktur.?Die Auswahl von nachhaltigen Materialien, eines zeitgemäßen Energiekonzeptes und der gezielten Organisation des ruhenden Verkehrs schafft ein ökologisches und zukunftweisendes Wohnumfeld für das generationenübergreifende Zusammenleben.?Die Wohnhäuser gliedern sich in einfache, vernetzbare Strukturen. Jedes Haus der Anlage widerspiegelt durch die Mischung von kleinen und großen Wohnungen den oben genannten Leitgedanken des Mehrgenerationenwohnens. Die Bandbreite reicht hier von der Familienwohnung mit angelagerter Wohneinheit für die Großeltern bis zur benachbarten 1-Raum-Wohnung für studierende Kinder.?
Städtebauliches, funktionales und gestalterisches Konzept
Das Wohngebiet wird über die im Bebauungsplan definierte Straße 5 erschlossen. Auf Grund der ortstypischen Hanglage sieht das Konzept vor, den Fahrzeugverkehr in diesem Bereich zu kanalisieren und in der, dem Querhanggefälle folgenden, Parkebene unterzubringen. Die Einordnung des Parkdecks mit barrierefreiem Ausgang (Aufzug) zur „Promenade“ ermöglicht eine zentrale, barrierefreie Zugangsmöglichkeit zu den Gebäuden. Die Anordnung der Wohnhäuser orientiert sich an der direkten Blickbeziehung zur Innenstadt und nimmt die Blickachse zum städtebaulichen Wahrzeichen der Stadt, dem Uniturm auf. An der östlichen Grenze der „Promenade“ werden die Gebäude hierfür torähnlich gesetzt, um diese Blickbeziehung erlebbar zu machen. Die 90°-Ausrichtung der Gebäude zum Hang mit den abends beleuchteten Fenstern bildet ,von der Innenstadt gesehen, den bisher fehlenden Abschluss des städtischen Bereiches zur Landschaft.?Die Gebäude gliedern sich in den natürlichen Höhenverlauf des Geländes ein. Die Ost-West-Ausrichtung sämtlicher Wohneinheiten ermöglicht die Einbeziehung der „grünen“ Umgebung und die ganztägige Besonnung der Wohnungen. Ergänzende Fensteröffnungen in den Wohnräumen nach Süden und talseitige Fenster in den Nordfassaden bereichern die Wohnqualität. Auf Grund der Hanglage ergibt sich eine zwangsläufige Höhenstaffelung der Gebäude, die jeder Wohneinheit einen unverstellten Ausblick bietet. Die Gebäude sind durch eine zeitlos moderne und auf Grund der Grundrissstruktur sehr effiziente Architektur geprägt. Die Erschließung erfolgt über den, dem Erschließungshof zugeordneten, Eingangsbereich mit Abstellzone für Kinderwagen und Fahrräder und dem daran zentral angelagerten Treppenhaus. Die Wohngeschosse sind als Zweispänner konzipiert. Dies ermöglicht zum Einen das Prinzip des „Durchwohnens“ in Ost-West-Richtung und zum Anderen die leicht umsetzbare nachträgliche Vergrößerung bzw. Verkleinerung der Wohneinheiten in Gebäudelängsrichtung.?Die Auswahl der Materialien orientiert sich an regionalen Bezügen, Dauerhaftigkeit und Ökologie. Die verwendeten langformatigen Hartbrandverblender im Farbton des regionalen Kalksteins und das ortstypische Motiv der Gartenmauer unterstreichen dies gestalterisch. Ausladende Loggien und eingeschnittene Terrassen geben den Häusern die notwendige Individualität, die transluzenten Farbglasbrüstungen beleben die Fassadenstruktur und verleihen den Häusern eine markante Optik.?Die innere Gestaltung folgt den Kriterien der Nachhaltigkeit. Strapazierfähige Steinzeug- und Lamellenparkettbeläge sorgen für einen geringen Wartungsaufwand in den Wohnungen. Die Dächer der Gebäude sind als leicht geneigte, hinterlüftete Kaltdächer konzipiert, um thermische Spannungen zu vermeiden und den gleichmäßigen sommerlichen Wärmeschutz in den Wohnungen zu gewährleisten. Die Dachflächen werden mit einer Dünnschichtbegrünung versehen.?Im Untergeschoss jeden Hauses sind die Mieterkeller und der jeweilige Hausanschlussraum untergebracht. In den Wohngeschossen sind 79 Wohneinheiten entsprechend des prozentualen Verteilerschlüssels (5x 1-Raum, 30x 2-Raum, 27x 3- Raum und 17x 4-Raum) gemäß Aufgabenstellung eingeordnet. Die Erdgeschosswohnungen sind barrierefrei.
