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Freivogel Mayer Architekten

Erweiterung einer Grundschule mit Ganztagesbereich und Mensa

Dietmar Strauß
Dietmar Strauß
Gebäudekategorie
Schulen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2014
Architektenpreis
Teilnehmendes Objekt beim bundesweiten „Tag der Architektur“ 2015 in Baden-Württemberg
Ludwigsburg, 2014

Auftraggeber Stadt Ludwigsburg

Städtebau – Der Neubau ergänzt die bestehende Schlösslesfeldschule um Räume für den Ganztagesbereich sowie einen großen Mensabereich. Hierzu wird der bestehende Altbau aus den 60er-Jahren Richtung Süden um einen neuen teilunterkellerten Pavillonbau ergänzt. Mit der gewählten Positionierung des Neubaus entsteht ein neuer zentraler Eingangsbereich zwischen Altbau, Neubau, und angrenzendem Pausenhof. Außerdem wird die vorgefundene, bislang annexartige eingeschossige Pavillonbebauung im südwestlichen  Grundstücksbereich ergänzt und in das Gesamtensemble integriert.

Der neue Baustein setzt die bestehende orthogonale Bebauungsstruktur fort. Im Unterschied zum Bestands-gebäude mit seinen bandförmigen Brüstungsfenstern öffnet sich der Neubau jedoch mit seiner raumhohen Verglasung großzügig zum angrenzenden parkähnlichen Grünbereich. Es entsteht im Gegensatz zu den nur zu Unterrichtszwecken genutzten Räumen im Altbau ein fließender Übergang zwischen Innenraum, vorgelagertem überdachtem Terrassenbereich und Außenraum. Den eigentlichen räumlichen Abschluss findet das erweiterte Schulareal nun mit dem alten Baumbestand am südlichen Ende des großzügigen grünen Außenbereiches.

Gebäude – Direkt angrenzend an den neuen zentralen Verteilerbereich zwischen Altbau und Neubau befindet sich die neue Mensa. Diese kann je nach Anforderung bis zu 180 Plätze aufnehmen, bei Bedarf mittels einer mobilen Trennwand jedoch auch verkleinert werden. Die großen Gruppenräume orientieren sich alle in Richtung großzügigem südlichen Freibereich. Richtung nördlich liegendem Innenhof sind kleinere Räume für kreatives Werken sowie die Personalräume angeordnet.

Tragwerk und Nutzungsflexibilität – Mit dem Ziel einer maximalen Nutzungsflexibilität über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes wird der Pavillon komplett als Skelettbau mit einer weitspannenden Decke ausgeführt. Die Stahlbetonstützen befinden sich ausschließlich entlang der Gebäudeaußenkante sowie innerhalb des vom Brandschutz geforderten innenliegenden Flures. Sämtliche Aufenthaltsräume sind frei von tragenden Bauteilen. Alle Innenwände können entsprechend späteren Nutzungsanforderungen mit überschaubarem Aufwand versetzt werden.

Energiekonzept – Die Heizenergieversorgung erfolgt über Fernwärme, die von einem Holzheizkraftwerk bereitgestellt wird. Die Lüftung sämtlicher Räume erfolgt gebäudezentral mit Wärmerückgewinnung. An Waschtischen und Hand-waschbecken wird bewusst nur Kaltwasser bereitgestellt. Mit den großen südorientierten Verglasungen werden winterliche solare Gewinne erzielt, im Sommer werden die Verglasungen durch die vorgelagerte Terrassenüberdachung sowie bei Bedarf mittels außenliegendem Sonnenschutz verschattet. Mit diesem Maßnahmenpaket wird gewährleistet, dass der Betrieb wirtschaftlich und mit geringem Primärenergieaufwand erfolgen kann.