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Großherzogliches Mausoleum
Seit Mitte 2011 begleiten Angelis & Partner die Planungs- und Ausführungsarbeiten im Zuge der Instandsetzungs- und Sicherungsmaßnahme des Großherzoglichen Mausoleums in Oldenburg. Der klassizistische Bau wurde 1786 durch den Herzog Peter Ludwig Friedrich auf Grund des plötzlichen Verlustes seiner Frau Herzogin Friederike von Württemberg-Mömpelgard in Auftrag gegeben. Der Baumeister Johann Heinrich Gottlieb Becker wurde mit der Planung betraut, wobei der Herzog entscheidend an der Gestaltung mitwirkte.
Besucherzentrum Park der Gärten
Der Park der Gärten liegt eingebetet in der Parklandschaft des Landkreis Ammerland, in der Gemeinde Bad Zwischenahn. Er gehört zu den wichtigsten und bekanntesten Ausflugszielen der Region. Seit der Landesgartenschau 2002 hat sich der Park zum touristischen Anziehungspunkt und gartenkulturellen Informationszentrum von überregionalem Format entwickelt. Um das Potential weiter auszuschöpfen und die künftige Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, ist es notwendig geworden, ein neues multifunktionales Eingangsgebäude zu entwickeln. Der Entwurf richtet das Gebäude mit seiner Empfangsseite zur Strasse aus und bildet einen Vorplatz nach Süd-Westen. Das Fassadenkonzept soll den Grünen Leitgedanken „Gärten und Pflanzen“ des Park der Gärten bildhaft transportieren. Die Fassade öffnet sich mit einer einladenden Geste zur Südwestseite des Grundstückes. Die große Glasfront zum Vorplatz wird in den Sommermonaten von einem grünen Filter verschattet. Angelis & Partner gewann 2009 den Realisierungswettbewerb und realisiert zur Zeit den Neubau.
Terminal House für EUROGATE
Bereits Mitte 2009 hat Angelis & Partner in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Arup den 1. Preis im Wettbewerb um den Neubau eines Büro- und Sozialgebäudes für den EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven gewonnen. Das Terminal House muss sich in einem großmaßstäblichen Umfeld behaupten und ein weithin sichtbares Zeichen setzen. Entsprechend der Struktur des Hafens ist es als länglicher Baukörper parallel zur Kaje konzipiert. Der Neubau ist einerseits Grenze und Schleuse von Mitarbeitern und Frachtgut vom Binnenland zum Terminal und gleichzeitig ein repräsentatives Tor in die Welt.
Die beiden Hauptfunktionen sind klar ablesbar und gliedern den Entwurf: Der dem Hafen zugeordnete Umkleide- und Sozialraumtrakt befindet sich als liegender Riegel auf der einen Seite und der repräsentative Bürotrakt als aufstrebender Turm auf der anderen. Beide Teile werden durch das Motiv eines verbindenden und mit Photovoltaikmodulen besetzten Bandes zusammengefasst, das die öffentlichen und repräsentativen Zonen beinhaltet. Die Inbetriebnahme des Gebäudes ist für den August 2012 geplant.
Wohn- und Geschäftshaus Alte Schönhauserstr. 42Berlin-Mitte
Sonderpreis Bauen mit Betonfertigteilen 2007
Fertigstellung 2006
Angelis+Partner Architekten haben in Berlin-Mitte für eine Baulücke im Szeneviertel um den Hackeschen Markt ein Konzept für ein hochwertiges, auch vom Gestaltungsanspruch herausragendes Wohn- und Geschäftshaus für eine anspruchsvolle Stadtklientel in bester Lage entwickelt und realisiert.
Die Architekten haben das Projekt ganzheitlich wie ein Produkt entwickelt und dabei neben der klassischen Planung ebenso die Projektentwicklung, die Finanzierungsgespräche und das Marketingkonzept einschließlich der Betreuung der Käufer übernommen.
