Anderhalten Architekten
Köpenicker Strasse 48-49
D-10179 Berlin
T + 49.30.27 89 44 0
F + 49.30.27 89 44 11
architekten@anderhalten.com
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Eröffnungsfeier in den UFERSTUDIOS
Gemeinsam mit dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin lädt die Uferstudios GmbH am 15. Oktober 2010 ab 20.00 Uhr zu einem Festakt, bei dem Absolventen, Studierende und aktuelle Nutzer die neuen Studios bespielen - mit Performances, Video-Installationen, Filmvorführungen, Ausstellungen, Showings, Konzerten, Lounge in der temporären Architektur "Medusa vibrante" von plastique fantastique und Party ab 22 Uhr!
Institut für Industriedesign der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle/Saale
Ein ehemaliges Laborgebäude aus den 50er Jahren wurde zum Institut für Industriedesign umgebaut. Das Entwurfskonzept zur Unterbringung des Institutes sah die Aufstockung des Bestandes um ein Geschoss und die Realisierung eines Erweiterungsbaus vor. Das Raumprogramm umfasst einen Hörsaal mit 150 Plätzen sowie großzügige Ateliers und Büroräume.
Die neue Fassade vermittelt das kreative Potenzial und die industrielle Präzision der Projekte des Institutes nach Aussen und verleiht dem gesamten Hochschulcampus ein unverwechselbares, zukunftsweisendes Gesicht.
Es wurde eine strukturelle Fassade entwickelt, die aus einfachen, industriell vorgefertigten Elementen besteht und über eine dreidimensionale Plastizität verfügt.
Die notwendigen Fensteröffnungen sind als "Fehlstellen" der horizontal geschichteten Module in die Grundstruktur integriert. Die entscheidende gestalterische Komponente neben der Dreidimensionalität stellt die Goldeloxierung aller Aluminiumelemente dar.
Die neue Fassade strahlt so weithin sichtbar und entwickelt eine enorme Tiefe und Brillanz.
Das Zusammenspiel von rauen Putzoberflächen und glatten Aluminiumtafeln, von matter mineralischer Oberfläche und goldglänzenden Strukturen bildet eine atmosphärische Symbiose von Alt und Neu.
Bauherr: Land Sachsen-Anhalt, Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt, Halle/Saale
Planungs- und Bauzeit: 2004-2007
HNF: 2530 qm
Baukosten: 6.1 Mio Euro
LPH: 1-9
Lage: Neuwerk 7, Halle/Saale
Die neue Fassade vermittelt das kreative Potenzial und die industrielle Präzision der Projekte des Institutes nach Aussen und verleiht dem gesamten Hochschulcampus ein unverwechselbares, zukunftsweisendes Gesicht.
Es wurde eine strukturelle Fassade entwickelt, die aus einfachen, industriell vorgefertigten Elementen besteht und über eine dreidimensionale Plastizität verfügt.
Die notwendigen Fensteröffnungen sind als "Fehlstellen" der horizontal geschichteten Module in die Grundstruktur integriert. Die entscheidende gestalterische Komponente neben der Dreidimensionalität stellt die Goldeloxierung aller Aluminiumelemente dar.
Die neue Fassade strahlt so weithin sichtbar und entwickelt eine enorme Tiefe und Brillanz.
Das Zusammenspiel von rauen Putzoberflächen und glatten Aluminiumtafeln, von matter mineralischer Oberfläche und goldglänzenden Strukturen bildet eine atmosphärische Symbiose von Alt und Neu.
Bauherr: Land Sachsen-Anhalt, Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt, Halle/Saale
Planungs- und Bauzeit: 2004-2007
HNF: 2530 qm
Baukosten: 6.1 Mio Euro
LPH: 1-9
Lage: Neuwerk 7, Halle/Saale
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Berlin
Der Erweiterungsbau des BMELV wurde als sechsgeschossiges Bauvolumen an der Französischen Straße errichtet. Das Gebäude manifestiert sich als gebrochen orthogonaler Körper; die amorphe innere Gebäudestruktur setzt sich in der äußeren Kontur als dynamische Schwingung fort und steht einer Monotonisierung von Außen- und Innenraum entgegen. Die skulpturale Ausformung tritt in Kontrast zum Altbau und bildet eine eigenständige Typologie im rigiden Blockraster der Friedrichstrasse. Die zweihüftig konzipierte Anlage erhält ein Atrium, über das Tageslicht tief in die Gebäudemasse dringt. Im Erdgeschoss funktioniert dieser Lichthof als räumlich trennendes aber optisch verbindendes Element; in den Obergeschossen erweitert er sich zur Erschließungs- und Kommunikationszone der angrenzenden Büroräume. Die vertikal verspringenden Fensterbänder erzeugen durch Reflexionen und Lichtbrechungen eine subtile Plastizität.
Projektdaten:
Bauherr
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Planungs- und Bauzeit
2004-2009
HNF
4.600 qm BT1, 2.200 qm BT2
Baukosten
34,9 Mio Euro
LPH
2-9
Lage
Wilhelmstrasse/Französische Strasse, Berlin
Fotos
Ursula Böhmer
Projektdaten:
Bauherr
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Planungs- und Bauzeit
2004-2009
HNF
4.600 qm BT1, 2.200 qm BT2
Baukosten
34,9 Mio Euro
LPH
2-9
Lage
Wilhelmstrasse/Französische Strasse, Berlin
Fotos
Ursula Böhmer
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Umbau/Neubau des Plenarsaalbereiches
Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist in einem Gebäudekomplex in direkter Nachbarschaft zum Gendarmenmarkt angesiedelt. Das älteste Gebäude dieser Anlage wurde 1902 als 4-geschossiges Wohn - und Geschäftshaus der ehemaligen Preußischen Seehandelsbank erbaut. In diesem ehemaligen Bankhaus liegt der heute von der Akademie der Wissenschaften für Veranstaltungen genutzte Bereich.
