Hild und K
Lindwurmstrasse 88
D-80337 München
T + 49 89 38 37 71 0
F + 49 89 38 37 71 27
kontakt@hildundk.de
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Hildund K – Bauzentrum Riem
Auf einem schmalen Grundstück in dem Stadterweiterungsgebiet Messestadt Riem warl ein Gebäude mit zusammenhängender Ausstellungsfläche für das sogenannte Münchener Bauzentrum errichtet werden.
Als städtische Institution soll das Bauzentrum verschiedenen Firmen die Möglichkeit bieten sich und ihre Produkte dauerhaft einem privaten Bauherrenkreis zu präsentieren. Im Kontext der Ausstattungsprodukte, welche insbesondere im Ausbaubereich zu finden sind wurde das Gebäude als Rohbau ohne Ausbaufinish konzipiert was dem Unternehmer und Investor als Inhaber eines Betonwerkes ernorm entgegenkam.
Das Gebäude wurde durchgängig in Stahlbeton-Fertigbauweise errichtet, seine Fassade kann als eine Stapelung von großen aneinadergereihten Schaufenstern gelesen werden. Diese circa 3.50 x 6.00 m großen Fenster werden ohne Rahmen in die Betonschalen eingesetzt, welche zwischen die Gebäudestützen gefügt sind. Alle Oberflächen des Gebäudes verbleiben unbehandelt und zeigen den Fertigungsprozess. Im Inneren des Gebäudes liegen sechs Ausstellungsgeschosse an einer über alle Geschosse geführten einläufigen, hintereinander gereihten, offenen Treppe. Büros, ein Vortragssaal und verschiedene Seminarräume ergänzen das Raumangebot. Im Hof und auf dem Dach ist jeweils die Außenausstellung des Bauzentrums vorgesehen.
Ausstellungsgebäude Bauzentrum der Landeshauptstadt München
Messestadt Riem München, Willy-Brandt-Allee
Planungs- und Bauzeit
2003 - 2004
Leistungsphasen
1 - 5
Bauherr und Ausführungsfirma
Aicher Bau GmbH
Mitarbeiter HildundK Architekten
Nina Grosshauser
Tom Thalhofer
Carmen Wolf
Brutto-Rauminhalt
11 995 m³
Nutzfläche
2 258 m²
Fotografie
Michael Heinrich
München
Als städtische Institution soll das Bauzentrum verschiedenen Firmen die Möglichkeit bieten sich und ihre Produkte dauerhaft einem privaten Bauherrenkreis zu präsentieren. Im Kontext der Ausstattungsprodukte, welche insbesondere im Ausbaubereich zu finden sind wurde das Gebäude als Rohbau ohne Ausbaufinish konzipiert was dem Unternehmer und Investor als Inhaber eines Betonwerkes ernorm entgegenkam.
Das Gebäude wurde durchgängig in Stahlbeton-Fertigbauweise errichtet, seine Fassade kann als eine Stapelung von großen aneinadergereihten Schaufenstern gelesen werden. Diese circa 3.50 x 6.00 m großen Fenster werden ohne Rahmen in die Betonschalen eingesetzt, welche zwischen die Gebäudestützen gefügt sind. Alle Oberflächen des Gebäudes verbleiben unbehandelt und zeigen den Fertigungsprozess. Im Inneren des Gebäudes liegen sechs Ausstellungsgeschosse an einer über alle Geschosse geführten einläufigen, hintereinander gereihten, offenen Treppe. Büros, ein Vortragssaal und verschiedene Seminarräume ergänzen das Raumangebot. Im Hof und auf dem Dach ist jeweils die Außenausstellung des Bauzentrums vorgesehen.
Ausstellungsgebäude Bauzentrum der Landeshauptstadt München
Messestadt Riem München, Willy-Brandt-Allee
Planungs- und Bauzeit
2003 - 2004
Leistungsphasen
1 - 5
Bauherr und Ausführungsfirma
Aicher Bau GmbH
Mitarbeiter HildundK Architekten
Nina Grosshauser
Tom Thalhofer
Carmen Wolf
Brutto-Rauminhalt
11 995 m³
Nutzfläche
2 258 m²
Fotografie
Michael Heinrich
München
Wohnanlage am Klostergarten Lehel
Um notwendige Baumaßnahmen zur Sanierung ihres Sitzes zu finanzieren, hatten die Franziskaner des Klosters St. Anna Teile ihrer Liegenschaft in Erbpacht an die Bayerische Bau und Immobilien GmbH & Co. KG vergeben. Hild und K Architekten BDA wurden mit der Planung einer exklusiven Wohnanlage, bestehend aus drei Häusern mit einer Gesamtwohnfläche von 3900 qm, beauftragt.