Der Entwurf thematisiert das Wohnen in der Stadt. Das Haus öffnet sich über raumgroße Holzschiebefenster komplett zur urbanen Umgebung, bietet aber über die intime Hofseite und das Zufalten der Fassade die Möglichkeit des Rückzuges und der Ruhe.
Der Neubau greift die Vorteile der viel geschätzten Altbauten mit 3 Meter hohen Decken und großzügigen Räumen auf, kombiniert diese mit modernen Prinzipien und schafft flexible, konfigurierbare Wohnungen. Es sind je Geschoss zwei große Wohnungen (von 125 bis 180 qm im Dachgeschoss) entstanden, die sich mit wenigen statischen und haustechnischen Vorgaben nach den Ansprüchen der Käufer flexibel einteilen ließen.
Der Anspruch, ein auf wesentliche Qualitäten reduziertes Haus mit hohem Gestaltungswillen zu entwickeln, wurde mit wenigen, ausgesuchten Materialien realisiert. Die Wohnungstrennwände und die Fassade wurden in Sichtbeton-Fertigteilen, die Fußböden in den Wohnbereichen in massiver Räuchereiche ausgeführt. Im Treppenhaus und in den Bädern wurde dunkler Naturstein verwendet. Die flexiblen Nebenräume innerhalb der Wohnungen gliedern als weiße Kuben aus Trockenbau den Raum.
Die Straßenfassade lässt sich über Faltschiebeläden aus Streckmetall, die sich als lichtdurchlässiger Filter zwischen die lebendige Umgebung und die Privatsphäre der Wohnungen legen, komplett verschließen.
Das Haus arbeitet nicht mit formalen Zitaten, sondern fügt sich durch seine klassische Ruhe und die rationale Gliederung der vielschichtigen Fassade selbstbewusst und selbstverständlich in seine Umgebung ein.
Creative Talent Berlin
AIT Award Best Office concept 2007, 2. Preis
Fertigstellung 2006
Die Musikagentur Creative Talent in Berlin hat sich im Jahr 2005 von ihrer Mutterfirma DEAG abgespalten und brauchte deshalb sehr kurzfristig eine neue Corporate Identity und eine Gestaltung der bereits angemieteten Büroräume im Deutschen Architekturzentrum Berlin.
Das Anforderungsprofil war knapp und wurde in wenigen Gesprächen und knappen E-Mails den Architekten vermittelt: die neue Firma wollte sich entsprechend ihrem Selbstverständnis jung, modern und unkonventionell präsentieren. Elf Arbeitsplätze waren gewünscht, möglichst vier davon in abgeschlossenen Räumen, um den Kernaufgaben - telefonieren und Musik hören - nachgehen zu können. "Cool" sollte das Ganze sein und zu dem Team und seinen Geschäftspartnern, allesamt aus der jungen Musikszene, passen.
Das Budget war mit 50.000 Euro für die komplette Maßnahme inkl. Grafik, Beleuchtung und Planungsleistung ebenso knapp definiert wie der Zeitrahmen mit guten zwei Monaten. Der Rest wurde den Architekten überlassen.
Der 195 m² große Loftraum mit schwarzem Asphaltboden, hellen Kappendecken und einem bereits bestehenden Sanitärblock war für eine Ausbildung von mehreren Einzelräumen zu klein und durch seine hauptsächlich einseitige Ausrichtung schlecht belichtet.
Der Entwurf arbeitet mit wenigen Elementen, die in ihren Funktionen alle mehrfach belegt sind. Er schließt die vier vom Bauherrn gewünschten Einzelräume in einer Box zusammen und positioniert diese als Leuchtkörper in der vorher schwer nutzbaren Dunkelzone der Gesamtfläche. Die Box ist rundum mit Doppelstegplexiglas verkleidet und leuchtet zu allen Seiten schaltbar in weiß oder rot. Sie ist so gleichzeitig Raumleuchte und Möbel. Im Inneren ist sie in zwei Räume geteilt und öffnet sich zur Lounge als Rahmen über eine raumhohe Glasschiebewand.