Campus Technicus Bernburg (Saale)
Modernisierung / Erweiterung historischer Schulgebäude und Neubau einer Zweifeldsporthalle
Standort: Bernburg, Leipziger Straße / Käthe-Kollwitz-Straße
Bauherr: Salzlandkreis / Stadt Bernburg
Planung: ARGE Junk & Reich / Hartmann + Helm
Leistungsumfang: 1 - 9
BGF: 16.060 m2
Bauzeit: 2011-2013
Kosten: 16,00 Mio. Euro
Der Campus Technicus soll sich als offene Ganztagsschule mit praxis- und berufsorientiertem Profil selbstbewusst inmitten der Stadt Bernburg präsentieren. Durch die Nutzung von Gebäuden bestehender Bausubstanz, entstehen spannungsvolle und harmonische Gebäudeensemble. Strukturprägende Denkmalbereiche werden entsprechend ihrer besonderen städtebaulichen Bedeutung sowie ihrer kulturgeschichtlichen und bau- und kunstgeschichtlichen Bedeutung erhalten und durch sinnvolle Nutzung überformt. So stellt der Eingang zum Gebäudekomplex Treibhaus an der Käthe-Kollwitz-Straße die Öffnung des Bildungsangebotes zur Innenstand Bernburg dar. Das Gebäude nimmt einerseits die Häuserfront der Käthe-Kollwitz-Straße auf, andererseits schafft ein Gebäuderücksprung Raum für eine neue Plaza, die den neuen Haupteingang zum Campus Technicus darstellt. Die Fassade an der Straßenfront orientiert sich durch Zweigeschossigkeit und stehende Fensterformate an der vorhandenen Bebauung, schafft aber durch eigenständige Modernität den selbstbewussten Auftakt für das neue Gebäude Ensemble. Der Neubau wird in einer Mischkonstruktion aus Kalksandstein und Stahlbeton erstellt. Die Außenwände werden alle mit einem Wärme¬dämmverbundsystem nach EnEV versehen.
Ein weiterer Neubau entsteht an Stelle der abzubrechenden Turnhalle der ehemaligen Handelsschule und schließt im rechten Winkel an den Neubau „Treibhaus“ an der Käthe-Kollwitz-Straße 12-14 an. Das Gebäude nimmt zweigeschossig die Fassadenfront der ehemaligen Handelsschule in der Schlossstraße auf und bleibt dabei deutlich unterhalb der Traufe von Handelsschule und Kirche. Zwischen Kirchgarten und Schulgebäude entsteht entlang des Neubaus eine neue Wegebeziehung. Schulgebäude und Weg sind durch eine Stützmauer zum Park um die Kirche tiefer gelegt, so dass die Bedeutung des städtebaulichen Raums um die Kirche gewährleistet bleibt und lediglich einen neuen Rahmen erhält. Die Fassade des Schulge¬bäudes wird rahmenlos flächig verglast, so dass sich die Bäume und die Kirchkapelle darin spiegeln werden. Der Raum erhält zusätzliche Tiefe durch das Grün-spektrum der getönten Farbgläser.
Der Standort Schlossstraße / Käthe-Kollwitz-Straße wird auf allen Ebenen barrierefrei angebunden. Hier sind neben den gemeinsamen Funktionen im Treibhaus alle Räume laut Raumprogramm für die Klassenstufen 9 und 10 untergebracht. Die ehemalige Aula im Haus Schlossstraße 3 wird für die Belange der Bibliothek wieder hergestellt. Eine Galerie ermöglicht unabhängige Durchwegung und verbessert die Nutzbarkeit. In dem umliegenden Hof und den Außenbereichen entstehen attraktive Angebot für den Sportunterricht und den Aufenthalt in den Pausen.
Entlang der Kirche ermöglicht ein Weg mit galerieartiger Bepflanzung den Übergang zum Standort Leipziger Straße. Hier sind die Räumlichkeiten für die Klassen 7 und 8 untergebracht. Das Gebäude der Sekundarschule aus dem Jahr 1983 befindet sich in einem Zustand, der eine General Instandsetzung mit Umbau- und Erweiterungsbauten notwendig macht. Ein neuer innenliegender Aufzug ermöglicht den ebenerdigen Zugang und die barrie¬refreie Erschließung des Bestehenden Schulgebäudes. Zusätzlich erhält das Schulgebäude im Hofbereich zwei neue Anbauten. Beide Anbauten sind von zwei Seiten offen und bieten so eine Überdachte Vor Zone auf dem Schulhof. Der westlich gelegene Anbau schiebt sich weiter in den Schulhof hinein und definiert so den Haupteingang des bestehenden Schulgebäudes.
Die Zweifeldturnhalle wird im Bereich des zuvor abgebrochenen Wirtschaftsgebäudes platziert und ca. 3,30 m in das Erdreich versenkt. Diese Lösung erleichtert die Städtebaulich verträgliche Einordnung in das Sanierungsgebiet. Die Außenwand des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes zum Saalweg sowie die nördliche Giebelwand bleiben erhalten. Diese Natursteinwände umfassen die Turnhalle wie eine Spange und verbergen sie zum Teil. In der Längswand zum Saalweg werden neue Öffnungen mit stehenden Formaten vorgesehen die den Blickkontakt zur Halle ermöglichen.