Andreas Hild und Dionys Ottl hatten dabei in besonderem Maße die unmittelbare Nachbarschaft zum Konvent und die Geschichte der ursprünglichen Bebauung zu berücksichtigen. Ihr Ziel war, das prägnante Ensemble des Klosters nicht in einzelne Bestandteile von Neuem und Bestehendem zu zerteilen, sondern ein Miteinander von Ordensbereich und Familienwohnen zu schaffen. Eine Reminiszenz an das frühere Klostergebäude – das aufgrund seiner kleinzelligen Struktur nicht in Wohnraum umzuwandeln war und deshalb abgebrochen wurde – sind die wiedereingebauten neuromanischen Fensterelemente des ehemaligen Refektoriums. Die Wiederverwendung alter Teile ist ein in der zeitgenössischen Denkmalpflege unübliches Verfahren, dennoch entschieden sich Hild und K, diese gleichsam wie Spolien in das neue Gebäude zu integrieren. Die alten Elemente prägen nun entscheidend die Identität und Struktur des neuen Wohnbereiches. Die fast 5 Meter hohen Mauerbögen stellten eine erhebliche Herausforderung für die Organisation der neuen Volumetrie dar. Die Architekten lösten diese Aufgabe, indem sie Split-Level-Einheiten entwarfen. Bis zu 4,5 m hohe Hallen erschließen nun weitere Ebenen derselben Wohnung in gängiger Geschosshöhe.
Zum ehemaligen Klostergarten hin, der mit seinem schützenswerten Baumbestand über die Bauzeit hinweg erhalten werden konnte, bildet die Fassade diese außergewöhnliche räumliche Organisation ab. Ebenso klar sichtbar wird hier die Heterogenität moderner und vorgefundener Bauteile. Zwar reflektiert die neue Bausubstanz in charakteristischen Elementen wie Fenstern, Gauben und Ziegeldach ihren Bezug zum Bestand, mit dem die Fassade auch farblich sowie in ihrer Gliederung durch unterschiedliche Putzstärken und
-oberflächen korrespondiert. Dennoch wird die historische Differenz, die den Charakter dieses Bauteils ausmacht, keinesfalls geleugnet. In der Ansicht, die sich vom Klostergarten aus bietet, treffen alte und neue Fassadenelemente sichtbar aufeinander. Nahezu unverändert erhalten wurde dagegen die Fassade an der Seitzstraße als denkmalgeschützter Gebäudeteil.
Die insgesamt 33 Wohneinheiten von 37 bis 206 qm werden durch großzügige Treppenhäuser erschlossen und sind in ihren Grundrissen durch die Nutzer weitgehend frei gestaltbar. Ermöglicht wird dies durch eine Stahlbetonskelettkonstruktion mit vorgesetzter Mauerwerksschale, die statisch große Spannweiten gewährleistet. Zugleich garantiert das Mauerwerk einen hohen Grad an Wärmedämmung im Sinne einer nachhaltigen Bauweise.
Andreas Hild und Dionys Ottl hatten dabei in besonderem Maße die unmittelbare Nachbarschaft zum Konvent und die Geschichte der ursprünglichen Bebauung zu berücksichtigen. Ihr Ziel war, das prägnante Ensemble des Klosters nicht in einzelne Bestandteile von Neuem und Bestehendem zu zerteilen, sondern ein Miteinander von Ordensbereich und Familienwohnen zu schaffen. Eine Reminiszenz an das frühere Klostergebäude – das aufgrund seiner kleinzelligen Struktur nicht in Wohnraum umzuwandeln war und deshalb abgebrochen wurde – sind die wiedereingebauten neuromanischen Fensterelemente des ehemaligen Refektoriums. Die Wiederverwendung alter Teile ist ein in der zeitgenössischen Denkmalpflege unübliches Verfahren, dennoch entschieden sich Hild und K, diese gleichsam wie Spolien in das neue Gebäude zu integrieren. Die alten Elemente prägen nun entscheidend die Identität und Struktur des neuen Wohnbereiches. Die fast 5 Meter hohen Mauerbögen stellten eine erhebliche Herausforderung für die Organisation der neuen Volumetrie dar. Die Architekten lösten diese Aufgabe, indem sie Split-Level-Einheiten entwarfen. Bis zu 4,5 m hohe Hallen erschließen nun weitere Ebenen derselben Wohnung in gängiger Geschosshöhe.