Die restlichen acht Arbeitsplätze stehen in Zweierreihen jeweils gespiegelt entlang der Fensterfront. Zum Flur grenzen sie sich durch halbhohe Leuchtfelder ab, die mit aktuellen Tourplakaten bestückt werden und die Flurzone markieren.
An der Stirnseite des Raumes bildet eine offene Lounge das kommunikative Zentrum des Raumes. Hier werden Gäste empfangen, finden Besprechungen statt oder es werden Musikvideos oder Fußballspiele an die Wand projiziert.
Die Schreibtische, Wandflächen und eingebauten Fußbodenflächen sind mit Kautschuk in grün, orange oder grau bezogen und kontrastieren zu dem schwarzen Asphaltboden der Loftetage.
Die Architekten haben die Aufgabe, einer jungen Firma mit wenig Mitteln ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Corporate Design zu entwickeln, als Chance begriffen, ein ganzheitliches Produkt zu schaffen. Die Lösung musste einerseits preiswert, funktional und schnell realisierbar sein, andererseits aber eine eigene Identität darstellen und dem Selbstverständnis der jungen Firma als "Marke" Rechnung tragen.
Kaufhalle Cloppenburg
Umbau eines Kaufhauses mit Neubau der Fassaden
Fertigstellung 2006
Die ehemalige Kaufhalle stand als Bausünde der siebziger Jahre ohne Rücksicht auf den Kontext in der Fußgängerzone der Stadt Cloppenburg. Angelis+Partner hatte die Aufgabe, das bestehende Gebäude unter Nutzung der gesamten Substanz umzubauen und zu modernisieren. Die neue Fassade bindet den massigen Baukörper über eine Höhenstaffelung wieder in seine Umgebung ein und gliedert das Volumen entsprechend den neuen Nutzungen in 3 Einheiten. Drei zweigeschossige Rahmen aus Betonfertigteilen nehmen in erster Ebene den Maßstab der Nachbarbebauung auf. Das 2. Obergeschoss wird durch seinen leichten Rücksprung und seine Unterordnung in Farbe und Material deutlich zurückgenommen und nimmt sekundäre Funktionen auf. Ein weiteres Geschoss des Bestandes ist von der Straße kaum mehr wahrnehmbar.
In zweiter Ebene sind die zweigeschossigen Fassaden der Läden horizontal gegliedert und spielen durch eingestellte prägnante raumhohe Elemente mit dem Thema Schaufenster. Durch die Massivität und Tiefe dieser Rahmen bekommt die Elementfassade eine mehrfache Lesbarkeit und eine besondere Körperhaftigkeit.
Durch die Umnutzung wurde nicht nur die Bestandsimmobilie neu "erfunden" und ihr ein neuer Wert gegeben. Durch den sensiblen kontextorientierten und dennoch eigenständigen Beitrag wurde ein Fremdkörper in der Stadt zu einem neuen Anziehungspunkt, der seine Umgebung aufwertet.
Zisterzienserkloster Chorin
Bauherr: Liegenschafts- und Bauamt Bernau
Die Zisterzienser Klosteranlage aus dem späten 13. Jahrhundert markiert in Stil- und Materialeinheit einen Höhepunkt der Backsteintechnik. 1542 wurde das Kloster aufgelöst und verfiel. Ab ca. 1810 nahm sich F. Schinkel der heruntergekommenen Gebäude an und entwickelte ein nationales, romantisches Instandsetzungskonzept. Um 1835 legte der Gartenarchitekt Lenné seinen Situationsplan Chorin vor. Heute fehlen der Kirche die Gewölbe, das südliche Seitenschiff mit Kreuzgang sowie die Fürstenempore. Der Ostflügel besitzt kein Obergeschoss mehr, im Westteil fehlen die Gewölbe in beiden Geschossen.