Medizinisches Versorgungszentrum Apolda
1. Platz Realisierungswettbewerb 2010
Neubau eines medizinischen Versorgungszentrums Apolda und einer Spezialpflegeeinrichtung am Standort des Robert-Koch-Krankenhauses Apolda
Standort: Dresden, Weintraubenstraße 3
Bauherr: Robert-Koch-Krankenhaus GmbH
Planung: Junk & Reich Architekten BDA Planungsgesellschaft mbH
Städtebau
Das zu planende Grundstück befindet sich in einer Stadtrandlage im erweiterten Umfeld des ortsbildprägenden Krankenhausneubaus aus dem Jahre 2002 und wird auf der Ostseite von der Landstraße L1060 und dreiseitig von angrenzenden Landwirtschaftsflächen eingerahmt. Ziel der formulierten städtebaulichen Idee ist eine räumlich-flächige Verknüpfung des bestehenden Krankenhausteils und seinen Freiräumen mit dem nun geplanten Neubau. Auf den Grundstücken war in früheren Zeiten eine Obstplantage angesiedelt, dieses Motiv wurde als Reminiszenz zur Grundlage der städtebaulichen Idee. Beide Baufelder werden über den gestalteten Freiraum funktionell miteinander verbunden, eine gemeinsame Verbindungsachse in Erweiterung des Hauptfußgängerweges des Krankenhauses bindet den Neubau an das vorhandene Gelände an. Der geplante Neubau für MVZ und SPE orientiert sich an den Grundrissproportionen des vorhandenen Krankenhauses (Pavillonprinzip), ordnet sich jedoch in der Höhenentwicklung dem Krankenhaus bewusst unter. Die gemeinsame Einfahrt am vorhandenen Kreisverkehr bildet ein optisches Gelenk, an dem sich die Hauptachsen und die Ausrichtung der Gebäude orientiert. In östlicher Lage werden analog des Bestandes die notwendigen Stellplätze in der Pufferzone zur Landstraße untergebracht. Der Neubau wird bewusst an die westliche Kante des Planungsfeldes gerückt, um einen größtmöglichen Abstand des Neubaus mit seinen sensiblen Funktionen zur Straße zu gewährleisten. Eine Erweiterungsmöglichkeit in Form zweier 3-geschossiger Baukörper ist im örtlichen Planungsfeld realisierbar (siehe Lageplan).
Entwurf / Gestaltung / Funktionalität
Der Neubau gliedert sich gemäß funktionaler Anforderungen in 2 Geschossebenen. Im Erdgeschoss sind die hoch frequentierten Räume des MVZ mit den verschiedenen Arztpraxen und direkt an der Hauptachse die Apotheke untergebracht, im Obergeschoss befinden sich ebene gleich die beiden Spezialpflegeeinheiten. Dies ermöglicht zum Einen die direkte barrierefreie Anbindung der verschiedenen Funktionseinheiten des MVZ und zum Anderen die Anordnung der Wohngruppen der SPH im ruhigen, ungestörten Bereich oberhalb des öffentlichen Raumes. Diese Anordnung wird bewusst vorgeschlagen, da dies ein kompaktes Gebäude ermöglicht und funktionell bestmöglich auf die vorhandenen örtlichen Gegebenheiten reagiert werden kann. Die Wohngruppen erheben sich aus der Umgebung und der Landschaftsraum fließt unter dem Gebäude hindurch. Die Bausteine des MVZ bilden die Basis für das schwebende Obergeschoss, es entsteht im Erdgeschoss ein Ensemble aus kleinen Baukörpern, Gassen und Freiräumen, die ein attraktives Umfeld für die Praxen bilden und den weitläufigen, angrenzenden Landschaftsraum gestalten. Es entstehen Vorbereiche zwischen den Praxen, die Besucher und Patienten zum Verweilen einladen und vielfältige Möglichkeiten für die gewünschten Angebote (generationenübergreifende Angebote, Ehrenamt etc.) bieten. Außerdem befindet sich ein gemeinsamer Eingangs- und Informationsbereich in der Mitte des Neubaus. Die Baukörper des Erdgeschosses sind separat, jeder für sich, erweiterbar und bringen somit ein Höchstmaß an individueller Flexibilität. Optionale Erweiterungsflächen an jeder Praxiseinheit sind im Grundriss EG eingetragen. Im westlich angrenzenden, abgeschirmten Freiraum kann ein Patientengarten entstehen, der über Außentreppen und die gemeinsame Cafeteria erschlossen wird und einen herrlichen Ausblick über das Thüringer Becken ermöglicht. Die Wohngruppen im Obergeschoss sind in Ost-West-Richtung (alle Wohnräume besonnt) angeordnet und bieten in Verbindung mit den zentralen Wohnräumen, die an den Innenhöfen angeordnet sind, sämtliche Möglichkeiten, die in modernen Pflegeeinrichtungen der 4. Generation notwendig sind. Die Aufenthaltsräume sind in den zentralen Bereichen direkt an den Innenhöfen und den vorgelagerten Gemeinschaftsbalkonen untergebracht, im rückwärtigen Bereich befinden sich die dazugehörigen Versorgungsräume. Durch die halb offene Gestaltung dieser zentralen Zone gibt es funktionell keine Verkehrsflächen, alle Bereiche sind als Aufenthaltsbereiche frei nutz- und möblier bar. Jedes Zimmer hat optional über einen vorgelagerten Balkon die Möglichkeit, dass die Patienten (Verweildauer Wachkomapatienten 20-30 Jahre) einen separaten Freiraum direkt am Zimmer erhalten. Im mittleren Erschließungskern befindet sich ein Empfangs- und Informationsbereich, der für die Nachtdienste einen effektiven Personaleinsatz ermöglicht.