Zum ehemaligen Klostergarten hin, der mit seinem schützenswerten Baumbestand über die Bauzeit hinweg erhalten werden konnte, bildet die Fassade diese außergewöhnliche räumliche Organisation ab. Ebenso klar sichtbar wird hier die Heterogenität moderner und vorgefundener Bauteile. Zwar reflektiert die neue Bausubstanz in charakteristischen Elementen wie Fenstern, Gauben und Ziegeldach ihren Bezug zum Bestand, mit dem die Fassade auch farblich sowie in ihrer Gliederung durch unterschiedliche Putzstärken und
-oberflächen korrespondiert. Dennoch wird die historische Differenz, die den Charakter dieses Bauteils ausmacht, keinesfalls geleugnet. In der Ansicht, die sich vom Klostergarten aus bietet, treffen alte und neue Fassadenelemente sichtbar aufeinander. Nahezu unverändert erhalten wurde dagegen die Fassade an der Seitzstraße als denkmalgeschützter Gebäudeteil.
Die insgesamt 33 Wohneinheiten von 37 bis 206 qm werden durch großzügige Treppenhäuser erschlossen und sind in ihren Grundrissen durch die Nutzer weitgehend frei gestaltbar. Ermöglicht wird dies durch eine Stahlbetonskelettkonstruktion mit vorgesetzter Mauerwerksschale, die statisch große Spannweiten gewährleistet. Zugleich garantiert das Mauerwerk einen hohen Grad an Wärmedämmung im Sinne einer nachhaltigen Bauweise.
Schloss Hohenkammer: Architektur als Langzeitbelichtung
Im November 2007 wurde nach zwei Jahren Bauzeit die von Hild und K Architekten BDA geplante Sanierung des ungefähr 40 km nördlich von München gelegenen Schlosses Hohenkammer abgeschlossen. Die Münchener Rückversicherung hatte das historische Gebäude, das sich in ein weitläufiges Ensemble von Ökonomie, Wirtschaftsgebäuden, um das Schloss gruppierten Villen sowie forst- und landwirtschaftlichen Flächen einfügt, gekauft, um es als internationales Begegnungszentrum mit hohem gestalterischem Anspruch zu nutzen.
Die an Hild und K übertragene Bauaufgabe gestaltete sich vor allem deshalb so anspruchsvoll, weil vorangegangene Jahrzehnte recht unsensibel mit einem der wenigen erhaltenen Renaissance-Wasserschlösser im altbayerischen Raum umgegangen waren: Eine Sanierung in den 70er Jahren hatte das Schloss nahezu auf den Rohbau zurückgeführt, selbst die meisten Holzbalkendecken waren durch Stahlträger mit aufgelegten Porenbeton-Elementen ersetzt worden. Angesichts dieser irreversiblen Zerstörungen wäre jeder Versuch zum Scheitern verurteilt gewesen, einen ursprünglichen historischen Zustand zu definieren und das Gebäude auf diesen zurückzuführen. Das didaktische Konzept klassischer Denkmalpflege, das auf der scharfen Trennung von Alt und Neu beruht, ließ sich schon mangels historisch bedeutsamer Substanz kaum anwenden. Die Münchner Architekten verwischten stattdessen wie mit dem Weichzeichner die Grenzen zwischen Alt und Neu, entschieden sich für eine atmosphärische Angleichung. Wie in einer fotografischen Langzeitbelichtung verschmelzen die unterschiedlichen Zeitebenen zum einheitlichen Ganzen. Das Sanierungskonzept macht so die Trennung zwischen „hergebracht“ und „modern“ obsolet. Es zollt damit der Erkenntnis Tribut, dass Geschichtliches niemals exakt wiederherstellbar ist, weil es immer nur durch den Filter der Gegenwart wahrgenommen werden kann.