Das Zentrum des alten Bankgebäudes bildete ein Innenhof im ersten Obergeschoss, der mit einer verglasten Eisenkonstruktion überwölbt war und als zentrale Kassenhalle diente. Diese 300 qm große, langgestreckte Kassenhalle stand, in den Randbereichen mit Sandsteinbögen kolonnadenartig ausgeformt, in direkter räumlicher Verbindung mit den umlaufenden Arbeitsbereichen des Bankpersonals, so dass sich diese erste Etage als zusammenhängender Großraum darstellte.
Nach Kriegszerstörungen wurde das Hallendach entfernt und in den 50er Jahren durch eine provisorische, geschlossene Notdachkonstruktion ersetzt. Das ursprünglich offene Raumgefüge wurde zerstört, als die Sandsteinbögen vermauert und die ehemalige Kassenhalle in zwei Räume unterteilt wurde, um diese als Versammlungsräume zu nutzen. Die umlaufenden Räume wurden durch einen Flur vom Saal abgetrennt, um sie als Schulungsräume und Casino umzufunktionieren.
Das Entwurfskonzept sah eine Rückführung des Veranstaltungsbereich auf die ursprünglichen offenen Strukturen. Der Halleraum wurde von Einbauten der Nachkriegszeit befreit und mit einem zweischaligen Glasdach versehen, das ein Maximum an Tageslichteinfall garantiert. Der lichte, transparente Saal steht somit wieder in direkter räumlicher Beziehung zu Schauspielhaus und Gendarmenmarkt. Die unmittelbar an den Saal angrenzenden Seminarräume und das Casino werden durch raumhohe Glasschiebeelemente vom Plenarsaal abgetrennt. Die neu hinzugefügten Materialien und die reduzierte Ausformung der Details kontrastieren mit den Resten der historischen Sandsteinarkaden, deren Kriegsschäden bewusst nicht retuschiert wurden, sondern wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes sind.
Die technische Ausrüstung des Plenarsaales wurde den Anforderungen an einen zeitgemäßen Kongressbereich angepasst. Dabei ist ein offenes und exklusives Raumgefüge entstanden. Die unbefriedigende Raumsituation der innenliegenden Räume, in die nach den Einbauten der Nachkriegszeit kein Tageslicht mehr gelangen konnte, ist überholt. Saal, Flur und Seminarräume sind erstmals wieder als Ganzes wahrnehmbar und auf der gesamten ersten Etage können heute wieder großzügige Veranstaltungen durchgeführt werden.
Das Zentrum des alten Bankgebäudes bildete ein Innenhof im ersten Obergeschoss, der mit einer verglasten Eisenkonstruktion überwölbt war und als zentrale Kassenhalle diente. Diese 300 qm große, langgestreckte Kassenhalle stand, in den Randbereichen mit Sandsteinbögen kolonnadenartig ausgeformt, in direkter räumlicher Verbindung mit den umlaufenden Arbeitsbereichen des Bankpersonals, so dass sich diese erste Etage als zusammenhängender Großraum darstellte.
Nach Kriegszerstörungen wurde das Hallendach entfernt und in den 50er Jahren durch eine provisorische, geschlossene Notdachkonstruktion ersetzt. Das ursprünglich offene Raumgefüge wurde zerstört, als die Sandsteinbögen vermauert und die ehemalige Kassenhalle in zwei Räume unterteilt wurde, um diese als Versammlungsräume zu nutzen. Die umlaufenden Räume wurden durch einen Flur vom Saal abgetrennt, um sie als Schulungsräume und Casino umzufunktionieren.
Das Entwurfskonzept sah eine Rückführung des Veranstaltungsbereich auf die ursprünglichen offenen Strukturen. Der Halleraum wurde von Einbauten der Nachkriegszeit befreit und mit einem zweischaligen Glasdach versehen, das ein Maximum an Tageslichteinfall garantiert. Der lichte, transparente Saal steht somit wieder in direkter räumlicher Beziehung zu Schauspielhaus und Gendarmenmarkt. Die unmittelbar an den Saal angrenzenden Seminarräume und das Casino werden durch raumhohe Glasschiebeelemente vom Plenarsaal abgetrennt. Die neu hinzugefügten Materialien und die reduzierte Ausformung der Details kontrastieren mit den Resten der historischen Sandsteinarkaden, deren Kriegsschäden bewusst nicht retuschiert wurden, sondern wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes sind.
Die technische Ausrüstung des Plenarsaales wurde den Anforderungen an einen zeitgemäßen Kongressbereich angepasst. Dabei ist ein offenes und exklusives Raumgefüge entstanden. Die unbefriedigende Raumsituation der innenliegenden Räume, in die nach den Einbauten der Nachkriegszeit kein Tageslicht mehr gelangen konnte, ist überholt. Saal, Flur und Seminarräume sind erstmals wieder als Ganzes wahrnehmbar und auf der gesamten ersten Etage können heute wieder großzügige Veranstaltungen durchgeführt werden.
UFERSTUDIOS für Zeitgenössischen Tanz, Berlin
Die Uferhallen der ehemaligen Zentralwerkstätten der BVG befinden sich im Bezirk Berlin-Wedding / Ortsteil Gesundbrunnen an der Uferstraße 8/23. Das Grundstück liegt unmittelbar an der Panke und verfügt über Zugänge zur Badstraße und zur Uferstraße. Das Bauvorhaben umfasste den Umbau zu „Uferstudios für zeitgenössischen Tanz“. Mit den Uferstudios wird ein Kulturzentrum für Bildende Kunst, Musik und Tanz im Norden Berlins entstehen. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble blieb bestehen und erfuhr durch einen überwiegend im Innenraum stattfindenden Umbau eine Umnutzungsmöglichkeit. Soweit erforderlich erfolgte eine Ertüchtigung der Außenfassaden und Decken, sowie Wände für die Gestaltung eines angenehmen Innenklimas. Für die Studios war eine weitgehende technische Gebäudeausrüstung vorgesehen, so dass die Studios den Anforderungen für die künstlerische Nutzung gerecht werden.