Der Südflügel fehlt bis auf Mauerreste, während das Abthaus erhalten geblieben ist. Seit 1992 wird die Bausubstanz gesichert und restauriert. Nebengebäude wurden zu Eingangs-, Sanitär- und Informationsbereich, sowie als Restaurant und Verwaltungsbereich hergerichtet. Das ehemalige Kloster Chorin wird erfolgreich für Musikveranstaltungen und Besichtigungen genutzt. Es soll auch weiterhin als "Ruine unter Dach" erhalten bleiben.
Projektliste
Neubau Gebäude für den FB Seefahrt in Elsfleth
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven
Fertigstellung 2008
Erweiterung Soeste Schule in Elisabethfehn
Landkreis Cloppenburg
Wettbewerb 1. Preis,
Fertigstellung 2009
Umbau und Sanierung Carl-Fried-Haus
Seniorenwohnanlage mit 105 Wohneinheiten in Köln,
Fertigstellung 2007
Bankfiliale in Oldenburg
Landessparkasse zu Oldenburg, 2005
Geschäftshaus Zara, Oldenburg
Umbau und Neubau der Fassade, 2004
Weser-Ems-Preis für Architektur 2005
Weinberger Quartier Berlin
Sanierung eines denkmalgeschützten Wohnensembles in
Berlin Mitte, 2002-2004
Oldenburger Stern, Oldenburg
Städtebauliche Neuordnung und Nahverkehrsterminal
Stadt Oldenburg,1997-1999
1. Preis im städtebaulichen Wettbewerb
St. Georgen zu Wismar
Sicherung und Wiederaufbau der historischen Kirche
seit 1991
St. Marien zu Rostock
Restaurierung des historischen Bausubstanz
seit 2000
REHA-Klinik Oldenburg
Neubau einer Rehabilitationsklinik, 1996-97
Wettbewerb 1. Preis
Niedersächsisches Staatsarchiv Oldenburg
Neubau, 1996
St. Petri Dom Bremen
Copyright Fotos: Olaf Mahlstedt, Hannover
Kirche St. Marien, Rostock
Copyright Fotos: Olaf Mahlstedt, Hannover
Kloster Chorin
Copyright Fotos: J.L.Diehl
Kita Uni-Campus Oldenburg
Der Neubau stellt sich nach außen als kleinteiliges Ensemble mehrerer Einzelbaukörper, die aus einer eingeschossigen Basis herausragen, dar. In den einzelnen Körpern sind jeweils die Gruppenräume untergebracht, die so ein eigenes Gesicht bekommen. Sie sind als sich nach außen ansteigende Pultdachkörper gestaltet. Das Öffnen der Figur nach außen mit den zum Rahmen aufgelösten Fassaden mit eingestellten Glas- und Farbfeldern ist die bestimmende gestalterische Geste des Gebäudes. Die farbenfrohen und in warmen Rottönen gehaltenen großformartigen Felder aus Faserzement, deren Farbspiel sich auch im Innenraum wiederfindet, bildet mit der unbehandelten Holzfassade der Rahmenbaukörper ein fröhliches und harmonisches Erscheinungsbild. Dabei übernimmt die Architektur auch didaktische Aufgaben und vermittelt den kleinen Kindern eine Übersichtlichkeit und Zugehörigkeit sowie ein Gefühl für natürliche Baustoffe und Farben.
Alle Gruppenräume öffnen sich zum Landschaftsraum und werden durch die bodentiefen Fenster erlebbar und lichtdurchflutet. Vordächer gewähren eine natürliche Beschattung. Das Pultdach ermöglicht zudem das Schaffen von Spielemporen. An den geschlossenen Fassadenseiten der Gruppenräume wurden die dort hergestellten kleinen Fensternischen in verschiedenen Höhen zu beliebten Kletter- und Aufenthaltsorten für die Kinder. Besonders wurde auf eine farbenfrohe kindgerechte Materialwahl geachtet: Die mit Tafellack gestrichenen Wände laden zum Bemalen ein, unterschiedliche Lichtszenarien, Farbspiele und Raumangebote eröffnen den Kindern Entfaltungsmöglichkeiten.