Nicht ein etwaiger „Originalzustand“ also sollte in Hohenkammer rekonstruiert werden. Dagegen war es erklärtes Ziel von Andreas Hild und Dionys Ottl, dem Gebäude seine geschichtliche Würde zurückzugeben. Deshalb wurden Umbauten weitgehend zurückgenommen oder umformuliert. Unzerstörte historische Fragmente wurden sorgfältig erhalten. Im Rahmen einer Purifizierung der Mittel kamen die eher archaisch eingesetzten Materialien Putz, massives Holz und Naturstein zum Einsatz. Dem Ansatz, eine Brücke zwischen Alt und Neu zu schlagen, kommt auch die künstlerische Gestaltung der Innenräume entgegen. In der Tradition der Renaissance sind diese mit Wandmalereien – florale Motive von Martin Schwenk im Schloss, eine Arbeit von Lawrence Weiner in der alten Kapelle – geschmückt.
Gleichzeitig war in den historischen Kontext ein hochmodernes Konferenzzentrum zu implantieren. Komplexe Anforderungen an Technik, Elektrik und Klima machten umfangreiche Eingriffe notwendig. Die notwendigen Einbauten wurden dabei soweit als möglich in den Hintergrund gedrängt. Eine neue Raumorganisation auf historischem Grundriss schafft mehr Weite und wirkt mit ihren eingefügten Zwischenräumen kommunikationsfördernd. Dem historischen dreigeschossigen Hof mit umlaufendem Umgang fällt hierbei eine zentrale Aufgabe zu.
Schloss Hohenkammer kommt nun, nach einer wechselvollen Geschichte als Adelssitz, Militärschule oder Knabeninternat, der Nutzung für Unternehmensschulungen optimal entgegen.
Die an Hild und K übertragene Bauaufgabe gestaltete sich vor allem deshalb so anspruchsvoll, weil vorangegangene Jahrzehnte recht unsensibel mit einem der wenigen erhaltenen Renaissance-Wasserschlösser im altbayerischen Raum umgegangen waren: Eine Sanierung in den 70er Jahren hatte das Schloss nahezu auf den Rohbau zurückgeführt, selbst die meisten Holzbalkendecken waren durch Stahlträger mit aufgelegten Porenbeton-Elementen ersetzt worden. Angesichts dieser irreversiblen Zerstörungen wäre jeder Versuch zum Scheitern verurteilt gewesen, einen ursprünglichen historischen Zustand zu definieren und das Gebäude auf diesen zurückzuführen. Das didaktische Konzept klassischer Denkmalpflege, das auf der scharfen Trennung von Alt und Neu beruht, ließ sich schon mangels historisch bedeutsamer Substanz kaum anwenden. Die Münchner Architekten verwischten stattdessen wie mit dem Weichzeichner die Grenzen zwischen Alt und Neu, entschieden sich für eine atmosphärische Angleichung. Wie in einer fotografischen Langzeitbelichtung verschmelzen die unterschiedlichen Zeitebenen zum einheitlichen Ganzen. Das Sanierungskonzept macht so die Trennung zwischen „hergebracht“ und „modern“ obsolet. Es zollt damit der Erkenntnis Tribut, dass Geschichtliches niemals exakt wiederherstellbar ist, weil es immer nur durch den Filter der Gegenwart wahrgenommen werden kann.
Nicht ein etwaiger „Originalzustand“ also sollte in Hohenkammer rekonstruiert werden. Dagegen war es erklärtes Ziel von Andreas Hild und Dionys Ottl, dem Gebäude seine geschichtliche Würde zurückzugeben. Deshalb wurden Umbauten weitgehend zurückgenommen oder umformuliert. Unzerstörte historische Fragmente wurden sorgfältig erhalten. Im Rahmen einer Purifizierung der Mittel kamen die eher archaisch eingesetzten Materialien Putz, massives Holz und Naturstein zum Einsatz. Dem Ansatz, eine Brücke zwischen Alt und Neu zu schlagen, kommt auch die künstlerische Gestaltung der Innenräume entgegen. In der Tradition der Renaissance sind diese mit Wandmalereien – florale Motive von Martin Schwenk im Schloss, eine Arbeit von Lawrence Weiner in der alten Kapelle – geschmückt.