Bauherr: UFERSTUDIOS GmbH
Planungs-/Bauzeit: 2009-2010
HNF: 4.030 m²
Baukosten: 4,2 Mio. Euro
LPH: 1-5
Bauherr: UFERSTUDIOS GmbH
Planungs-/Bauzeit: 2009-2010
HNF: 4.030 m²
Baukosten: 4,2 Mio. Euro
LPH: 1-5
Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Umbau des Berliner Marstalls
Bauherr:
Land Berlin, vertreten durch: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Fehrbelliner Platz 2
10707 Berlin
Planung:
Anderhalten Architekten BDA
Köpenicker Straße 48/49
10179 Berlin
HNF:
4.400 qm
BGF:
10.000 qm
Lph:
2-9
Ort:
Schloßplatz, Berlin
Planungs- u. Bauzeit:
2000 – 2005
Fotos:
© Werner Huthmacher
Der neue Marstall wurde 1898 – 1900 durch Hofbaumeister Ernst von Ihne südlich des Berliner Stadtschlosses errichtet. In Anlehnung an die barocken Formen des Schlosses wurden die Fassaden des viergeschossigen Marstalls neobarock/klassizistisch gestaltet. Die Gesamtanlage bestand aus einem dem Schloss zugewandten Hauptbaukörper mit zentraler Durchfahrt, einem parallel zur Spree angelegten Flügelbau sowie Teilen des integrierten, alten Marstalls. Das Blockinnere wurde durch das Remisengebäude und die Reithalle in drei Höfe geteilt. Im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss des Spreeflügels befanden sich Stallungen für bis zu 350 Pferde. Das 2. Obergeschoss von Schloss- und Spreeflügel war für repräsentative Ausstellungen und Lagerung von Kutschen und Schlitten ausgebaut.
Der realisierte Entwurf ordnet, ausgehend von der historischen Grundstruktur des Gebäudes, die großen Säle im Bereich des Schlossflügels und die kleinteiligen Probezellen im Bereich des Spreeflügels an. Im Schlossflügel werden zwei zusätzliche, neue Treppenräume eingefügt, die das Foyer im 1. Obergeschoss und die Saalzone im 2. Obergeschoss erschließen. Während die räumlichen Strukturen des Schlossflügels für die zukünftigen Funktionen wie geschaffen schienen, wurden im Spreeflügel drei zusätzliche Galeriegeschosse eingefügt. Somit konnte die Nutzfläche der Hauptgeschosse verdoppelt werden und die Übungsräume als akustisch entkoppelte Zellenstruktur unabhängig von den Außenwänden in der Kernzone des Gebäudeflügels eingestellt werden.
Nach der Entfernung der Einbauten der Nachkriegszeit zeigte sich, dass keine historischen Ausbauelemente mehr vorhanden waren. Der rohe Ziegelbau bildet somit die Ausgangsbasis für eine Neuinterpretation der gesamten inneren Hülle. Anders als der erhaltene äußere Bauschmuck erwarten lässt, folgt die Neugestaltung des Innenausbaus rein funktionalen Gesichtspunkten. Neue Materialien werden bewusst reduziert eingesetzt und durchgängig flächig, ohne Betonung von Details gefügt. Sie bilden Volumina wie die Treppengeländer und Brüstungen aus Stahlblech oder die Fronten der Probezellen im Spreeflügel.
Das Hauptaugenmerk der Planung liegt auf akustischen Gesichtspunkten. Dies bedeutet neben der Optimierung der Rohbaukonstruktion hinsichtlich bauakustischer Belange vor allem die raumakustische Auslegung der Einzelräume. Aufgrund des begrenzten Budgets muss auf den Einbau von standardisierten Akustiksystemen verzichtet werden. Den experimentellen Charakter der Hochschule bestimmt dementsprechend die akustische Ausstattung der Probesäle in Bezug auf die Materialwahl und Gestaltung der Raumoberflächen. Als Akustikelemente werden hier, kontrastierend zum freigelegten Mauerwerk, halbtransparente Kunststoffelemente in Form von Kugeln und Kalotten eingesetzt. Die Kalotten sind jeweils flächendeckend an den Stirnseiten der Säle angebracht und funktionieren je nach Oberflächenbehandlung als Schallreflektor- oder Absorberelemente. Den Raumeindruck und die Akustik des Orchesterprobensaales prägen vor allem die oberhalb der Galerieebene eingehängten Kugeln mit bis zu 1 m Radius. Der ehemalige Krönungskutschensaal gewinnt damit über den Einsatz der akustischen Systeme wieder seine plastische Durchgestaltung in zeitgemäßer Interpretation, ohne das historische Vorbild zu karikieren.
Die Konfrontation der alten und neuen, sehr unterschiedlichen Beanspruchungen birgt das Potential eines Eingriffs, der die ursprünglichen, großzügigen Raumdimensionen wiederherstellt. Räume, die jetzt modernen technischen Anforderungen gerecht werden müssen, werden in das Gebäude als zweite Schicht implantiert. So wird ein spannungsvoller Kontrast geschaffen, der das Haus als Denkmal respektiert, gleichzeitig aber eine innenräumliche Neuinterpretation zulässt. Durch seine Lage, Funktion und bauliche Substanz ist der Marstall ein wichtiges, repräsentatives Gebäude, das nun durch die neue Nutzung als kulturelle Einrichtung in den öffentlichen Stadtraum reintegriert wird.