Um- und Erweiterungsbau Gymnasium Bühlau mit Neubau einer Dreifeldsporthalle
Bauherr: Landeshauptstadt Dresden
Planung: ARGE Junk & Reich / Hartmann + Helm
Leistungsumfang: 5 - 9
BGF: 13.050 m2
Bauzeit: 10/2008 - 10/2010
Kosten: 20,69 Mio. Euro
Für die gymnasiale Nutzung des Standortes ist die Kapazität der vorhandenen Bausubstanz nicht ausreichend. Der Bauzustand und der funktionale Zuschnitt der Räumlichkeiten entsprechen weitgehend nicht den Anforderungen an das zu erfüllende Raumprogramm. Im Sinne der Erhaltung der städtebaulichen Eigenart des Gebietes werden die von der Quohrener Straße rückwärtig gelegenen und in den 1970er Jahren in ihrer Erscheinung und Geschossigkeit stark veränderten Gebäudeteile einschließlich der eingeschossigen Massivbaracke zurückgebaut. Der Längsbau B (1889) zur Quohrener Straße und das straßenseitig vorgelagerte „Gartenhaus“ C (1861) werden aufgrund ihrer städtebaulichen Gestalt erhalten, aber nur das Gebäude B wird baulich und funktional in das neue Ensemble einbezogen. Beide Gebäude sind für die Umgebung identitätsstiftend.
Das Gebäude B eignet sich für die Aufnahme von allgemeinen Klassenräumen, Kursräumen und Teilen der Verwaltung. Es wird umfassend saniert, modernisiert und nach den Belangen des Brandschutzes ertüchtigt. Das Gebäude C wird gegenwärtig nicht in die Planungen einbezogen und bietet eine Reservefläche für zukünftigen zusätzlichen Platzbedarf (z. B. Ganztagesangebote). Zwischen dem Bauteil B und dem Erweiterungsbau D ist ein gläserner, gedeckter Übergang geplant, welcher die Gebäude über zwei Ebenen miteinander verbindet. Bauteil C verbleibt als Einzelgebäude.
Der Um- und Erweiterungsbau zum Gymnasium Bühlau schließt an die zu erhaltende Bausubstanz konsequent dreigeschossig an. Unter Ausnutzung der topographischen Gegebenheiten orientiert sich der Querriegel (Bauteil D) mit seinem Hauptzugang von der Quohrener Straße an der Traufhöhe des Alt-Bestandes (Längsbau). Der rückwärtige Längsriegel (Bauteil E) der Erweiterung ist ent¬sprechend dem ansteigenden Geländeverlauf um ein Geschoss versetzt und übergreift den Querriegel bis etwa zur Gebäudemitte. Seine Traufkante entspricht der Firsthöhe des Altbestandes (Längsbau) an der Quohrener Straße.
In den unteren Ebenen des Bauteils D werden die Verwaltungs- und Gemeinschaftsflächen angeordnet, während die Obergeschosse hauptsächlich die Kurs- und Klassenräume aufnehmen. Der rückwärtige Bauteil E der Erweiterung ist den Fachkabinetten vorbehalten. Mit dem zentralen Pausenhof werden die Baukörper und die ihnen zugeordneten Gemeinschaftsbereiche (Speiseversorgung, Aula, Bibliothek) zusätzlich über die Freifläche multifunktional miteinander verbunden. An exponierten Stellen werden die freiräumlichen Funktionsbereiche durch Treppen und einen zentralen Behindertenaufzug zu einer kontinuierlich begehbaren und behindertengerecht erschlossenen Abfolge von Teilräumen spezifischer Funktion und Atmosphäre miteinander verbunden. Die im Nordwesten vorgelagerte Dreifeldhalle ist in die Schule baulich funktional integriert. Sie wird über die gemeinsame Eingangshalle von der Quohrener Straße aus erschlossen und erhält zusätzliche separate Wegebeziehungen zu den Sportfreiflächen.