Gleichzeitig war in den historischen Kontext ein hochmodernes Konferenzzentrum zu implantieren. Komplexe Anforderungen an Technik, Elektrik und Klima machten umfangreiche Eingriffe notwendig. Die notwendigen Einbauten wurden dabei soweit als möglich in den Hintergrund gedrängt. Eine neue Raumorganisation auf historischem Grundriss schafft mehr Weite und wirkt mit ihren eingefügten Zwischenräumen kommunikationsfördernd. Dem historischen dreigeschossigen Hof mit umlaufendem Umgang fällt hierbei eine zentrale Aufgabe zu.
Schloss Hohenkammer kommt nun, nach einer wechselvollen Geschichte als Adelssitz, Militärschule oder Knabeninternat, der Nutzung für Unternehmensschulungen optimal entgegen.
Standort
Hohenkammer
Bauzeit
2007
Bauherr
Münchner Rückversicherungsgesellschaft AG, München
Architektur
Hild und K Architekten
Andreas Hild, Dionys Ottl
Projektleitung
Nina Großhauser
Mitarbeit
Nikola Bothschafter
Tobias Dorfmeister
Christian Hadaller
Ivonne Hasenbein
Edwige Kielwasser
Sandra Räder
Florian Scherer
Landschaftsplanung
Keller Landschaftsarchitekten, München
Lichtplanung
MS Licht, München
Projektsteuerung
Alba Bauprojektmanagement, Oberhaching
Bauleitung
Bauleitung Simon, Fürstenfeldbruck
Tragwerksplanung
Sailer Stepan und Partner GmbH, München
Ausschreibung
Architekturbüro Köhler
Fotografie
Michael Heinrich, München
Sanierung Kloster St. Anna
Am 2. November 2008 wurden im Rahmen eines großen Festaktes die neuen Räume des Münchner Franziskanerklosters St. Anna gesegnet. Die umfangreiche Sanierung der Anlage, deren Bauten teilweise bis auf das Jahr 1827 zurückgehen, wurde von Hild und K Architekten BDA geplant und geleitet.
Es war das Ziel von Andreas Hild und Dionys Ottl, die heterogenen baulichen Elemente, aus denen der Komplex im Laufe seiner traditionsreichen Geschichte gewachsen war, zu einem stilistisch stimmigen Ganzen zu fügen. Auch der Neubau, der nun einen maroden Gebäudeteil aus der Nachkriegszeit ersetzt, integriert sich selbstverständlich ins Ensemble. Vorgefundene Elemente unterzieht er einer modernen Interpretation. So nimmt etwa ein Putzrelief um die orthogonalen Fenster des ebenerdigen Speisesaals die Bogenform der Altbaufenster auf und entwickelt sie fort.
Zugleich hat die Architektur vielfachen funktionalen Ansprüchen zu genügen, denn St. Anna ist Stadtkloster, künftige Zentrale der Franziskaner in Deutschland, Ort für Gottesdienste, Vorträge und anspruchsvolle Kirchenmusik, bietet Raum für Beichte und Gespräche sowie Zuflucht für Obdachlose und Arme. Daraus ergaben sich ungewöhnliche Bauaufgaben wie die Gestaltung der Schatzkammer des Klosters. Deren Architektur tritt in ihrer Schlichtheit ganz zugunsten der Exponate und deren spirituellem Rang zurück. Auch die von Hild und K entworfenen Möbel und Leuchten suchen die ästhetische Entsprechung zum Geist des Ordens. Bewusst einfach gestaltet, setzt die Innenarchitektur weitgehend auf die Wirkung elementarer Formen, Farben und Materialien wie Eichenholz oder Leder.
Es war das Ziel von Andreas Hild und Dionys Ottl, die heterogenen baulichen Elemente, aus denen der Komplex im Laufe seiner traditionsreichen Geschichte gewachsen war, zu einem stilistisch stimmigen Ganzen zu fügen. Auch der Neubau, der nun einen maroden Gebäudeteil aus der Nachkriegszeit ersetzt, integriert sich selbstverständlich ins Ensemble. Vorgefundene Elemente unterzieht er einer modernen Interpretation. So nimmt etwa ein Putzrelief um die orthogonalen Fenster des ebenerdigen Speisesaals die Bogenform der Altbaufenster auf und entwickelt sie fort.