Land Berlin, vertreten durch: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Fehrbelliner Platz 2
10707 Berlin
Planung:
Anderhalten Architekten BDA
Köpenicker Straße 48/49
10179 Berlin
HNF:
4.400 qm
BGF:
10.000 qm
Lph:
2-9
Ort:
Schloßplatz, Berlin
Planungs- u. Bauzeit:
2000 – 2005
Fotos:
© Werner Huthmacher
Der neue Marstall wurde 1898 – 1900 durch Hofbaumeister Ernst von Ihne südlich des Berliner Stadtschlosses errichtet. In Anlehnung an die barocken Formen des Schlosses wurden die Fassaden des viergeschossigen Marstalls neobarock/klassizistisch gestaltet. Die Gesamtanlage bestand aus einem dem Schloss zugewandten Hauptbaukörper mit zentraler Durchfahrt, einem parallel zur Spree angelegten Flügelbau sowie Teilen des integrierten, alten Marstalls. Das Blockinnere wurde durch das Remisengebäude und die Reithalle in drei Höfe geteilt. Im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss des Spreeflügels befanden sich Stallungen für bis zu 350 Pferde. Das 2. Obergeschoss von Schloss- und Spreeflügel war für repräsentative Ausstellungen und Lagerung von Kutschen und Schlitten ausgebaut.
Der realisierte Entwurf ordnet, ausgehend von der historischen Grundstruktur des Gebäudes, die großen Säle im Bereich des Schlossflügels und die kleinteiligen Probezellen im Bereich des Spreeflügels an. Im Schlossflügel werden zwei zusätzliche, neue Treppenräume eingefügt, die das Foyer im 1. Obergeschoss und die Saalzone im 2. Obergeschoss erschließen. Während die räumlichen Strukturen des Schlossflügels für die zukünftigen Funktionen wie geschaffen schienen, wurden im Spreeflügel drei zusätzliche Galeriegeschosse eingefügt. Somit konnte die Nutzfläche der Hauptgeschosse verdoppelt werden und die Übungsräume als akustisch entkoppelte Zellenstruktur unabhängig von den Außenwänden in der Kernzone des Gebäudeflügels eingestellt werden.
Nach der Entfernung der Einbauten der Nachkriegszeit zeigte sich, dass keine historischen Ausbauelemente mehr vorhanden waren. Der rohe Ziegelbau bildet somit die Ausgangsbasis für eine Neuinterpretation der gesamten inneren Hülle. Anders als der erhaltene äußere Bauschmuck erwarten lässt, folgt die Neugestaltung des Innenausbaus rein funktionalen Gesichtspunkten. Neue Materialien werden bewusst reduziert eingesetzt und durchgängig flächig, ohne Betonung von Details gefügt. Sie bilden Volumina wie die Treppengeländer und Brüstungen aus Stahlblech oder die Fronten der Probezellen im Spreeflügel.
Das Hauptaugenmerk der Planung liegt auf akustischen Gesichtspunkten. Dies bedeutet neben der Optimierung der Rohbaukonstruktion hinsichtlich bauakustischer Belange vor allem die raumakustische Auslegung der Einzelräume. Aufgrund des begrenzten Budgets muss auf den Einbau von standardisierten Akustiksystemen verzichtet werden. Den experimentellen Charakter der Hochschule bestimmt dementsprechend die akustische Ausstattung der Probesäle in Bezug auf die Materialwahl und Gestaltung der Raumoberflächen. Als Akustikelemente werden hier, kontrastierend zum freigelegten Mauerwerk, halbtransparente Kunststoffelemente in Form von Kugeln und Kalotten eingesetzt. Die Kalotten sind jeweils flächendeckend an den Stirnseiten der Säle angebracht und funktionieren je nach Oberflächenbehandlung als Schallreflektor- oder Absorberelemente. Den Raumeindruck und die Akustik des Orchesterprobensaales prägen vor allem die oberhalb der Galerieebene eingehängten Kugeln mit bis zu 1 m Radius. Der ehemalige Krönungskutschensaal gewinnt damit über den Einsatz der akustischen Systeme wieder seine plastische Durchgestaltung in zeitgemäßer Interpretation, ohne das historische Vorbild zu karikieren.
Die Konfrontation der alten und neuen, sehr unterschiedlichen Beanspruchungen birgt das Potential eines Eingriffs, der die ursprünglichen, großzügigen Raumdimensionen wiederherstellt. Räume, die jetzt modernen technischen Anforderungen gerecht werden müssen, werden in das Gebäude als zweite Schicht implantiert. So wird ein spannungsvoller Kontrast geschaffen, der das Haus als Denkmal respektiert, gleichzeitig aber eine innenräumliche Neuinterpretation zulässt. Durch seine Lage, Funktion und bauliche Substanz ist der Marstall ein wichtiges, repräsentatives Gebäude, das nun durch die neue Nutzung als kulturelle Einrichtung in den öffentlichen Stadtraum reintegriert wird.
Brandenburgische Kunstsammlungen – Umbau des ehemaligen Dieselkraftwerkes in Cottbus
Aus dem Landschaftsraum des Parkes betreten die Besucher das Haus der Kunst durch die neue Eingangshalle, die als transparenter, gläserner Körper einen sichtbaren Kontrast zum massiven Mauerwerk des Kraftwerks darstellt und als markantes Zeichen aus der Fassade hervorspringt. An dieser Stelle des heutigen Innenhofes überlagern sich die Hauptachsen des Gebäudes. Der Hof wird überdacht und formt das neue Zentrum der gesamten Anlage. Von hier erschließen sich die Bereiche der Serviceebene: Infopoint, bookshop, blackbox, Vortragssäle, Bistro und Museumspädagogik. Über eine großzügige Treppe und den Aufzug werden die Ausstellungsebenen der Obergeschosse angebunden. Die Atmosphäre und räumliche Qualität der Maschinenhalle, die auf den großzügigen Dimensionen des Raumes, den Belichtungsflächen und den historischen Dekorelementen basiert, wird durch den Einbau der Ausstellungsräume als frei eingestellte, geschlossene Kuben bewahrt. Die Innenwände stehen hier nicht als Hängeflächen zur Verfügung, sondern werden freigehalten. Die zweischaligen gläsernen Hüllen der Kunsträume ermöglichen eine gezielte Steuerung des Tages- und Kunstlichtes.