Copyright Fotos: Olaf Mahlstedt, Hannover
St. Georgen zu Wismar
St. Georgen gehört zu den national bedeutenden Denkmalen und ist seit 2002 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verzeichnet. Die Kirche wurde 1945 bei einem Bombenangriff schwer beschädigt und verkam zu DDR-Zeiten. Schlussendlich riss 1990 ein Orkan die Giebelwand des nördlichen Querhauses aus der Ruine. Dieses Ereignis setzte ein unmittelbares Signal für den Wiederaufbau, der noch im gleichen Jahr durch die Hansestadt Wismar begonnen wurde.
Copyright Fotos: Olaf Mahlstedt, Hannover
Erweiterung Bettentrakt des Rehabilitationszentrums in Oldenburg
Im Jahr 2009 wurde Angelis & Partner mit dem Bau eines neuen Bettentraktes beauftragt, der 2010 fertiggestellt wurde. Dieser befindet sich auf dem nördlich des bestehenden Funktionstrakts gelegenen bisher unbebauten Grundstück und ist der erste Baustein der zukünftigen Erweiterungsfläche des Reha-Zentrums. Dem Bebauungsplan dieses Bereiches liegt eine Entwicklungsplanung des Büros Angelis & Partner aus dem Jahr 2008 zugrunde.
Es handelt sich um einen 2-geschossigen, U-förmigen Neubau mit Flachdach und ohne Unterkellerung. Die Option einer Aufstockung um weitere 2 Geschosse wurde in baurechtlicher, statischer und haustechnischer Hinsicht berücksichtigt.
Das gesamte Gebäude ist als zweibündige Anlage mit Mittelflur organisiert.
Es bietet 56 neue Bettenplätze, davon befinden sich in den Einzelzimmern im Erdgeschoss 24 Plätze, die von der Orthopädie genutzt werden und im Obergeschoss 32 Plätze in 4 Einzel- und 14 Doppelzimmer, die von der Kardiologie genutzt werden. Die Patientenzimmer sind in den jeweils symmetrisch aufgebauten östlichen und westlichen Flügeln des Gebäudes angeordnet und mit einem barrierefrei gestalteten Bad ausgestattet. Im zentralen südlichen Trakt sind Arztzimmer, Untersuchungs- und Personalräume sowie die Wartezone, Erschließungs-, Technik- und Pflegeräume untergebracht.
Die verputzte Fassade des Neubaus greift in Materialität und Farbigkeit die Vorgaben der Bestandsgebäude auf. Durch das neu eingeführte Motiv der horizontalen Fensterbänder mit deutlicher Rahmung der einzelnen Fenster wird diese Gestaltung in einer zeitgemäßen Architektursprache weiterentwickelt.
Copyright Fotos: Olaf Mahlstedt, Hannover
Fassadenneugestaltung Galeria Kaufhof in Oldenburg
Der Wunsch des Bauherren war eine zeitlose und gleichzeitig moderne Fassade zu schaffen, die der Corporate Identity des Unternehmend entspricht. Zudem stand bereits zu Anfang fest, dass keine thermische Komplettsanierung der Fassade durchgeführt werden solle, da der Betrieb des Kaufhauses uneingeschränkt gewährleistet sein musste.