Bauhaus Uni Weimar - Grundsanierung Van-de-Velde-Bau (UNESCO-Weltkulturerbe)
Bauherr: Landesamt für Bau und Verkehr
Planung: ARGE Junk & Reich / Pitz & Hoh
Leistungsumfang: 1 - 8
BGF: 4.384 m2
Bauzeit: 2006 - 02/2010
Kosten: 7,50 Mio. Euro
Das von Henry van de Velde geplante und 1905/1906 als ‚Staatliche Kunstgewerbeschule‘ errichtete Gebäude ist UNESCO-Welt¬kulturerbe im Ensemble mit dem gegenüberliegenden Kunstschulgebäude. Als Kunstgewerbeschule war es bis 1919 Wirkungsstätte van de Veldes, danach bis 1925 Teil des von Walter Gropius geleiteten Staatlichen Bauhauses. Von großem kunsthistorischem Wert, ist die Wandgestaltung Oskar Schlemmers im Treppenhaus für die große Bauhaus-Ausstellung 1923.
Eine lange und wechselhafte Nutzungsgeschichte hat in dem bereits von van de Velde als Zweckbau konzipierten Gebäude deutliche Spuren hinterlassen. Zur weiteren Nutzung durch die Fakultät Gestaltung der Bauhausuniversität Weimar mit Professorenbüros und studentischen Arbeitsplätzen ist eine grundhafte Modernisierung des Bauwerks unumgänglich.
Unter strenger Einhaltung denkmalschutzrechtlicher Gesichtspunkte werden die Raumfolgen der ehemaligen Werkstätten, der Gie¬ßerei oder Künstlerateliers wieder auf die ursprünglichen Strukturen mit den historischen Raumhöhen von mehr als 5 m zurückge¬führt. Als reversible Bauteile konzipierte Stahlgalerien bieten - in erkennbar moderner Formensprache - auf Zwischenebenen Platz für studentische Arbeitsplätze, ohne die historische Raumstruktur zu verwischen.
Die direkte Zuordnung der Studentenplätze zu den Büros der Professoren greift den Meister-Lehrling-Gedanken des Bauhauses auf.
Erweiterung Bürohaus + Technikum Glatt Ingenieurtechnik
Bauherr: Glatt Ingenieurtechnik GmbH
Planung: Junk & Reich
Leistungsumfang: 1 - 8
BGF: 3.600 m2
Bauzeit: 2008 - 09/2009
Kosten: 7,36 Mio. Euro
Das bestehende Verwaltungsgebäude entlang der Nordstraße wurde durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Städtebaulich ordnet sich der Neubau, in der Straßenfront abgeru¨ckt, dem symmetrischen Bestandsgebäude mit Haupteingang, unter. Der Neubau stellt als eine Art ringförmiger Kopfbau mit umlaufender Fassade einen neuen Abschluss des Verwaltungsgebäudes mit zeitgemäßer Architektursprache dar. Das neue Gebäude nimmt die bestehende Gebäudehöhe auf und erstreckt sich u¨ber 3 Geschosse und Untergeschoss. Als Übergang vom Bestandsgebäude zum Neubau fügt sich ein großzügiges Treppenhaus mit Aufzug als Koppelglied ein. Entlang der Außenseiten befinden sich die Büroräume, die wahlweise mit Systemtrennwänden in unterschiedlich große Bereiche oder Einzelbu¨ros unterteilt werden können. Hinter dem umlaufenden Verbindungsflur befinden sich im Inneren der Kern mit Archiv, Teeküche und sanitären Einrichtungen. Dem angelagert sind zum Innenhof ausgerichtet Beratungsräume in den Obergeschossen und im EG eine Kantine mit Ausgabeku¨che (Catering). Im Untergeschoss befinden sich Archivräume und Technikräume. Am Ende des umlaufenden Flurs befindet sich ein weiteres Treppenhaus als 2. Fluchtweg. Die Erschließung erfolgt u¨ber den Innenhof und durch das Bestandsgebäude. Der Haupteingang im bestehenden Verwaltungsbau inkl. Vorfahrt blieb in seiner ursprünglichen Form und Funktion bestehen.