Projektdaten:
Bauherr
Land Brandenburg, Ministerium der Finanzen, Potsdam
Planungs- und Bauzeit
2004-2007
HNF
2.700 qm
Baukosten
7,2 Mio Euro
LPH
2-9
Lage
Am Amtsteich, Cottbus
Animationen
Anderhalten Architekten
Projektdaten:
Bauherr
Land Brandenburg, Ministerium der Finanzen, Potsdam
Planungs- und Bauzeit
2004-2007
HNF
2.700 qm
Baukosten
7,2 Mio Euro
LPH
2-9
Lage
Am Amtsteich, Cottbus
Animationen
Anderhalten Architekten
Museumsneubau Luthers Elternhaus, Mansfeld
Leitidee
Dem Elternhaus wird ein klar geschnittener Baukörper gegenübergestellt, der die Lücke in der Straßenflucht schließt und die unterschiedlichen Höhen der traufständigen Nachbargebäude vermittelt. Das Bauvolumen orientiert sich straßenseitig an der vorhandenen Bebauung und entwickelt sich als langgestreckter konischer Körper in die Tiefe des Grundstückes. Die kleinteilige Struktur der Parzellen wird in einem baumbestandenen Atrium und einem Lichthof nachgezeichnet. Elternhaus und Neubau vis a vis der Straße kommunizieren über direkten Blickbezug und die Materialverwandheit des Buntsandsteins der Fassaden.
Funktionen und Erschließung
Der schräg eingeschnitte Eingang des Neubaus fokussiert auf das Elternhaus. Besucher betreten hier das lichtdurchflutete Foyer des Museums. Die angrenzenden Raumzonen sind übersichtlich strukturiert. Die raumbegleitende, vitrinenbestückte „Exponatwand“ leitet in die Ausstellungsflächen des Erdgeschosses. Im Anschluss an die dienenden Räumen öffnet sich der Veranstaltungsraum der Museumspädagogik zum Garten. Den Abschluss bilden die Räume der Verwaltung mit direktem Ausgang ins Freie. Das Obergeschoss wird über eine großzügige Treppe und den Aufzug erreicht und ist ausschließlich der Ausstellung vorbehalten. Entsprechend der unterschiedlichen Ausstellungsinhalte werden unterschiedliche Raumzuschnitte und Belichtungssituationen gebildet.
Während die rückwärtigen Raumbereiche mit einem gezielten Gartenblick und Oberlicht akzentuiert werden, ist der straßenseitige Ausstellungsbereich zum Atrium und über eine großzügige Verglasung zum Elternhaus ausgerichtet.
Die Ausstellungsbereiche sind bewusst als fließendes Raumkontinuum ausgebildet, einzelne Zonen können wechselnden Ausstellungen entsprechend begrenzt oder zusammengelegt werden.
Der historische Altbau des Elternhauses wird behutsam entsprechend Befundlage restauriert und bildet auch zukünftig das auratische Zentrum des Ensembles „Luthers Elternhaus“.
Material und Konstruktion
Der Museumsneubau wird als rationelle Stahlbetonkonstruktion realisiert. Eine durchgehende Bodenplatte als Flachgründung minimiert die Eingriffe in den Bodendenkmalbereich. Sämtliche Hüllflächen werden hoch gedämmt und in den sichtbaren Bereichen mit Buntsandstein verkleidet.
Die Fenster werden mit Isolierverglasung in Holzrahmen ausgeführt. Die raumseitigen Wandflächen erhalten einen ungestrichenen reinen Gipsputz. Das Erdgeschoss wird mit Sandsteinplatten belegt, das Obergeschoss erhält einen Belag aus Eichenparkett. Die Oberflächen von Einbaumöbeln und Innentüren werden in Eichefurnier vorgesehen.
Die authentischen Materialoberflächen im „Elternhaus“ werden mit Rücksicht auf vorhandene Patina
gereinigt und fixiert. Entsprechend bauhistorischer Befunde wird eine Leitschicht sanft herausgearbeitet oder die wechselvolle Geschichte des Hauses bewusst erlebbar gemacht. Nach Möglichkeit wird eine Beheizung und Kühlung über Fußboden- oder Wandflächensysteme integriert.
Außenanlagen
Die Außenanlagen werden entsprechend ihrer jeweiligen räumlichen Situation unterschiedlich gestaltet. Im Atrium wird der großformatige Sandsteinbelag des Foyers fortgeführt. Zwei Laubbäume akzentuieren den ansonsten kargen Innenhof. Der Garten gliedert sich in drei unterschiedliche Zonen. Der unmittelbare Austritt aus dem Gebäude wird mit Sandsteinbelag fortgeführt. Das Zentrale Motiv des Gartens bildet eine blühende Streuobstwiese umgeben von einem wassergebundenen Rundweg und einer zwei Meter hohen Einfriedung.
Niveauvermittelnde Treppenstufen und unprätentiöse Sitzbänke werden in Sichtbeton ausgeführt und laden zum Verweilen ein.
