Architekten BDA
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Feuerwache 5 und Katastrophenschutzzentrum der LH München
München - Ramersdorf, Anzingerstraße
Wettbewerb 2010 / 2011, 1. Preis
Die neue Feuerwache 5 wird als Blockrandbebauung in die vorhandene, überwiegend von großmaßstäblicher Wohnbebauung geprägten, städtebauliche Struktur eingebettet. Die klaren ruhigen Kanten des Stadtgefüges werden aufgenommen und fortgeführt. Am Kreuzungspunkt Anziger Straße – Aschheimer Straße erfolgt eine Betonung des Straßenraumes mit der 5-geschossigen Wohnbebauung mit vorgelagertem aktivem Lärmschutz. Zur offenen Struktur nach Osten hin werden die Baukörper auf maßvolle 2 Geschosse reduziert. Die individuelle Ausformung der neuen Feuerwache 5 erfolgt zum zentralen Innenhof mit eingeschnittenen, nach Funktion und Aufenthaltsqualität gestalteten Bauformen. Der Gebäudekomplex ist U- förmig zu den Straßen hin als 4- bzw. zur Anzinger Straße als 5-geschossiger Baukörper konzipiert. Gegenüber dem Kindergarten und der Grünfläche stuft sich der Baukörper auf zwei Geschosse ab. Die Feuerwache 5 entwickelt sich selbstbewusst entlang der Aschheimer Straße mit freier großzügiger Ausrückmöglichkeit in beide Verkehrsrichtungen. Am südlichen Ende der Wache befindet sich die Hauptzufahrt mit der zentralen Leitwarte und dem Hauptzugang. Von hier aus kann einerseits das Vorfeld der Feuerwache uneinge- schränkt überblickt werden und andererseits der gesamte Betriebshof zentral überwacht und koordiniert werden. In den Obergeschossen zur Aschheimer Straße hin, sind die Funktionsräume der Feuerwache und darüber die Brandbeschau ange- ordnet. Die Ruheräume sind auf kürzestem Weg zentral über der Fahrzeughalle plaziert und über 4 Vertikalerschließungen mit der Halle verbunden. Die kammartige, eingeschossige Struktur, ermöglicht die ausschließliche Ausrichtung der Ruheräume zu dem ruhigen Innenhof. Zwischen den Kämmen bilden sich individuell nutzbare Dachgärten, die zur Entspannung und Kommunikation in der Feuerwache beitragen. Die Bereiche der Sachgebiete III 12/14 und 32 sind folgerichtig an der Nord-Ostecke des Hofes angeordnet. Hier ist eine ungestörte An- und Ablieferung gewährleistet ohne den optimalen Betriebsablauf der Wache zu beeinträchtigen. Die Entsorgung des An- und Ablieferungsbereichs erfolgt über eine eigene Ausfahrt zur neuen Straße. Das Zentrum für Katastrophenschutz ist eigenständig im EG und 1.OG entlang der Anziger Straße untergebracht. Darüber befinden sich in drei Geschossen die nach Süden ausgerichteten Betriebswohnungen. Die Wohnungen werden über ein eigenes Treppenhaus mit Laubengängen erschlossen. Nach Süden hin öffnen sich die Wohnungen zu einer einfachverglasten Loggia. Diese Loggia bewältigt zum einen als aktiver Lärmschutz die äußeren Anforderungen und trägt zusätzlich als vorgesetzter Wintergarten zum solaren Energiebringer in den Winter- und Übergangsmonaten bei. Gegenüber dem Kindergarten ist maßstäblich sensibel die eingeschossige Fahrzeughalle des ZfK angeordnet. An der Schnittstelle zur Feuerwache ist der Übungsturm mit darüberliegendem Hubschrauberlandeplatz funktional zur Druckkammer optimal situiert. Das Gesamtkonzept des Blockes mit ausgeschnittenem zentralen Innenhof erlaubt eine funktional, optimierte und nachhaltig sinnvolle Anordnung der Funktionsbereiche. Natürliche Bau- und Fassadenmaterialien, solide Ausführungsdetails und klimatisch sinnvolle Gebäudeausrichtung mit intelligenter Gebäudetechnik, stellen die Nachhaltigkeit sicher. Die freie Lüftung der Büro- und Nutzungseinheiten und die Aktivierung der Baumassen mittels Bauteilkühlung stellen einen weiteren Baustein des nachhaltigen Energiekonzeptes dar. Als Plus-Energie- Träger ist auf der Dachfläche eine Photovoltaikanlage mit einer PV-Anlagenleistung von ca. 210 kW bei einer PV-Stromerzeugung von ca. 200.000 kWh/a installiert.