Der Komplex wurde in moderner Stahlbetonskelettbauweise mit Betonkernaktivierung errichtet. Die Treppenhäuser und der Sanitärbereich stellen die aussteifenden Kerne dar. Auf Grundlage des Fassadenrasters von 1,25 m entstanden Module als Fassadenbausteine (Alu-Glas-Elemente im Fensterbereich, Vorhangfassadenelement im Bereich tragende Wandteile), die aus der inneren Funktion und Raumanordnung heraus, eine flexible Fassadenstruktur ergeben, die zum Grundprinzip der Fassadengestaltung wurde. Weiterhin wurde das bestehende Technikum westlich um 3 Achsen, 2-geschossig und in gleicher Höhe erweitert. Hier sind funktional benötigte Produktions- und Lagerräume sowie ein Sozialtrakt mit Aufenthalts-, Umkleide-, und Sanitärräumen untergebracht. Im Technikum befinden sich außerdem Laborräume in Reinraumqualität fu¨r Versuche im Bereich Medizintechnik und Lebensmittelchemie mit hohen raumklimatischen Anforderungen.
Hinzu kam ein neuer Anlieferbereich mit Laderampe. Die Erweiterung wurde wie das bestehende Technikum in Stahlbetonskelettbauweise in ähnlicher Dimensionierung, aber statisch als separates Gebäude erbaut. Die Neubauten von Bürogebäude und Technikum wurden unter dem Aspekt des innovativen Klimadesigns geplant. Heizung und Kühlung der Büroräume erfolgt über Bauteiltemperierung der Betondecken, Spitzenlasten werden über zusätzliche Radiatorflächen bzw. über Klima-Splittgeräte abgedeckt. Für die Warmwasserbereitung dient eine thermische Solaranlage. Die Lüftung im Gebäude dient ausschließlich zur Sicherstellung des hygienischen Luftwechsels, so dass ein Öffnen der Fenster nicht erforderlich wird. Alle Anlagen sind als reine Außenluftanlagen konzipiert, das heißt es erfolgt kein Umluftbetrieb. Jede der Anlagen ist mit einer Wärmeru¨ckgewinnung ausgestattet.
Modernisierung Bundessozialgericht Kassel
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Hessische Baumanagement
Planung: PGS Generalplanung ARGE Junk & Reich / Hartmann + Helm
Leistungsumfang: 2 - 9
BGF: 25.600 m2
Bauzeit: 2008 - 11/2009
Kosten: 34,78 Mio. Euro
Ziel der Baumaßnahme war es, den Dienstsitz des Bundessozialgerichtes in Kassel durch funktionelle Neuordnung, Teilerweiterung, architektonische Überarbeitung, Sanierung der Bausubstanz und komplette Erneuerung der Infrastruktur entsprechend den Anforderungen eines obersten Gerichtsho¬fes des Bundes zu modernisieren. Dabei war der Außenraum in die Gestaltung einzubeziehen und Belange des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Das Bundessozialgericht besteht seit 1954 und hat seit diesem Datum seinen Standort in Kassel am Graf-Bernadotte-Platz. Von der Magistrale Wil¬helmshöher Allee ist das Gebäude über eine große öffentliche Grünfläche sofort im Blickfeld in unmittelbarer Nähe zum Fernbahnhof Wilhelmshöhe.
Die 5-geschossige, vierflügelige Gebäudeanlage mit angehängtem Nord-Westflügel, 5-geschossigem Erweiterungsbau, eingeschossigem Garagen¬gebäude und Kantinengebäude im Westen sowie einem zweigeschossigen Villenanbau im Südwesten, wirkt als eigenständiger solitärer Komplex. Auf Grund funktionaler Anforderungen und in Anbetracht des Denkmalschutzes wurde ein Teil des notwendigen Raumprogramms aus dem Altbau herausgelöst und als separater Baukörper im Innenhof des Gebäudekomplexes konzipiert.
Unabhängig von den politischen Intentionen der Erbauer kann man dem Gebäude gestalterische Qualität bescheinigen, die es zu bewahren galt. Den vorhandenen Zeitschichten wurde eine neue eigenständige, klar ablesbare Schicht hinzugefügt. Architektur und Landschaftsarchitektur bilden eine Einheit. Die Neugestaltung bezieht die vorhandenen Qualitäten ein, unter anderem sind dies die Symmetrie und Axialität der Anlage, die Blick Beziehungen, die großzügigen Wiesenflächen und der Baumbestand. Dem neuen Eingang an der Südseite wurde ein repräsentativer Freiraum zugeordnet. Der ehemalige Eingang an der Ostseite (Portikus) wird durch gestalterische Mittel in der Wirkung heruntergestuft. Die wichtigen Blickbeziehungen von der Wilhelmshöher Allee und vom Graf-Bernadotte-Platz auf das Gebäude werden gestärkt. Die Formensprache des Saalneubaus wird in den Freianlagen des Innenhofes weitergeführt. Die Reflexionen auf der Wasserfläche sorgen für eine subtile Belebung des Innenhofes. Über der Wasser¬fläche sind zwei Decks angeordnet, die dem Aufenthalt dienen. Der Innenhof ist nur für die Mitarbeiter des Bundessozialgerichts zugänglich. Alle in den Freianlagen verwendeten Materialien und Bauweisen sind dauerhaft und wartungsfreundlich. Die verwendeten Pflanzen sind den spezifischen Standortbedingungen angepasst und senken den Pflegeaufwand auf ein Mindestmaß. Der Einsatz von robusten Materialien, kompletter 3-fach Ver¬glasungen am Bestandsgebäude und Neubau, sowie Photovoltaik, Tageslichtabhängige Lichtsteuerung und Wärmetauschern + Einzelraumregelung gewährleistet ein hohes Maß an Nachhaltigkeit.