Technische Gebäudeausstattung
Zur Reduzierung der Betriebskosten werden technische Komponenten soweit möglich auf das absolut Notwendigste reduziert. Das Technikkonzept basiert auf einem kompakten Bauvolumen und freien Speichermassen der Gebäude. Die Be- und Entlüftung erfolgt ausschließlich über Fensterlüftung und motorisch gesteuerte Lüftungsklappen. Kurzfristige Feuchteeinträge und sommerliche Wärmelasten können durch Querlüftung und freie Nachtlüftung abgeführt werden. Nur wenige innenliegende Räume wie die WCs werden mechanisch abgelüftet. Empfindliche Exponate mit Anforderungen an konstante Temperatur- und Feuchtekonditionen werden in separaten Vitrinen ausgestellt. Die Beheizung und Kühlung des Neubaus erfolgt über ein Fußbodensystem. Die Energiebereitstellung erfolgt über eine Niedertemperatur-Gastherme oder, soweit möglich, über Geothermienutzung mit Wärmepumpeneinsatz. Die Temperierung des „Elternhauses“ erfolgt über elektrische Wand-, Bodensysteme die über eine Photovoltaikanlage auf dem Neubau gespeist werden. Die aufwändige Straßenquerung mit einer Medientrasse kann vermieden werden indem die gewonnene Elektrizität neubauseitig in das Netz eingespeist und im Altbau wieder entnommen wird. Die Grundbeleuchtung beider Gebäude erfolgt mit Energiesparleuchten, die Exponatbeleuchtung mit gefilterten Leuchtdioden. Sämtliche Entnahmestellen werden mit wassersparenden Armaturen ausgestattet. Das anfallende Regenwasser wird im Bereich der Obstwiese auf dem Grundstück versichert.
Dem Elternhaus wird ein klar geschnittener Baukörper gegenübergestellt, der die Lücke in der Straßenflucht schließt und die unterschiedlichen Höhen der traufständigen Nachbargebäude vermittelt. Das Bauvolumen orientiert sich straßenseitig an der vorhandenen Bebauung und entwickelt sich als langgestreckter konischer Körper in die Tiefe des Grundstückes. Die kleinteilige Struktur der Parzellen wird in einem baumbestandenen Atrium und einem Lichthof nachgezeichnet. Elternhaus und Neubau vis a vis der Straße kommunizieren über direkten Blickbezug und die Materialverwandheit des Buntsandsteins der Fassaden.
Funktionen und Erschließung
Der schräg eingeschnitte Eingang des Neubaus fokussiert auf das Elternhaus. Besucher betreten hier das lichtdurchflutete Foyer des Museums. Die angrenzenden Raumzonen sind übersichtlich strukturiert. Die raumbegleitende, vitrinenbestückte „Exponatwand“ leitet in die Ausstellungsflächen des Erdgeschosses. Im Anschluss an die dienenden Räumen öffnet sich der Veranstaltungsraum der Museumspädagogik zum Garten. Den Abschluss bilden die Räume der Verwaltung mit direktem Ausgang ins Freie. Das Obergeschoss wird über eine großzügige Treppe und den Aufzug erreicht und ist ausschließlich der Ausstellung vorbehalten. Entsprechend der unterschiedlichen Ausstellungsinhalte werden unterschiedliche Raumzuschnitte und Belichtungssituationen gebildet.
Während die rückwärtigen Raumbereiche mit einem gezielten Gartenblick und Oberlicht akzentuiert werden, ist der straßenseitige Ausstellungsbereich zum Atrium und über eine großzügige Verglasung zum Elternhaus ausgerichtet.
Die Ausstellungsbereiche sind bewusst als fließendes Raumkontinuum ausgebildet, einzelne Zonen können wechselnden Ausstellungen entsprechend begrenzt oder zusammengelegt werden.
Der historische Altbau des Elternhauses wird behutsam entsprechend Befundlage restauriert und bildet auch zukünftig das auratische Zentrum des Ensembles „Luthers Elternhaus“.
Material und Konstruktion
Der Museumsneubau wird als rationelle Stahlbetonkonstruktion realisiert. Eine durchgehende Bodenplatte als Flachgründung minimiert die Eingriffe in den Bodendenkmalbereich. Sämtliche Hüllflächen werden hoch gedämmt und in den sichtbaren Bereichen mit Buntsandstein verkleidet.
Die Fenster werden mit Isolierverglasung in Holzrahmen ausgeführt. Die raumseitigen Wandflächen erhalten einen ungestrichenen reinen Gipsputz. Das Erdgeschoss wird mit Sandsteinplatten belegt, das Obergeschoss erhält einen Belag aus Eichenparkett. Die Oberflächen von Einbaumöbeln und Innentüren werden in Eichefurnier vorgesehen.
Die authentischen Materialoberflächen im „Elternhaus“ werden mit Rücksicht auf vorhandene Patina
gereinigt und fixiert. Entsprechend bauhistorischer Befunde wird eine Leitschicht sanft herausgearbeitet oder die wechselvolle Geschichte des Hauses bewusst erlebbar gemacht. Nach Möglichkeit wird eine Beheizung und Kühlung über Fußboden- oder Wandflächensysteme integriert.
Außenanlagen
Die Außenanlagen werden entsprechend ihrer jeweiligen räumlichen Situation unterschiedlich gestaltet. Im Atrium wird der großformatige Sandsteinbelag des Foyers fortgeführt. Zwei Laubbäume akzentuieren den ansonsten kargen Innenhof. Der Garten gliedert sich in drei unterschiedliche Zonen. Der unmittelbare Austritt aus dem Gebäude wird mit Sandsteinbelag fortgeführt. Das Zentrale Motiv des Gartens bildet eine blühende Streuobstwiese umgeben von einem wassergebundenen Rundweg und einer zwei Meter hohen Einfriedung.