Sanierung und Umbau eines Bundesbahn-Ausbesserungswerks zu variablen Gewerbeeinheiten
München Neuaubing 2011
Ein unter Denkmalschutz stehendes zweischiffiges Ausbesserungswerk der Deutschen Bundesbahn wird saniert und umgebaut. Dabei wird das Dach im Schnittpunkt der beiden Haupthallen entfernt und der Mittelbereich zu einer offenen Erschliessungsachse ausgebaut. Die beiden getrennten, jeweils achtachsigen Hallen können maximal zu je sechzehn Gewerbeeinheiten ausgebaut werden. In jeder Einheit können den Bedürfnissen entsprechend additive Container für Sozialräume, Büros und Besprechungsräume aufgestellt werden. In den beidseitigen Kopfbauten der südlichen Halle sind Loft-artige Grossraumbüros möglich. Im Annex der nördlichen Halle kann ein Casino zur Versorgung der gewerbeeinheiten untergebracht werden.
Grünes Zentrum Puch
Puch bei Fürstenfeldbruck
2010 – 11
Im Bereich des Grünen Zentrums Puch entsteht neben einer Landwirtschaftsschule und dem Bauernverband auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Landesanstalt für Landwirtschaft in zwei zweistöckigen U-förmigen Gebäuden, die die ursprüngliche Baukörperfiguration eines alten Gutshofs aufnehmen. Als Baustoffe werden überwiegend regionale Produkte (Holz, Ziegel) verwendet. Das „Grüne Zentrum Puch“ in der Ortsmitte des Fürstenfelsbrucker Ortsteils Puch besteht aus den Teilen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), Pflanzenbauliche Versuchsstelle der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (Verwaltung und Maschinenhalle), der Landwirtschaftsschule des Landkreises Fürstenfeldbruck und dem Verwaltungsgebäude des Bayer. Bauernverbandes. Das Amt bildet mit dem Bayer. Bauernverband als Zentrum die Form eines „Dreiseithofes“ der den Erschließungshof rahmt. Westlich davon liegen die Maschinenhalle und die bestehende Scheune der LfL. Das AELF ist im Innern über eine zweigeschossige Erschließungshalle für Kommunikation, Information und Aufenthalt organisiert. Zwei offene Treppen verbinden Erd- und Obergeschoß mit den Büroräumen. Ein Oberlicht bringt Tageslicht in die Tiefe der Halle. Die Büroräume des Amtes sind über diese Mittelzone erschlossen. Der Saal liegt im Obergeschoß des Mittelteils, erschlossen über einen Flur von der Erschließungshalle.
Institut für Kommunikation und Navigation
Oberpfaffenhofen
2010 - 11
Der Neubau des Institutsgebäudes entsteht im Zentrum des DLR-Campus in Oberpfaffenhofen westlich der Haupteinfahrt und Pforte. Städtebaulich nimmt der rechtwinklige Baukörper räumliche Bezüge der benachbarten Gebäude auf und fügt sich in die Struktur des Masterplans für das Gesamtgelände ein. Erschlossen wird das Haus zum Einen über eine neu geplante Stichstraße im Nord-Osten zum Anderen fußläufig von Süd-Westen kommend. Der städtebaulichen Lage folgend sind auf beiden Seiten des Gebäudes gleichwertige Eingänge geplant.Das fünfgeschossige, unterkellerte Gebäude vereint Büro, Seminar-, Forschungs- und Laborräume, Institutsleitung unter einem Dach. Die Kubatur wird von zwei versetzt angeordneten zweihüftigen Gebäudeteilen gebildet, die von einer gläsernen, über alle Geschosse reichenden Kommuni-kationshalle verbunden werden. Das 4. Obergeschoss, ist zurückgesetzt, um das Gebäudevolumen visuell zu reduzieren. Beidseitig der zentralen Halle, sind 2 Treppenhäuser und 1 Aufzug angeordnet, was eine ökonomische Lösung für die vertikale Erschließung darstellt, und für eine gute Orientierung innerhalb des Hauses sorgt. Die Eingangs halle ist als offene, durch Lufträume verbundene Kommuni-kations- und Aufenthaltszone für die Mitarbeiter und Gäste des Instituts geplant.