Zugleich hat die Architektur vielfachen funktionalen Ansprüchen zu genügen, denn St. Anna ist Stadtkloster, künftige Zentrale der Franziskaner in Deutschland, Ort für Gottesdienste, Vorträge und anspruchsvolle Kirchenmusik, bietet Raum für Beichte und Gespräche sowie Zuflucht für Obdachlose und Arme. Daraus ergaben sich ungewöhnliche Bauaufgaben wie die Gestaltung der Schatzkammer des Klosters. Deren Architektur tritt in ihrer Schlichtheit ganz zugunsten der Exponate und deren spirituellem Rang zurück. Auch die von Hild und K entworfenen Möbel und Leuchten suchen die ästhetische Entsprechung zum Geist des Ordens. Bewusst einfach gestaltet, setzt die Innenarchitektur weitgehend auf die Wirkung elementarer Formen, Farben und Materialien wie Eichenholz oder Leder.
Wellen aus Licht, München
Im Zentrum Münchens gelegen, steht das Viertel um den Gärtnerplatz als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen aus dem 19. Jahrhundert heute unter Ensembleschutz. Zugleich bildet es ein Zentrum modernen urbanen Lebens. Die Spannung zwischen historischem Erbe und aktueller Gegenwart bestimmt auch die Sanierung des Gebäudes in der Reichenbachstraße 20 durch Hild und K Architekten. Die ursprünglich spätklassizistische Fassade des Wohn- und Geschäftshauses war durch bauliche Eingriffe unwiederbringlich zerstört worden. Nicht die angesichts mangelnder Quellen ohnehin unmögliche Rekonstruktion der Straßenansicht, sondern deren architektonische Neuinterpretation war ausschlaggebend für das Sanierungskonzept. Andreas Hild und Dionys Ottl haben sich daran gemacht, die Baukunst des 19. Jahrhunderts zum Schwingen zu bringen.
Die dreiteilige Gliederung der Fassade greift ein seinerzeit gängiges Gestaltungsmittel, sogenannte Bossen, auf und verfremdet es zugleich: Durch unterschiedliche Höhe der einzelnen – hier in Putz ausgeführten – überstehenden Elemente entsteht ein wellenförmiges Relief. Diese Fassadenstruktur erzeugt ein je nach Sonnenstand und Blickwinkel differenziertes, eindrucksvolles Schattenspiel. Die ursprünglich antikisierende „Schwere“ der Bossen gerät dadurch in einen reizvollen Gegensatz zur Beweglichkeit der Lichtstimmungen: Das Licht gestaltet die Fassade.
Der spielerische Umgang mit kontrastierenden Gestaltungselementen und das prägende Wellenmotiv finden ihre Fortsetzung im ruhigen Innenhof. Organisch geformte, in den Etagen intelligent zueinander versetzte Balkonflächen laufen über die gesamte Gebäudebreite und erzeugen ein Wechselspiel aus Enge und Weite, Privatheit und Offenheit. Durch dreidimensional geschwungene Geländer erhalten die Nutzflächen der Balkone eine außergewöhnliche räumliche Qualität. Erschlossen werden sie durch raumhohe Fenstertüren, wodurch sich die Belichtungssituation der Wohnungen wesentlich verbessert.
Im Inneren bleibt die bestehende, bürgerlich repräsentative Raumeinteilung weitgehend erhalten. Teilweise wird auch hier die Belichtung durch neue großzügige Durchgänge verbessert. In Kombination mit beeindruckenden Raumhöhen, modern interpretiertem Stuck an Decke und Wandflächen, elegantem Fischgrätparkett und profilierten Doppelflügeltüren ergibt sich auch hier der Eindruck eines „zeitgenössischen Altbaus“.
Eine Solarthermieanlage liefert im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit einen erheblichen Teil der zur Warmwasserversorgung des Gebäudes benötigten Energie.