Niveauvermittelnde Treppenstufen und unprätentiöse Sitzbänke werden in Sichtbeton ausgeführt und laden zum Verweilen ein.
Technische Gebäudeausstattung
Zur Reduzierung der Betriebskosten werden technische Komponenten soweit möglich auf das absolut Notwendigste reduziert. Das Technikkonzept basiert auf einem kompakten Bauvolumen und freien Speichermassen der Gebäude. Die Be- und Entlüftung erfolgt ausschließlich über Fensterlüftung und motorisch gesteuerte Lüftungsklappen. Kurzfristige Feuchteeinträge und sommerliche Wärmelasten können durch Querlüftung und freie Nachtlüftung abgeführt werden. Nur wenige innenliegende Räume wie die WCs werden mechanisch abgelüftet. Empfindliche Exponate mit Anforderungen an konstante Temperatur- und Feuchtekonditionen werden in separaten Vitrinen ausgestellt. Die Beheizung und Kühlung des Neubaus erfolgt über ein Fußbodensystem. Die Energiebereitstellung erfolgt über eine Niedertemperatur-Gastherme oder, soweit möglich, über Geothermienutzung mit Wärmepumpeneinsatz. Die Temperierung des „Elternhauses“ erfolgt über elektrische Wand-, Bodensysteme die über eine Photovoltaikanlage auf dem Neubau gespeist werden. Die aufwändige Straßenquerung mit einer Medientrasse kann vermieden werden indem die gewonnene Elektrizität neubauseitig in das Netz eingespeist und im Altbau wieder entnommen wird. Die Grundbeleuchtung beider Gebäude erfolgt mit Energiesparleuchten, die Exponatbeleuchtung mit gefilterten Leuchtdioden. Sämtliche Entnahmestellen werden mit wassersparenden Armaturen ausgestattet. Das anfallende Regenwasser wird im Bereich der Obstwiese auf dem Grundstück versichert.
Kindertagesstätte Fürstenberger Straße 4-5, Berlin
Erweiterung und energetische Sanierung einer Kindertagesstätte für 180 Kinder
Der Erweiterungsbau der Kindertagesstätte wandelt den gesichtslosen Altbau zu einem signifikanten, besonderen Baukörper. Der sich parallel zur Grundstücksgrenze in den Blockinnenbereich erstreckende Neubau tritt an der Fürstenberger Straße als auskragendes Volumen in Erscheinung und bildet hier eine eindeutige Eingangssituation. Die zurückliegende zweigeschossige Bebauung wird hier in der Bauflucht des Blockrandes verankert und ist im Straßenraum weithin erkennbar.
Alt- und Neubau verbinden sich zu einer winkelförmigen Baustruktur, die sich nach Süd-Osten öffnet und den begrünten Freibereich einfasst. Die neue Kindertagesstätte vermag das zu leisten, was eine Kita in der Innenstadt Berlins ausmacht: Die Vermittlung zwischen dem Gefahrenpotenzial und der Dynamik der Straße und den großzügigen, ruhigen Grünflächen im Herzen der Blockstruktur.
Die Architektur holt die Kinder an der Straße ab, das Spielgeschehen ist ausschließlich auf den beschützenden Garten ausgerichtet.
Als Schnittstelle zwischen Straße und Garten fungiert ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer, das gleichzeitig den räumlichen Bezug zum Altbau wie zum Obergeschoss herstellt. Über diesen räumlich- funktionalen Schwerpunkt werden sämtliche Räume linear erschlossen. Die breiten Spielflure regen zum gruppenübergreifenden Arbeiten an. Großräumige Glasausschnitte in den Innentüren erlauben es den Kindern, sich zu orientieren und eigenständig das Geschehen in der Kita zu entdecken. Die erforderlichen Gruppen- und Funktionsräume sind jeweils als flexibel nutzbare Einheit mit direkter Zuordnung der Nebenfunktionen konzipiert. Die räumliche Anordnung der einzelnen Betreuungsgruppen prägt das gartenseitige Erscheinungsbild der Kindertagesstätte. Die Rhythmisierung der Baumassen in vor- und zurücktretende Körper wie das Wechselspiel zwischen Gruppenraum und Terrasse im Obergeschoss des Neubaus erleichtern die Orientierung und dienen der Identifikation der einzelnen Betreuungseinheiten.
Farben wurden bewusst reduziert eingesetzt. Die Böden sind grau, die Wände und Decken weiß. Lediglich die Innentüren und Treppengeländer setzten einen farblichen Akzent in grün. Die Farbe Grün setzt sich im Außenbereich fort, dort wird sie einerseits von der üppigen Vegetation des Gartens aufgenommen und andererseits von dem grünen Terrassenbelag im ersten Obergeschoss.
Konstruktion und Material (Neubau)
Der Erweiterungsbau wird als nichtunterkellerter, zweigeschossiger Baukörper ausgeführt. Die Rohbaukonstruktion erfolgt als rationelle Stahlbetonkonstruktion. Die Bodenplatte wird auf Streifenfundamenten gegründet, die Decken sind mit akustisch wirksamen Abhangdecken verkleidet. Sämtliche Wände werden als tragende Scheiben aus Blähtonelementen gemauert.
Die Außenwände werden mineralisch und mit farbigen, witterungsbeständigen Paneelen bekleidet. Das Obergeschoss erhält eine kontrastierende Verschalung aus Lärchenholz. Sämtliche Fenster werden isolierverglast in Holzrahmen ausgeführt. Die Terrassen erhalten einen Plattenbelag. Die aus den umliegenden Wohnungen einsehbaren Dachflächen werden extensiv begrünt. Sämtliche Einbaumöbel werden als lasierte Schichtholzbauteile ausgeführt. Innentüren, die zu von den Kindern genutzten Räumen führen, sind hellgrün, die restlichen Innentüren sind weiß. Die Böden aller Gruppen-, Funktionsräume und Flur sind mit Linoleum belegt.