BMW Group Aerodynamisches Versuchszentrum
München
2004 - 2007
Das neue Aerodynamische Versuchszentrum der BMW Group entsteht auf dem Gelände des Forschungs- und Innovationszentrums FIZ im Münchner Norden. Die beiden Windkanäle sind ineinander gestellt und prägen das technische Erscheinungsbild der Gesamtanlage. Durch Nutzung des Auges des 1:1 Windkanals für den 1:2 Windkanal wird die Fläche optimal genutzt. Die vertikale Erschließung für die Mitarbeiter liegt an den vier Gebäudeecken des Studiogebäudes. Durch diese Anordnungen werden kurze Wegeverbindungen sichergestellt. Auf der Eingangsebene liegen die Funktionseinheiten Empfang, Präsentationsraum, Werkstatt Fahrzeugwaschraum, Wareneingang und Entsorgung. Im 1. OG ist das Studio zentral angeordnet und hat kurze und direkte Verbindungen zu den Werkstätten und dem Plenum des 1:1 Windkanals. Die Flexibilität des Studios ermöglicht einerseits optimale Funktionsabläufe, sowie spätere Anpassungsmöglichkeiten für zukünftige Entwicklungen und Nachrüstungen. Im 2. OG und 3.OG sind die zugehörigen Büros und CAD-Arbeitsplätze untergebracht. In diesen Bereichen sorgt eine unterstützende mechanische Lüftung für Komfort. Die kompakte Anordnung von Windkanal und Gebäude mit Studio und Büroflächen lassen für einen weiteren Bauabschnitt genügend freie Fläche und damit beste Voraussetzungen für zukünftige bauliche Entwicklungen. Die Ablesbarkeit der Windkanäle und die Sichtbarmachung der Technik, mit den Mitteln unserer Zeit, stellt ein wesentliches Gestaltungsmerkmal des Aerodynamischen Versuchszentrums dar.
Ackermann und Partner gewinnen 4. Preis
Wettbewerb für den Neubau einer Messehalle in Berlin
Der Wettbewerb für den Neubau einer kongresstauglichen Messehalle am Südeingang in Berlin ist entschieden.
Unser Entwurf hat den vierten Platz belegt. Eine ausführlichere Bebilderung zu diesem Wettbewerb gibt es hier anhand von Modellfotos des Entwurfs.
Faultürme für das Klärwerk 1, München Freimann
Die Orte der Entsorgung sind in unseren Kommunen fast immer Orte der kollektiven Verdrängung. In den meisten Städten wurden bei der Errichtung von Kläranlagen Architekten gar nicht erst eingeschaltet.
Klärwerke sind mehr als nur notwendige Übel, sondern Gewerbe- und Industriebetriebe, deren formale Ausformung größter Anstrengungen bedarf. Es hat sich gezeigt, dass der Architekt sich in einem Klärwerk nicht auf das Wegblenden oder Verkleiden unförmiger Baukörper beschränken muss, sondern für die mechanischen und biologischen Arbeitsvorgänge sachlich logische Ordnungen und individuelle architektonische Bauvolumen entwickeln kann.
Mit dem Neubau der Faulbehälteranlage ergab sich die Chance, qualitätsvolle Industriearchitektur und ein selbstbewusstes Zeichen für das Klärwerk München I zu realisieren. Die Aufgabe war nicht leicht, denn das Gelände des Klärwerks ist räumlich begrenzt und durch dessen Einrichtungen weitgehend belegt, so dass für den Neubau nur die nordwestliche Grundstücksecke südlich des Fröttmaninger Berges zur Verfügung stand.
Die vier jeweils 14 500 m³ fassenden neuen Faultürme sind halbkreisförmig um einen zentralen Treppenturm angeordnet. Die betrieblich erforderlichen Einrichtungen der Faulbehälteranlage sind in einem Betriebsgebäude unterirdisch untergebracht. Ein technischer und architektonischer Vorteil zugleich: die technischen Anlagen sind zentral und wirtschaftlich gebündelt und der Raum zwischen den Faulbehältern zugunsten klarer Formen und Transparenz frei.