Die dreiteilige Gliederung der Fassade greift ein seinerzeit gängiges Gestaltungsmittel, sogenannte Bossen, auf und verfremdet es zugleich: Durch unterschiedliche Höhe der einzelnen – hier in Putz ausgeführten – überstehenden Elemente entsteht ein wellenförmiges Relief. Diese Fassadenstruktur erzeugt ein je nach Sonnenstand und Blickwinkel differenziertes, eindrucksvolles Schattenspiel. Die ursprünglich antikisierende „Schwere“ der Bossen gerät dadurch in einen reizvollen Gegensatz zur Beweglichkeit der Lichtstimmungen: Das Licht gestaltet die Fassade.
Der spielerische Umgang mit kontrastierenden Gestaltungselementen und das prägende Wellenmotiv finden ihre Fortsetzung im ruhigen Innenhof. Organisch geformte, in den Etagen intelligent zueinander versetzte Balkonflächen laufen über die gesamte Gebäudebreite und erzeugen ein Wechselspiel aus Enge und Weite, Privatheit und Offenheit. Durch dreidimensional geschwungene Geländer erhalten die Nutzflächen der Balkone eine außergewöhnliche räumliche Qualität. Erschlossen werden sie durch raumhohe Fenstertüren, wodurch sich die Belichtungssituation der Wohnungen wesentlich verbessert.
Im Inneren bleibt die bestehende, bürgerlich repräsentative Raumeinteilung weitgehend erhalten. Teilweise wird auch hier die Belichtung durch neue großzügige Durchgänge verbessert. In Kombination mit beeindruckenden Raumhöhen, modern interpretiertem Stuck an Decke und Wandflächen, elegantem Fischgrätparkett und profilierten Doppelflügeltüren ergibt sich auch hier der Eindruck eines „zeitgenössischen Altbaus“.
Eine Solarthermieanlage liefert im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit einen erheblichen Teil der zur Warmwasserversorgung des Gebäudes benötigten Energie.
Sanierung Institutsgebäude TU München
Das 1963 nach Plänen von Franz Hart erbaute Institutsgebäude war hinsichtlich aktueller Energie- und Brandschutzstandards stark sanierungsbedürftig geworden. Hild und K Architekten entwickelten für den Stahlbetonbau mit Fertigteilfassade eine neue Außenhaut, die Bezüge aufnimmt sowohl zur umgebenden Bebauung des TU Stammgeländes als auch zum Bestandsbau selbst. Das Haus 0505 war aus unterschiedlichen, geschossweise „übereinandergestapelten“ Stahlbetonrahmenkonstruktionen errichtet worden. Dadurch ergaben sich unterschiedliche Baulinien zwischen der ebenerdig gelegenen Halle und den darüber gelegenen Stockwerken. Der Entwurf von Andreas Hild und Dionys Ottl integriert diese Eigenart des Vorgängerbaus und entwickelt sie weiter.
Die Fassade gliedert sich nun in Brüstungen und Pfeiler, welche die Flucht der vorhandenen Stützen aufnehmen. Ab dem zweiten Obergeschoss schwingen sie in die Ebene der Brüstungen zurück und reagieren so auf die bestehende Stahlbetonkonstruktion. Die maximale Auslenkung der Pfeiler wird in der Höhe leicht variiert. So entsteht im bodennahen Bereich ein starkes Relief, das sich nach oben glättet. Komplett fassadenbündig eingebaut integrieren sich die Fenster optimal in das Wechselspiel von Vorsprung und Fläche. Größe und Achsen bleiben gegenüber dem Vorgängerbau unverändert. Ein tintangrauer Vormauerklinker vermittelt zwischen den Sichtziegeln der Fünfziger- und Sechzigerjahre-Gebäude auf dem Nordgelände und den Aluminiumfassaden der technischen Neubauten auf dem Südgelände der TU. Zugleich dient sich seine metallisch schimmernde Oberfläche ideal dem durch die Ausbuchtungen der Fassade differenzierten Lichteinfall an. Insgesamt entsteht so ein lebhaftes, nuancenreiches Farbspiel. Daneben garantiert die vorgehängte Ziegelhülle mit Luftschicht und Dämmung einen hohen, den aktuellen Anforderungen an einen Neubau entsprechenden Wärmedämmstandard.