Die notwendige Verschattung erfolgt über einen außenliegenden Sonnenschutz.
Umbaumaßnahmen (Altbau)
Der Altbau wird in seiner tragenden Grundstruktur erhalten, lediglich die Treppe und der Aufzug werden neu organisiert. Die Außenwände werden durch eine zusätzliche außenliegende Mineralwolledämmung an die Anforderungen der geltenden Energiesparverordnung angepasst. Die Oberfläche wird mit einem mineralischen Glattputz versehen. Die Fenster werden analog zum Neubau ausgeführt. Die Wahl der Boden- und Wandoberflächen folgt wie die der Einbaumöbel und Türen der Materialpalette des Neubaus.
Maßnahmen zu Energie- und Wasserkonzept
Heizung
Im Zuge der Erweiterung der Kindertagesstätte wird die Gebäudeheizung und -energieversorgung neu konzipiert. Die Kindertagesstätte wird durch eine Fußboden-Flächenheizung beheizt, welche durch eine Sole/Wasser-Wärmepumpe versorgt wird. In einem hocheffizienten Verfahren wird dem Erdreich über einen Solekreislauf (Erdlanzen) Wärme entzogen und anschließend mit einer Wärmepumpe auf ein verwertbares Temperaturniveau von 35°C/28°C angehoben. Ein zusätzlicher Raum für die Wärmepumpen wird im Keller zur Verfügung gestellt.
Es werden von der erforderlichen Heizlast ca. 60 % durch die Wärmepumpe als Heizleistung bereitgestellt. Dabei werden ca. 90 % der jährlich erforderlichen Wärmeenergie erzeugt. Die vorhandene Kesselanlage wird zur Deckung der Spitzenlast im Winterfall, sowie im Sommer zur Erzeugung von Warmwasser benutzt und bleibt daher erhalten. Hierdurch wird neben der außergewöhnlichen Energieeffizienz durch hohe Wirkungsgrade im Hinblick auf den Primärenergieeinsatz, auch eine hohe Wirtschaftlichkeit der Investitionskosten bezüglich der Betriebskosten erreicht.
Es kommen 8 vertikale Lanzen von je 100 m Tiefe zum Einsatz, die unter Berücksichtigung der Freiflächengeometrie im Garten verteilt wurden.
Regenwassernutzung
Die Dachflächen werden teilweise begrünt. Da anfallende Regenwasser wird in Zisternen gesammelt und über eine separate Leitung für die Spülung der WCs genutzt (Grauwasser). Hierdurch lässt sich der Wasserverbrauch erheblich reduzieren.
Freiflächenkonzeption
Die Grundstruktur des Außenraums der Kindertagesstätte Fürstenberger Straße mit der großen Wiese und dem parkartigen Baumbestand wird bewahrt. Wiese und Bäume werden als freiräumliche und raumbildende Strukturen in dem Entwurf gestärkt und herausgearbeitet. Die große, offene Wiese ist die ruhige zentrale Fläche des Grundstücks; belebt durch die Aktionen der Kinder und die Feste der Gemeinschaft. Ein Rundweg mit einem modellierten Fahrparcour rahmt und akzentuiert das Grün. Die Rasenfläche setzt sich deutlich zu den Randbereichen ab. Dort befinden sich wie in einer zweiten Schale die kammerartigen Sonderflächen mit Sand, Felsen und Wasserspiel, die Experimentierfläche zum Bauen und Graben sowie die grünen Zimmer vor den Gruppenräumen des Neubaus. Rückzugs- und Ruhebereiche rhythmisieren diese Zone. Wälle trennen die auf unterschiedlichen Niveaus gelegenen Sonderflächen und schaffen eine bewegte Spiellandschaft.
Den im Winkel stehenden Gebäuden ordnet sich als äußere Verbindungszone zwischen den Gruppenräumen eine durchgehende Terrasse zu. Vor dem Altbau mit den Gruppenräumen für die älteren Kinder schließt unmittelbar der Parcour an den Terrassenbereich an. Die grünen Zimmer der Kleinkindgruppen besitzen geschwungene Bänke und Hochbeete für kindgerechte Pflanzaktionen.
Der Eingangsbereich ist funktional organisiert: Neben dem Entree befinden sich Fahrradstellplätze, der jetzige Haupteingang des Altbaus dient der Anlieferung und über ein Tor in der Ostecke des Grundstücks wird die Müllentsorgung abgewickelt. Zur Straße wird das Gelände durch einen Zaun begrenzt.
Die Farbigkeit der Materialien ist zurückhaltend und abgestimmt auf das Grün des Gartens. Der Tartanbelag des Rundweges setzt einen kräftigen Akzent und nimmt die Farbe des Terrassenbelags im Obergeschoss des Neubaus auf. Die ineinandergreifende Anordnung der Spielkammern fördert den Spielfluss und die Interaktion. Die Flächen sind so organisiert, dass sich das Sandspiel der Kleinkinder dem Neubau zuordnet und der Parcour dort an den Terrassenbereich andockt, wo die älteren Kinder mit ihren Rädern einen unmittelbaren Zugang haben.
Bauherr: Kindergärten City, Eigenbetrieb von Berlin
Planungs- und Bauzeit: 2009-2011
HNF 1.250 m2
BGF 2.390m²
Baukosten: 3,35 Mio €
LPH 2-9
Eröffnung 29. August 2011
Kapazität 180 Betreuungsplätze
Entwurf:
Prof. Claus Anderhalten
Anna-Katharina Neff
Projektleiter:
Wolfgang Schöning
Projektteam:
Anna-Katharina Neff
Marek Sander
Bauleitung:
Marek Sander