Die Behälterköpfe sind durch den zentralen Treppenturm mit angeschlossenen Stahlbrücken zu erreichen. Das Betriebsgebäude ist über ein Rampenbauwerk mit dem angrenzenden Betriebsstraßennetz verbunden. Die Faulbehälter haben eine Gesamthöhe von ca. 45 m, davon oberirdisch 31,50 m und einen Durchmesser von ca. 32 m. Die Behälterform setzt sich zusammen aus einem oberen Kegelstumpf und einem unteren Kegel. Der Übergangsbereich wird ausgerundet, so dass sich die Innengeometrie der für die Durchmischung des Faulbehälterinhaltes optimalen Ei-Form annähert.
Konstruktives Material ist Stahl- und Spannbeton mit einer umschließenden Wärmedämmung sowie im oberirdischen Bereich einer kristallin anmutenden Fassade aus gekanteten eloxierten Aluminiumblechen.
Der oberirdisch freistehende Treppenturm ist als zweischalige Stahlkonstruktion konzipiert. Die innere Schale, der Treppenhauskern, wird als Stahlskelett achteckig ausgebildet. Die äußere Schale dient hauptsächlich der Aussteifung des Turmes und somit der Abtragung von Horizontalkräften aus Windbeanspruchung. Auf Höhe der Faulbehälterspitzen ist eine Verteilerebene angeordnet, hier ist der Zugang zu allen vier Verbindungsstegen möglich. Den oberen Abschluss des Treppenturmes bildet die Aussichtsebene mit informativem Ausblick auf das gesamte Klärwerksgelände und die Silhouette Münchens.
Die Brücken zu den Behältern werden ebenfalls als Stahlkonstruktion ausgeführt. Die Längsträger werden dabei zweifach unterspannt. Der Belag besteht aus speziell geformten, den Durchblick in die Tiefe hemmenden Gitterrosten.
Dritte Donaubrücke, Ingolstadt
Um die Verkehrsbelastung der Altstadt und der beiden bestehenden Donaubrücken zu reduzieren, hatte der Stadtrat der Stadt Ingolstadt einen Wettbewerb für eine dritte Brücke für den Kfz-Verkehr, Radler und Fußgänger ausgelobt. Die Linienführung der auf Seilen gelagerten, 162,0 m langen Plattenbalkenbrücke ergibt sich aus dem Tragverhalten: Die Seilscharen werden an beiden Uferwiderlagern rückverankert und über zwei als Umlenksättel ausgebildete Schrägpylone aus Stahlbeton geführt. Die Stahlbetonplatte ist mit kreuzförmigen Stahlstützen auf die Tragseile aufgeständert. Die Fuß- und Radwege sind auf beiden Seiten direkt auf die Tragseile aufgelagert. Durch die Trennung der Nutzungen wird der Erlebniswert für Fußgänger und Radfahrer erhöht und eine störende Breiten- und Tunnelwirkung vermieden. Durch ihr Konstruktionsprinzip wirkt die Brücke in ihrem Erscheinungsbild filigran und transparent. Trotz ihrer neuartigen Tragwerkskonzeption von den Ingenieuren Jörg und Mike Schlaich kommt sie mit bewährten Baulementen aus. Es wurde Wert darauf gelegt, daß die Tragseile auf der ganzen Brückenlänge freiliegen, um sie jederzeit vom Gehweg aus inspizieren zu können. Das freigespannte Tragwerk aus Seilen wurde als Viererbündel ausgebildet, damit im kritischen Fall auch Seile einzeln, unter Verkehr, ausgewechselt werden können. Aus landschaftlich-stadträumlicher Sicht fügt sich die Brücke in ihre Umgebung, den Naturraum der Donau mit dichter Uferbepflanzung, den Parkanlagen von Glacis und dem Luitpoldpark mit dem wertvollen Baumbestand ein.