Sanierung und Erweiterungsneubauten Romain-Rolland-Gymnasium und Abendgymnasium (Denkmalobjekt)
Bauherr: Landeshauptstadt Dresden, Hochbauamt
Planung: ARGE Junk & Reich / Hartmann + Helm
Leistungsumfang: 2 - 9
BGF: 16.060 m2
Bauzeit:2008 - 2011
Kosten: 20,38 Mio. Euro
Das Romain-Rolland-Gymnasium in Dresden wird als 4-zügiges Gymnasium unter Einbeziehung eines denkmalgeschützten Bestands- Gebäudes des Dresdener Stadtbaurates Hans Erlwein (Bauzeit 1913-15) saniert und erweitert.
Die Bauaufgabe besteht in der Neuordnung der bestehenden Räume im Altbau unter Beachtung der hohen denkmalpflegerischen Anforderungen sowie dem Anbau von zusätzlichen Räumen im Rahmen des genehmigten Raumprogramms und der Gestaltung der Gebäude entsprechend den primären
Bedarfsanforderungen. Weitere Planziele sind die Verbesserung des Brandschutzes und der Rettungswegesituation im Altbau, die Erhaltung und Wiederherstellung der denkmalpflegerisch wertvollen Bausubstanz, eine optimale Verkehrswegeführung und Verbin¬dung der verschiedenen Teilobjekte innerhalb und außerhalb der Gebäude sowie die Schaffung von neuen Raumqualitäten im In¬nen- und Außenbereich (neuer Hauptzugang, Lückenschließung Melanchthonstraße, neue Pausenhöfe, Foyer, Speiseraum mit Blick zur Elbe). Nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen bietet das dann 4-zügige Gymnasium Platz für 900 Schüler. In den sanierten Unterrichtsräumen findet außerhalb der normalen Schulzeiten außerdem der Unterricht des Abendgymnasiums statt.
Im Anschluss an das Bestandsgebäude wird in die vorhandene Baulücke Melanchthonstraße ein 4-geschossiger, im Erdgeschoss aufgeständerter Gebäuderiegel (TO 4) eingefügt, der die ehemalige Kontur des Straßenverlaufs wiederherstellt. Darin werden die zusätzlichen Klassen- und Kursräume in direktem Bezug zum Altbau (Verbindung auf allen Geschossen) untergebracht. Im Bereich des aufgeständerten Erdgeschosses kann die Fläche unter dem Gebäuderiegel als überdachte Pausenfläche genutzt werden. Im angrenzenden südlichen Teil des Grundstücks mit Bezug zum Carusufer (Blickbeziehung zur Elbe) wird ein weiterer Neubaukörper (TO 1) angefügt. Darin befinden sich die öffentli¬chen Bereiche (Foyer, Pausenhalle, Speiseraum) im gläsernen Erdgeschoss. Darüber werden in zwei Geschossen die teils hoch ins¬tallierten Fachkabinette eingeordnet. Die Einordnung im Neubau ermöglicht eine bestmögliche Flexibilität der Nutzung, der Denkmal- geschützte Altbau wird nicht durch technische Zutaten beeinträchtigt. Dem TO 1 zugeordnet, befindet sich an der Weintraubenstraße die Zweifachsporthalle (TO 2), die notwendigen Nebenräume unterlagern hierbei das TO 1. Die Höheneinordnung der Sporthalle mit Bezug zum Untergeschoss TO 1 und TO 3 (Altbau) und die Zuordnung der Nebenräume zur Schule hin, ermöglicht die optimale funktionale Verbindung sowie die städtebaulich bestmögliche Ensemblebildung in Bezug zum Einzeldenkmal Bestandsgebäude.
Die Einordnung des neuen Haupteingangs der Schule (in TO 1) ermöglicht nunmehr einen barrierefreien Zugang zu allen Bauteilen. Hierzu wird die Freifläche zwischen den Gebäudeteilen entsprechend modelliert. Im Altbau wird ein rollstuhlgerechter Aufzug einge¬ordnet, der alle Geschosse des Gymnasiums barrierefrei verbindet. Die Hauptzugangsebene ist das Erdgeschoss.
Gemäß eines Beschlusses der Landeshauptstadt Dresden für kommunale Baumaßnahmen wird bei der Sanierung und Erweiterung des Gebäudeensembles des Romain-Rolland-Gymnasiums eine 25%-ige Unterschreitung der EnEV erreicht.
Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt
Standort: Erfurt, Augustinerstraße 10
Bauherr: Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt
Planung: Junk & Reich Architekten BDA Planungsgesellschaft mbH
Leistungsumfang: 1 - 9
BGF: 2.975 m2
Bauzeit: Waidhäuser 02/2006 - 10/2008
Bibliothek 02/2008 - 08/2010
Kosten: 6,40 Mio. Euro
Drei Entwurfsschwerpunkte prägen den Charakter der neuen Gebäude: die Fuge zwischen Alt und Neu, die daraus abgeleitete Lichtführung sowie im Bezug auf die Anordnung von Bauhülle und Ausbau das Thema Haus im Haus.
Der Neubau für den Veranstaltungs- und Repräsentationsbereich folgt im Wesentlichen der ehemaligen Kubatur des historischen Bibliotheksgebäudes. Das Gebäude schwebt über dem historischen Kellergeschoss in dem die Gedenkstätte entsteht. Die Belichtung erfolgt über die gestalterische Fuge zwischen Alt und Neu und erzeugt eine kryptenartige Stimmung.
Auf der Nordseite befinden sich im freigestellten Erschließungsriegel Eingang, Treppen, Aufzug und Sanitärbereich. Die verglasten Längsseiten erlauben den Durchblick zu den historischen Gewänden und Mauerresten, die Transparenz erleichtert die Orientierung im Eingangsbereich. Der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss erhält Seitenlicht über die konisch gefassten Fenstergewände sowie die verglaste Deckenrandfuge. Die Dimension der mächtigen Bestandsmauern ermöglicht die Gründung des Neubaus auf mittig gesetzten Mikrobohrpfählen sowie die darüber liegende Anordnung von freistehender Außenwand und Lichtfuge.
Die Decken der Obergeschosse werden über Konsolen auf das Tragwerk abgesetzt. Dreigelenkrahmen aus Leimholzbindern bilden das attraktive Dachgeschoss, in dem sich der Repräsentationsbereich mit Bibliothek befindet. Holzsichtige Bücherregalwände mit integrierten Kuben für Durchgänge und Belichtung bilden die Raumabgrenzung.
Der Besucher findet Zugang aus dem transparenten Foyer und Erschließungsriegel über kubisch ausgeformte Stege. Repräsentations- und Bürogeschoss können zusätzlich über die gläserne Brücke vom Hauptgebäude erreicht werden. Die Architektur des Neubaus ist zeitgemäß. Es werden historische Materialien verwendet, als Fassadenmaterial Muschelkalkstein, als Dacheindeckung Kupfer naturbelassen sowie Stahl-Glas Fenster-Konstruktionen. Der Erschließungsriegel wird von einem Sichtbetonrahmen umschlossen, die Längsseiten füllen selbsttragende Stahlpfosten-Glasfassaden.
Der gesamte Ausbau erfolgte im Kontrast holzsichtig. Im Bereich der ehemaligen Waidhäuser entstand ein 3-geschossiges Apartmenthaus mit Dachausbau in deutlich reduzierter Kubatur im Vergleich zum Ursprungsgebäude. Die Erschließung erfolgt laubengangartig innerhalb der Fuge zwischen historischem Außenmauerverlauf und Neubau. Auch hier schaffen Licht und Schatten interessante Aufenthaltsbereiche.
Alle Wohnräume orientieren sich mit ihren Studierfenstern zum neuen Bibliotheksgebäude. Beide Neubauten sind korrespondierend zueinander ausgerichtet und bilden mit dem dazwischenliegenden Freiraum eine gestalterische Einheit. Die gewählten Materialien passen sich gestalterisch dem Bibliotheksgebäude an, ohne es zu übertrumpfen. So werden die Außenwände mit einer Putzoberfläche versehen, die farblich mit den Natursteinfassaden der Bibliothek und den Bestandsgebäuden korrespondiert. Die Ausbaumaterialien wurden entsprechend dem Gestaltungskonzept der Bibliothek gewählt. Das Apartmenthaus wurde oberhalb der Grundmauern der Waidhäuser in Querwandbauweise errichtet. Die tragenden Wände wurden in Mauerwerk errichtet, die Geschossdecken als monolithische Stahlbetondecken und Filigrandecken.
Mit dem Energiekonzept: Fernwärmeanschluss BHKW + RLT-Anlage mit Wärmerückgewinnung und Teilklimatisierung der großen Konferenzräume, sowie Fußbodenheizung & außenliegendem Sonnenschutz konnte die 2006 gültige ENEV trotz Integration bestehenden Mauerwerks und der wertvollen gotischen Steinrahmenfenster unterschritten werden. dimmbare LED-Beleuchtung und Lichtsteuerung tragen weiter zur Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei.