Im Inneren des Gebäudes wurde der sanierungsbedürftige Bestand bis auf das prägnante Stahlbetonskelett rückgebaut, die vorgefundene Gebäudestruktur optisch herausgearbeitet. Die hellen Gelbtöne der Flure, Seminar- und Büroräume nehmen Farben der umgebenden historischen Gebäude auf und schlagen somit einmal mehr eine Brücke zum architektonischen Kontext des Geländes. Großformatige Fenster unterstreichen die Bezüge von Außen- und Innenraum und sichern die optimale Tageslichtversorgung der Arbeitsplätze. Für ein behagliches Raumklima in den Büroräumen sorgt natürliche, vom Nutzer selbst zu regulierende Fensterlüftung sowie ein integrierter Sonnen- und Blendschutz. Hörsäle, Labore und Besprechungsräume erhalten eine Klimatisierung mit Wärmerückgewinnung. Zudem bezieht ein neu geschaffener Fernwärme-Anschluss das energetisch optimierte Gebäude in die Belange erneuerbarer Energien mit ein und trägt so zusätzlich zur CO2-Einsparung bei.
In einem zweiten Bauabschnitt wird bis zum Jahr 2013 ein weiterer Gebäudeteil entsprechend saniert. Der im Bestand zurückgesetzte Haupteingang wird dabei an den Straßenraum gelegt. Er soll in einen gebäudehohen Luftraum münden, der durch farbige, aus dem Bestand übernommene Kunstfenster eindrucksvoll inszeniert wird.
Die Fassade gliedert sich nun in Brüstungen und Pfeiler, welche die Flucht der vorhandenen Stützen aufnehmen. Ab dem zweiten Obergeschoss schwingen sie in die Ebene der Brüstungen zurück und reagieren so auf die bestehende Stahlbetonkonstruktion. Die maximale Auslenkung der Pfeiler wird in der Höhe leicht variiert. So entsteht im bodennahen Bereich ein starkes Relief, das sich nach oben glättet. Komplett fassadenbündig eingebaut integrieren sich die Fenster optimal in das Wechselspiel von Vorsprung und Fläche. Größe und Achsen bleiben gegenüber dem Vorgängerbau unverändert. Ein tintangrauer Vormauerklinker vermittelt zwischen den Sichtziegeln der Fünfziger- und Sechzigerjahre-Gebäude auf dem Nordgelände und den Aluminiumfassaden der technischen Neubauten auf dem Südgelände der TU. Zugleich dient sich seine metallisch schimmernde Oberfläche ideal dem durch die Ausbuchtungen der Fassade differenzierten Lichteinfall an. Insgesamt entsteht so ein lebhaftes, nuancenreiches Farbspiel. Daneben garantiert die vorgehängte Ziegelhülle mit Luftschicht und Dämmung einen hohen, den aktuellen Anforderungen an einen Neubau entsprechenden Wärmedämmstandard.
Im Inneren des Gebäudes wurde der sanierungsbedürftige Bestand bis auf das prägnante Stahlbetonskelett rückgebaut, die vorgefundene Gebäudestruktur optisch herausgearbeitet. Die hellen Gelbtöne der Flure, Seminar- und Büroräume nehmen Farben der umgebenden historischen Gebäude auf und schlagen somit einmal mehr eine Brücke zum architektonischen Kontext des Geländes. Großformatige Fenster unterstreichen die Bezüge von Außen- und Innenraum und sichern die optimale Tageslichtversorgung der Arbeitsplätze. Für ein behagliches Raumklima in den Büroräumen sorgt natürliche, vom Nutzer selbst zu regulierende Fensterlüftung sowie ein integrierter Sonnen- und Blendschutz. Hörsäle, Labore und Besprechungsräume erhalten eine Klimatisierung mit Wärmerückgewinnung. Zudem bezieht ein neu geschaffener Fernwärme-Anschluss das energetisch optimierte Gebäude in die Belange erneuerbarer Energien mit ein und trägt so zusätzlich zur CO2-Einsparung bei.
In einem zweiten Bauabschnitt wird bis zum Jahr 2013 ein weiterer Gebäudeteil entsprechend saniert. Der im Bestand zurückgesetzte Haupteingang wird dabei an den Straßenraum gelegt. Er soll in einen gebäudehohen Luftraum münden, der durch farbige, aus dem Bestand übernommene Kunstfenster eindrucksvoll inszeniert wird.