Europäisches Patentamt Bauabschnitt 7, München
Das Brauereigelände der traditionsreichen Hacker-Pschorr-Brauerei wird begrenzt von der Bayerstraße, Zoll- und Grasserstraße und Gleisanlagen des Münchner Hauptbahnhofes. Nach Auslagerung der Brauerei sollte das wertvolle Areal in der Innenstadt mit bester Verkehrserschließung einer neuen Nutzung zugeführt werden. Bereits im Jahre 1979 erteilte Josef Schörghuber den Auftrag zur Erarbeitung von Entwürfen für ein Hotel mit 300 Zimmern und Eigentumswohnungen. In einer zweiten Phase wurde das Projekt um ein Kongresszentrum für die Münchener Messe erweitert. Während der Bearbeitungsphase fasste der Stadtrat der Landeshauptstadt München den Beschluss die Messe nach München-Riem zu verlagern. Das neue Planungsziel war nun ein Bürozentrum mit Wohnungen, darauf folgte eine weitere Planungsstufe für reine Mietbüros mit kleinen Einheiten bis zu 300 qm. Mit einem ersten Bauabschnitt wurde mit dem Bau an der Zollstraße begonnen, bis sich das Europäische Patentamt zum Kauf aller gewerblichen Nutzungen entschloss. Damit begann die fünfte Umplanung nach einem neuen Raumprogramm für die speziellen Bedürfnisse der Europäischen Patentorganisation.
Grundlage für die städtebauliche Disposition war die fünfgeschossige Randbebauung entlang der Bayer-, Grasser- und Zollstraße. Durch die maßvollen Traufhöhen wurde auf den Altbestand der Nachbarschaft Rücksicht genommen. Der von den Architekten entwickelte Bebauungsplan hatte drei organisatorisch unterschiedliche Strukturen der Nutzung: Verwalten, Wohnen und Bestandsschutz für das zu belassende Südhaus der Hacker-Pschorr-Brauerei. Durch die kreuzförmige Anordnung einer inneren Hochhausscheibe entstehen vier unterschiedlich dimensionierte, auch in der Höhenentwicklung differenzierte, offene Innenhöfe. Der südwestliche ist für das Casino des EPA wurde erdgeschossig überbaut. Die drei anderen ruhigen Höfe wurden gärtnerisch gestaltet und geben Raum für Skulpturen. In den beiden nördlichen Höfen steht eine Stelengruppe von Nikolaus Gerhart und eine Granit-Stahl-Skulptur von Markus Stangl. Den großen Eingangshof bereichert die begehbare, mäanderförmige Granitskulptur "rhythmus im raum" von Max Bill.
An der Hackerbrücke wurde als Auftakt für die neu entstandene fußläufige Hackergasse ein baumbestandener Platz für einen Biergarten geschaffen, eine optimale Fußgängerverbindung zur Theresienwiese. Der Bildhauer Hannsjörg Voth hat in der Hackergasse mit seiner Großskulptur "Zwischen Sonnentor und Mondplatz" einen strengen, aber ästhetisch überzeugenden Erlebnisraum zwischen Hackerbrücke und Bayerstraße gestaltet, der in der Oktoberfestzeit stark frequentiert ist. Die feingliedrigen silbernen Metallfassaden entlang der Straßenrandbebauung nehmen den Maßstab der gegenüberliegenden Putzfassaden auf.
Die ablesbare Tragstruktur, die additiven - im Abstand montierten - Sonnenschutz-Rollos, die Vor- und Rücksprünge der vertikalen Bauteile und die zurückgesetzten Erdgeschoßzonen gliedern die stattliche Bauanlage des Europäischen Patentamtes mit einer fast 80000 qm großen Bruttogeschoßfläche.
Die strenge Gliederung der silbergrauen Aluminium-Paneele gibt der ganzen Anlage eine einheitlich matt glänzende Haut, die bei den unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten zu sehr differenzierten Erscheinungsformen führt.
Die Grundrisse der Normalgeschosse sind zweihüftig, der zehngeschossige Mittelteil ist dreihüftig organisiert. Die Büros entlang der verkehrsreichen Straßenrandbebauung sind zwangsgelüftet. Alle Büros haben Kühldecken, wobei die Fenster individuell geöffnet werden können, ebenso sind die automatisch gesteuerten außenliegenden Markisen oder Lamellen auch individuell regelbar. Die zehn Sitzungssäle sind auch aus Schallschutzgründen klimatisiert und mit Simultananlagen für internationale Patentrechtssitzungen ausgestattet.
Das Dienstgebäude des Europäischen Patentamtes bietet 1500 anspruchsvolle Arbeitsplätze. In einer zweigeschossigen Tiefgarage mit getrennten Ein- und Ausfahrten sind 1442 Stellplätze für Pkw untergebracht.
Rational Werk 3, Landsberg am Lech, Celsiusstrasse
Für die Rational AG wurde in Landsberg am Lech ein neues Endmontagewerk zur Herstellung von Dampfgargeräten errichtet. Das Grundstück befindet sich in der Celsiusstrasse im neu erschlossenen Gewerbegebiet Frauenwald nordöstlich der Autobahn A96, München-Lindau.