Das Gebäude befindet sich an der zentralsten Stelle Oldenburgs, am Marktplatz gegenüber der neogotischen Lamberti Kirche und umringt von historischen Gebäuden verschiedenster Baustile. Es galt ein passendes Gegenüber zu finden, dass sich harmonisch aber selbstbewusst in das Stadtbild einfügt und dieses vervollständigt. Die Entwurfsidee war es, einen „Kristall“ zu schaffen, der elegant und edel wirkt ohne die Nachbarbebauung zu dominieren. Die Wirkung bei Nacht durfte dabei nicht außer Acht gelassen werden, der Kristall sollte leuchten.
Transluzente Weißglasscheiben boten das Eigenschaftenspektrum, das für die neue Vorhangfassade gesucht wurde. Ihr leicht grünliches Erscheinungsbild stellte dabei nicht nur den Bezug zum Grün der Galeria Kaufhof dar, sondern lässt den Gebäudekörper elegant und zeitlos wirken. Das unregelmäßige Fugenraster, das durch die unterschiedlich langen opaken Glaselemente gebildet wird, sorgt zusammen mit der regulierbaren Hinterleuchtung für die modernen Akzente in der Fassade. Zudem bilden leichte Rücksprünge einzelner Glasscheiben, die separat beleuchtet werden, eine wohltuende Abwechslung. Die seitlichen Fassaden des Kaufhauses wurden mit gekanteten und hell beschichteten Loch-Blechtafeln verkleidet, die neben der Modernität einen zusätzlichen Bezug zum angrenzenden neuen Einkaufszentrum schaffen.
Copyright Fotos: Olaf Mahlstedt, Hannover
Fachbereich Seefahrt der Jade Hochschule in Elsfleth
Dabei wird ein hoher Anspruch verfolgt: es soll nicht nur ein innovatives Ausbildungszentrum geschaffen werden, sondern auch eine identifikationsstiftende Architektur.
Ein wichtiger Baustein in dem neuen Campusensemble stellt der Fachbereich Seefahrt dar.
Der längliche zweigeschossige Neubau orientiert sich zum Einen am wassergelegenen Hochschulplatz und definiert ihn zum Anderen, indem er als Platzwand fungiert. Es wird ein prägnanter öffentlicher Raum mit klarem Bezug zum Wasser geschaffen.
Dem Platz entsprechend sind die hoch frequentierten Zonen des Hauses, wie die Cafeteria und Seminarbereiche im Erdgeschoss, zum Platz orientiert. Das studentische Leben soll ihm zugutekommen und ihn beleben.
Im Obergeschoss befinden sich Büro- und Verwaltungsflächen und die Fachbereichsbibliothek, die ebenso wie die Cafeteria zum Wasser ausgerichtet ist. Durch ein eingezogenes Technikgeschoss im Zentrum und die Konzentration der erforderlichen Raumhöhe nach außen entsteht im Inneren ein flacher Archiv- und Regalbereich, während sich die Lese- und Arbeitsbereiche zu den großen gläsernen Fassaden bis auf 4 Meter Raumhöhe öffnen. Hier entwickelt sich aus dem liegenden Volumen des Neubaus ein markanter Kopf, der die besondere Situation betont und spektakuläre weite Ausblicke in die Ferne über das Wasser bietet.
Der Neubau gliedert sich in seinem Grundmaterial, einem dunklen Wittmunder Klinker, an der Vorgabe der Rahmenplanung. In den kubisch modellierten Baukörper sind entsprechend den Nutzungen große Öffnungen geschnitten, die im Bürobereich als lange Bänder die inneren Funktionen abbilden. Geschlossene Bereiche sind mit außen bündigen, opaken, farbigen Glasfeldern verkleidet, die dem Baukörper je nach Lichtsituation ein changierendes Erscheinungsbild verleihen und in Kombination mit dem dunklen Klinker einen kraftvollen modernen Akzent setzen.
Flächige hinterleuchtete Glasflächen in der Fassade sorgen neben den auch abends genutzten und hell erleuchteten öffentlichen Bereichen für ein weithin sichtbares Gebäude am Platz.
Copyright Fotos: Werner Huthmacher, Berlin