Die Gesamtanlage ist Nord-Süd orientiert und besteht aus der eigentlichen Montage- und Versandhalle und den Anlieferungshallen 1+2. Die Anlieferungshalle 1 ist im Westen über vier eingeschossige Schleusenbauwerke mit der Montagehalle verbunden, die Büros, Sanitärräume und Technikräume aufnehmen. Die Verbindungsschleusen wechseln sich mit innenliegenden Grünhöfen ab. Diese Höfe dienen einerseits zur natürlichen Belüftung und Belichtung, andererseits bieten sie durch thematisch unterschiedliche Bepflanzungen attraktive Pausenbereiche im Freien.
Die Montagehalle ist als eine nach Norden ausgerichtete Sheddachkonstruktion konzipiert. Maximale Tageslichtausnutzung bei einem minimierten Energieeintrag ist die Intention der Architekten. Die als Zweifeldträger aus offenen Stahlprofilen gefertigten Hauptträger spannen über jeweils 52,50 Meter und werden auf Stützen gelagert. Die Nebenträgerlage besteht aus einfach unterspannten offenen Stahlprofilen mit einer Pfettenunterkonstruktion in ostwestlicher Richtung. Die Dachkonstruktion besteht aus Akustik-Trapezblech, Wärmedämmung und einem KALZIP Dach aus Aluminium. Die Sheds sind mit einer Pfosten- Riegel- Fassade verglast, die RWA- und Lüftungsflügel an oberster Stelle der Verglasung der Sheds plaziert. Die Nord-, Ost- und Westfassaden sind als Pfosten-Riegel- Fassaden mit transparenter Verglasung konzipiert. Die geschlossenen Bereiche werden aus Blechkassetten mit eingelegter Dämmung und hinterlüfteter Aluwelle verkleidet. Die Südfassade wird aus der heruntergezogenen Dachkonstruktion aus Aluminium gebildet - das Dach geht ausgerundet in die Fassade über. Hier befindet sich das Betriebsrestaurant mit einer Küche. Von der Kantine besteht über eine großzügige Verglasung Sichtbezug in die Montagehalle, von hier betritt man auch die nach Süden ausgerichtete Restaurantterrasse. Im EG wird die Produktion durch ein verglastes Fensterband belichtet. Nach Norden hin wird die Halle durch eine schrägstehende vollverglaste PR-Fassade abgeschlossen und bindet so die landschaftliche Umgebung in die Montageflächen ein.
Die Anlieferhalle 1 ist als Fachwerkkonstruktion mit offenen Stahlprofilen als Einfeldträger über eine Spannweite von 30m konzipiert. Die Hülle besteht aus einer transluzenten Profilit- Glasfassade, die auf Grund der Bauhöhe zweigeteilt ist. Auf der Westseite befinden sich drei durchsichtig verglaste Felder als Pfosten- Riegel Konstruktion für den Ausblick in die Landschaft.
Hofüberdachung des ODEONs von Leo von Klenze, München
Das Odeon wurde 1826-1828 von Leo von Klenze als Konzert- und Veranstaltungssaal im Auftrag Ludwigs I. errichtet. Nach der weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es in veränderter Nutzung durch Josef Wiedemann 1951/52 zum Bayerischen Staatsministerium des Inneren wiedererrichtet. Der Konzertsaal wurde als Innenhof in veränderter Form gestaltet. Die Überdachung erfolgt durch eine Stabgitterschale mit einer Struktur aus dreieckigen Elementen und steht völlig neutral gegenüber den Bestand über dem oberen Gesims. Der Stich der Kuppel beträgt bei einer Abmessung von ca. 23,40 x 32,00 m ca. 2,75 m. Die Verglasung besteht aus VSG und ist zu Reinigungszwecken begehbar. Die Stahlvollprofile der Schale sind von der Höhe des Stich abhängig. An jedem zweiten Querstab übernimmt ein Zugseil den Horizontalschub. Der Dachrand ist durch ein Rohr versteift, welches die Distanz zwischen den Auflagern überbrückt und die Kräfte zusammenbringt. Die Auflager bestehen aus kleinen Pendelstützen, die an bestimmten Punkten mit dem Randrohr biegesteif verbunden werden. Damit wird erreicht, dass auf die Bestandswand nur Vertikalkräfte und Kräfte in Wandlängsrichtung gebracht werden.
Wohnhäuser für die GEWOFAG Bauabschnitt WA 2, München Riem
Das Grundstück befindet sich in der Messestadt Riem südlich der Willy-Brandt-Allee auf dem Planungsgebiet WA2 (Allgemeines Wohngebiet). Die zu bebauende Grundstücksgröße beträgt ca.4.400m², die geplante Geschoßfläche ca. 5.150m² Die Planung erfolgte nach den Bestimmungen für die Wohnungsbauförderung der LH München mit Mietwohnungen für Einkommensgruppen nach §25 II.WoBauG + 60%. Die vier Hausreihen sind dreigeschossig und bestehen aus 27 Einheiten im "Stadthauscharakter" mit 19 darüberliegenden Atriumwohnungen, die über Laubengänge erschlossen werden. Die vier Hausreihen sind mit Durchgängen und Treppenhäusern gegliedert.In den Untergeschossen befinden sich Mieterkeller, Haustechnikräume und Fahrradkeller. Stadthäuser (EG, 1.OG): Die Stadthäuser sind zweigeschossig, im EG befinden sich Eingang, WC, Küche, Essplatz und der Wohnraum mit Zugang zu Terrasse und Garten. Im 1.OG sind die Individualräume angeordnet: Zwei Kinderzimmer mit Balkon, Elternschlafzimmer und das Bad. Stadthaus mit Garten, ca.107,5qm (4 Zimmer, 5 Personen). Appartements (2.OG): Die Appartements sind unabhängig von den Stadthäusern über Laubengänge erschlossen. Sie sind unterschiedlich groß und erhalten jeweils einen individuellen Lichthof der private Rückzugsmöglichkeiten bietet. Fassade: Wärmedämmverbundsystem mit Aussenputz, weiß. Südfassade mit grossflächigen Fensterelementen. Stahl im Aussenbereich Laubengänge, Balkone.
BMW Trainingsakademie, München-Unterschleissheim
Das Grundstück der neuen BMW-Trainingsakademie liegt im Gewerbegebiet von Unterschleißheim mit direkter Autobahnanbindung zum Flughafen Erding und dem BMW-Werk in München. Die umgebende heterogene Bebauung besteht aus ein- bis viergeschossigen Gebäuden überwiegend gewerblicher Nutzung. Das Konzept der BMW-Trainingsakademie vereint alle Seminar-, Schulungs- und Trainingsräume gleichberechtigt unter einem Dach. Die verschiedenen Einheiten von Ausbildung Motorrad bis hin zur kaufmännischen Fortbildung werden um eine zentrale Halle situiert. Diese Halle bildet das Zentrum der Anlage und ist Platz für Kommunikation und Begegnung der BMW-Mitarbeiter aus aller Welt. Alle Bereiche der Trainingsakademie sind visuell vernetzt und stärken so das Wir-Gefühl der BMW-Group. Den Bedürfnissen und Notwendigkeiten folgend sind die Räume des Technical Training Centers ebenerdig in Units und Modulen als funktionale Einheiten um das Zentrum gelegt. Natürliche Lüftung und Belichtung sorgen für optimale Arbeitsbedingungen. Die den Werkstätten zugeordneten Theorieräume und die darüber im ersten Stockwerk liegenden Trainingsräume haben direkte Blickverbindung über die Werkstätten ins Grüne. Die Halle als Treff- und Mittelpunkt der Anlage gibt Raum für Entspannung, Gespräche zwischen den Teilnehmern und Identifikationsmöglichkeit für die Mitarbeiter. Die Sondernutzungen wie Restaurant und Akademieverwaltung sind um den Eingang gruppiert und orientieren sich zur angrenzenden Grünfläche. Das Haustechnikkonzept ist ökologisch sinnvoll in dezentrale Einheiten gegliedert, und ermöglicht die maximale Flexibilität von Nutzung und Ausstattung aller Bereiche. Entlang der Eingangsfassade sind paraventartige silberne Segel gestellt, die drehbar gelagert den optimalen Sonnenschutz bieten und die bewegte mobile BMW-Welt versinnbildlichen. Das offene, transparente Erscheinungsbild der Gesamtanlage ist durch die technische Ästhetik geprägt.





